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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing THE LAST STAND 2017
Ort Niedermendig, Schtzenhalle
Datum 31.10.2016
Autor Thorsten Dietrich
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Das diesjhrige "The Last Stand Festival" stand unter keinem so guten Stern da doch pltzlich Begrnder und Schirmherr Gerd Loeb verstarb, was Familie und Freunde erst mal verkraften mussten. Musikalisch sagten dann leider noch die Bayern Thrasher Toxic Waltz ab da sie keinen Drummer mehr haben und die Schwaben Souldrinker mussten einen Tag vor dem Festival wegen nicht genehmigten Urlaubs eines Musikers die Segel streichen, weshalb fieberhaft Ersatz gesucht wurde und in Form der Westerwlder Metalcore Truppe Anchor's Lost aus Hhr-Grenzhausen auch schnell gefunden wurde. Finde ich echt klasse, dass die Band so schnell zugesagt hatte! Auch wenn das Licht mir an den Seiten etwas zu wenig war, entschdigte der Hammersound bei jeder Band vllig.

Recht pnktlich erreichte ich in Niedermendig die Schtzenhalle welche wieder prchtig auf Halloween getrimmt wurde und sogar wieder einen knstlichen Kreuzfriedhof vor dem Eingang hatte. Es war kurz nach 18.00 Uhr und das Mlheim-Krlicher Quartett Addict erklomm die Bretter um den Zuschauern eine Prise punkigen Thrash Metal um die Ohren zu hauen, was die Truppe um Frontmann Patrick der locker durch den Abend moderierte auch fr die 45 Minuten Spielzeit schafften. Neben dem headbangenden Bassisten in der Streifenspandex war er der Aktivpol der Truppe, whrend sich der massige Glatzkopf auf der linken Seite eher auf seine Gitarre konzentrierte. Mit einer gehrigen Portion Rotzigkeit und kleinen Hits der Sorte "We Are Antiscoial" gaben die bisher nur eine gutklassige EP "Storm Of The Dead" in Petto habende Truppe eine gute Visitenkarte in Mendig ab und wollen bald ein ganzes Album in Angriff nehmen.

Die Helden des Abends waren die mit den Lokalmatadoren Korben Dallas befreundeten mir vllig unbekannten Anchor's Lost aus dem Westerwald. Sie ballerten unbekmmert und verdammt flott ihren Death und Thrash Metal lastigen Metalcore in die Meute und hatten dabei auch gerne mal einen flapsigen Spruch auf den Lippen. So war Stimmung vor der Bhne und die Formation gab sich recht agil auf der an sich nicht groen Bhne. Auch der Frontmann Adrian Jost konnte dank "Kiste" auf der Bhne gut dort herum hpfen und hoch steigen was er auch gerne tat. Auch wenn die Musik sicherlich nicht superoriginell ist, war das Gebotene einfach gut und packend, was fr die Truppe spricht. Das war Material perfekt geschaffen fr die Bhne und die Jungs hatten dabei wirklich viel Spa was der Zuschauer auch gemerkt hat. Die Zeit verging auch wie im Flug und das ist wirklich ein gutes Zeichen, oder?

Ganz gespannt war ich dann auf die Band Horrizon die angeblich aus Ochtendung stammen, aber ich kann mich an keinen der Kerle erinnern und ich habe da locker 2 Jahre gewohnt. Aber die Truppe mit Simmerner Autokennzeichen hat wohl nur den Proberaum in der Ecke von Ochtendung, Rtsel gelst! Ansonsten haben Horrizon nach zwei Alben diverse neue Mitglieder in der Band und packten an diesem Abend den Melodic Death Metal mit leichtem Corpse Paint und einem Frontmann namens Martin Gerloff der ohne Shirt den Damen zeigte was er hatte. Das stimmte musikalisch auch, wobei die Band recht agil und sicher wirkte. Lustiger weise hatte man sich so aufgestellt, dass links eher die androgyne Seite der Combo war und rechts die Muckibude. In Sachen Augenkontakt mit dem Publikum waren die Musiker vielleicht noch was schchtern, was Frontmann Martin wettmachte. Der war noch redselig ohne den arroganten Metalfrontmann raushngen zu lassen, was hrtere Bands der Coolness halber leider oft machen. Dank diverser ruhiger Passagen und Ausflge in melodische Bereiche war die Musik nie zu langweilig und der gute Eindruck des 2015er Albums "Dwelling Within" konnte hier auch live transportiert werden. Mal schauen wann die Band ihr wie auf dem Konzert angekndigtes drittes Album in Angriff nehmen kann! Wrde die Truppe aus Finnland oder Skandinavien kommen, wren Horrizon sicherlich viel bekannter

Auch das Koblenzer Quartett I.M.Nail hatte ich wie fast alle Bands des Abends noch nie live gesehen und war nach der neuen und sehr starken zweiten EP "Darkness For Rent" mchtig gespannt wie die Gruppe um Frontmann und Gitarrist Mike Klockner denn live sein wrden. Das Gebotenen hat dann alle meine Erwartungen bertroffen und zeigte mir und allen anderen wie kraftvoll und packend die Band agierte. Das war ganz groes Kino ohne Ausflle mit einer gut aufeinander eingespielten Formation, tollen Liedern und packendem Sound. Ob Lieder von den beiden EPs oder die wirklich starken neuen Stcke ("Siamese Twin" oder "Joyrider"), hier traf alles genau ins Schwarze. Frontmann Mike war eher der charmante Plauderer als bierselige Einpeitscher und IM Nail sind eine Band vom Prinzip wie The New Black die kann man mit alles spielen lassen was rockt, das passt schon irgendwie. Da hier keine Schubladen vorhanden sind und die Musiker einfach nur Metal spielen, klappt das so gut. Auch hatte der erdige Bass und die wirklich donnernden Drums hier eine wichtige Aufgabe. Das war einfach zeitlos-harte Musik die wirklich viele Leute ansprechen kann und ich verstehe nicht wie auch bei anderen Acts an diesem Abend warum I.M.Nail wie viele andere Acts auch nicht viel mehr Auftritte haben! An der hier gebotenen Qualitt kann das nicht liegen, wohl eher an den Seilschaften und Vitamin B - Arrangements diverser Festivitten.

Den Rausschmeier im positiven Sinne machten die Neuwieder Band Korben Dallas die mit ihrem selbsternannten Pandacore und deutschen Texten das Publikum zu Pogo und Ausdruckstanz mit dem direkten Erffnungssong "Inspector Mosh" mobilisieren konnten. Frontmann Axel Gerhartz kam im goldenen Captain Kirk Shirt aus "Star Trek" und trug um das zu untermauern noch eine altmodische Kapitnsmtze. Das war mal eine andere Art eines Halloween Kostmes! Die Band hatte Humor und ich werde mir die Herren sicherlich noch mal anschauen. Jemand verglich die Bande mit einer Gruppe wie Eskimo Callboy um sie zu beschreiben, was ich aber etwas unfair finde, da hier das Ganze doch erdiger und handgemachter ist. Mit guter Laune und viel Energie ging so ein tolles Tagesevent zu Ende, was am Ende mit Mann und Maus um die 100 Leute hatte. Faire Getrnkepreise, ein Eintritt von 11 Euro bzw. 13 an der Abendkasse sprechen auch fr sich.

Fr 2018 hat man schon die Luxemburger Melodic-Deather Sleeper's Guilt verpflichten knnen, die sicherlich jetzt schon eines der Highlights im Billing sind. Ich bin gespannt, was sonst noch kommt!

Auf unserem You Tube Kanal gibt es zu jeder Band einen Song wie diese hier:











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