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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PARTY.SAN METAL OPEN AIR
Ort Schlotheim, Flugplatz Obermehler
Datum 10. 12.08.2017
Autor M.Schallmaier (Fotos&Text), D.Stahlmann (Text)
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Bse schauen gehrt zum Genre. Bser schauten die 10.000 Besucher des Party.San allerdings aufgrund des regnerischen Wetters. Zugegeben, es war eines der nassesten Festivals in der Geschichte des PSOA und ein bisschen Sonne htten wir uns schon gewnscht. Die fehlenden wrmenden Strahlen haben dem Spa natrlich nicht den Wind aus den Segeln nehmen knnen und so wurde wieder einmal die beliebteste Black- und Death-Metal Party Deutschlands auf dem Flugplatz Obermehler gefeiert. Mal kurz noch ein paar Worte zu den Mitarbeitern auf einem Festival, ber die man sonst nicht so viele Worte verliert. Die Ordner haben in diesem Jahr einen hervorragenden Job gemacht. Viele andere Festivals knnen sich von der Umsetzung der Hausordnung an dieser Stelle eine Scheibe abschneiden. Sicherlich konnte man schon mal etwas paranoid werden, wenn alle paar Minuten ein Fahrzeug der Orga ber das Rollfeld seine Bahnen zog, aber letztendlich war es ja auch, um auf uns aufzupassen. Lediglich ber die Security im Graben muss nochmal gesprochen werden. Zu dem Thema aber mehr an spterer Stelle. Aber trotz aller Kontrolle, bei der sicherlich auch ein ums andere Mal bei einem Nutellaglas oder hnlichem schlecht Umfllbarem ein Auge htte zugedrckt werden knnen, blieb trotzdem alles sehr friedlich und die Prfung des nchsten Fahrzeuges begann wieder rundum sympathisch. (Daniel)

DONNERSTAG


NIGHT DEMON

Nachdem die Sonne am Mittwoch untergegangen war sollte sie sich bis Sonntag nicht mehr blicken lassen so dass schon NIGHT DEMON am Donnerstagnachmittag im tristen Grau etwas Farbe ins Festival bringen mussten. Diese haben im Rahmen ihrer "Darkness Remains"-Tour zum gleichnamigen neuen Album das Party.San offiziell erffnet und dabei den Fans ein Lcheln ins Gesicht gezaubert. Leider fanden sich aber auch immer wieder Fans anderer Bands, die noch am Samstag darber rtselten warum NIGHT DEMON auf das Party.San eingeladen werden. (Daniel)

AZARATH

Weiter ging es auf der Bhne mit AZARATH, die ihr Programm gewohnt routiniert herunterspielten. Trotz des neuen Albums "In Extremis" war die Show etwas trge und unmotiviert, was aber auch einfach am inzwischen wirklich nasskalten Wetter liegen knnte. (Daniel)

MISTHYRMING

Es ist schon interessant, was diese kleine Insel Island alles an kreativen Kpfen ausspuckt. MISTHYRMING traten mit einem originellen Outfit auf (Bauarbeiter trifft Bankangestellten plus Kunstblut) und gaben nicht nur so ihrem Black Metal eine eigene Note. Der recht kurzweilige Auftritt war spannend und konnte sehr gut unterhalten. Manchmal ist es wirklich vorteilhaft, sich ohne jegliche Erwartungshaltung einen Auftritt anzuschauen. Ich bin mir sehr sicher, dass wir von MISTHYRMING noch viel hren werden.(Marc)

GOD DETHRONED

Die Niederlnder im Allgemeinen knnen einige Sachen ziemlich gut und eines davon ist Death Metal. Das stellten GOD DETRONED ohne viel Umschweife fest. Der Sound war Bombe, es gab viel Feuer auf der Bhne und das Quartett um Snger und Gitarrist Henri Sattler strahlte eine immense Spielfreude aus. Schnell war das miese Wetter vergessen und man bangte sich zu Songs wie "Boiled Blood" oder "Villa Vampiria" die Haare trocken. Das machte verdammt viel Spa und Lust auf mehr! (Marc)

Anstatt uns zum x-ten Male MANTAR anzuschauen (Jungs, gnnt Euch eine Pause!!), wurde das Gelnde etwas erkundet und das lzeug angelegt. Die Wetteraussichten klangen nicht wirklich gut.....(Marc)

DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT

Noch besser war dann DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT. Falls noch jemand Inspiration fr ein DVD-Cover fr einen Horrorfilm braucht, kann ja mal einen Blick in die Archive der Fotografen werfen, da drfte sicher was zu finden sein. Nicht minder dster dann die Show der deutsch-polnischen Black Metaller, deren gesamter Auftritt wie eine Teufelsaustreibung klingt. So macht Black-Metal Spa! (Daniel) Naja, lieber Kollege, mit 9 Jahren fand ich eine Geisterbahn auch tierisch gruselig. Sicherlich war der Entertainment Faktor sehr hoch, den Onielar und ihre drei Spitzbuben da vom Stapel lieen. Und wenn man sein Ding dermaen konsequent durchzieht kann man das auch respektieren. Allerdings war der musikalisch Faktor doch mehr als berschaubar, und wenn zwische Mucke und Show kein Gleichgewicht herscht, finde ich das Vergngen dann eher zweifelhaft. (Marc)

URFAUST

Leider setzte whrend der Show zu URFAUST wieder der Regen ein, sodass nur hartgesottene Fans fr die gesamte Show vor der Bhne blieben. Jeder, der sich hier ins eigene Camp unter einen Pavillon begab hat definitiv eine brachiale Performance verpasst. Schade eigentlich, dass es vor der Bhne leerer wurde, denn das hatten die Niederlnder definitiv nicht verdient. (Daniel) Was hatte ich nicht alles im Vorfeld von URFAUST gehrt. Kult Truppe, Legendenstatus und gebrauchtes Merch zu horrenden Preisen. Und was passierte dann? Zwei Typen in Unmengen von Trockennebel, die ihre kruden Songs lieblos ins vllig durchnsste Publikum polterten. Eventuell waren meine Erwartungen auch viel zu hoch, aber die Musik von URFAUST hat mich vllig kalt gelassen. (Marc)

OVERKILL

Nicht minder brachial ging es bei OVERKILL, diesmal wieder trocken, weiter. Von "Mean, Green, Killing Machine" ber "Rotten to the Core" und "I Hate" waren alle wichtigen Songs vertreten. Spter auf dem Campground wurden wir aber Zeuge von einer tief gespaltenen Fangemeinde: Viele fanden den Auftritt umwerfend, whrend andere nur mde mit den Schultern zuckten und lieber nicht ber den Auftritt sprachen. Den Grund dafr nannte aber eigentlich niemand, sodass wir einfach festlegen: OVERKILL beim PSOA 2017 waren klasse! (Daniel)

ABBATH

Das Bhnenprogramm vom Donnerstag beendeten dann ABBATH, die wie sollte es anders sein, wieder gegen den Regen anspielen mussten. Im Fuball wrde man aber sagen, ABBATH konnten das Spiel mit einem hart erkmpften eins zu null gewinnen, da viele Fans trotz des strmenden Regens vor der Stage blieben und nicht bereit waren, auch nur einen Schritt zu weichen, angesichts dessen, was ABBATH auf der Bhne in die PA prgelte. Im Anschluss zog es dann aber die meisten doch recht zgig in ihre Zelte in der Hoffnung, von Sonnenlicht geweckt zu werden.(Daniel)

FREITAG


GUT

Den Freitag beginnt wie in jedem Jahr eine Grind-Band. Dabei scheint egal zu sein, wer spielt. Hauptsache es spielt eine Grind-Band und man kann zwischendurch das absurd hsslichste Anziehen, was man im heimischen Kleiderschrank oder auf der Toilette so findet. Sozusagen jede Geschmacksverirrung der letzten vier Jahrzehnte. Dieses Jahr haben GUT fr den Spa vor der Bhne gesorgt. (Daniel) Und GUT konnten auch Leute wie mich, die eher wenig mit diesem Porngrind anfangen knnen, tatschlich unterhalten. Denn die Truppe mit den lustigen Masken war musikalisch durchaus variabel. Nicht schlecht. Und wer auf die Bhne kommt und sagt: "Wir sind GUT, und ihr seid Scheisse!", der hat schon gewonnen. (Marc)

