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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BRITISH LION, KOBRA AND THE LOTUS
Ort Kln, Luxor
Datum 12.08.2017
Autor Thorsten Dietrich
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Auch wir sind manchmal schlimme Fanboys, der eine mehr der andere weniger! Bei mir sind es ein paar Bands da muss ich schon hin und htte auch dann, sonst eher nicht mit X oder Y ein Erinnerungsfoto. Bei groen Hallen oder Open Airs ist das kaum mglich. Wann spielt ein Superstar und Goldalben besitzender Brite wie Steve Harris schon mal in einem Club? Niemals mit Iron Maiden natrlich! Aber mit seiner Zweitband British Lion schon. Gerade noch mit Maiden und Flugzeug dieses Jahr die grten Hallen ausverkauft und nun steht der gar nicht so groe Brite im rmellosen Shirt mit kurzer Hose auf der kleinen Bhne des Luxors. Zu Maiden fahre ich wegen der Riesenhallen und den Preisen schon lnger nicht mehr. Doch spulen wir erst mal zur Fahrt zurck. Dort erzhlte ich meinen Freunden die Anekdote von einem Klner Club, schlauchfrmig mit niedriger Bhne und nicht vorhandenem Fotograben wo ich vor acht Jahren oder mehr Shinedown gesehen habe. Als wir einen Parkplatz suchend am Luxor vorbei fahren trifft mich fast der Schlag, das war der Laden! Zum Glck konnten wir im Studentenviertel um die Ecke den letzten Parkplatz bekommen und fr 1 alle 20 Minuten die Parkuhr fllen, ich bin so froh ein Landei zu sein!

Im Luxor angekommen erzhlen uns gute Kumpels direkt, dass wir die Kanadier Kobra And The Lotus verpasst htten, dabei ist es gerade mal kurz nach acht. Die Band um die hbsche und stimmgewaltige Kobra Paige stieg schon um 19.15 Uhr auf die Bretter. Schade! Warum konnten wir nicht erfahren, nach der Show war jedenfalls kein Discobetrieb wie in anderen Clubs mittlerweile. Wir knnen der Band noch eine Weile zusehen whrend sie ganz locker Fotos mit Fans am Merchstand macht und gehen dann in den Club. Der ist gut gefllt und ein Schlauch mit Theke zur linken. Ein Minigraben ist vorhanden, sowie ein Absperrgitter. Doch unser Fotomann darf nicht rein. Als ich von der links neben der Bhne (!) gelegenen Toilette komme, beginnen gerade British Lion die fanfreundlich T-Shirts fr 15 Euro verkaufen by the way. Fr einen befreundeten Rollifahrer und Leute die hinten stehen ist das mit dem WC unmglich und so gehen einige die ich kenne, einfach zum Dner nebenan, sehr kundenfreundlich ist das nicht! Bei British Lion ist die Stimmung super und ich bin mit 1,90 Meter selbst von recht groen Menschen vor und neben mir gestraft, dabei stehe ich quasi zweite, dritte Reihe und hab ab und an noch paar unverschmte "Quetscher" vor und neben mir. Naja, ist ja Metal und kein Schlagerevent. Unser Fotomann hat weniger Glck und kommt mit seiner groen Kamera wenig weit, weshalb ich diverse Schnappschsse mache die nun den Bericht zieren mssen. Beschimpfungen und Anfeindungen bekommt der arme Kerl dazu auch noch und dafr einen drei Seiten Vertrag damit wir einen Fotopass bekommen? Ob die ganzen Handyfotografen aus der ersten Reihe und im gesamten Publikum das auch bekommen haben? Wir knnen den ganzen Abend auch keinen anderen Fotograf finden, die Profis meiden sicherlich dieses Etablissement aufgrund dieser Gegebenheiten. Hilfe vom Club: Fehlanzeige, am Eingang sagt man uns schon, dass der Pseudograben nicht betreten werden darf. Ich htte nicht gedacht, dass bei einem Megamusiker wie Harris keine Fotografen da sind! Fr wenigstens ein Lied htte man uns doch in den Graben lassen knnen. Das Licht ist dann auch eine mittlere Katastrophe und nur zwischen drin mal so etwas wie in Ordnung. Die Stimmung der Fans ist ausgelassen, Harris wird stark bejubelt, gefilmt und fotografiert. Trotz nur einer Scheibe von 2012 bestreiten die Briten frei von Allren und mchtig sympathisch eine 90 Minuten Show bei der die Leute vorne jedenfalls gut mitgehen und vieles mit singen. Das Material umfasst dann auch einige neue und unverffentlichte Lieder und kein Maiden Material, was zumindest ich auch gar nicht erwartet und erhofft hat. Kumpel Udo meint auch, dass auf frheren Tourneen der Zuschaueranspruch geringer war und die Band sich allgemein live superb gesteigert htte. Auerdem hat sich wohl rumgesprochen, dass Steve Harris nach den Gigs am Merchstand steht, dazu spter mehr!

