Navigation
                
24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SECUTOR, HELL PATRÖL
Ort Koblenz, Florinsmarkt
Datum 2016
Autor Mario Loeb, Patrick Weiler
>> Als E-Mail versenden

Keine Band haben wir im letzten halben Jahr so intensiv begleitet wie SECUTOR. Angefangen haben wir mit einem Live-Bericht bei Satan über die Listening-Session zu "Stand Defiant" im Florinsmarkt und ein Interview mit Frontsau Bobby Bald. Zeit also, auch von unserer Seite einmal danke an die Jungs zu sagen, die uns immer mit offenen Armen empfangen haben, uns tiefe Einblicke in die Entstehung von "Stand Defiant" gaben und uns immer offen und ehrlich Rede und Antwort gestanden haben. Wir können nur sagen: supportet die Band, die Jungs haben es nicht nur musikalisch verdient, sondern auch deshalb, weil sie aus unserer Sicht für ehrlichen Metal stehen. Dies zu beweisen galt es dann auch für SECUTOR am 26. März im Florinsmarkt auf ihrer Release Party von "Stand Defiant". Als Anheizer für den Abend ebenfalls im Gepäck waren die Jungs von HELL PATRÖL, die für ordentlich Dampf sorgten. Aber lest selbst.

HELL PATRÖL

Der Florinsmarkt war bereits sehr gut gefüllt, als die Supportband des Abends die Bühne betrat. Der Name HELL PATRÖL sagte mir vorher nichts, ließ mich aber naheliegend an eine JUDAS PRIEST-Coverband denken. Aber weit gefehlt. Die vier Herrschaften aus Heidelberg, teils in Kutten gehüllt, präsentierten sich im Laufe ihres Sets als lupenreine Speed Metal Band. Also hundert Prozent 80er, hundert Prozent Vollgas. Von den Anwesenden wurde das sehr wohlwollend aufgenommen und mit ordentlichem Applaus bedacht. Das durchgehend flotte Material von HELL PATRÖL erinnerte mich stark an EXCITER und Songs wie "Still Flying" oder "Speed Demons" machten ziemlich Laune. Leider war der Sound nicht ganz optimal, so dass viele Feinheiten im Spiel der Truppe untergingen. Durch diesen Umstand und dadurch, dass es fast nur im Highspeed-Bereich zur Sache ging, erschienen die Stücke vielleicht teils etwas gleichförmig, so empfanden es zumindest einige kritische Stimmen nach dem Gig. Kollege Loeb und ich waren uns allerdings einig, dass so eine reine Speed Metal-Veranstaltung für uns alte Säcke doch eine feine Sache war und als Anheizer für SECUTOR die richtige Wahl.(Patrick Weiler)