DEMILICH

Die Finnen von DEMILICH genieen im Untergrund einen respektablen Ruf. Warum nicht berall? Weil nicht jeder auf den hchst progressiven und technisch anspruchsvollen Death Metal abfhrt. Oder weil das stndige Auflsen und wiedervereinen der Gruppe einem irgendwann auch auf den Keks geht. Mann kann nicht immer seine "letzte "Show" spielen, dass wird dann irgendwann zum Running Gag. So war der Besucherandrang zwar gro vor der Bhne, die Reaktionen hielten sich aber auch in Grenzen. Vielleicht auch deswegen, weil DEMILICH ihren Set ziemlich lustlos runterkurbelten. (Marc)

DEMOLITION HAMMER

Was dann kam, wurde dem Titel Legende schon eher gerecht. Die Thrasher von DEMOLITION HAMMER sorgten mit einer superben Setlist und mchtig viel Spielfreude fr ordentlich Bewegung im Publikum. Nicht jeder erkannte das, aber die, die weggegangen sind, haben definitiv was verpasst. "Skull Fracturing NIghtmare", "Omnivore", "Human DIssection" und natrlich "44. Calibre Brain Surgery", das alles und noch mehr wurde frenetisch abgefeiert. DEMOLITION HAMMER waren definitiv ein Highlight des Festivals!(Marc)

KALMAH

Es wurde nun etwas gemchlicher, als KALMAH die Bhne betraten. Der melodische Metal wurde durch den Einsatz von massiven Keyboards noch weicher gesplt als er eh schon war. So pltscherte das Set vor sich hin, ohne dass irgendetwas erwhnenswertes passierte. (Marc)

VITAL REMAINS

Ganz und gar nicht gemchlich ging es dann mit VITAL REMAINS weiter. Die Satansbraten aus Rhode Island spielten ihren Death Metal mit ordentlich Wut im Bauch. Zur Begrung verbrannte Snger Brian Werner erst einmal eine Bibel auf der Bhne. Okay, mit Bcherverbrennungen haben wir in Deutschland ja eher nicht so gut Erfahrungen gemacht. Aber in dem Fall muss man wohl bercksichtigen, dass es zum einen Amerikaner sind und zweitens dass es ein Zeichen gegen das Christentum (oder Religionen im Allgemeinen) war. Das soll keine Rechtfertigung sondern nur eine Erklrung sein, ber das Thema lsst sich gern an anderer Stelle diskutieren. Zurck zum musikalischen Eindruck den VITAL REMAINS hinterlieen. ber den musste man nicht streiten, der war erstklassig. Und obendrein war sich Frontmann Brian Werner auch nicht zu schade ins Publikum zu hpfen und eine Runde zu surfen. (Marc)

UADA

Mit nur einem einzigen Album sich verdammt viel Gehr verschaffen? Hat bei UADA geklappt. Die vier Amerikaner zelebrierten ihren Black Metal mit vielen Variationen und konnten damit nicht nur ihre eigene Zielgruppe beglcken, sondern auch viele andere Interessierte vor die Bhne locken. Die tiefen Kapuzen dienten zwar nicht ganz so richtig zum verhllen gaben dem Auftritt aber eine entsprechende Atmosphre. (Marc)

MOONSORROW

MOONSORROW spielten wie in den vergangenen Jahren konstant gut eine hnlich bleibende Setlist, ohne dabei jedoch wirklich langweilig zu werden. Gerade langjhrige Fans waren im Nachhinein aber am Nrgeln, da ein wenig Abwechslung doch mal eine schne Alternative wre. Allerdings wre auch wnschenswert, wenn MOONSORROW mal wieder mit einer kreativen Schaffensphase wie in kurz nach den 00-er Jahren berraschen wrden. (Daniel)

AURA NOIR

Wir wrden ja gerne endlich was Besseres schreiben, aber das Nass-Kalte, nicht richtig Regen, nicht richtig Nebel, machte auch aus AURA NOIR keine spaigen 45 Minuten. Obwohl die Norweger von AURA NOIR hochqualitativen Black Metal spielten, kuschelte man sich doch lieber in seinen Regenschutz. Hochverdient war da definitiv der tosende Applaus zum Ende der Shows. (Daniel)

