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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing METAL FRENZY FESTIVAL 2017
Ort Bertingen
Datum 29. Juni - 01. Juli 2017
Autor Axel Fichtmller und Marc Fischer
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Freitag

Um es mit den Worten von Forrest Forrest Gump zu sagen: "Wir haben so ziemlich jeden Regen gehabt, den es gibt. Regen mit kleinen, prasselnden Tropfen, richtig schnen dicken Tropfen. Regen, der von der Seite kam. Und manchmal sogar Regen, der von unten nach oben zu kommen schien." Wir haben in der Vergangenheit viele Strme und bengstigende Gewitter sowohl erlebt als auch berlebt. Der Nssegrad auf dem diesjhrigen METAL FRENZY in Gardelegen bertraf aber alles bisher Dagewesene. Man sagt ja gemeinhin, es gbe auf Festivals kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrstung oder mangelnde Vorbereitung, doch selbst damit sind wir zeitweise an unsere Grenzen gekommen.

Zunchst jedoch schien sich alles gut zu fgen. Das Wetter war bei der Ankunft am Donnerstag gegen Mittag stabil und es war trocken, so dass es noch mit guter Laune an den Aufbau des Camps ging. Nachdem alle zufrieden waren mit den Aufbauten und den Vorkehrungen, waren die ersten Gerstenisotone schnell geffnet und dann gingen wir auch schon vor die Bhne zu den Kollegen von Bloodland.

BLOODLAND

Die Leipziger boten fr uns die Erffnungsband und zeigten vor einer noch recht dnnen Kulisse von vielleicht 100 Anwesenden soliden Death Metal, der von der Lautstrke her sogar angenehm leise war und die Ohren nicht sofort auf ihre endgltige Belastung testete. Unter den Zuschauern fand sich sogar eine illustre Reisetruppe aus Belgien ein, die sich als Fans der Blutlnder zu verstehen gaben, was uns etwas Anerkennung abrang, da es nicht sonderlich oft vorkommt, dass man hunderte von Kilometern fhrt, um eine regional bekannte Band mittags um Eins auf einem Festival im sachsen-anhaltischen Hinterland zu verfolgen. Die Band verzichtete dann auch auf lange Ansagen und lie mehr die Musik fr sich sprechen, die fr uns einen guten Aufwrmer fr die weiteren Aufgaben darstellte.

ILLDISPOSED

Immer diese sympathischen Dnen. Cool, aber ohne den hchsten musikalischen Nhrwert so zumindest unsere bescheidene Meinung zu ILLDISPOSED. Fronter Bo Summer bespate mit einigem Eifer das Publikum ("Wir sind die schwulen Dnen" scheint sich immer noch nicht zu verbrauchen), verppelte seine Kopenhagener Bandkollegen und subwooferte sich den Staub von den Stimmbndern. Auch Gitarrist Ken Holst brachte ein gutes Ma Bewegung auf die Bhne, whrend sein Axtbruder und langjhriges Bandmitglied Jakob Batten dezente Kritik fr sein Bayern-Trikot einstecken musste. Alles wie gesagt mit groem Sympathie- und Partyfaktor, was sich auch in einer nun dichter gedrngten Metalmenge vor der Stage niederschlug. Trotzdem gilt bei ILLDISPOSED auch weiterhin: Hast du drei, vier Songs gehrt, haben sich die berraschungen bereits verbraucht. Der Fnfer groovte sich dennoch souvern durch sein Set und fand zufriedene Abnehmer unter den Frenzy-Besuchern. Was will man mehr?

RAGE

Die deutschen Urgesteine des Kraftmetall genieen Genre bergreifend einen guten Ruf als Live-Macht und so wischten wir uns erwartungsvoll die Nsse aus dem Gesicht, um dem Peter "Peavy" Wagner und Konsorten einer eingehenden Tauglichkeitsprfung zu unterziehen. Was kam, enttuschte auch nicht. Lediglich mit Gitarre, Bass und Schlagzeug ausgestattet donnerte uns ein dicker Sound entgegen, der den sehr tanzbaren Up tempo-Songs mageschneidert passte. Das nicht selten textsichere Publikum stellte nebenher auch den Beweis, dass vermeintliche Altherren-Musik auch bei der jngeren Generation zndet, die Schulter an Schulter mit den Veteranen ihre Haare fliegen lieen. Obwohl bei dem wenig subtil angekndigten "Straight To Hell" ("Manche kennen diesen Song vielleicht aus einem nicht ganz unbekannten Film.") sicher jeder die Referenz lebhaft vor dem inneren Auge hatte. Insgesamt zeigte sich Peavy uerst kommunikativ und lie keine Gelegenheit aus, den Frenzy-Gngern fr deren Zhigkeit zu danken. Letzten Endes bewiesen RAGE, dass es auch ohne den Schmolski-Faktor prima funktioniert und Herr Wagner mit seinen zwei Neuen versierte Musiker an seiner Seite hat, die nach zweieinhalb Jahren Erfahrung gut aufeinander eingerockt sind. Als Rausschmeier servierte das Trio ihren '96er Stadionhit "Higher Than The Sky", aufgewertet durch einen eingebauten Holy Diver-Tribute eine schne musikalische Geste an den Gromeister DIO und mit einer beachtlichen gesanglichen Prsentation von Marcos Rodriguez.

