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21. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EMP PERSISTENCE TOUR 2017: SUICIDAL TENDENCIES, AGNOSTIC FRONT, U.V.A.
Ort Groe Freiheit 36, Hamburg
Datum 23.01.2017
Autor Toni B. Gunner
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p>Wieder einmal trifft sich Hamburgs Hardcore und Thrash Metal Fangemeinde um der alljhrlichen EMP Persistence Tour beizuwohnen. Die Groe Freiheit auf dem berhmt berchtigten Kiez ist geschmckt mit den altbekannten Metalhorns-Flaggen und Tunnel und Tattoos bis an die Haarspitzen sind kein seltenes Bild. Wer ist denn dieses Mal im Programm die eine oder andere Band kennt man ja bereits aus den letzten Jahren. Auch heute gibt es eine bunte Mischung aus Veteranen und angesagten Newcomern






MIZERY

Den Anfang machen wie unschwer zu erkennen ist ist Mizery, sympathischer Groove Metal aus San Diego. Pnktlich rauf, pnktlich runter und dazwischen ein guter Einstieg in den Abend, die ersten Fuste und Arme fliegen in der noch berschaubaren Masse.







BURN

Burn aus New York treffen danach richtig meinen persnlichen Geschmack. Die machen das auch nicht erst seit gestern, genau genommen seit 1989, aber haben erst vier Scheibchen zustande gebracht. Live auf jeden Fall sehenswert, schner progressiver Hardcore mit einem dynamischen Frontmann Chaka Malik, der auch gern die Nhe zum Boden sucht. Die halbe Stunde ist kurzweilig, wenn auch nur wenige Menschen im Publikum etwas mit der Band anfangen knnen. Nichtsdestotrotz ein guter und interessanter Auftritt.




DOWN TO NOTHING

Im Anschluss geben sich Down To Nothing die Ehre. Die Jungs aus Richmond gehen Straight Edge und bieten rauen Hardcore. Snger David Wood, der auch bei der Band Terror den Bass zupft, animiert erst einmal das Publikum, damit ein wenig Bewegung in die bisher noch eher trge Menge kommt. Es ist aber immerhin schon etwas voller geworden, die arbeitende Masse hat ihren Weg auf den Kiez gefunden. Der Auftritt vergeht ziemlich schnell, htte allerdings etwas Abwechslung vertragen knnen.






MUNICIPAL WASTE

Ebenfalls aus Richmond, Virginia kommen Municipal Waste. Mit Straight Edge hat die Band nichts am Hut, der Song "Beer Pressure" im spteren Verlauf des Sets spricht da wohl eine eindeutige Sprache. Municipal Waste spielen traditionellen Crossover Thrash, ich nenne deren Richtung ja liebevoll Tourette-Core. Die fnf Jungs haben mchtig Spielfreude im Arsch und starten mit "Mind Eraser" gleich mal komplett durch. Snger und Frontmann Tony Foresta ist dabei stndig in Bewegung. Ihr politisches Statement haben sie direkt mitgebracht: Zwei groe Banner, auf denen sich Donald Trump selbst erschiet, stehen auf der Bhne. Schne Sache, und ein starker Auftritt, der selbstverstndlich mit "Born To Party" beendet wird.

WALLS OF JERICHO

Und nun kommt die band um Powerlifting-Dame Candace: Walls Of Jericho. Mit jedem Auftritt ist es spannend ihren Muskelzuwachs zu bestaunen. Wow, als Frau find ich das ebenso beneidenswert wie auch verstrend zugleich. Aber doch mehr ersteres. Die keine Frau hat jedenfalls nicht nur Power in der Stimme sondern auch in den Armen und im Arsch. Die Detroiter geben wie immer volles Brett. In der mittlerweile sehr gut gefllten (aber nicht ausverkauften) Groe Freiheit 36 geht es das erste Mal richtig rund, und Circle beziehungsweise Mosh Pits wechseln sich frhlich ab. Die Band ist ebenfalls begeistert, was Sngerin Candace zu der Bemerkung hinreit: "Are you really starting a wall of death? Guys, I love you!". Mit "Relentless", "Forever Militant" und "The American Dream" sind weitere Hits im Programm. Am Ende gibt es wie immer Revival Never Goes Out Of Style, wobei es sich Bassist Aaron Ruby nicht nehmen lsst, sich ein wenig ber die Crowd tragen zu lassen. Auch Frontfrau Candace nimmt Krperkontakt zum Publikum auf, indem sie ans Absperrgitter springt, um den Song mit den Fans in der ersten Reihen zusammen zu singen. Groes Kino!

AGNOSTIC FRONT

Weiter geht es mit ganz bodenstndigem Hardcore von Agnostic Front aus New York. Jedem ein Begriff, der seit Beginn an im Hardcore unterwegs ist. Agnostic Front sind einer der Grndungsvter des Genres Hardcore. Das Publikum liebt es und die Masse geht komplett steil. "Police Violence", "Friend Or Foe", "Old New York", das Iron Cross Cover "Crucified", selbstverstndlich "Gotta Go" oder zum Ende "Blitzkrieg Bop", alles wird mitgesungen, Moshpits in Bewegung gebracht oder einfach nur mitgenickt. Die Jungs sind permanent in Bewegung, und Roger Miret singt in seiner unnachahmlichen Art einfach alles in Grund und Boden. Ein starker Co-Headliner!







SUICIDAL TENDENCIES

Die bisherigen Bands haben die Stimmung sehr gut gepusht und das Publikum schon recht gut gefordert. Knnen Suicidal Tendencies das noch toppen oder halten? Seien wir gespannt. Das Intro zu "You Can't Bring Me Down" kommt aus den Boxen und die Band betritt nach und nach die Bhne. Darunter auch Dave Lombardo, der lange Zeit bei Slayer die Felle verdroschen hat. Pnktlich zu den ersten Worten kommt dann auch Cyco Miko auf die Bhne, und der Spa beginnt. Mike schwingt hauptschlich seine Arme wie wild (und wie man es kennt) durch die Luft und hat offensichtlich Spa. Der Rest der Band ist stndig unterwegs und animiert das Publikum. Leider verflacht der Auftritt danach zusehends. Den Rest der Suicidal Tendencies will ich die Spielfreude nicht absprechen, aber Mike Muir wirkt irgendwie merkwrdig. Er singt hier und da mal, seine vernuschelten Ansagen sind kaum zu verstehen, und ansonsten lebt er einfach von seiner Prsenz. Das Set pltschert so dahin, und beim letzten Song darf dann die Bhne vom Publikum gestrmt werden. Daran hatten einige richtig groen Spa!

Auch dieses Jahr ist die "Persistence Tour" ein voller Erfolg. Fr einen erschwinglichen Eintritt bekommt man eine gute Sammlung an Top Bands zu sehen. Fr Hardcore Fans jedenfalls ein Muss.




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