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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ERIC FISH
Ort Andernach, JuZ
Datum 16.01.2004
Autor Roland Wohde
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Ich mag Subway To Sally, seitdem ich die Band das erste Mal vor Jahren in einer Turnhalle in Andernach im Vorprogramm von Schweisser!!! gesehen habe. Um die Solokarriere des Frontmanns Eric Fish habe ich mich bis dato aber nie gekmmert. Als ich nun erfuhr, dass eben dieser mit einem Akustik-Set in meinem Stammclub (JUZ-Andernach) auftreten sollte, war es fr mich aber ganz klar, dort einmal vorbeizuschauen. Ohne eine besondere Erwartungshaltung kam ich also gegen 19.30 Uhr im JUZ an und war zunchst von der sehr geringen Besucherzahl sowohl berrascht als auch ein wenig enttuscht. Denn ich hatte damit gerechnet, dass sich ,aufgrund der mittlerweile ja ziemlich populren Truppe Subway To Sally, doch etwas mehr als nur ca. 100 Besucher an diesem Freitag Abend einfinden wrden. Ebenfalls ein wenig enttuscht war ich von der Tatsache, dass es bis fast 20.30 Uhr dauerte, bis Eric Fish endlich die Bhne betrat, die mit lediglich drei Barhockern bestckt und mit einigen brennenden Kerzen dekoriert war. Dies sollte aber definitiv die letzte Enttuschung des Abends bleiben, denn es folgte ein Abend voller positiver berraschungen.
Zunchst war es mir noch etwas suspekt, dass die kleine versammelte Gemeinde, die zum grten Teil aus schwarzgewandeten und meist relativ jungen Leuten bestand, beim erscheinen des Mr. Fish einfach sitzen blieb. Das gewohnte Prozedere von Konzerten, bei denen sptestens beim Einmarsch "der Helden" aufgesprungen und in Richtung Bhne gedrngt wird oder einfach mit verschrnkten Armen stehend auf das gewartet wird, was da so kommt, entfiel hier vllig. Statt dessen wurde Eric Fish von seinen Fans mit ordentlichem Applaus, von vor Erwartung glitzernden Augen und stillem Lcheln begrt. Ich lie mich von der aufkommenden heimischen und gemtlichen Atmosphre anstecken und setzte mich mit meinem Bierchen in der Hand dazu.
Auf eine genaue Setlist verzichte ich an dieser Stelle, da sie den Rahmen sprengen wrde und nach meinem Empfinde in diesem Falle auch ohne Belang ist. Denn was an diesem Abend ganz gro geschrieben wurde, war Atmosphre, Stimmung und Gefhl. Teilweise allein, teils mit Untersttzung seiner zwei Kollegen Uwe Nordwig und Rainer Michalek, bot Meister Fish eine Mischung aus vielen eigenen Songs, traditionell irischen Klngen sowie vereinzelten Subway-Stcken und Coversongs von Knstlern wie z.B. Tom Petty. Auer den Stimmen der Knstler (wobei mich neben Eric besonders Rainer mit seiner teilweise fast ein wenig an Lemmy erinnernden Stimme beeindrucken konnte) kamen nur Akustikgitarren und vereinzelt ein Dudelsack sowie eine Mundharmonika zum Einsatz. Diese sprliche Instrumentierung, die mit einem guten Sound und einer fr Konzertverhltnisse recht geringen Lautstrke gekoppelt war, brachte Musik und Texte ungeheuer gut zur Geltung. Der Zuhrer wurde auf eine Gefhlsreise mitgenommen, die nachdenkliche und lustige, locker flockige, aber genauso auch traurig melancholische Etappen hatte. Die von der Band gesponserte (!!!) kreisende Whiskey-Flasche (Die-Hard-Fans wissen Bescheid!), die auch die hinteren Pltze noch ansehnlich gefllt erreichte, verstrkte die gemtliche Stimmung und hatte etwas von Lagerfeueratmosphre. So genossen die Anwesenden einen gemtlichen Abend mit klasse Musik und fhlten sich, egal ob alleine oder in der Gruppe, irgendwie doch als Teil eines Ganzen. Nach viereinhalb Stunden (!!!) inklusive einer etwas lngeren und zwei kurzen Pausen verabschiedeten sich Band und Publikum voneinander.
So verlie ich um 1.00 Uhr am Samstag morgen bestens gelaunt das JUZ und kann sagen, dass ich bei nchster Gelegenheit Herrn Eric Fish wieder besuchen werde. Dass der Eintrittspreis brigens bei lediglich 8 Euro lag, setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Ob die geplante erste Verffentlichung des Materials in Form eines Livemitschnitts die intensive Atmosphre eines solchen Abends einfangen kann, wage ich zwar zu bezweifeln, aber gespannt bin ich trotzdem.
Infos zu Auftritten und News findet ihr unter www.ericfish.de.
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