AMORPHIS

Wir haben die Finnen nun schon einige Male auf Festivals und Liveshows erlebt und spielerisch ist die Truppe inzwischen ber jeden Zweifel erhaben. Es wirkte aber dennoch ein wenig steril bis distanziert, was aber auch an dem mittlerweile mit "ungemtlich" noch sehr freundlich umschriebenen Wetter gelegen haben kann. Es goss einfach nur noch ohne Unterlass und da alles inzwischen nass war, merkte man die Nsse in den Klamotten immerhin nicht mehr so richtig. Geboten wurde von AMORPHIS dabei ein guter Querschnitt aus smtlichen Alben, mit "My Kantele" fand sich sogar ein Stck aus dem Elegy-Album in der Setlist wieder. Zudem lie man auch hier lange Ansagen grtenteils weg und spielte stattdessen einfach Musik mit einer minimalistisch gehaltenen Bhnenshow. Die Musiker schienen trotz des Wetters Spa an der Show zu haben, einzig der Gesang geriet ein wenig zu leise in einigen Passagen, was den Sound dann ein bisschen trbte. Nach einer guten Stunde war das Konzert dann auch schon wieder vorbei und es bereitete sich alles auf den Headliner des Abends vor.

VLKERBALL

Ist es sinnig etwas eins zu eins zu kopieren, womit ein anderer schon durchschlagenden Erfolg oh Moment. Doch! Nun ergibt es Sinn. Die Frage ist nur: Was hat man davon? Klar, da sind ganz viele Rammstein-Fans auf einem Festival und es gibt auch Musiker, die Rammstein mgen. Also warum nicht beides zusammenfgen? Es hat aber schon einen komischen Beigeschmack, wenn alles bis ins kleinste Detail von einer der grten Rockbands, die es aktuell auf diesem Planeten gibt, kopiert wird und man wei, dass sind die gar nicht. Aber gut, alles wie gehabt: Viel Feuer, viel Pyro, viel Theatrrrralik und so ziemlich alle Hits aus unzhlbaren Jahren Bandgeschichte. Dem feiernden Volk gefiel's, gemischte Gefhle aber blieben am Ende, weil sich nach wie vor die Sinnfrage stellt, warum man Talent, was offenkundig vorhanden ist, so dermaen vergeudet und nicht was Eigenes auf die Beine stellt. Lobend erwhnt werden darf aber noch das Flake-Double, welches sich nicht als kleiner, unterwrfiger Spielball der brigen Band prsentierte, sondern in bester Drag-Queen-Manier sein eigenes Ding an den Keyboards abzog.

Samstag

An Schlaf war lange Zeit bei dem prasselnden Gerusch an die Zeltwnde nicht wirklich zu denken, zumal gefhlt alles klamm war. Ein Gutes hatte das Ganze aber dennoch: Da die Sonne nicht gnadenlos vom Himmel knallte, konnte entsprechend lnger geschlafen werden. Gegen acht Uhr hatte Petrus dann auch ein Einsehen und emsig huschte das Frenzy-Volk ber den Campingplatz. Die Kaffee-Fraktion versammelte sich vor dem Frhstckszelt, whrend laut Erzhlungen auch einige Verrckte noch mehr khles Nass wollten und ins nahegelegene Freibad strebten. Unser Trupp nutzte die Zeit fr kleinere Reparaturen und das Trocknen der Garnitur vom Vortag. Quasi auf den Punkt genau, als die Jacken, Hosen und weiteren Kleidungsstcke so trocken waren, dass man sie ohne Bedenken fr die nchsten 36 bis 48 Stunden in der Tasche behalten konnte, gingen die Schleusen auch wieder auf und es goss weiter.

