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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing IN FLAMES, CALIBAN, DEVIL DRIVER
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 22.04.2004
Autor Rafael Hofmann
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Kln, 22.April, 24C, ausverkaufte Live Music Hall (wir haben Karten) und die Stimmung ist gut. Das waren die Voraussetzungen als wir gegen 18:45Uhr in der Mosh-Arena in Kln eintrafen. Jedoch durften wir keine Zeit vergeuden, denn um 19Uhr sollten wir zum Interview mit Anders Frieden gebeten werden. Aber erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt, denn wir hatten nachher einen Interviewtermin um 19:30Uhr und dieser wurde auch nicht mit Anders sondern mit dem Drummer Daniel Svensson. Das Interview von Thor und mir knnt ihr in Krze unter "Stories" nachlesen!
Devil Driver
Durch den etwas aus dem Lot geratenen Zeitplan haben wir leider die ersten beiden Songs von Devil Driver verpasst, jedoch konnte ich nich ein paar wenige Bilder vom Nebenprojekt von Dez Fafara (Coal Chamber) ergattern. Der restlich Gig der Death-Rocker ist mit einem Wort schnell beschrieben: Basswalze! Songs wie "I Could Care Less", "Nothing's Wrong", "Knee Deep" und "Swinging The Dead" lieen kaum einen im Publikum unberhrt. Der Fronter schrie sich die Seele aus dem Hals, was ihn zwar des fteren seine Gesichtsfarbe wie einer Tomate aussehen lie, aber er genoss den Auftritt sichtlich. Die Show war auf jeden Fall nicht schlecht und es wurde sowohl auf der Bhne, wie auch im Center-Pit heftig bewegt.
Devil Driver
Meine Mitfahrer fanden den Auftritt eher langweilig, da von der Bhne unspektakulres, wenn auch heftiges Bassfrequenzband kam. Mir ging es da anders, aber das mag daran liegen, dass bei mir im Hinterkopf stndig die aktuelle Scheibe der Band lief, die ich als einziger aus unserem Expeditionsteam kenne. Allerdings muss ich wirklich sagen, dass die Songs nicht wirklich gut abgemischt, wenn auch von der Band gut performt, waren.
Caliban
Als nchstes lieen sich Caliban durch ein gewaltiges Intro ankndigen. Das und die im Hintergrund aufgestellten gro beleuchteten Caliban-Logos waren jedoch das einzig Spektakulre am Caliban-Auftritt. Ich kenne diese Band noch von kleinen lokalen Gigs mit Klitschenbands in Jugendzentren aus dem Groraum Koblenz. Diese Band sollte nun direkt vor In Flames spielen? Eine sehr ungewohnte Vorstellung fr mich, wenngleich ich es ihnen nicht vergnnen konnte. Die Band spielte mit neuem Besetzungszuwachs durch den Gitarristen und den (geliehenen) Drummer (Six Reasons To Kill bzw. Superfly 69). Nun sollte man meinen, dass einzelne Bandmitglieder den kompletten Gig nicht verreien knnen, jedoch war dieser Auftritt ein Musterbeispiel dafr, dass sowas eben doch geht.
Caliban
Der neue Gitarrist, der im brigens auch teilweise die "normalen" Gesangsparts bernimmt, war nicht in der Lage auch nur einen Ton vernnftig zu treffen geschweige denn zu halten. Grausam fr die Ohren eines jeden Konzertbesuchers. Die restliche Band machte ihre Sache an sich ganz gut, wenn ich sie auch schon in besserer Performance auf kleineren unbedeutenden Bhnen miterleben durfte. Daher bleibt als Resmee zu sagen: "Jungs, das war sicher ein Versehen, ihr knnt das besser und das wisst ihr mit Sicherheit auch selbst!"
