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21. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing A CHANCE FOR METAL FESTIVAL 2016 - TAG 1
Ort JuZ Live Club, Andernach
Datum 06.05. - 07.05.2016
Autor Mario Loeb
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Das ACFM Festival ist aus Andernach nicht mehr wegzudenken und war auch dieses Jahr wieder das dritte Mal in Folge in Windeseile ausverkauft. Trotzdem wurden die Veranstalter immer weiter mit Nachrichten von Metallern bombardiert, die noch gerne ein Ticket zum 10-jhrigen Jubilum erwerben wollten. Aber was tun, war die groe Frage. Die Anzahl an Tickets erhhen ging mit den alten Begebenheiten nicht und auch blieb die Frage: Wie wrden die "Stamm"-Zuschauer darauf reagieren, wenn man das Festival vergrert? So war das ACFMF ja vor allem auch deshalb zum Kult unter den Fans geworden, weil es eben so familir war und eine unvergleichbare Atmosphre hatte.

Was also tun?? Es war dann eine mutige Entscheidung, die die Crew des Teams dann fllte. Man baute ein Zelt auf der Rckseite des Gebudes an und nutze die fest installierte Bhne von der Rckseite aus, um so die Kapazitt deutlich vergrern zu knnen und gab ein zweites Kontingent an Tickets frei. Auch wenn ich am Anfang skeptisch war, muss man sagen, dass die Entscheidung in allen Bereichen goldrichtig war und auch die Angst, dass es deshalb weniger familir auf dem Festival zuging, war vllig unberechtigt. Vorneweg schon mal richtig dickes Lob an alle Beteiligten, das ACFMF hat an diesem Wochenende gezeigt, dass man auch im Underground in der Lage ist, richtig Tolles zu erschaffen, ohne dabei seine Wurzeln zu verkaufen.

ACFMF Tag 1

Der Wetter-Gott meinte es am Wochenende dann schon lange vor dem Start mit sommerlichen Temperaturen mit den Festival-Gsten gut, die sichtlich den Festival-Auftakt in Andernach in allen Zgen genossen. Die erste Band des Tages lie dann auch nicht lange auf sich warten.

Liverless

Liverless aus Dsseldorf durften dann das Festival erffnen, was sich bereits viele Besucher nicht entgehen lieen, die dem Start entgegenfieberten. Irgendwas zwischen Thrash und Old School Speed Metal bekam dann die musikhungrige Meute auf die Ohren. Die Jungs machten auch einen echt guten Job und hatten sichtlich Spa daran, dass bereits so viele Metalheads den Weg ins Zelt gefunden hatten. Auch der Sound war schon amtlich so dass die Dsseldorfer und Zuschauer das 7 Lieder starke Set genieen konnten. Eine EP mit dem Namen "Get Infected" hat man wohl auch bald am Start, so dass man von der Band sicher nicht das letzte Mal was gehrt hat.

Setlist: Liverless

  • Get Infected
  • Torment
  • The Hunt
  • Chainbreaker
  • Angel Witch
  • Only Death Is Real
  • Liverless

Final Fotune

Als nchstes schmissen dann die junge Truppe von Final Fortune ihren Hut in den Ring. Schon die Optik verriet schnell, wohin die Reise gehen wrde: Hair und Glam Metal. Ich wei nicht, ob ich vor allem die Frisuren aus den 80ern noch brauche, aber sptestens nach Kissin Dynamite entdeckt auch die junge Generation diesen Trend fr sich wieder. Musikalisch betrachtet war das zwar noch nicht alles auf den Punkt, was die aus Bitburg stammende Band ablieferte, aber eine engagierte Leistung kann man der jungen Truppe auf alle Flle unterschreiben. Auch die Riffs haben durchaus Potenzial, auch wenn hier sicher noch der letzte Feinschliff fehlt, vor allem was die Feinabstimmung mit dem Gesang angeht. Trotz alledem kann man nur sagen, dass Final Fortune bei dem Auftritt bewiesen haben, dass sie einen der begehrten Pltze auf der Bhne im JUZ-Live Club auch verdient hatten und auch ihren verdienten Applaus am Ende genieen durften.