VADER

Mit noch mehr Druck und Geschwindigkeit spielten dann VADER. Da waren dann sogar die zrtlichen Versuche, kleine Moshpits vor der Bhne zu beleben, zu entdecken. Dabei war es eigentlich eine gute Idee, sich so warm zu tanzen, dass der Regen ber der Menge einfach verdunstet. VADER spielten jedenfalls ein dermaen gutes Set, dass am Ende zwei Typen nasser Menschen vor der Bhne zu finden waren: Diejenigen, die sich nicht bewegt haben und vom Regen klatschnass waren und die Anderen, die eine Mischung von Regen und Schwei vom Moshen auf der Haut hatten. (Daniel)

NILE

In den letzten zwei Wochen waren NILE viel rumgekommen. Wacken, Dubai, Tel Aviv, Jaromer (Brutal Assault Festival, CZ) und nun Schlotheim. Und wen es interessiert, danach ging es mit Rumnien, Summer Breeze, Mexico, Kolumbien und Chile weiter. Nicht schlecht. Ob diese Reisestrapazen schuld daran waren, dass ich den Auftritt hier als hchst durchschnittlich empfand, sei mal dahin gestellt. Der grte Rest des Publikums sah das auch anders und feierte den technisch versierten Death Metal des amerikanischen Qaurtetts amtlich ab. Der Abgang von Dallas Toler-Wade wurde gut kompensiert(Daniel), und Songs wie "Sacrifice Unto Sebek" oder "Sarcophagus" knallen immer, mir war der Auftritt aber einfach zu routiniert und erschien mir ohne Spielfreude seitens der Band. (Marc)

CANDLEMASS

Mit einer spannenden Historie konnten die Co-Headliner des Freitages aufwarten. Inzwischen drei Mal neu gegrndet und Bhnenerfahrung aus ber 30 Jahren, ist es CANDLEMASS nicht einmal mglich, einen Song aus jedem ihrer Alben in die einstndige Setlist zu packen. So beschrnkten sich die schwedischen Doom-Metaller auf eine frische Auswahl beliebter Songs, mit der gegen das verdammte Wetter angekmpft wurde. Erfolgreich wohlgemerkt. So langsam kam nochmal Stimmung auf! (Daniel)

AUTOPSY

Die zu AUTOPSY dann auch direkt wieder eingerissen wurde. In Kalifornien, dem Herkunftsland der Death-Metal Formation, drfte gerade sicherlich ein sonniger Tag begonnen haben. In Deutschland setzte jetzt jedenfalls Starkregen ein, der bis tief in die Nacht anhalten sollte. Vielleicht aber gehrte das Wetter einfach zu der brutal brachialen Show, die kein Platz fr Weicheier bietet? Wer vor der Bhne geblieben war, bekam auf jeden Fall ein ordentliches Set auf die Ohren. (Daniel) So oft spielen AUTOPSY nicht in unseren Breitengraden. Und dann schiffte es wirklich ohne Ende aus den Wolken, so dass man sich wirklich zweimal berlegte, ob man jetzt bis auf die Knochen nass werden oder sich in Richtung Zeltplatz vom Acker machen sollte. Verdammte Scheie! Die Setlist war wirklich gut, ein gelungener Mix aus alten Klassikern wie "Charred Remains", "Severed Survival" und "Fleshcrawl" sowie Hits neueren Datums wie "Arch Cadaver" oder "Burial". Wobei man immer auch dazu sagen muss, dass AUTOPSY live immer eine etwas zwiespltige Angelegenheit ist. Whrend Chris Reifert hinter seiner Schiebude sitzt und ins Mikro rchelt, stehen vorne seine drei Mitmusikern und spielen ihre Parts runter. Da passiert eher selten mal was. Egal, ich fand es ziemlich stark, und fr das beschissene Wetter konnte die Band auch nichts. Trotzdem waren AUTOPSY ein wrdiger Headliner am Freitag Abend. (Marc)

Auf der Zeltbhne machten ber den Tag definitiv VERHEERER, NAILED TO OBSCURITY und DEW-SCENTED von sich reden. Wobei gerade Letztere nach einstimmiger Meinung vieler Besucher einen Platz auf der Main-Stage verdient htten. (Daniel)

