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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing U.D.O., RBELLION, MAJESZY
Ort JUZ Andernach
Datum 08.05.2004
Autor Olaf Reimann
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Das JUZ in Andernach ist definitiv die erste Adresse am Mittelrhein wenn es um Live-Veranstaltungen im metallischen Sektor geht. Die Liste der guten und bekannten Acts, die in Andernach Station machen, wird lnger und lnger. Das Highlight in 2004 drfte das Open Air-Festival am 03.07. werden. Das Billing lsst dir das Wasser im Mund zusammen laufen: Saxon, Circle II Circle, Blaze und Rose Tattoo. Hammer! Danke Dieter!
Auch der gute alte Udo Dirkschneider muss erfahren haben, dass in Andernach ordentlich gerockt wird, denn auf seiner Thunderball-Tour stand am 08. Mai das JUZ als Haltestelle auf der Liste. Mit Majesty und Rebellion im Schlepptau war also fr metallische Stimmung gesorgt. Zahlreiche Metalheads hatten sich eingefunden, um sich ordentlich die Ohren durchblasen zu lassen.

Wenn ich richtig addiert habe, drfte Majesty die Band sein, die ich in diesem Jahr am hufigsten sehen werde. Die Jungs sind ganz schn prsent auf Deutschlands Bhnen. Ist aber auch recht so, denn mit ihrem True Metal sorgen die Mannen um "Frontsau" Tarek fr die ersten geballten Fuste und zahlreich wirbelnden Kpfe im JUZ. Die Menge verhlt sich zwar wie immer (d.h. ganz vorne stehen einige wenige und machen richtig mit, hinten steht die Masse und macht gar nix!) aber mit Songs wie "Hail To Majesty", "Heavy Metal Battlecry" oder "Sword & Sorcery" verstehen es Majesty, die ca. 200 Anwesenden zu begeistern. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass die Band an diesem Abend nicht so motiviert war, wie beispielsweise beim Keep It True-Festival. Viele Bewegungsablufe im Set waren sehr routiniert, zu routiniert. Und mir sei die Bemerkung gestattet, dass ich den Song "Into The Stadiums" berhaupt nicht mag und fr etwas bertrieben klischeehaft halte. Den Fans war`s egal und so durften sich Majesty nach einer guten Dreiviertelstunde unter krftigem Beifall verabschieden.

Da ich ehrlich gesagt die zweite Band des Abends "Rebellion" nicht kannte (Asche auf mein Haupt!), habe ich meinen Kollegen Roland befragt, und er erteilte freudig Auskunft ber seine Eindrcke vom "Aufstand": Mit dem Titeltrack ihres zweiten Albums "Born A Rebell" bestieg die Bande um die beiden ehemaligen Grabschaufler Uwe Lulis und Tomi Gttlich die Bhne. Sie boten eine energiegeladene Show, in der eine bunte Mischung an Songs aus ihrer bislang erschienenen beiden Alben zum Besten gegeben wurde. Neuzugang Gerd Lcking an den Drums machte eine prima Figur und die Jungs hatten sichtlich Spa an der Sache auch wenn sich die Reihen vor der Bhne im Vergleich zum Auftritt von Majesty etwas gelichtet hatten. Allen voran Basser Tomi Gttlich strahlte wie ein Honigkuchenpferd und hatte einen ganzen Schwarm Hornissen im Hintern. Dass diese Energie zwangslufig auch auf die vor der Bhne verbliebenen Zuschauer bergreifen musste, war klar und so wurde ordentlich gebangt und so manche Faust mit einem "Hail McBeth" gen Hallendecke geregt. Wieder einmal ein cooler Gig der sympathischen Frankfurter. Man darf jetzt schon gespannt sein auf das im Herbst erscheinende dritte Langeisen und vielleicht verschlgt es Rebellion ja erneut nach Andernach. Whrend der anschlieenden Umbaupause lag schon eine gewisse Spannung in der Luft. Whrend die Einen sich nach den schweitreibenden Support-Bands erst mal ein Bierchen gnnten, lieen sich andere zusammen mit der Mini-Version von Udo Dirkschneider ablichten. Im Merchandise-Bereich gab sich nmlich Klein-Udo im Original-Tarnoutfit die Ehre.

Als das James Bond-Intro vom Band ertnte, fllte sich die Halle zusehends. Alle Angereisten wollten sich den anschlieenden Opener vom aktuellen U.D.O.-Album "Thunderball" nicht entgehen lassen und so konnte der in etwas albern wirkenden Klamotten gekleidete Herr Dirkschneider auf einen recht vollen Zuschauersaal blicken. Ein schwarzer Mantel, mit schimmernden Metallblttchen besetzt, zierte den kleinen Mann, der die deutsche Metal-Szene quasi mit gegrndet hat. Mit seiner ehemaligen Band Accept hat Udo nicht nur in der Heimat riesige Erfolge gefeiert, sondern konnte weltweit beweisen, dass auch in Germany die Metal-Axt geschwungen wird.

Vor der Bhne in Andernach war jedenfalls sofort nach den ersten Akkorden die Hlle los und die gesamte Band legte eine groe Spielfreude an den Tag. Das Publikum durfte eine bunte Mischung aus U.D.O.-Songs und Accept-Klassikern erleben, wobei natrlich die Menge am besten bei den alten Perlen wie beispielsweise "Metal Heart", "Up To The Limit" oder dem zum Ende des Gigs gespielten, obligatorischen "Balls To The Wall" abging.

Doch nach einem berauschenden Auftritt wollte das Publikum den Meister mit seinen Mannen nicht so einfach ziehen lassen. Deshalb kam die Band mit "Princess Of The Dawn" noch einmal auf die Bhne zurck und gab den Fans mit "Fast As A Shark" endgltig den Rest.
Insgesamt ein solider Gig von U.D.O., wobei stellenweise der Gesang von Udo Dirkschneider im Gesamtsound etwas unterging. Da aber alle Hits sowieso vom Publikum lauthals mitgegrlt wurden, war auch das halb so schlimm. Nach dem Gig blickte man jedenfalls in viele zufriedene Gesichter. Ein toller Metal-Abend, von denen es bestimmt noch viele im JUZ geben wird, fand fr mich in einem Wohnwagen von total freundlichen Ungarn (!) seinen wrdigen Abschluss. Bei ein paar leckeren Bierchen war man der einhelligen Meinung, dass man beim nchsten Metal-Event in Andernach wieder auf der Matte steht.
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