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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing CRYPTOPSY, SADISM, DEHUMAN REIGN, CELEBRATE THE BLOODSHED
Ort Hamburg, Bambi Galore
Datum 01.07.2017
Autor Marc Schallmaier
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Wieder einmal machte ich mich auf den Weg in den Hamburger Stadtteil Billstedt, wo im Bambi Galore eine amtliche Prgel-Orgie auf dem Programm stand. Heute kamen alle Freunde des technischen Death Metal voll auf ihre Kosten. Und dass Ganze auch noch hchst international, standen doch SADISM aus Chile und der Headliner CRYPTOPSY aus Kanada auf dem Programm. Aber davor gab es auch noch zwei andere Bands. Das Bambi war gut gefllt und so startete der Abend./p>

Von der ersten Band CELEBRATE THE BLOODSHED hatte ich vorher gar nichts gehrt. Und ich war wahrscheinlich nicht der einzige im Publikum, dem die Truppe aus Hamburg unbekannt war. Die vier Jungst kamen pnktlich auf die Bhne, hatten sich schwarz angemalt und komische Kontaktlinsen eingesetzt. Der Sound den der Vierer da von der Bhne lie, lsst sich wirklich schwer beschreiben. Ich mchte dazu gerne von der eigenen Facebook Seite der Band zitieren: "Das ist Musik die ihr nicht versteht von Leuten die ihr nicht mgt." Noch ein Beispiel gefllig? :"Wenn ihr in euch horcht und die Stelle sucht wo Klischee, Geschmack und Meinungen langsam das Raster verlassen, werdet ihr unsere Musik finden. Wenn es euch gefllt, ist das schn, aber uninteressant." CELEBRATE THE BLOODSHED zelebrierten ihren Krach mit einigen technischen Raffinessen, aber im Groen und Ganzen berwog der Anteil von planlosem Gekloppe. Sicherlich wird es ein Klientel fr diese Art von Musik geben, ich bin es aber nicht.

Als nchstes kamen dann die Berliner von DEHUMAN REIGN aus Berlin auf die kleine aber feine Bambi Bhne. Deren Debt CD "Destructive Intent" hre ich immer noch gerne, whrend die Nachfolge Scheibe "Ascendent From Below" meiner Meinung nach etwas schwcher ausfiel. Aber egal, heute ging es um die Livequalitten des Quintetts aus der Hauptstadt. DEHUMAN REIGN legten los, im Publikum regten sich auch die ersten Krper, der Sound war gut und ja, das war es dann auch irgendwie. So richtig Spielfreude konnte ich bei der Band nicht entdecken. Die Songs wurden mit Wucht ins Publikum geballert, und die eine oder andere Ansage gab es auch, aber ansonsten passierte nicht mehr viel. Keine Ahnung woran das lag, das anwesende Publikum gefiel es, und das ist schlielich das, was am Ende zhlt.

Den Exoten-Bonus des Abends bekamen SADISM aus Chile. Es ist schon erstaunlich, wie die Band seit fast dreiig Jahren sich im Underground ihren Ruf erspielt hat. Sie haben sieben komplette Alben verffentlicht, haben diverse Tourneen gespielt und wahrscheinlich schon in jedem Jugendzentrum zwischen Flensburg und Mnchen gespielt. hnlich routiniert spulte man den heutigen Auftritt runter. Leicht technischer Death Metal, der ein wenig zu abwechslungsarm daher kam und einen fr mich zu introvertierten Snger, der kaum bis keine Kommunikation mit dem Publikum suchte und meistens beide Arme am Mikro und somit vor dem Gesicht hatte. Ein wenig schade, denn seine Mitstreiter gaben sich schon etwas mehr Mhe und headbangten ihre dunkle Mhnen in die ersten Reihen. Die lieen sich nicht lumpen und feierten die Chilenen ordentlich ab. Die knappe Stunde ging dann auch zgig vorbei, wobei sich am Gesamtbild weder auf noch vor der Bhne etwas nderte.

Als Abschluss und Headliner war nun die Zeit fr CRYPTOPSY gekommen. Die Kanadier sind auch schon seit mehr als zwanzig Jahren unterwegs, und konnten sich mit ihrem technischen Extrem Metal eine feste Fan Basis erspielen. Auch wenn ich nie ein Fan der Band war oder sein werde, so muss ich mir doch eingestehen, dass es schon faszinierend ist, wie man bei einem derartig hohen Tempo eine so hohe Przision an den Tag bringen kann. Da wurde mit einer Wucht das Schlagzeug verprgelt, die Finger flitzten nur so ber Bass und Gitarre, und Frontmann Matt McGachy rhrte mit einer Hingabe, dass die Elche in den umliegenden Naturparks vor Scham rot anliefen. Und auch im Publikum ging jetzt richtig die Post ab und neben den headbangenden Freunden gab es jetzt auch vereinzelte, kleine Moshpits. Nach zwei Songs begrte Snger Matt dann auch erstmal die Meute um danach darauf hinzuweisen, dass man am heutigen Abend das Album "Non So Vile" komplett durchziehen wrde. Daraufhin kannte die Begeisterung kein Grenzen mehr und sowohl Band als auch Publikum gaben alles. Nachdem die letzten Takte gespielt waren, hatte CRYPTOPSY dann auch Feierabend.

Es war mal wieder ein toller Abend im Bambi Galore. Klasse Bands fr einen fairen Eintritt, auch die Getrnke im Bambi kosten nicht die Welt und sogar das Merchandise gab es zu entspannen Kursen. Ich werde definitiv immer wieder gerne ins Bambi gehen!

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