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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RAGE
Ort Listening Session, Megafon Studios,Burscheid
Datum 13.05.2017
Autor Mario Loeb
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Ein wenig mde, aber gut gelaunt betrat das Trio von Rage am 13.05.2017 ihre heimische Sttte, die Megafon Studios in Burscheid. Die Mdigkeit war kein Wunder, denn viel Schlaf hatten die Jungs nicht gehabt, spielten sie am Vorabend doch noch eine Show in Italien. Der Listening Session zum neuen Album mit dem Titel "Season Of The Black" stand das nicht im Wege. Im Gegenteil, alle drei Jungs hrten sich gemeinsam mit den eingeladenen Pressevertretern das komplette Material an, und man sah ihnen an, dass sie mehr als nur ein wenig stolz auf das neue Werk sind, das am 28.07.2017 erscheint. Das echt gelungene Cover, das einen riesigen Schdel im Vordergrund zeigt, deutete bereits im Vorfeld an, dass Rages Reise zurck zu ihren Wurzeln noch nicht abgeschlossen ist, sodass wir mehr als gespannt waren, was Rage fr ihre Fans auf dem neuen Silberling im Gepck hatten.

1.Season Of The Black

Das Stck zeigt seinem Hrer gleich, wo der Weg der neuen Scheibe hingeht. Nach einem kurzen Intro nimmt man sofort eine Menge Geschwindigkeit auf und Peter "Peavy" Wagner macht gesanglich sofort klar, dass man neben den gewohnten Mitgrl-Melodien auch eine harte und aggressive Seite von Rage auf dem neuen Werk auf die Ohren bekommt. Der Titelsong ist auch der perfekte Opener!

2.Serpents In Disguise

Vom gleichen Schlag ist dann "Serpents In Disguise", was vor allem durch einen richtig starken Refrain beeindrucken kann, der am Ende des Stckes in einem epischen Akustikrefrain endet, der fr meinen Geschmack fast zu kurz war. Ich denke aber, dass die Zuschauer auf den Konzerten Rage mit dieser Lnge nicht von der Bhne kommen lassen und ihn auch alleine noch lange singen werden.

3. Blackend Karma

Brenstarke Nummer, die einfach nur groovt und einen sehr schnen Mitsing-Refrain besitzt. Wird live sicher total gefeiert werden. Dabei fngt der Song schon saustark an und hat vom Aufbau und Einfluss etwas von "Metalingus" von Alter Bridge, was man bei Rage ja nicht unbedingt erwarten wrde.

4. Time Will Tell

Bei "Time Will Tell" fllt besonders der mehrstimmige Chorus auf, den ich beim erstmaligen Hren noch nicht richtig zuordnen kann. Beim ersten Mal dachte ich bei mir: "schnes Ding!", aber so oft er sich innerhalb des Songs dann wiederholte, umso mehr nervte mich das Ganze auch schon. Meiner Meinung nach, ein nicht ganz so gelungene Nummer, auch wenn der Song an sich alles mitbringt, was einen guten Song ausmacht, aber gerade so Kleinigkeiten knnen fr den Hrer nicht gefallen oder gefallen ausmachen. Bin gespannt, wie mir der Song gefllt, wenn ich ihn mal fters hren kann. Allerdings macht das Gitarrensolo in der Nummer mal richtig Spa.

5.Septic Bite

Entschdigt werde ich dann aber gleich mit "Septic Bite" dessen Name fr sich spricht und zu den hrtesten Nummern des Albums gehrt. Das hat nun wirklich nichts mehr mit klassischem Power Metal zu tun, und sptestens hier zeigt sich, dass Rage den Weg ihrer letzten Platte fortfhren und die progressiven Metal-Einschlge endgltig der Vergangenheit angehren. Im Gegenteil wird es atmosphrisch ganz schn dster, was den Jungs aber richtig gut steht. Am Ende wird man dann auch noch, standesgem zu einem solchen Song, von einem T-Rex zusammen geschrien und man kann dem Lied nur ein "sehr amtlich" verleihen.

6. Walk Among The Dead

Mit "Walk Among the Dead" geht es ziemlich zurck zu den Rage-Wurzeln, die eindeutig im Speed Metal zu suchen sind. Hier zeigt vor allem die Rhythmus-Abteilung, dass sie trotz der schnellen Achterbahnfahrt mal richtig auf den Punkt spielen kann.