IN DEMONI

Aufgrund der Umstnde ging es daher auch erst mit der Magdeburger Todesblei-Walze IN DEMONI weiter. Der Vierer sprang fr die kurzfristig ausgefallenen Nails To Obscurity ein und bekam trotz der widrigen Umstnde beachtlich viel Zuspruch und versuchte die Meute, mit Blastbeats und Double-Bass-Attacken bei Laune zu halten, was streckenweise auch gelang. Lediglich der undifferenzierte Sound war den frickelig-aggressiven Songs nicht besonders zutrglich, denn auch Brutalitt braucht ihre gut aufeinander abgestimmte Wrze. Allerdings kam auch die hnliche Problematik wie bei ILLDISPOSED zum Tragen: Wenig Abwechslung trotz Komplexitt. Dem motivierten Mob vor der Bhne reichte die musikalische Untermalung trotzdem, um vor allem wie wild mit dem vom Veranstalter kurzfristig zum Trockenlegen ausgebreiteten Heu zu "spielen".

MACBETH

Danach folgte ein kleiner Geheimtipp, denn alle Welt empfahl uns die Urgesteine aus Erfurt und wir folgten dem Ruf. Es war schon etwas komisch, Texte ber Blut, Krieg und Gemetzel mal auf Deutsch zu hren, dabei drfte es sich fr jeden englischsprachigen Menschen genau so anhren, wenn er eben englische Texte ber Blut, Krieg und Gemetzel zu hren bekommt. Der Andrang im Infield bewies zudem, dass die Band den Ruf zurecht hat, denn vor der Bhne wurde es ordentlich voll. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Burschen fhlten wir uns ein wenig an "Running Wild spielen Running Wild" erinnert, aber die alten Herren hatten ordentlich Spa in den Backen und genossen sowohl den Auftritt als auch den Zuspruch trotz des drftigen Wetters sichtlich. Umso sympathischer, dass das alles ohne Allren vorgetragen wurde und daher auch sehr authentisch wirkte. Das es auch weitaus unsympathischer gehen kann, zeigten da ganz andere Gruppen am folgenden Tag, dazu aber spter mehr. Zum Abschluss spielten MACBETH dann noch ihren Hit "Stalingrad", den gefhlt jeder zweite Besucher mitsingen konnte und danach ging es fr "Zeidler" und Co. wieder ins trockene Backstage-Zelt.

VADER

Wie oft man das polnische Flaggschiff nun schon auf Festivals erlebt hat, ist beinahe unzhlbar geworden. Dennoch erlebte ein Teil von uns den fr ihn besten Auftritt von Piotr und seinen Mitstreitern. Es wirkte alles trotz des Tempos unglaublich tight, was das Quartett auf der Bhne abfeuerte und wirkte dadurch nur umso professioneller. Durch den kleineren Rahmen und die Nhe zu den Knstlern an sich schien dort aber eine sehr sympathische Symbiose zwischen Publikum und Band zu entstehen, denn die Jungs auf der Bhne schienen mchtig Spa zu haben. Auch, oder gerade deswegen, weil ein Wolkenbruch in der Mitte des Sets die Reihen vor der Bhne kaum ausdnnen konnte und die Zuschauer den Polen die Stange hielten. VADER zeigten sich zudem uerst aktiv auf der Bhne. Da gab es schon weit statischere Gigs, hier aber wurde die volle Gre der Bhne gern ausgenutzt. Alles in allem war es ein sehr runder Auftritt den man so erstmal hinlegen muss.

FLESHGOD APOCALYPSE

Gesteigert wurde das noch von den italienischen Tech-Deathern von FLESHGOD APOCALYPSE. Theatralik war hier das Zauberwort. Die Bhnenshow erinnerte sehr an eine Oper, wofr man ebenfalls Sngerin Veronica Bordacchini mitgenommen hatte, die sowohl im Hintergrund performte, zum Ausklang auch als Solistin ihr Knnen zeigte. Entsprechend bombastisch war dann auch der gesamte Gig, der aber einen dicken Wermutstropfen beinhaltete. Pianist Francesco Ferrini flippte an seinem Tastengert zwar ein ums andere Mal aus, nur zu hren war der Kollege so gut wie nie. Es gab vielleicht eine Passage in der ganzen Dreiviertelstunde, wo er mal seinen kurzen Moment haben durfte, ansonsten ging er leider komplett unter. Sehr schade, zumal ansonsten alles sehr gut aufeinander abgestimmt war ob nun Kostme, Bhnenbild, der Operngesang und das flink-brutale Todesbleigerst. Nicht umsonst war der Zuschauerzuspruch bis dato der Grte an diesem Abend und zurck blieben nur zufriedene Gesichter.