Setlist: Final Fotune

  • Power Of The Lightning
  • All Through The Night
  • Raised On Rock
  • Hungry For Love
  • Reaching For The Sky
  • Dirty Nights

Sacrilegion

Das erste Mal richtig auf die Fresse gab es dann von der Trierer Band Sacrilegion und hier wurde mir persnlich das erste Mal so richtig warm ums Herz. Melodic Death vom Feinsten gab es, mit echt richtig geilen Riffs und schicken Breaks. Die ntige Geschwindigkeit und Alexander Orths Gesang erledigten dann den Rest fr das Energie erzeugende Paket. Am meisten ist mir tatschlich der Opener "Derailed" hngen geblieben, was ein geiles Riff, den hatte ich auch noch 3 Stunden spter im Ohr, als ich mich dabei erwischte, als ich ihn beim Wasserlassen auf dem Klo pfiff. Ein wenig mehr htte sicher los sein knnen vor der Bhne, ob Mutti zum Abendessen am Zelt gerufen hatte, man wei es nicht.

Setlist: Sacrilegion

  • Derailed
  • Harrassed
  • Once Our Spirits Fade
  • Die By My Hand
  • Infiltrate The Sky
  • When Redemption Repeats
  • Don't Disrupt The Flow
  • Arsenic
  • Unnatural Supremacy
  • The Elders Of Zion

Stagewar

Richtig fett ging es dann auch weiter mit den ThrashNRoll von Stagewar, die bei dem Namen selbstverstndlich mit Star Wars Intro starteten. Ha ha, alter Schwede, was ein Brett und fr mich einer der Entdeckungen auf dem ACFMF. Irgendwie eine Mischung von S.O.D., Megadeth und Anthrax, ach ich wei auch nicht, wie man es besser beschreiben kann. Auch vom Technischen her in den hohen Geschwindigkeiten, gerade in den zweistimmigen Gitarrensoli, war das alles sehr sauber, ohne dabei an Geschwindigkeit einzuben. Hallo, ich bin mit Maiden aufgewachsen, das geht bei mir immer. Groartig! Zuschauer und Fotografen im Graben hatten Spa, womit ich hiermit auch meinen Kollegen Jrg gre.

Setlist: Stagewar

  • Trapped In Life
  • No Place To Go
  • My Place My Rules
  • Never Before
  • Shell Shock
  • Still Alive
  • MMDK
  • Crash Course
  • Uncle Jack
  • No Fucks Given
  • Turbo Thrash Party
  • The Song I Wrote For You
  • Isolated
  • Sweating Blood

Incertain

Das erste Mal berichteten wir auf dem ACFMF 2014 ber die junge Band und ich erinnere mich noch genau, wie geplttet wir von der Newcomer-Band waren. Nun war es also Zeit fr die Band aus Andernach, sich ein zweites Mal auf den ACFMF 2016 zu beweisen. Dieses Mal allerdings nicht mehr als kleine Band, sondern als Co-Headliner fr den Freitag. Was soll man schwer schreiben, sie haben das Zelt gerockt! Auch dieses Mal bewies die Band, dass sie ein Rohdiamant ist, der so langsam aber sicher in Form geschliffen wird. Von der frheren Schchternheit 2014 von Frontfrau Hlya ist fast nichts mehr brig, die jetzt nur noch vor Selbstbewusstsein strahlt, was ihr nebenbei hervorragend steht. Dazu hat sie auch allen Grund, denn Incertain braucht sich nun wirklich nicht zu verstecken. Schon bei der Release-Party zur EP "My Hostage" habe ich geschrieben, dass sie den nchsten Schritt gegangen sind, so war es auch kein groes Wunder mehr, dass sie das Publikum auf dem ACFMF fest im Griff hatten. "Mankind's Grave", "Bring Back The Anarchy" oder "My Hostage" sind der Stoff, aus dem Thrash&Death Metal Trume gemacht sind. Gebhrend abgefeiert wurden sie dann auch. Das Zelt war knppelvoll und die Zuschauer gaben alles beim Bangen oder im Moshpit. Die Band ist auf den Punkt und die Gitarrenriffs braten jedes Geflgel, das sich zu nah an die Bhne wagt. Gastauftritte von Py von Sic Zone und Mirco Ginsberg, der ja fr ein paar Shows im letzten Jahr fr die erkrankte Hlya eingesprungen ist, waren dann noch die Sahnespitze auf dem rundum gelungen Auftritt. Wenn Incertain jetzt am Ball bleiben, haben sie eine echte Chance, nicht nur in ihrer Heimat die Massen in Wallung zu bringen.