SAMSTAG

SIDEBRNS former MR. SIDEBURN & THE BARONS aka

Ein letztes Mal rief der Salut-Schuss von Esmeralda und ihrer noch namenlosen Kollegin vor die Bhne. Ziemlich frh sogar begann die erste Band, SIDEBRNS, auf der Zeltbhne um 10 Uhr morgens. Ganz interessant dabei ist, dass es sich hier nicht um eine Newcomer-Band handelt, sondern quasi eine altehrwrdige Formation auf der Bhne stand, die schon im Vorprogramm von einigen groen Bands die Menge angeheizt hat. (Daniel) Dem ist nicht viel hinzuzufgen, auer der Tatsache, dass die beiden Herren und die Dame mit ihrem mchtig in den Arsch tretenden Rock'n'Roll alle Frhaufsteher fr sich begeistern konnten. (Marc)

INDIAN NIGHTMARE

Etwas kruder, aber nicht weniger interessant wurde es dann bei INDIAN NIGHTMARE. Eine noch recht junge Truppe aus Berlin, die einen wilden Mix aus Punk, Speed Metal und klassischem Metal bietet. Hier und da vielleicht noch etwas unausgegoren, aber mit viel Herzblut und Leidenschaft prsentierte sich die Truppe. Sollte man im Auge behalten. (Marc)

GRUESOME STUFF RELISH

Auf der Hauptbhne begannen heute GRUESOME STUFF RELISH wieder mit Grind. Gore Grind, wie sie selber sagen. Das Ganze fetzte zwar nicht so wie GUT am Vortag, dennoch fanden sich genug Leute vor der Bhne ein um den Regen endgltig weg zu tanzen. (Daniel)

MOURNING BELOVETH

MOURNING BELOVETH, eine irische Doom-Metal Band, bernahmen dann die Bhne, um einige alte Songs, aber auch vieles von ihrem Album aus dem letzten Jahr, "Rust and Bone", zu prsentieren. Dabei wechselten sich auf harmonische Art und Weise, so harmonisch wie Doom eben sein kann, klarer Gesang mit tiefen Growls ab. (Daniel)

MERCILESS

Die Schweden von MERCILESS waren als nchstes dran und feierten ihren Geburtstag, immerhin schon 30 Jahre alt, mit einer amtlichen Ladung Death Metal. Dass die Skandinavier seit ber zehn Jahren keine neuen Songs mehr geschrieben haben interessiert dabei wenig, das Publikum feiert die Band gnadenlos ab. Die Rotzigkeit passte sich dem Wetter an, das sich nicht so richtig zwischen Nebel und Nieselregen entscheiden konnte. Auf Dauer war es dann doch etwas eintnig, aber MERCILESS und die Meute vor der Bhne waren zufrieden. (Marc)

HADES ALMIGHTY

Im Anschluss daran strmten Hades Almighty die Bhne die noch einen Gang in der Spielweise drauflegten. Mit Pagan Metal, der seinem Namen alle Ehre machte. Immerhin kommen die Nordmannen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer der nrdlichsten Gegenden der auf dem diesjhrigen Party.San vertretenen Bands. Mehr Pagan geht nicht! (Daniel)

CRYPTOPSY

Weiter machten CRYPTOPSY. Nicht zu verwechseln mit AUTOPSY am Vorabend aber mindestens genauso gut wenn man aus dem Jubel vor der Bhne darauf schlieen durfte. Der ist nach "Crown of Horns" sowie "Orgiastic Disembowlment" allerdings auch durchaus angebracht und verdient. (Daniel)

INQUISITION

Wirklich berrascht haben mich INQUISITION aus Kolumbien. Das Duo ist fr geballten Hass und Druck bekannt und hat auf dem Party.San wieder einmal genau das geliefert. Ist ein Vergleich an dieser Stelle zwischen kolumbianischem Koks und INQUISITION okay? Immerhin ballert einen beides ganz schn weg. Zugegeben, das mit dem Koks wissen wir lediglich vom Hrensagen. (Daniel) Na sicher Herr Kollege....... Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut das Duo live rberkommt, denn die Voraussetzungen dafr sind nicht wirklich gegeben. Nur zu zweit, Musik die mehr Wert auf Aggression und Atomsphre liegt, dazu dann noch diese groe Bhne. Trotzdem lieferte INQUISITION solide ab, sehr zur Freude der Anwesenden. (Marc)

