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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing PRONG, SPOIL ENGINE
Ort Hamburg, Hafenklang
Datum 13.07.2017
Autor Marc Schallmaier
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Direkt am Hamburger Hafen liegt das Hafenklang in dem schon so manches kleine, aber kultige Konzert stattgefunden hat. Diesen Abend sollte niemand geringeres als PRONG hier auf der Bhne gestanden haben. Eigentlich schon ein wenig komisch, wenn ich so darber nachdenkt. Das erste Mal habe ich das Trio 1994 auf dem "Dynamo Festival" in Eindhoven gesehen, mit mir zusammen noch ungefhr 35.000 andere Zuschauer. PRONG waren Headliner! Doch das ist lange her, und heute also das Hafenklang mit 150 Gsten./p>

Bevor es dazu kam, stand aber erst einmal die Vorband auf dem Programm. SPOIL ENGINE aus Belgien kletterten auf die die recht kleine Bhne. Da die Truppe aus sechs Musikern besteht, musste Schlagzeuger Matthijs Quaars auf einem kleinen Podest neben der eigentlichen Bhne Platz nehmen. Bei anderen Konzerten steht da sonst immer Austausch Equipment und hnliches. Und das bereits aufgebaute Schlagzeug von PRONG nahm natrlich auch schon eine Menge Platz weg. Nun ja, ein recht ungewhnliches Bild, sieht man ja auch nicht alle Tage. Apropos Bild. Gerne htte ich diese Szene mit meiner Kamera eingefangen, aber es gab an dem heutigen Abend jede Menge rotes Licht. Und wirklich NUR rotes Licht. Fr einen ambitionierten Fotografen mit halbwegs vernnftiger Ausrstung mehr als beschissene Vorrausetzungen. Genug gejammert, denn SPOIL ENGINE, die mir vorher vllig unbekannt waren, spielten ein wilde Mischung aus Metalcore, melodischem Death Metal, traditionellem Metal und noch vieles mehr. Frontfrau Iris Goessens hat ein beachtliches Repertoire an verschiedenen Gesangsstilen am Start, das mit den ausgetftelten Melodien gut harmonierte. Zwar hakte es noch bei den ersten Songs, was vielleicht auch an der rumlichen Trennung zum Schlagzeuger gelegen haben knnte, danach fing sich die Truppe aber und spielte einen starken Set, der die Zuschauer mehr als nur den blichen Hflichkeitsapplaus entlockte. Die fast vierzig Minuten ging flott, der Sound war soweit ganz okay, und die Band prsentierte sich als Einheit mit ordentlicher Spiellaune. Eine gute Vorstellung von SPOIL ENGINE!

Nach einer relativ kurzen Umbaupause war es dann soweit, und die drei Mitglieder von PRONG waren bereit, dass Hafenklang in Grund und Boden zu rocken. Die Lichtsituation nderte sich leider nicht wirklich, so dass ich auch hier nur wenig gute Bedingungen fr halbwegs vernnftige Bilder bekam. Dafr war der Sound wirklich bombastisch und kam mit mchtig viel Druck aus den Boxen. Snger und Gitarrist Tommy Victor, der sich ein ja auch paar Krten als Musiker bei u.a. DANZIG dazuverdient, hatte richtig Bock, das war von der ersten Minute an zu merken. Er nutze den Raum, machte Ansagen und hatte auch keinerlei Berhrungsngste mit der ersten Reihe, die nun wirklich sehr nah an der Bhne steht. Einen Fotograben gibt es im Hafenklang nmlich nicht. Auch dem aktuelle Bassisten, Mike Longworth, war die gute Laune anzumerken. Spter auf dieser Tour musste er wegen eines dringenden familiren Zwischenfalls umgehend die Heimreise antreten. Als Ersatz sprang ohne viel Zgern der "alte" Bassist Jason Christopher ein. Schlagzeuger Arturo Cruz drosch mit einer Hingabe auf seine Flle ein, und obendrauf bangte er sich noch die Seele aus dem Leib. Das sollte nicht ganz ohne Folgen bleiben, aber dazu spter mehr. Die Setlist war ein einziger Traum, Klassiker aus allen Zeiten von PRONG gab es am heutigen Abend zu hren. Zum Start gab es "Disbelief", "Ultimate Authority" und "Beg To Differ". Weiter ging es unter anderem mit "Lost And Found", "Rude Awakening" und "Turnover". Das Publikum tobte, die Band hatte richtig Laune, ein perfekter Konzertabend nahm seinen Lauf. Doch irgendwas war faul im Staate Dnemark. Tommy Victor schaute sich immer mal wieder zu seinem Schlagzeuger um, der nicht mehr ganz so viel Krpereinsatz zeigte wie noch zu Beginn der Show. Als dann ein groer Mlleimer mehr oder minder direkt neben das Drumkit gestellt wurde, war mir und vielen anderen einigermaen klar, was gleich passieren wrde. Und tatschlich, nachdem Arturo Cruz "Broken Peace" zu Ende gebracht hatte, nahm er den Mlleimer, drehte sich vom Publikum weg und musste sich mehrfach bergeben. Ein klein wenig spter ging es aber auch gleich mit "Another Worldly Device" weiter. Der Schlagzeuger sah allerdings schon ein wenig mitgenommen aus und brachte dann im Verlauf des Abends hier und da nochmal eine klein Pause. Aber er beendete diesen Set regulr, soviel kann man schon vorab sagen. Tommy Victor ist Profi genug, um diese kleinen Pausen locker mit ein paar Scherzen oder kurzen Gitarrenfrickelein zu berbrcken. Nach sechzehn Songs und zwei Zugaben, bestehend aus drei Songs, war dann endgltig Feierabend, und alle Zuschauer hatten eine Bomben Konzert gesehen. Es wrde mich sehr freuen, wenn PRONG in Zukunft wieder in greren Lden spielen wrden. Denn nicht nur Quantitt, auch Qualitt gibt es bei Tommy Victor und Co. zu Genge. Das wurde an dem heutigen Abend ganz klar bewiesen!

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