Setlist: Incertain

  • Mankind's Grave
  • Crusader
  • My Hostage
  • Immortality
  • Rage & Greed
  • Bring Back The Anarchy
  • Suffermind
  • Abortion Of Benevolence
  • Social Lies

Steelpreacher

Steelpreacher haben letztes Jahr mit "Devilution" eine tolle neue Scheibe rausgehauen. Die einzige Frage, die ich mir zwischendurch stellte, war, ob man es zu dritt schaffen wrde, die Songs auch live so hinzubekommen oder ob man hier deutliche Abstriche machen msste und ich versprach, mich bei einer der nchsten Liveshows selbst davon berzeugen und gerne auch davon zu berichten, was ich dann hiermit einlse. Mit "Let's Get Loaded", "We Don't Get Drunk (We Just get Awesome)" und "Rock'n'Roll On My Mind" haben es dann drei Songs in das 13 Lieder starke Set geschafft und um direkt die Frage zu beantworten, die neuen Songs, die sie im Set haben, klappen auch hervorragend live. Ich htte gerne noch mehr Lieder von der aktuellen Scheibe dabei gehabt, aber das Set, das man spielte, war ausgeglichen, so dass fr alle etwas dabei war. Steelpreacher machten dann das, was sie am besten knnen und feierten gemeinsam mit dem Publikum eine musikalische Party und von Anfang an gingen Band und Publikum ziemlich steil zum Opener "Hell Bent For Beer". Whrend des weiteren Abends sah man egal wo Mann oder Frau hinschaute in glckliche Gesichter und sehr durstige Mnder vom vielen Mitgrlen der Songs. So war es dann auch kein Wunder, dass zu "We Want Metal / We Want Beer" am Ende noch einmal alles vom Publikum gegeben wurde, um ihren Hunger nach gutem Metal und den Durst nach Bier gestillt zu bekommen. Dem musikalischen Wunsch danach kamen die Drei dann auch gerne mit dem letzten Song "Metal Hangover" und zwei Zugaben nach. Top Auftritt von Steelpreacher die der Veranstaltung am ersten Tag die Krone aufsetzten. Einen Kritikpunkt und kleinen Scherz am Rande habe ich dann doch noch, vielleicht solltet Ihr die Jungs von Steelpreacher Euch das nchste Mal jemand anderen aussuchen, der das 5-Liter-Fsschen Bier von der Bhne aus verteilt. Das khle Gold benetzte nmlich keine einzige Kehle, sondern wurde nur grozgig wild spritzend in die Menge verteilt, das nennt man gezankt und bei uns in der Region nennt man das Bier-Schande. Bobby (Secutor), was ist denn mit Dir los?? Da wirst du mit einer der wichtigsten Aufgaben auf dem Festival beauftragt und dann so ein Gemetzel. Ja, Bier ist gut fr den Bart und wir wissen, dass Du Deinen sehr pflegst, aber 5 Liter sind echt bertrieben.. Also das nchste Mal biete ich mich an, Dir zu assistieren und die Becher festzuhalten, die du dann fllst, um sie zu verteilen, ich finde Du bist dem Publikum noch ein 5-Liter-Fsschen schuldig. Deal?

Setlist: Steelpreacher

  • Hell Bent For Beer
  • Let's Get Loaded
  • Bitchcraft
  • Forces Of Hell
  • Rock'n'Roll On My Mind
  • Drinking With The Devil
  • Start Raising Hell
  • We Don't Get Drunk (We Just get Awesome)
  • D.O.A.
  • We Want Metal (We Want Beer)
  • Metal Hangover
  • Bang Your Head (Quiet Riot-Cover)
  • Dirty Deeds Done Dirt Cheap (AC/DC-Cover)

Alle Bilder vom ACFM 2016 -Tag 1 findet ihr hier:

www.facebook.com/111232828911922/photos/?tab=album&album_id=1033438040024725
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