NECROPHOBIC

Die Schweden von NECROPHOBIC dmpelten und rumpelten so vor sich hin, ohne dass wirklich Stimmung aufkam oder man der Truppe eine groe Spielfreude attestieren konnte. Das war alles sehr durchschnittlich, wenn nicht sogar belanglos. Obendrauf holte sich der Bassist Alex Friberg den Titel fr das geschmackloseste Tattoo des Festivals: einen groen SS Totekopf auf der Brust. Keine Ahnung, was bei dem Kollegen schief luft. Nicht nur aus diesem Grund war der Auftritt von NECROPHOBIC ein mehr als zweifelhaftes "Vergngen". (Marc) NECROPHOBIC habe ich dann ber mich ergehen lassen, ehe hei ersehnt endlich INSOMNIUM die Bhne strmten. Vorab aber gebe ich zu: NECROPHOBIC waren bei weitem nicht schlecht. Die SLAYER Fans haben das Publikum durchaus zum Eskalieren gebracht aber irgendwie hat der Biss gefehlt.(Daniel)

INSOMNIUM

INSOMNIUM haben jedenfalls nochmal ordentlich nachgelegt. Mit einer brachialen Setlist, bei gut abgemischtem Sound, drfte dies einer der strksten Auftritte der Finnen aus den letzten Wochen gewesen sein. Gefallen hat das nicht nur uns, sondern auch den Fans, die schon in den vergangenen Tagen immer wieder mit Bandshirts in der Menge zu sehen waren.(Daniel)

DESASTER

Den Festivalabschluss, quasi auf der Zielgeraden, begannen DESASTER, deren Auftritt alles andere als einem Desaster glich. Gut ausgeleuchtet, mit einer fr Death/Thrash Metal Verhltnisse schnellen Bhnenshow sorgten die Koblenzer auch vor der Bhne fr einiges an Bewegung, die ber einfaches Kopfschtteln hinausging.(Daniel)

POSSESSED

Die berwltigende Band war ganz klar POSSESSED. Niemand anderem ist es auch nur irgend mglich Hass und Wut so zu vermitteln, als wenn der Snger an einen Rollstuhl gefesselt ist. Trotz aller Barrierefreiheit in Deutschland drfte die Agression in den Death Metal Songs ehrlicher sein als hier. Das war auch auf dem Party.San zu spren.(Daniel) Es ist schon erstaunlich, wie sehr POSSESSED immer noch von ihrem Ruf leben. Nicht auszudenken wo die Band, die bei der Geburt von Death Metals dabei war, heute stehen wrde, wren die ganzen Schicksalsschlge in der Vergangenheit erspart geblieben. Nichtsdestotrotz ist die Truppe um Jeff Becerra immer noch eine Macht, und man kann sich auf das neue Album nach drei Dekaden freuen. (Marc)

HUMILIATION

Exotenbonus hin oder her, endlich war fr mich die Zeit gekommen, HUMILIATION aus Malaysia live zu erleben. Und was soll man sagen, kann man den leider von uns gegangenen BOLT THROWER mehr huldigen als dieses Quintett aus Asien? Nein, das geht wohl nicht. Zu Beginn musste man noch etwas schmunzeln, den der brachiale Lava Sound von HUMILIATION gepaart mit asiatischer Schchternheit und Zurckhaltung wollte nicht so richtig passen. Aber sptestens nach dem dritten Song stand das Zelt komplett Kopf und hier war Ausnahmezustand. Ein absoluter Wahnsinn und ko0mplett Abriss folgte und ich habe im Nachgang nicht einen getroffen der an diesem Auftritt auch nur ein Haar in der Suppe gefunden hatte. Ganz klar waren HUMILIATION einer der Hauptgewinner in diesem Jahr in Schlotheim!(Marc)