7. All We Know Is Not

Auch der siebte Song geht mal richtig steil nach vorne, sodass die Gitarrensaiten bei den Aufnahmen ganz schn geglht haben werden. Richtig tolle Nummer, die im Refrain die klassischen Rage-Strken ausspielen kann. Sehr eingngiger melodischer Refrain ohne dabei an Geschwindigkeiten zu verlieren. Ein echter Nackenbrecher. Besonders ist mir die Bridge hier sehr positiv in Erinnerung geblieben, welche einen kurzen aber richtig guten Spannungsbogen zum Finale aufbaut.

8.The Tragedy Of Man
- Gaia
- Justify
- Bloodshed in Paradise
- Farewell

Ein wenig Angst habe ich dann bei dem Intro zum Auftakt von "Gaia" bekommen, denn der ist mir ein wenig hlzern in Erinnerung geblieben. Das Intro bildet den Anfang eines Zyklus, bestehend aus den nchsten vier Liedern, die alle zu der Geschichte und dem Konzept von "The Tragedy Of Man" gehren und den Abschluss der CD bilden. Gala begrt uns mit Akustikgitarren und Dschungelgeruschen, um danach relativ episch zu starten.

"Justify" ist nach meinen Eindruck fast am dichtesten wieder am Power Metal dran und hat mich ein wenig an eine Mischung aus alten und neuen Helloween-Scheiben erinnert. Der Song ist dadurch alles andere als eine Ballade geworden. An diesem Punkt war ich mir nicht einhundertprozentig sicher, ob es die vier Lieder am Ende der Platte gebraucht htte. Vom Gefhl her, zog sich an dieser Stelle die Platte ein wenig und ich wusste nicht genau, wo die Jungs von Rage eigentlich mit ihren Hrern hinwollen.

Diesen Eindruck musste ich dann aber korrigieren, denn mit dem dritten Part "Bloodshed in Paradise", der mit einem epischen Mnchschor beginnt, gibt es von Rage so eins aufs Fressbrett, dass man erst einmal gar nicht wei, wie einem geschieht. Der Refrain ist einfach mal die pure Abgehnummer auf jedem Livekonzert. Wer hier nicht bei den nchsten Shows eskalieren wird, ist selber schuld.

"Farewell" bildet dann mit einer gelungen Ballade den Abschluss von "The Tragedy Of Man", in der vor allem Peavy einmal mehr zeigt, was fr eine vielseitige Stimme der Mann besitzt und zum Abschluss noch einmal mit seiner Stimme fr Gnsehautmomente sorgt.

Die Bonus CD:

Das Bonusmaterial umfasst 8 Lieder aus der Grndungszeit von Rage (1984), damals noch unter den Namen Avenger, und Leute: das ist mal der absolute BERHAMMER! Der pure Hass und ein Nackenbrecher erster Gte, der es eigentlich zur Pflicht macht, sich den Silberling auf alle Flle mit der Bonusscheibe zu besorgen. Speed Metal mit leichten Thrash-Metal-Anleihen vom feinsten. Hier beweist Peavy auch noch einmal, dass er auch heute noch in der Lage ist, auch die ganz hohen Schreie zu singen. Gitarrist Marcos Rodriguez hatte zu Anfang der Veranstaltung nicht zu viel versprochen, als er meinte "Screaming Peavy" sei zurck. Ich kann das nur so unterschreiben und euch sagen: "Und wie!" Richtig geniale Idee, das Material von Avenger neu aufzunehmen und endlich auch unter Rage zu verffentlichen. Wie es dazu kam, knnt ihr bald bei uns im Interview nach lesen.

Fazit: Rage machen ihrem Namen alle Ehre und prsentieren sich auf dem neuen Album aggressiv und fr ihre Verhltnisse recht dster, sowie nachdenklich, ohne dabei ihr berhmtes Hndchen fr geile Melodien eingebt zu haben. Beide Daumen hoch! Das Bonusmaterial ist mehr als nur das Sahnehubchen einer guten Scheibe und echter Kaufanreiz.

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