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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing HOLY MOSES , HATRED, SIC ZONE , ALSION
Ort JuZ Liveclub, Andernach
Datum 27.02.2016
Autor Mario Loeb
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Als ich gelesen habe, dass HOLY MOSES in Andernach spielen wrde, freute ich mich wie ein Schnitzel darauf, fehlte doch die Band um Thrash-Metal Fronterin Sabina Classen noch in meiner Sammlung. Traurig finde ich es dabei immer noch, dass man der Dame auch nach all den Jahren immer noch nicht die Anerkennung zu Teil kommen lsst, die der Pionierin Sabina Classen zusteht. Dass es auch an diesem Abend so sein wrde, musste ich dann aber leider schon beim Parken vor dem Andernacher Juz feststellen, in dem ein Eichhrnchen ganz unaufgeregt seine Nsse versteckte. Es waren nicht viele Zuschauer gekommen. Nach meiner Schtzung sollten es am Ende ca. 150 gewesen sein. Trotzdem war es ein toller Abend mit richtig guter Laune und Metal vom allerfeinsten.

Alison ALSION

ALSION aus Heidenheim spielen klassischen Heavy-/Power Metal und wollten nicht auf den ersten Blick ins Line -Up passen. Dafr, dass die Jungs aber quasi noch vor fast leerer Halle zockten mussten, erledigten sie ihren Job mit viel Engagement und Spa. Der Sound war fr die erste Kapelle auch echt schon mal ordentlich, sodass es nicht an der Technik lag, dass der Funke nicht richtig auf mich berspringen wollte. Zwar sind die Freunde von zeitlosem Metal voll auf ihre Kosten gekommen und auch viele Melodien sind hngen geblieben, jedoch hat mir persnlich der letzte Kick gefehlt. Den habe ich fr mich dann am Snger fest machen knnen. Nicht falsch verstehen, Thomas Fischer hat eine gute Stimme und auch die ntige Power dahinter, aber irgendwie kam sie mir im Gesamtbild von Zeit zu Zeit etwas deplatziert vor und trifft einfach wohl meinen Geschmack nicht. Ansonsten kann man sagen, dass der Rest sehr ordentlich war und gerade die Gitarrenarbeit der Band hat mir sehr gut gefallen. True Metal in seiner ehrlichsten Form wurde geboten. Schlagzeuger Tobi Schwenk verprgelt dazu sein Schlagzeug, als wolle er beweisen, dass nicht nur Death Drummer Sgespne produzieren knnen und sorgte fr einen ordentlich Groove. Insgesamt, trotz meiner leichten Kritik, kann man von einem gelungen Einstieg in das Konzert sprechen. Wer sich gerne selbst ein Bild von den Jungs machen mchte, kann ja mal in ihre aktuelle Scheibe mit dem Namen "Pale Shadows" (Eigenproduktion) rein hren, die am 5.01.2016 erschienen ist.

Sic Zone SIC ZONE

SIC ZONE ist in Andernach ja ein alter Bekannter und wir haben bereits oft ber sie berichtet. Auch an diesem Abend galt, dass SIC ZONE ein Sprengstoff ist, der jedes Konzert explodieren lsst und die Urgewalt eines Vulkans mit sich bringt. Wie immer fraen die Zuschauer dabei Snger/Gitarrist Patrick Fischer vom ersten Ton an aus der Hand und feierten die Band ab. Die Halle fllte sich zum Glck ein wenig, auch wenn sich der ein oder andere sicher leider immer noch an der Theke aufhielt. In Sachen Sound gab es anfangs etwas Probleme, was aber immer besser wurde, je lnger das Konzert dauerte. Nicht nur als Fotograf sondern auch als Zuschauer bemngele ich jedoch auch hier mal wieder das sehr dunkle Licht, was scheinbar schon fast zum "guten Ton" gehrt. So arbeitet nicht nur SIC ZONE mit diesem Effekt und steht scheinbar gern im Dunkeln, um es etwas berspitzt auszudrcken. Allerdings muss man sagen, dass es in der Mitte des Konzertes stellenweise etwas mehr Abwechslung bezglich der Lichtperformance gab. In Sachen optischen Gimmicks boten die Jungs ihrem Publikum ansonsten einiges, seien es die kleineren Aufbauten oder, dass Fronter PY zu Anfang mit rauchender Fackel, hellem Mantel und Vendetta-Maske die Bhne betrat. Das brachte dem Zuschauer eine schne Abwechslung. Auerdem zeigte es, dass SIC ZONE sich richtig Gedanken macht und versucht das Publikum so professionell wie mglich zu unterhalten, was ihnen auch gelingt. Musikalisch war der Mix aus Death Metal und Metalcore auch dieses Mal wieder ein Dampfhammer, bei dem sich kein Bandmitglied eine Ble gab. Ein zustzlicher Hhepunkt des Konzertes war mit Sicherheit ein kurzer Gastauftritt von Hlya und Phil der befreundeten Band Incertain, der noch zustzlich fr Stimmung und Abwechslung sorgte.

