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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing KAMELOT,SERENITY,AEVERIUM
Ort Andernach, JUZ-LIVE-CLUB
Datum 2016
Autor Mario Loeb
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Symphonic Metal ist eine Metal-Richtung, die zu meinen Hass-Lieben gehrt, entweder ich feiere Bands aus dieser Stilrichtung richtig ab oder kann gar nichts damit anfangen.

Das gibt es sicher in jeder Musikrichtung, aber bei keiner habe ich das so extrem. Am 22.04.2016 im JUZ-Live-Club, Andernach war ich also gespannt, wie mir ein Abend mit gleich drei Symphonic-Metal-Bands gefallen wrde, drei Bands, zu denen ich noch keine Meinung hatte, auch wenn Kamelot mir selbstverstndlich was sagte. Optisch hatten dann besonders die Damen der Bands das Heft fest in der Hand, die ihren mnnlichen Gegenparts auch gesanglich in nichts nachstanden, so viel kann ich schon einmal verraten.

Aeverium

Aeverium war fr mich eine echte berraschung an diesen Abend. Mich berzeugte die Band vor allem durch ihre kraftvolle Vorstellung. Aeva Maurelle und Marcel "Chubby" Rmer geben ein tolles Duo auf der Bhne ab und sind manchmal gesanglich ein wenig wie die Schne und das Biest. Aeva ist mit einer bezaubernden Stimme ausgestattet und Marcel sorgte zwischendurch mit seinen dunklen Screams und Growls fr die ntige Hrte in den Liedern, die ich oft gerade in Female-Voice-Geschichten vermisse. Okay, sind wir ehrlich, auch was das Aussehen angeht (lieber "Chubby", sei mir nicht bse!) erinnerten mich die beiden an diesem Abend ein wenig an einen berhmten Disney-Film. Aber das ist vllig wurscht, weil beide mit ihrer Band einfach ein tolles Bild ablieferten und das vor allem musikalisch und darum geht es ja mal in der Hauptsache. Symphonic Metal stimmt in diesem Fall brigens auch nicht ganz, vieles erinnert dann doch eher an die Gothic-Metal meets Metalcore-Schiene. Um bei "Chubby" nicht ganz in Ungnade zu fallen, sei auch noch erwhnt, dass der Herr auch ber eine sehr exzellente Klarstimme verfgt. Runde Sache also.

Serenity

Serenity knpften dann in der bereits gut angeheizten Halle an die Leistung von Aeverium an und man kann der 2001 gegrndeten Band bescheinigen, dass sie von Anfang bis Ende einen richtig guten Job gemacht haben. Auch wenn ich die Titel persnlich jetzt nicht immer gleich stark an diesem Abend fand. Der Draht zwischen Publikum und den sterreichern war aber sofort da, so dass die Zuhrer auch gleich in Mitsing- und Mitmach-Laune waren. Das zeichnet selbstverstndlich das anwesende Publikum im JUZ aus, aber auch selbstverstndlich Serenity, die ihr Set sehr sauber herunterspielten und nicht nur instrumental berzeugen konnten. Besonders auffllig, was die Prsenz an diesem Abend angeht, war in meinen Augen mit Sicherheit Gastsngerin Tasha (Natascha Koch), die sich zum Glck nicht nur durch ihr echt tolles Aussehen in Szene zu setzen wei, sondern auch immer wieder mit ihrer Stimme fr tolle Akzente sorgte. Bei manchen Bands habe ich das auch schon ganz anders erlebt, nach dem Motto "von auen huiii, Stimme pfuiiii". Auch Georg Neuhauser, der Leadsnger der Truppe, stand der Dame gesanglich in nichts nach und berzeugte mit einer klasse Stimme. Gerade die Duette zwischen Tasha und Georg verliehen der Show den ntigen Charakter. Serenity berzeugte durch eine geschlossene Bandleistung und sorgte fr eine richtig gute Stimmung.

Das bei dieser Band jede Menge Sounds wie das Keyboard oder eine zweite Gitarre aus der Konserve kamen, strte vielleicht zurecht ein paar Musiker, den Fans war das aber total egal. Erwhnen wollten wir es aber trotzdem (Thorsten).

Kamelot

Innerhalb ihrer Haven-Revolution-Tour 2016" war Andernach der einzige Stop der US-Band in Deutschland. Da war es kein Wunder, dass de"r JUZ-Live-Club sehr gut besucht war und die Fans mit guter Stimmung bedachten. Das schien auch die Band mitgerissen zu haben, die laut einer Aussage eines Besuchers, der die Gruppe schon oft gesehen hat, im Normalfall etwas schchterner auf der Bhne zugange ist. Aber so machten Band und Publikum den Abend zu einem Happening und hinterlieen auch mich beeindruckt zurck. Denn Kamelot schafft es nicht nur auf CD, eine geile Atmosphre zu zaubern, sondern bewiesen auch bei ihrer Show in Andernach, dass sie auch live dazu in der Lage sind. Allen voran Fronter Tommy Karevik war gesanglich mal richtig fett und sorgte mit seiner Stimme fr den einen oder anderen Gnsehaut-Moment. Auch die Band braucht sich nicht zu verstecken und verstand es jederzeit, die Meute mit anzuheizen, ohne dabei ihren Job zu vernachlssigen. Alles sehr genau und auf den Punkt. brigens fand ich auch das Bhnenbild echt richtig hbsch mit dem riesigen Banner, das das Cover der aktuellen Scheibe "Haven" zeigte. Kamelot berzeugten einfach auf jedem Gebiet und hinterlieen nur zufriedene Gesichter. Aber habe ich nicht am Anfang von drei Damen gesprochen? Na klar, auch Kamelot hat selbstverstndlich wieder eine Gastsngerin an Bord gehabt, auch wenn sie im Gegensatz zu ihren Kolleginnen etwas im Hintergrund stand und das wortwrtlich. Verstecken musste sich Kobra Paige aber nicht, denn auch sie hatte gesanglich einiges zu bieten und sorgte immer wieder fr eine dichte Stimmung, so dass weder Aussehen noch Knnen daran Schuld war, dass sie nicht ganz so im Rampenlicht stand, was die Leistung aber nicht im Mindesten beeinflusst hat.

Fazit: Toller Abend!

Setlist: Kamelot

  • Intro
  • Veil of Elysium
  • When the Lights are Down
  • The Great Pandemonium
  • Center of the Universe
  • Karma
  • Torn
  • Song for Jolee
  • March of Mephisto
  • Rule the World
  • Insomnia
  • Liar Liar (Wasteland Monarchy)
  • Forever

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