MARDUK

Zu MARDUK, die ja die bseste und belste aller Bands sein wollen, gibt es dann doch einiges zu sagen, was auch die Organisation des Festivals betrifft und an keiner Stelle besser passen wrde, als hier. Auch wenn MARDUK einen klasse Auftritt hingelegt haben, der von den Fans gebhrend gefeiert wurde, waren die kleinen Probleme des Festivals an keiner Stelle so zu spren wie hier: Die unfreundliche, unzureichend instruierte Security im Graben. Auch wenn das nur einen Bruchteil der Besucher, primr natrlich die Fotografen, aber auch die paar Crowdsurfer betrifft, kann gerade hier wichtige Arbeit geleistet werden. Gute Grabensecurity beschftigt bei Technikausfllen oder Versptungen das Publikum so gut es geht. Gute Security feiert die Bands hinter ihnen, ohne das Publikum aus den Augen zu lassen. Was gute Security aber nicht macht ist: 24 Stunden lang bse die erste Reihe anstarren. Vier Personen bentigen um eine schon fast zerbrechlich wirkende Besucherin von der Menge zu nehmen und trotzdem fast fallen zu lassen. Eine gute Security wei wann Pyro eingesetzt wird und macht nicht erst alle kirre aufgrund der gefhrlichen Flammenwerfer und dann passiert in den ersten vier Songs gar nichts mit Pyro. Ebenso kann zumindest der Grabenchef einer guten Security ausreichend Englisch, um insbesondere auf einem so internationalen Festival wie dem Party.San Instruktionen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch weitergeben zu knnen. Guter Stil wre es gerade auf dem Party.San sogar, jemanden mit Spanischkenntnissen zu haben. Und gute Security tut etwas ganz wichtiges: Lcheln! Zumindest aber eine Sache knnten sich andere Securitys angewhnen und Festivals in ihre Guidelines aufnehmen: Menschen, die ihr Smartphone zcken, werden konsequent mit Strobolicht aus einer gerichteten Taschenlampe aufgefordert, das Handy wegzustecken und den Auftritt zu genieen.(Daniel) Ich gebe zu, ich kann mit MARDUK einfach nichts anfangen. Einer Show der Truppe aus Schweden vergleiche ich immer damit, als wenn ich neben einer ICE Bahnstrecke stehe und dort ein eben solcher Zug vorbeifhrt. Da bleibt nichts hngen und vieles geht in dem Soundbrei vllig unter. Hinzu kommen fr mich auch die zweifelhaften uerungen von Gitarrist Morgan Steinmeyer Hakansson aus der Vergangeheit, so wie das kontroverse Merchandise, dass die Band raushaut. Whrend des Festivals sah man sehr viele Leute mit MARDUK Shirts oder Pullis durch die Gegend laufen, am liebsten das "Legion Deutschland" Motiv. Sorry, aber das brauche ich nicht. Musikalisch war das fr mich Schrott, von einer Show auf der Bhne kann man nicht sprechen, da der Trockennebel so dicht war wie der Typ aus der ersten Reihe, der sich MARDUK auf beide Unterarme ttowiert hatte und verzweifelt versuchte, im Takt zu headbangen und stndig lallend etwas wie"MARDUK" brllte. Peinlich, braucht kein Mensch.(Marc)

TRIPTYKON

Der Auftritt von TRIPTYKON war zwar eigentlich nur blauer Nebel und schwarze Silhouetten, dafr aber umso brachialer in der Musik. Mit berwiegenden Stcken von CELTIC FROST, der Band aus dem TRIPTYKON hervorgegangen ist, wurden viele bekannte Stcke zum Abschluss auf die Anlage gezaubert, ehe unter brachialem Jubel das Festival viel zu frh endete. Auf dem Flugplatz liee es sich auch durchaus lnger aushalten. (Daniel)

Fr das nchste Jahr wre es super, wenn ein paar Sonnenstrahlen die Teerdecke der Rollbahn auf angenehme Temperaturen anheizen. So knnte man frhlich satanische Botschaften mit Kreide auf die Bahn zeichnen, diese fr eine gemtliche Runde auf dem Fahrrad nutzen, oder, wie noch am ersten Tag gesehen, zum Joggen. Man muss das ja nicht Joggen nennen, da die Strecke sich schliet wre es einfach ein gewaltiger Circle Pit, wenn mehr Leute mitmachen. Die Kreidezeichner knnten ein groes Spielfeld fr Flunkyball aufzeichnen. Immerhin schmeckt bei Sonne jedes Bier besser, als wenn es einfach nur nasskalt ist. Zeichnen wir also Kreidebotschaften an alle Sonnengtter, opfern Ziegen und andere Tiere oder Jungfrauen und hoffen, dass in 2018 WATAIN, HARAKIRI FOR THE SKY, TOXIC HOLOCAUST, REVENGE, TANKARD, BENIGHTED, UNANIMATED, EMPEROR, THE COMITEE und die Senkrechtstarter ENDSEEKER und viele andere Bands, deren Ankndigung noch auf sich warten lassen, wieder im Sonnenschein eine noch grere schwarze Feier ermglichen als in allen Vorjahren zusammen. (Daniel)

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