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21. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing INSOMNIUM, BARREN EARTH, WOLFHEART
Ort Grnspan, Hamburg
Datum 19.01.2016
Autor Marc Schallmaier
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Das neue Jahr hatte begonnen, und gleich zum Start hatte sich ein sehr interessantes Konzert Paket angekndigt. Melodischer Death Metal der obersten Gteklasse und alle drei Bands kommen aus Finnland. Die Auentemperaturen an diesem Abend in Hamburg konnten zumindest etwas mit skandinavischen Verhltnissen mithalten. Und das Grnspan war zwar nicht ausverkauft, aber immerhin doch sehr gut gefllt. Das kannte doch eigentlich nur ein starker Abend werden, oder?

Die Frage werden wir spter im Detail beantworten. Zunchst herrschte erst einmal etwas Verwunderung im legendren Hamburger Grnspan, Eigentlich sollte BARREN EARTH um 18.30 Uhr den bunten Reigen erffnen. Aber erstens passierte nichts zu der angegebenen Uhrzeit, und zweitens war die Bhne ganz klar auf WOLFHEART aufgemacht. Diese kamen dann eine halbe Stunde spter auf die Bhne und legten mit "The Hunt" gleich los. Der auffllig ttowierte Frontmann Tuomas Saukkonen hatte das Publikum von Anfang an im Griff, auch wenn er eher mit seiner Ausstrahlung punktete als mit Ansagen. Davon machten WOLFHEART auch nicht wirklich Gebrauch. War aber auch nicht weiter schlimm, da das Quartett seine Zeit optimal nutzte und seine Zuhrer begeisterte. Die Begeisterung ber Songs wie "Ghosts Of Kerelia" oder auch "Boneyard" war gro und man feierte die Band ordentlich ab. Nach knapp vierzig Minuten war dann Feierabend fr WOLFHEART, die den Abend als gelungen betrachten konnten.

Die Umbaupause begann, man konnte viele Gerchte vernehmen und es schien ein Moment fraglich, ob BARREN EARTH berhaupt spielen wrden. Kurz danach aber war durch ein groes Backdrop dann klar, dass die Band als nchstes auftreten. Aus Insider Kreisen vernahm man von der Band WOLFHEART dass keiner so genau wusste, warum die Slots getauscht wurden. Und sptestens nach der Hlfte des Sets von BARREN EARTH haben sich wohl viele eben genau diese Frage gestellt. So technisch anspruchsvoll die Musik des Quintetts auch ist, so zh und sperrig ist die Mucke fr einen Live Auftritt. Da ntzte es auch wenig, dass der eigentlich HAMFERD Frontmann Jon Aldara mehr Kommunikation mit dem Publikum unternahm als sein Vorgnger.



Der Sound zndete einfach nicht und viele Besucher wussten nichts mit BARREN EARTH anzufangen. Das war auf den gesamten Abend gesehen eine echte Vollbremsung, hatten WOLFHEART doch fr ordentlich Stimmung gesorgt die nun rapide abbrach. Wie gesagt, schlecht ist diese Mischung aus Doom und Death Metal mit vielen progressive Elementen sicher nicht, eignet sich aber nicht wirklich fr eine Bhne. Einzig der Mann am Lichtmischpult hatte hier ein wenig Mitleid mit den Fotografen und schenkte etwas mehr Licht an die knipsenden Kollegen. Bei WOLFHEART war das schon eher eine mittlere Katastrophe mit sehr wenig Licht und viel Trockennebel.

Und um das Thema gleich wieder aufzugreifen: bei INSOMNIUM wurde es richtig schlimm. Ja, die Band war hauptschlich auf Tour um ihr letztes Album "Winter's Gate" zu promoten und den einen Song von vierzig Minuten mit kleinen Unterbrechungen darzubieten. Und ja, dazu spielte auch die Lightshow eine Rolle. So gab es eigentlich nur blaues Licht dass fast immer von hinten die Musiker anstrahlte und somit nur drei Silhouetten auf der Bhne zu sehen waren. Natrlich passte dies zur Grundstimmung von "Winter's Gate", aber als Fotograf war es praktisch unmglich, unter diesen Bedingungen halbwegs vernnftige Bilder zu Stande zu bringen. Hiermit sie also die Qualitt der Fotos entschuldigt, aber es lag nicht an mir. Amsanterweise fror auch das Publikum ein wenig ein, und lauschte andachtsvoll der Musik anstatt sich ein wenig krperlich zu bettigen. Der Sound war an diesem Abend bei allen Bands glasklar und sehr druckvoll, daran gibt es nichts zu bemngeln. Als dann die letzten Akkorde von "Winter's Gate" erklangen und sich die vier Finnen anschickten zum "normalen" Tagesprogramm berzugehen, wurde nicht nur das Licht besser, pltzlich taute auch das Publikum wieder auf. Bei Songs wie "The Gale", "Mortal Share" oder "While We Sleep" wurden Fuste und Kpfe geschwungen und es ging ein sprbarer Ruck durch das Hamburger Grnspan. Durch das bessere Licht konnte man nun auch an der Spielfreude und dem Enthusiasmus von INSOMNIUM teilhaben. Das kam alles aus einem Guss und machte richtig Laune. "Bereavement", "Change Of Heart", "Only One Who Waits" und "The Promethean Song" wurden gespielt und beendeten den zweiten Teil des regulren Sets. Das bliche Spiel begann (Band tut so, als geht sie nach Hause, lsst das Publikum kurz zappeln und kehrt dann unter Jubelstrmen wieder auf die Bhne), bevor die Finnen ihre drei Zugabe Songs spielten. "Equivalence", "Down With The Sun" und "Weighed Down With Sorrow". Dann war endgltig Schicht im Schacht. Ein gutes Konzert ging zu Ende, allerdings gab es diesen taktischen Fehler des Slot Wechsels meiner Meinung nach. Htten BARREN EARTH zuerst gespielt um das Publikum mit ihren sperrigen Songs zu erwrmen, anstatt die Band als Bremse zwischen WOLFHEART und INSOMNIUM zu platzieren wre es noch besser gewesen!

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