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24. April 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing COLOUR HAZE, MY SLEEPING KARMA
Ort Markthalle, Hamburg
Datum 25.03.2017
Autor Marc Schallmaier
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Einen Abend voll mit psychedelischen Melodien, wer hat noch nicht, wer will nochmal? Es ist schon eine ganze Zeit lang her, dass sich MY SLEEPING KARMA in Hamburg haben blicken lassen. Umso schner, dass es nun klappte im Zuge der Doppel Headliner Tour mit COLOUR HAZE. Und es gab ja auch etwas Neues im Hause MY SLEEPING KARMA. Vor ein paar Tagen wurde die erste Live CD/DVD "Mela Ananda" verffentlicht. Die Vorfreude meinerseits war also wirklich gro.

Einen kleinen Dmpfer gab es allerdings, als wir die Markthalle in Hamburg betraten. Irgendwie sah das alles noch ziemlich leer aus. Okay, das Wetter war fr norddeutsche Verhltnisse mehr als passabel an diesem Tage, und so standen noch eine Menge Menschen drauen, genossen ein paar Sonnenstrahlen, rauchten irgendwas oder fhrten angeregte Gesprche mit Freunden und Bekannten. Kurz bevor das Quartett aus Aschaffenburg auf die Bhne kam, begab ich mich schon einmal in den Fotograben. Aus guter Erfahrung wei ich, dass die Lichtverhltnisse bei Shows von MY SLEEPING KARMA fr Fotografen eher suboptimal sind, um das mal vorsichtig auszudrcken. Es wird halt viel Wert auf Atmosphre gelegt, dass kann ich verstehen, und das spiegelt sich auch in der Lightshow wieder. Allerdings wrde ich es sehr begren, wenn man fr einen halben Song mal darauf scheit und einfach etwas Licht auf die Bhne lsst, so dass die anwesenden Knipser wenigstens etwas brauchbares Futter mit nach Hause nehmen knnen. Was solls, die vier Jungs kamen auf die Bhne, und pltzlich ist auch die Markthalle sehr gut gefllt. Wo kamen die alle auf einmal her? Egal, schn, dass es gut besucht war. Es dauerte auch nicht lange, und es lag ein etwas slicher Geruch in der Luft. Es geht anscheinend nicht ohne, und auch die sonst eher sehr penible Security in der Markthalle lie heute Gnade vor Recht walten, was das Thema "Rauchen in der Markthalle" angeht.

MY SLEEPING KARMA hatten richtig Bock, dass merkte man umgehend und sofort. Die Band spielte die Songs mit einer Hingabe, dass es eine wahre Freude war. Nummern wie "Prithvi", "Akasha", "Tamas" oder der heimliche Hit "Ephedra" wurden mit viel Elan dargeboten. Im Anschluss an die Songs wurde sich fast immer beim Publikum bedankt, sei es mit Gesten und/oder mit kurzen Worten von Bassist Matte. So entstand dann auch auch eine Art Kommunikation mit dem Publikum. Dies kann ja immer ein wenig zum Problem werden, wenn man keinen Snger beziehungsweise Frontmann hat. Aber der Vierer aus Sddeutschland lste das sehr ordentlich, und man nimmt den sympathischen Jungs diese Dankbarkeit auch ab. Nach knapp 75 Minuten ist dann Schicht im Schacht und die die Fans von MY SLEEPING KARMA sind mehr als zufrieden.

Durch den Umstand, dass beide Bands ihr gesamtes Equipment auf der Bhne aufgebaut hatten, gab es nur eine sehr kurze Umbaupause. Es dauerte also nicht lang, bis COLOUR HAZE auf der Bhne standen. Aber irgendwie war die Stimmung weg. Klar, weder bei dieser Band noch bei MY SLEEPING KARMA ist Stagediving, Pogo oder wildes Gemoshe angesagt. Eher ist es so, dass man begeistert mitwippt oder locker den Kopf vor und zurck bewegt, und bei der ersten Band konnte man diese Bewegungsablufe auch berall im Publikum sehen. Davon war nun nicht mehr viel brig geblieben. Der Sound war grandios den gesamten Abend, daran hat es sicherlich nicht gelegen. Vielleicht lag es an der etwas anderen Musik, die das Trio aus Mnchen so vom Stapel lie. Whrend bei MY SLEEPING KARMA eingngige Melodien und Themen Trumpf sind, setzen COLOUR HAZE auf komplexe Strukturen und Arrangements, die gerne auch mal ber fnfzehn Minuten lang sind. Das Ganze wirkte doch sehr jazz-lastig, und ich stellte mir die Frage, in wie weit die Musik tatschlich tauglich fr eine Bhne ist. Die drei Musiker von COLOUR HAZE sind absolute Knner und Profis, da muss man gar nicht erst diskutieren. Allerdings wirken sie sehr introvertiert, suchen wenig Kontakt zum Publikum und auch die Tatsache, dass es einzelne Gesangslinien gibt, ndern nichts an einer gewissen Distanz, die zwischen Bhne und Publikum wie eine unsichtbare Barriere schwebt. So spielt das Trio seinen Set runter, der knapp 90 Minuten dauerte, und ansonsten keine nennenswerten Hhepunkte bietete.

Es war ein sehr gutes Konzert an diesem Samstag Abend, und man kann nur hoffen, dass MY SLEEPING KARMA nicht erst wieder Jahre brauchen, um Hamburg einen Besuch abzustatten.

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