Die gut aufgelegte, bodenstndige Truppe hat den Club gut im Griff, links und rechts am Bhnenrand stehen die neben Steve baumlang wirkenden Gitarristen Grahame Leslie und David Hawkins, whrend der wie der schmale Bruder von Ferdy Doernberg (Axel Rudi Pell) aussehende Snger Richard Taylor, gestenreich in der Mitte die Lieder voller Inbrunst singt. Im Vergleich zum Album klingt das Ganze um einiges berzeugender, wie ich beim Schreiben des Berichtes hier feststellen muss. Zwischen den drei Musikern wuselt Steve Harris headbangend, permanent den Text mitsingend und mit vielen Positionswechseln umher. Natrlich wird das Publikum mit seinem Bass abgeschossen. Dieses Bild ist ja eine typische Harris Pose, sollte er sich pantentieren lassen, oder Gene Simmons? Spa bei Seite! Der Mann und seine Mitstreiter haben Bock und das merken alle im Club. Mit gefhlvollen Ansagen ohne dummes Geschwtz und Liedern wie "These Are The Hands" oder "Us Against The World" punktet die Truppe und gibt sich hymnischer, packender und spannender als auf CD, ja ich wiederhole mich. Vielleicht sollen British Lion eher mal eine Livescheibe machen als eine vielleicht zahme Studioplatte nachschieben? Ich wrde in der Konstellation und nach dem Gig sofort eine kaufen! Aber wenn die Combo ihre Livenergie und Erfahrung als Band in eine CD kanalisiert wird die bestimmt spannender als das Debt. Vielleicht auch weil der Sound an dem Abend echt gut war und nicht zu laut. Viele Acts versuchen ja durch Lautstrke alles zu bertnchen. Auch empfindet es die Truppe es als albern fr die Zugabe von der Bhne zu gehen, weshalb man einfach weiter rockt, starke Aussage. Saubere Sache! Dann ist irgendwann kurz nach 22 Uhr Schluss, einige gehen heim, doch viele warten auf Steve Harris und haben LPs, CD Booklets oder Bsse (!) dabei. Wir wollen nach gut 50 Minuten schon heimfahren, abgebaut ist fast alles, als sich eine Riesenschlange bildet und Steve Harris mit Teilen der Band als Zaungste frisch geduscht und umgezogen geduldig Foto um Foto, Autogramm um Autogramm schreibt und ALLE Fans bedient. Wir sind sprachlos und mchtig aufgeregt, es gibt keinen rger, alle sind friedlich und schauen sich das Ganze an. Auch unsere Gruppe bekommt alles unterschrieben und ein Foto was uns keiner mehr nehmen kann. Alleine dafr hat sich der Trip gelohnt. Die Fans hat das an der Abendkasse 25 Euro gekostet, ein echt fairer Preis. Viele der VIP-Tickets verkaufenden Grobands knnen sich bei so etwas eine dicke Scheibe abschneiden, Up The Irons! h, weiter so British Lion.

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