GUTALAX

Wer Milking The Goatmachine witzig findet, wird sich bei GUTALAX den - Zitat Thomas Doll: - Arsch ablachen. Haben wir in jedem Fall gemacht und es zeigte mal wieder, dass, egal wie stumpf Metal und Core sein knnen, du nie zu betrunken bist, um es nicht irgendwie doch geil finden zu knnen. Letztlich halten die Tschechen der Metalgesellschaft auch nur den Spiegel vor, indem sie irgendwelche Gerusche ins Mikro rlpsen, gepaart mit den plumpsten Riffs, die man sich vorstellen kann. Darber noch einen dicken Beat gelegt ebenfalls simpel und ab geht die Luzie. Da um 0 Uhr eh niemand mehr gerade stehen kann auf einem Festival, funktionierte die Nummer entsprechend gut und wir hatten mit allen eine fetzige Party im Pit, der um diese Uhrzeit und bei dem Promillegrad riesig erschien. Es war in jedem Fall die versprochene Comedyshow, in der jeder von jetzt auf gleich seine Textsicherheit zeigen konnte und wir eine Kostprobe dafr bekamen, wie Metal im Star-Wars-Universum klingen knnte.

Sonntag

Nachdem uns der Regen auch den Samstag ber nicht in Ruhe gelassen hatte, wir aber diesmal besser vorbereitet waren, ging es etwas entspannter in den letzten Festivaltag. Allerdings hatten wir teilweise auch bis sechs Uhr morgens unter fremden Pavillons verbracht und hatten daher von anderer Seite ein wenig Schlagseite.

FIRTAN

Zum musikalischen Frhschoppen hatten wir uns die Black-Metal-Combo FIRTAN ausgewhlt. Drei Jungs aus Lrrach, die mit zwei Gitarren und einem Schlagzeug vllig ohne Firlefanz eine sehr gute Show boten. Das bemerkten nach und nach auch alle anderen im Infield. Wer zuvor noch sein Bier an der mobilen Schenke stehend umklammerte, wagte sich bereits nach den ersten beiden Songs vor die Bhne. Streicher vom Band, viel Atmosphre und ein gut durchchoreographierter Auftritt von drei sympathischen Jungs, sofern man das bei Schwarzmetall sagen kann. Denn die im Genre bekannte Eisesklte kam gut rber, auch wenn die gewiss nicht anspruchslosen Texte vielleicht nicht immer vom Keifgesang profitieren. Undankbar war dann leider der Abgang des Trios, denn die Nachfolgeband fing nicht gerade unauffllig bereits whrend der letzten fnf Minuten mit dem Aufbau ihres Drumkits an, was auch mit entsprechenden Blicken seitens des Drummers goutiert wurde. Dennoch haben sich FIRTAN mit diesem starken Auftritt nachhaltig auf unseren Radar gespielt. Bleibt nur noch die Frage offen, wieso Jake Gyllenhall hier Gitarre spielte und wo zum Teufel Gitarrist Marius Zeinhofer abgeblieben war?!

BORN FROM PAIN

Die Nachfolgeband war die niederlndische Hardcore-Combo BORN FROM PAIN, die so einige Fragen offen lie. 1. Wenn der Hardcore doch so sehr den DIY-Sektor lobt wie kein anderes Genre, warum muss ich mich dann von einer Brause-Plrre wie Relentless auf dem Banner sponsern lassen? Oder andersherum gefragt: Warum muss ich ein solches Unternehmen noch bewerben? 2. In keiner anderen Musikrichtung wird so viel von Respekt gefaselt, warum lsst man selbigen dann dermaen vermissen, wenn man noch mal an den Auftritt von FIRTAN denkt und dort dann schon im Hintergrund dazwischenfunken muss? Der Auftritt war letztlich enorm tight und routiniert, was sich auch im merklich gestiegenen Zuschauerzuspruch niederschlug. Snger Rob Franssen wurde nicht mde, die Leute mit dem Satz "Kommt, kommt noch ein bisschen nher", den er gefhlte 100 mal sagte, vor die Bhne zu bitten und die Menge anzuheizen. Zu hren bekam man dabei vor allem Stcke von der letzten Scheibe "Dance With The Devil" und die Hits wie "The New Hate". Fr die weiteren Hardcorebands an diesem Tag waren die Fans jedenfalls gut angeheizt und verabschiedeten das Quintett mit viel Applaus.

