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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FRONTIERS ROCK FESTIVAL IV
Ort Live Club, Trezzo sul'Adda/Mailand
Datum 28.-30.4.2017
Autor Martin Stark
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Das Festival beginnt fr die VIP-Ticket-Inhaber mit feinen und teils denkwrdigen Akustik-Shows. Nach dem Auftakt durch Palace (Michael Palace und Rick Digorio) spielt Miljenko Matijevic (Steelheart) Nach einer spontanen Einlage von Danny Vaughn und Chris Green (Tyketto) stellt die Live-Premiere der kompletten Revolution Saints mit Doug Aldrich (g), Deen Castronovo (dr/v), Jack Blades (b/v), sowie Songwriter Alessandro Del Vecchio (keys) alles in den Schatten. Neben eigenen Songs wie "Turn Back Time" gibt es Material von Damn Yankees ("High Enough") und Whitesnake ("Love Will Set You Free"). Als weiterer Hhepunkt schleudert ein prchtig gelaunter Jim Peterik noch zahlreiche Survivor-Klassiker wie "The Search Is Over" in die Menge.

Als erste Band des regulren Festivals sind wiederum Palace aus Schweden am Start. Ihr reinrassiger AOR erzeugt erste Wohlfhlmomente, wird aber leider von technischen Pannen leicht berschattet. "Master Of The Universe" wird dennoch mchtig abgefeiert.

One Desire

Die Finnen One Desire und ihr dezent moderner Melodic Rock sind dann schon mal ein ganz anderer Spruch. Eine unglaublich mitreiende Show und eine bewegungsfreudige Band der man Tourerfahrung anmerkt begeistert die Zuschauer.

Crazy Lixx

Die Schweden Crazy Lixx liefern eine gewohnt energiegeladene Performance in die sich vereinzelt Stcke ihres gerade frisch erschienen neuen Albums "Ruff Justice" perfekt eingliedern. Frontmann Danny Rexon und seine Mannen bieten Melodic Hardrock mit einer gehrigen Prise Glam und sind aufgrund ihres Bewegungsdranges die Lieblinge aller Fotografen.

Eclipse

Danach spielen wieder Schweden und zwar Eclipse den Gig ihres Lebens. Ebenfalls mit einem neuen Werk am Start ("Monumentum").Beim neuen Song "Jaded" steht mit Whitesnake-Keyboarder Michelle Luppi ein berraschender Gast auf der Bhne. Der Italiener intoniert den Song im Duett mit dem Ober-Sympathikus Erik Martensson.

Revolution Saints

Der erste (verstromte) Gig der amerikanischen Supergroup um Doug Aldrich (Whitesnake), Deen Castronovo (Ex-Journey, Bad Englisch) und Jack Blades (Night Ranger, Damn Yankees). Die Revolution Saints kommen, sehen und siegen. Mit Songwriter und Produzent Alessandro Del Vecchio an den Tasten entfachen die drei einen grandiosen Melodic Sound. Neben zahlreichen Songs des saustarken Debts drfen in dieser Besetzung natrlich Damn Yankees - diesmal "Coming Of Age" - und Journey ("Higher Place") nicht fehlen. Viele Augen (und Ohren) sind besonders auf Castronovo gerichtet, ist dies doch sein erster Gig nach zwei Jahren heftiger privater Krisen. Der Drummer kommt teilweise nach vorne um zu singen und ein namenloser Schlagzeuger nimmt seinen Platz sein. Die Stimme ist meist da und kann berzeugen, wie bei "In The Name Of The Father". Fr viele der wahre Headliner an diesem Samstag.

Tyketto

Tyketto schneiden in diesem Abend eine Live-DVD mit und feiern das 25-jhrige Jubilum ihres Klassikers "Don't Come Easy" welches laut Frontmann Danny Vaughn in umgekehrter Reihenfolge komplett dargeboten wird um zu verhindern, dass alle nach "Forever Young" nachhause gehen. Was angesichts einer saustarken Leistung sicher fr keinen der Anwesenden eine Option gewesen wre.