Nun da sich der Konzertabend dem Ende nherte und der Headliner kurz vor dem Entern der Bhne stand, fllten wir nochmal unsere Flssigkeitsreserven auf, wohl wissend, dass diese sptestens nach dem 4.Lied wieder ausgeschwitzt sein wrden, aber besser als nix. Allerdings lieen die fnf Schweden doch recht lange auf sich warten. Nach dieser halben Ewigkeit des Wartens wurde es dann endlich wieder dunkel, und das erste was man von IN FLAMES mitbekam, war dass der Kerl, der die Lightshow zu verantworten hatte ein Meister seines Fachs war. Man war wie hypnotisiert ohne, dass auch nur ein einziger Musiker auf der Bhne war. Doch dann pltzlich kamen auch die werten Herren aus Gtheburg auf die Bhne und auf einmal war da der Snger Anders, der mit klarem Gesang und mitreissendem Geschrei sofort jeden einzelnen Menschen in der Halle unter Kontrolle hatte, und dann die Band, die ein unglaublich klares Set abspielte, absolute Vollprofis.
In Flames In Flames
Nie habe ich mich mehr drber gergert, dass ich zu Begin der Show in den Photograben durfte, denn ich wre doch gerne von Anfang an in der Menge gesprungen, aber so habe ich nun ein paar echt feine Bilder meiner persnlichen Lieblings(-Live-)band machen drfen. Nebst Klassikern wie "Episode 666", "Cloud Connected" oder "Gyroscope" wurden auch Songs vom neuen Album wie das brachiale "F(r)iend", "Dead Alone" und "Touch Of Red" auf die tobende Menge losgelassen, wer wnscht sich da nicht mitten im Mosh-Pit diven und springen zu knnen?! Der Kontakt zwischen Band und Publikum war durch den charismatischen Frontmann Anders Frieden von der ersten bis zur letzten Sekunde 100%ig gegeben und fand seinen Hhepunkt bei "Only for the weak" als Anders jemanden aus dem Publikum auf die Bhne holte. Hier der O-Ton dessen was dann auf der Bhen lief: "What's your name?" - "Ptrrig" "Okay, we'll call you BOB." Bobs Aufgabe bestand darin den nchsten Song fr die kommende IN FLAMES-DVD mitzufilmen, wobei er aber nicht verga ihm eindeutig klarzumachen was passieren wrde, wenn Bob mit der Kamera abhaute ("When you run away with this camera, I'm going to kill you. And if you show this your friends, I'm going to kill them, too.").
In Flames
Nun gut, um Bobs Fhigkeiten was die Filmkunst angeht in einem Satz zu sagen: "Es wird mit 100%iger Sicherheit nicht auf der DVD erscheinen, da Anders wohl grade den absoluten Fehlgriff gemacht hatte und einen Zappelphillip auf die Bhne geholt hatte, der sich sowohl mit Moshen, als auch mit Filmen gleichzeitig beschftigte und somit die gesamte Aufnahme verwackelt haben drfte. Seine Englischkenntnisse bewies der junge Mann als Anders ihn dazu aufforderte in die Menge zu springen whrend er ihn dabei filmte: Bob rhrte sich jedoch nicht von der Stelle. Anders musste (kopfschttelnd) zurck ans Mikro und Bob wurde schlielich von der Crew in die Menge gejagt. Nicht nur Bob schien mit dem Englisch des Schweden etwas berfordert, auch die Menge schien nicht jede seiner Anfeuerungen zu verstehen. ("You're better than Hamburg." - "..." - "When I say: You're better than Hamburg you normally have to react somehow. So... why don't you react when I'm saying that? Hello? AM I IN COLOGNE?????"), was dann irgendwann in markerschtterndes Gebrll endete, und Anders zufriedenstellte.
In Flames
Mit dem anderthalbstndigen Set war dann allerdings auch meine Schwelle erreicht, wo ich sagen musste: "Bitte keine Zugabe mehr!", denn bei mir war einfach die Luft raus und allen anderen Konzertbesuchern sah man ebenfalls die Mischung aus Begeisterung und Erschpfung in's Gesicht geschrieben.
Fazit: Ein klasse Konzertabend. Schlechter Sound und klasse Show bei Devil Driver, schlechter Sound und gute Show bei Caliban, und geiler Sound und einmalige Show untermalt mit einer lupenreinen Lichtshow bei In Flames. Sptestens als ich drauen mein T-Shirt trockenwringen musste, wusste ich:Das war das bisher geilste Konzi 2004!
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