BLACK MESSIAH

Waren die ersten Titel bereits verstrichen, als wir uns zu den Pagan Metallern aus Gelsenkirchen bewegten, zeigte der sich vollkommen im Party-Modus befindende Mob, womit man bei eigentlich unvorteilhaftem Wetter die Menge animiert: Schunkelmetal mit Mitsing-Lyriks und Hndeklatsch-Beats. Es ist eine sichere Formel und das Sextett um Snger Zagan lieferten spielfreudig ab. So gab es mindestens genauso viel Bewegung auf als auch vor der Bhne, obwohl die Musiker die mittelgroe Polonse natrlich nicht toppen konnten. Mussten sie aber auch nicht. Und wie es sich fr eine gute Fete gehrt, muss zum Schluss auch der Gassenhauer gespielt werden, womit also das "Sauflied" aus dutzenden Kehlen erklang mal mehr mal weniger schief. Ein groer Spa. Nein wirklich, das war es.

THE UNGUIDED

Mit den Schweden aus Falkenberg kam die wohl glattgebgelste Band des gesamten Festivals auf die Bhne. Abgehen und eine Show liefern ist das Eine, was aber THE UNGUIDED dort zeigten, war dermaen klischeebehaftet, dass man sich immer wieder die Augen reiben musste. Fr diejenigen, die die Musik nicht kennen: Es ist der millionste Metalcore-Klon, der so ziemlich alles abdeckt, was man dort abdecken muss. Einen vllig berdrehten Gitarristenschnling, der in einer Tour lasziv ins Publikum grinst. Einen bsen Frontmann mit Kajal unter den Augen, dessen Stimme dann irgendwie doch recht dnn war. Einen Gitarristensnger der mit Dosenffnerstimme die Herzen kleiner Mdchen erweicht und einem Auftritt, der schlicht mit Teenie-Musik umschrieben werden kann. Irgendwie war das alles zuviel Schmatze auf der Pomade. Musikalisch war es ebenfalls sehr poppig, auch wenn alles dafr getan wurde, den harten Hund raushngen zu lassen untergraben vom animierten Arme nach links und rechts Schwenken. Irgendwie klang alles gleich und die Schemata waren sptestens beim dritten Stck vorhersehbar. Entsprechend verhalten waren auch die brigen Zuschauer, die sich zu dem Zeitpunkt schon mehr auf die nachfolgenden KRAWALLBRDER einstellten, die wir uns aber wegen Abreisevorbereitungen schenkten.

TANKARD

Was muss man zum Frankfurter Quartett noch erzhlen? TANKARD sind einfach TANKARD und daher mag auch diese Show vorhersehbar gewesen sein, nur geht das auch offensichtlich ohne das ganze aufgesetzte Gehabe. Stattdessen gab es wie immer viel Haut, bzw. Wampe von Gerrit zu sehen, der auch ein Einsehen mit den Besuchern hatte, dass manche Gste von den verregneten Tagen einfach gezeichnet waren. Dennoch feierte das METAL FRENZY den 35. Geburtstag der Thrasher krftig mit und lie sich von der guten Laune des Fronters anstecken. Ein kurzer Flirt unmittelbar vor und spter auf der Bhne mit einer lieben Kollegin aus dem Fotograben, gaben dem Auftritt dann auch noch die gerngesehene menschliche Note.

Abschlieend soll vor allem noch einmal dem gesamten Orga-Team ein groes Lob ausgesprochen werden. Auf dem METAL FRENZY flutschte es von Anfang bis Ende und so bleibt auch weiterhin als einziger Kritikpunkt das nicht beeinflussbare Scheiwetter. Bereits am Eingang zeigten sich alle Beteiligten kooperativ: Sicherheitschecks, Akkreditierungsabfragen, kurze Zwischeninfos alles lief hochgradig professionell und gleichzeitig entspannt von der Bhne. Allein das kurzfristige bereitstellen von Heu (mgen die Allergiker in Frieden ruhen) zum Trockenlegen des Platzes vor der Bhne zeugte von einer hohen Reaktionsbereitschaft und gutem berblick vom regelmigen Reinigen der Dixies ganz zu schweigen. Wenn erst im Nachgang von technischen oder logistischen Schwierigkeiten (Bands die es wegen der temporren Sperrung vom Flughafen Berlin-Tegel trotzdem noch nach Gardelegen geschafft haben) zu hren ist, die whrend des regulren Festivalablaufs dem gemeinen Besucher nicht auffielen, ist das ein verdammt gutes Zeichen. In diesem Sinne: Horns up!

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ALMANAC - LISTENING SESSION / STUDIOREPORT - Heyday Studios, Wuppertal 08.07.2017


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