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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing GRAVE DIGGER, MYSTIC PROPHECY, VICTORIUS
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 17.02.2017
Autor Thorsten Dietrich, Bilder: Byrt Djouad
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Gut 300 Leute wollte dieses Package in Andernach sehen. Drei Mal Heavy Metal mit der 80er Jahre Legende Grave Digger als Headliner welche schon oft in Andernach gespielt haben. Ohne Spannungen und Stress oder Verzgerungen lief auch alles ab!


Den Anfang machten 2017 Victorius aus Leipzig die an gleicher Stelle schon mal fr Grave Digger erffnen durften und nun mit ihrer dritten guten Scheibe in Folge (nach einer Eigenproduktion) auftreten die mit klischeehaften Titel und Texten, sowie ultramelodischem Melodic-Power Metal punkten konnten. Frontmann David Bain machte seine Sache gut und hat in den letzten Jahren auch in Sachen Performance und Kontakt mit dem Publikum die schon gut war, noch verbessert. Der Rest der seit der letzten Show in Andernach an mehreren Stellen umformierten Truppe stand etwas steif und brav auf der zum Glck gerumigeren Bhne als bei den letzten Grave Digger Tourneen. Damals waren die Aufbauten der Headliner so imposant, dass die ganzen Vorbands auf zwei Tourneen den Platz eines Bierdeckels hatten, was dieses Mal zum Glck nicht der Fall war. Victorius mssen in Sachen Bhnenprsenz noch etwas an sich arbeiten. Ansonsten hat mir der Auftritt der Jungspunde gut gefallen und ich kann auch die letzten drei Alben der Jungs empfehlen!


Nun kamen Mystic Prophecy welche ich seit locker acht Jahren nicht mehr live gesehen habe. Die Schwaben haben zwar konstant geile Platten machen, waren aber auch von vielen Line-up Wechseln geprgt. Bandboss R.D. Liapakis hlt anscheinend die Truppe zusammen, die Gitarristen Markus Pol und Laki Ragazas sind auch schon "ewig" an Bord. Ganz neu war wohl der junge Drummer der den Altersdurchschnitt der Truppe mir Bassistin Joey Roxx etwas drckt. Neben einer guten Dreiviertelstunde angethrashten Power Metal zeigte die sddeutsche Truppe wie man gekonnt und spielfreudig ber die Bretter fegte und dabei noch das Publikum anfeuerte, so dass dieses der Bande permanent aus der Hand fra und Kracher wie "Metal Brigade" oder "The Cross" mchtig abfeierte. Mystic Prophecy boten einen Headliner -wrdigen Auftritt mit einer sehr gut eingespielten Band die mchtig Spa hatte und einfach eine tolle Show bot. Eine Schande, dass diese Band nicht alleine solche Hallen fllt.


Konnten Grave Digger hier mithalten? Ja! Die gut eingespielte und bis auf den Keyboarder seit Jahren im gleichen Line-up spielende Truppe um Frontmann Chris Boltendahl hat mit "Healed By Metal" nicht nur mal wieder eine basische und starke Platte am Start, sondern auch tolle und nicht so wuchtige Bhnenaufbauten dabei die sich von den blichen Bannern und Fahnen der anderen Bands positiv abhoben. Stefan Arnolds Drumkit war mit Steinen umbaut und drei Reaper Figuren aus "Stein" standen auf der Mauer, welche die Bhne hinten umrundete. Dazu gab es ein groes Banner und eine gute Lichtshow. Los geht es mit dem Titelsong des neuen Albums "Healed By Metal" und das Publikum ist schon auf Betriebstemperatur. Die gut aufgelegte Gruppe mit relativ neuem Keyboarder Marcu Kniep, dessen Reaper Maske und energetische Performance irgendwie an "Geschichten aus der Gruft" erinnerte, spielte hier den letzten Auftritt dieser Tournee. Im Gegensatz zum eher zurckhaltenden HP Katzenburg der die Band vor drei Jahren verlassen hat, gab hier der junge Keyboarder teilweise etwas zu viel Gas, was in Verbindung mit der Maskerade unfreiwillig komisch wirkte. Whrend Chris Boltendahl gut gelaunt und mit Familie und Bekannten im Publikum quasi ein Heimspiel hatte und gut bei Laune und Stimme war, agierte er auch sehr innig und humorvoll mit "seinem" Gitarristen Axel Ritt. Der fitte Veganer lie sich auch nicht lumpen und rockte mchtig ber die Bhne, rutschte auf Knien und gab oberkrperfrei mit einer Gitarre optisch im Zakk Wylde Stil alles.

Sogar das lakonische Nordlicht und Bassist Jens Becker lie sich mehr als einmal zu einem Lcheln bewegen, whrend das Publikum jeden Song mitbrllte. Bei den unzhligen und regelmig erscheinenden Alben der Grabschaufler ist dann die Songauswahl nicht so einfach. Ich denke mit dieser Mischung, die viele Alben der Band bercksichtigte und auch die neueren Lieder gut integrierte, konnte man als langjhriger Fan gut leben. Ohne "Heay Metal Breakdown" und "Rebellion" geht die Band eh nicht von der Bhne. Leider muss jedes Konzert einmal enden und so sind nach 16 Liedern die Musiker am Ende der Show und entlassen das Publikum die Nacht. Es war ein klasse Abend!














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