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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RUDE, MORFIN, DAWN OF OBLITERATION, GRAVEHAMMER
Ort Hamburg, Bambi Galore
Datum 19.05.2017
Autor Marc Schallmaier
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Death Metal vom Feinsten sollte es heute Abend geben. Allerdings mussten wir auf dem Weg ins Bambi Galore das erste richtige amtliche Gewitter dieses Jahres ber uns ergehen lassen. Es regnete wie aus Eimern und es wollte einfach nicht aufhren. Schtzungsweise lagen zwischen unserem Parkplatz und dem Eingang des Bambi ungefhr fnfundzwanzig Meter, die wir durch den Regen mussten. Es reichte vllig, um komplett nass zu werden.

Aber auch egal, im Bambi war es warm, so dass die wichtigsten Teile der Klamotten zgig wieder trocken wurden. Der Laden war ganz gut gefllt, als die erste Band des Abends auf die Bhne kam, nmlich GRAVEHAMMER aus Kiel. Es war das allererste Konzert der noch jungen Band, auch wenn die einzelnen Musiker bereits in anderen Kapellen am Start waren und dort schon die ersten Erfahrungen gesammelt haben. Eine gewisse Nervositt war auch ziemlich sprbar, zumindest kam es mir bei den ersten beiden Songs vor. Erst danach fing sich die Band und zockte noch ein paar weitere Songs, bevor die halbe Stunde auch schon um war. GRAVEHAMMER spielen einen recht rudigen Death Metal ohne viel Schnrkel. Eine Demo haben die Jungs auch schon rausgebracht. Schauen wir mal, ob wir in naher Zukunft etwas mehr von der Band hren werden.

Bei den Lokalmatadoren von DAWN OF OBLITERATION sah das dann aber schon anders aus. Hier stand definitiv eine Einheit auf der Bhne, auch wenn die Jungs in anderen Kapellen ebenfalls in Unwesen treiben (DEVASTATOR & MORBITORY zum Beispiel). Der wohldosierte Death Metal im geschmeidigen Uptempo sorgte fr viel Applaus und headbangende Kpfe. Auch hier gingen die 35 Minuten sehr zgig vorbei. Mit der Cover Version von "Troops Of Doom" von SEPULTURA wurde das Set dann beendet. Starker Auftritt!

Als Co-Headliner kamen dann MORFIN auf die Bhne. Die vier Amerikaner, deren Debut CD "Inoculation" ich heute noch sehr gerne hre, haben gerade ihr zweites Langeisen verffentlicht, dass meiner Meinung nach nicht ganz mit dem Vorgnger mithalten kann. Aber in erster Linie freute ich mich, die Truppe mal live zu erleben. Und das konnte sich durchaus sehen lassen, denn die Band lie ihren leicht technisch-angehauchten Death Metal mit Wucht und Przision auf die wartende Meute los. In der guten Stunde Spielzeit gab es eine bunte Mischung aus den beiden Scheiben, die vom Publikum mit ordentlichem Applaus belohnt wurde. Auch hier kam man als Fazit nur festhalten, dass MORFIN ordentlich abgeliefert haben.

Zu guter Letzt gaben sich dann noch RUDE die Ehre und spielten zum Tanz auf. Wie ihre direkten Vorgnger und Label Kollegen hat das Quartett aus Kalifornien eine neue Scheibe am Start und bieten in der kommenden Stunde ein Querbeet aus der bisherigen Schaffenszeit. Das Todesblei von RUDE ist etwas sperriger als das von MORFIN, so dass man hier als Zuschauer auch gerne mal das spielerische Knnen bewundern kann. Der Einstiegsgag von Snger und Gitarrist Yusef Wallace "Hi, we are MORBID ANGEL", kam zumindest gut an und sorgte fr einige Lacher im Bambi Galore. Danach verflachte allerdings der Set doch zunehmend. Vielleicht lag es an einer Art Lethargie, die auf der Bhne herrschte, denn bewegt wurde sich so gut wie gar nicht. Vielleicht lag es aber auch daran, dass das Publikum schon ziemlich ausgepowert war. RUDE spielten jedenfalls ihren Set sehr routiniert herunter, ohne dass es zu irgendwelchen Vorkommnissen kam.

Alles in Allem war es wieder einmal ein starker Abend im Bambi Galore, mit vier guten Bands und einen dafr mehr als fairen Preis! Und ich kann mich da nur wiederholen: schaut euch die Konzerte in den kleinen Lden an! Nur so knnt ihr auch wirklich den Underground am Laufen halten und die ein oder andere musikalische Perle entdecken, die euch in den groen Arenen und Hallen sicherlich nicht unter die Augen kommt.

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