Navigation
                
20. September 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DEVILDRIVER, MAGNACULT
Ort Hamburg, Knust
Datum 21.06.2017
Autor Marc Schallmaier
>> Als E-Mail versenden

Ein nettes Paket spielte heute in Hamburg, und zumindest die Vorband hatte ein brandneues Album am Start. Hauptact DEVILDRIVER waren schon etwas lnger nicht in der Hansestadt, so dass man von einer gefllten Location ausgehen knnte. Und genau das sollte dann eintreffen. Ganz ausverkauft war das Knust zwar nicht, aber viel Platz zum Luftholen war auch nicht vorhanden.

Dass die Niederlnder MAGNACULT sich hervorragend als Anheizer eigneten, das war schon nach wenigen Takten klar. Das Quintett jagte ein Brett nach dem Nchsten in die Menge, und die Hamburger waren ein dankbares Publikum. Die leicht verschachtelten Songs kamen sehr gut an, und so wurden nach kurzer Zeit die ersten Krperteile bewegt. Die Band spielte sowohl Stcke vom neuen Album "Infinitum" wie auch ltere Kaliber. Und Snger Seb ist ein uerst charismatischer Frontmann. Zwar mit einem riesigen Loch in der Hose, aber mit einem guten Gespr, wie man ein Publikum auf Touren bringt. Ansonsten bewegten sich MAGNACULT so gut wie eben mglich auf dem schmalen Raum der kleine Bhne. Das Equipment von DEVILDRIVER war schon komplett aufgebaut, so dass dem sympathischen Fnfer wirklich kaum Platz zur Verfgung stand. Nach gut vierzig Minuten war dann Feierabend und die Band hatte einen guten Job gemacht.

DEVILDRIVER waren von knapp zehn Jahren schon einmal mit MAGNACULT als Vorband unterwegs. Und nicht nur daher sollte den Amerikanern um Rampensau Dez Fafara klar sein, dass sie ein amtlich antrainiertes Publikum zu Beginn ihres Auftritts serviert bekamen. Die Band sollte entsprechende Erfahrungen in all den Jahren gesammelt haben seitdem sie unterwegs ist, und eben als Headliner den Zuschauern den Rest geben. Aber irgendwie schien dass nur bedingt zu funktionieren am heutigen Abend. Das Publikum fing ziemlich flott Feuer und ging nicht nur gleich steil, obendrauf prsentierten sich die Hamburger Fans als uerst textsicher. Und DEVILDRIVER? Tja, die spielten ziemlich routiniert ihren Stiefel runter. Bassist Diego Ibarra poste wie ein Weltmeister am Bhnenrand, die beiden Gitarristen Mike Spretzer und Neil Tiemann schttelten hufig ihre Matten und Schlagzeuger Austin DAmon verprgelte mit groer Leidenschaft sein Schlagzeug. Snger Dez Fafara war stimmlich auf der Hhe, machte ein wenig Smalltalk mit den Fans und klatschte fleiig mit den ersten Reihen ab. Aber irgendwie wurde man das Gefhl nicht los, dass dies genau so und nicht anders eine Tag zuvor in Alkmaar (Niederlande) passierte und einen Tag spter in Nickelsdorf (sterreich) passieren wrde. Irgendwie fehlte das gewisse Etwas, dass ein gutes Konzert von einem besonderen Konzert unterscheidet. Die Setlist bestand aus aktuellen und lteren Klassikern, und wenn man schon im Mittelteil einen Hit wie "I Could Care Less" raus hauen kann, hat man als Band DEVILDRIVER eigentlich nicht viel falsch gemacht. Dazu noch die Cover Version "Sail" von AWOLNATION, und man hat das Publikum endgltig auf seiner Seite. Zum Abschluss gab es dann noch die drei Abrissbirnen "Cloud Over California", "Ruthless" und "Meet The Wretched", bevor man das Hamburger Publikum in die angenehme Nacht entlie. Es war ein gutes Konzert auf hohem Niveau, dass DEVILDRIVER da ablieferten. Mit starkem Sound und einem glcklichen Publikum, und darauf kommt es am Ende ja auch an. Trotzdem erhrtete sich der Eindruck, dass DEVILDRIVER routiniert abgeliefert haben. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

<< vorheriges Review
AEVERIUM, HELDMASCHINE - Viersen, Rock Schicht
nchstes Review >>
CRYPTOPSY, SADISM, DEHUMAN REIGN, CELEBRATE THE BLOODSHED - Hamburg, Bambi Galore


Zufällige Reviews