Steelheart

Der Headliner Steelheart spaltet die Anwesenden in zwei Lager. Die einen wohnen einem absoluten Highlight bei, die anderen - und das sind nicht wenige - finden sowohl Setlist als auch Attitde des Fronters Miljenko Matijevic grenzwertig und verlassen teils in Scharen die Halle. Stimmlich ist er jedoch fehlerfrei und so geraten Klassiker wie "Everybody Loves Eileen" oder "I'll Never Let You Go" dann doch noch zu gelungenen Momenten. Mit dem hyperaktiven Bassisten Rev Jones (u. a. Michael Schenker) haben die Amerikaner zudem einen positiv Verrckten in der Band. Das ganz neue "My Dirty Girl" kann hingegen wenig berzeugen.

Cruzh

Der zweite Tag beginnt wieder schwedisch und mit AOR der Band Cruzh. Turbulente Besetzungswechsel splen Phillip Lindstrand, der im letzten Jahr noch bei Find Me die Gitarre bediente, hinters Mikro und er macht seine Sache sehr ordentlich. Coole Show mit deutlichen Def Leppard-Anleihen und massig Spielfreude.

Adrenaline Rush

Adrenaline Rush bieten mit Sngerin Tve Wanning zwar etwas fr die Augen der mnnlichen Besucher, ihr Reibrett-AOR aber ist relativ unspektakulr, so wie das dnne Stimmchen der Frontfrau

Lionville

Ganz anders geartet sind die Italiener Lionville um Mastermind Stefano Lionetti mit ihrem schwedischen Snger Lars Sfsund (Work Of Art, Enbound). Melodien von einem anderen Stern und przise Gitarrenarbeit, vor allem von Neuzugang Michele Cusato sind das Salz in der Suppe. Melodic-Feuerwerke wie "I Will Wait" oder "Power Of My Dreams" znden immer. Eine der mit Abstand besten Publikumsreaktionen des Festivals sind der Lohn der Truppe. Zu schn!

Kee Marcello

Etwas schwerer hat es im Anschluss der ehemalige Europe-Kampfer Kee Marcello dessen eigene Songs noch ganz passabel bis gut klingen. Aber bei wird "Superstitious" und auch "The Final Countdown" deutlich, warum der Schwede in erster Linie Gitarrist geworden ist. "Girl from Lebanon" hingegen gelingt Marcello auch stimmlich recht gut. Aber sein Gitarrenspiel ist nach wie vor hervorragend, wird aber anfangs von leichten Soundproblemen begleitet.

Unruly Child

Eine der wohl am sehnschtigsten erwarteten Bands des Wochenendes, Unruly Child spielen ihr komplettes Debt. Frontfrau Marcie Free singt berwiegend groartig, sorgt aber mit einem auf der Mitte der Bhne plazierten Laptop mit smtlichen Texten fr irritierte Gesichter - nicht nur im Fotograben. Musikalisch gibt es aber nichts zu bemngeln da der Melodic Rock der Amis auch wegen des grandiosen Beat Jay Schellens an den Drums unter die Haut geht.

L.A. Guns (feat. Phil Lewis and Tracii Guns)

Die Amis spielen den hrtesten Gig des Festivals und knnen bei einem ihrer raren Europa-Auftritte viele neue Fans dazu gewinnen. Der sleazige Hardrock setzt ein wohltuenden Kontrapunkt zum Rest des Wochenendes. Guns ist zwar mit Bart kaum wiederzukennen, spielt aber Gitarre als ginge es um sein Leben. Fronter Lewis wirkt teils etwas distanziert, taut aber gegen Ende richtig auf und gibt den geborenen Frontmann. Die Halle rastet jedenfalls zu groen Teilen vllig aus.

TNT

Der Headliner des zweiten Tages, spielt zur Feier des vor dreiig Jahren erschienenen Albums "Tell No Tales" eben jenes komplett und am Ende noch einige weitere Songs. Die Halle geht vom ersten Ton an voll mit und erweist sich als textsicher. Live kommen die Songs der Norweger deutlich hrter aber glasklar und druckvoll rber. Frontmann Tony Harnell und Gitarrist Ronni Le Tekr harmonieren bestens. In nicht allzu ferner Zukunft wird dieser Triumphzug auf CD und DVD erscheinen. Gut so!

Wie in den Vorjahren gelingt Frontiers Records ein groartiges Festival. Trotz abgelegener, aber sehr angenehmer Location ist dieses Festival fr die Melodic- und Hardrock-Gemeinde immer wieder eine Reise wert. Bis zum nchsten Jahr!

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