SECUTOR

Nun sind die Recken von SECUTOR ja alles andere als unerfahrene Gladiatoren auf der Bühne, aber ein wenig nervös schienen mir die Mannen um Bobby Bald an diesem Abend schon zu sein. Das Amphitheatrum am Florinsforum war auch brechend voll und die Bürger aus Confluentes waren bereits mächtig aufgeheizt durch den Hochleistung-Speed Metal von HELL PATRÖL, der wie bei einem Wagenrennen im antiken Rom nicht mit musikalischer PS-Stärke knauserte. Aber so wie der Secutor im alten Rom mit einem mächtigen Gladius ausgestattet war, betraten unsere Kämpfer der Neuzeit frisch gestärkt mit Cervisia nicht gerade unbewaffnet die Arena. Denn der neue Silberling namens "Stand Defiant" war ein echter Kracher geworden, was sich im Vorfeld schon lange unter den Besuchern herumgesprochen hatte. Trotzdem schien bei SECUTOR ein wenig die Angst umzugehen, dass das gemeine Volk am Ende des Gladiatoren Kopf fordern könnte und der Daumen nach unten geht. Gegen Furcht hilft nur eins: auf in die Schlacht und nach ihrem eigenen Motto "THRASH OR DIE" legten sie dann los. Schon nach den ersten Tönen wurde klar, dass die gezeigte Nervosität nur ein abgezockter Bluff gewesen sein konnte, um den Gegner zu verunsichern. Denn SECUTOR befand sich in Hochform. Messerscharfe Gitarren-Riffs und ein brachialer Sound sorgten bereits früh dafür, dass die ersten Haare kreisten und die ersten Köpfe beim Bangen flogen. Immer wieder reckte Bobby seine Faust in den Arena-Himmel, an dem als etwas zu kurz geratener Maniac stolz das SECUTOR-Schweißband prangte. Was soll der Actuarius schon schwer schreiben, es war ein einziger Triumphzug. Präzise und treffsicher machten SECUTOR keine Gefangenen, wie es sich für einen ordentlichen SECUTOR (Verfolger) gehört und thrashten sich mit Songs wie "Detonator", "Bleed For Me" oder "Metal Addict" in die Herzen der Zuschauer, die längst in einer Art Rausch waren und eine dicke Metal-Orgie feierten. Man konnte aber auch nicht anders, der Groove von Schlagmann Mus hätte auch damals jedem Ruderer auf einer Galeere mächtig Feuer unter dem Hintern gemacht, ohne dabei den gesetzten Kurs zu verlassen. Fömb (Lead-Gitarre), Fabio (Rhythmus-Gitarre) und Dobby (Bass) sorgten dafür, dass ein dichter Soundteppich gelegt wurde, der dazu führte, dass der Staub vor der Bühne von den Leuten ordentlich durchgewirbelt wurde. Auch wenn man auf den Stehplätzen aufpassen musste, seinem Nachbarn dabei nicht auf die Füße zu treten. Es war übrigens gar nicht so einfach, eine Cervisia zu bestellen, es war kaum ein Durchkommen zur Theke. Ausverkauftes Haus eben. Schon früher wurden die Gladiatoren, wenn sie gut genug waren, verehrt wie Helden und man brachte ihnen auf alle mögliche Arten den verdienten Respekt entgegen. Viel anders war es an dem Abend während und nach der Show auch nicht, alles was mitgegrölt werden konnte, wurde gegrölt mit erhobener Pommesgabel in der Luft, was der Bedeutung des nach oben gerichteten Daumens im alten Rom gleich kommt. Bobby, der mit einer richtig geilen Stimme das I-Tüpfelchen auf eine geile Show setzte, schüttelte an diesem Abend immer wieder den Kopf mit den Worten "Ihr seid wahnsinnig!". Lieber Bobby, das waren sie nicht, die hatten einfach ein gutes Gespür dafür, dass ihr, die Gladiatoren, alles für das Publikum an diesem Abend gegeben hattet. Ich als bescheidener Schreiber, der die Geschichte dieses Abends aufgeschrieben hat, kann mich dem nur anschließen und sagen: "Raise Your Tankard" auf eine tolle neue Scheibe von SECUTOR, die mit ihrem neuen Werk und dem Auftritt bewiesen haben, dass man im Metal eigentlich nur eines besitzen muss: die Bereitschaft, den Mut und das Herz eines Secutors, alles für seine Fans zu geben und das haben sie. PROST!

Setlist: Secutor

  • Detonator
  • Taken by Satan
  • Beer, Vomit, Metal
  • Bleed for me
  • Ancient Curse
  • Raise the Tankard
  • Bastards from Hell
  • Sabbath of Sin
  • Defiant
  • Metal Addict
  • Use of Booze
  • Deaf forever
  • Wargod
  • Until we die
  • Thrash or Die
  • Metal Command
  • Secutor

    Weitere Fotos vom Abend findet ihr bei uns in der Galerie von Facebook
<< vorheriges Review
HARDCORE SPRINGBREAK II - Kruft, Vulkanhalle
nächstes Review >>
KAMELOT,SERENITY,AEVERIUM - Andernach, JUZ-LIVE-CLUB


Zufällige Reviews