Hatred HATRED

HATRED war mir bis jetzt vllig unbekannt, dabei gibt es die Kapelle schon seit 1998 und blickt immerhin auf 5 Tontrger zurck. Ich bin sehr froh die Jungs gesehen zu haben, denn kaum hatte ich die Thrasher an diesem Abend fr mich entdeckt und erfreute mich an den Live-Klngen, teilten sie mit dass sie sich auf ihrer Abschluss-Tour befinden und HATRED aus privaten Grnden zu Grabe tragen. Schade, denn HATRED erffnete einen Bombenhagel an diesem Abend. Dabei sind die Zutaten recht simpel gehalten: fettes Gitarrenriffing, saubere Soli und ein przises Schlagzeug Gewitter. Dazu eine dominante Stimme die sich in die Gehrgnge brennt. Ich werde es zu ihrem Abschiedskonzert am 29. Oktober 2016 im Stadtbahnhof Schweinfurt nicht schaffen, aber vielleicht schafft ihr es ja.

Holy Moses HOLY MOSES

Von einem Abschied scheint HOLY MOSES noch weit entfernt zu sein, auch wenn Sabina Classen auf einem Privatsender und mit ihrer eigenen Praxis lngst fr ein zweites Standbein gesorgt hat. Ok, dieses Schicksal teilt sie mit vielen Musikern. Wenn man nicht gerade z.B. Maiden heit, sind es dann doch die wenigstens Bands, die die Ehre haben die Musik als ihre einzige Lohnquelle angeben zu knnen. Das ist zwar die eine Seite, aber trotzdem bin ich immer noch von dem Zuspruch fr HOLY MOSES an der Publikumszahl gemessen, enttuscht. Wie schon in der Einleitung angesprochen, gehrt Sabina zu den Pionieren des extremen weiblichen Gesangs, in einer Zeit, in der es als Frau sowieso schon schwierig war als Fronterin in Metal akzeptiert zu werden. Wo sind die ganzen jungen Mdels auf dem Konzert gewesen, die heute Cripper oder Arch Enemy verehren? Und selbstverstndlich auch die Jungs? Ist es tatschlich so, dass sich niemand mehr fr die Wurzeln seiner Musik interessiert? Ich kann nur so viel sagen: sie verpassten was. HOLY MOSES ist auch heute noch Thrash Metal vom allerfeinsten, auch wenn er ganz klar alte Schule ist und es aus heutiger Sicht vom musikalischen her gesehen technischeres gibt. HOLY MOSES schafften es trotzdem auch an diesem Abend eine Energie zu erzeugen, die zu mitmachen und Party machen anregt. Dazu kommt noch, dass die Band grundsympathisch rber kam und man gerade der Thrash-Metal-Sngerin und TV-Moderatorin anmerkte, wie viel Bock sie hatte auf der Bhne zu stehen. Das Publikum dankte es der Band mit kreisenden Matten und guter Stimmung, auch wenn das Mitgrlen zum Klassiker "Too Drunk To Fuck" etwas strker htte ausfallen drfen. Whrend des ganzen Konzerts war immer was los, ob vor oder auf der Bhne, inklusive eines Zuschauers der auf der Bhne seinen nackten Hintern prsentierte. Tja, das kommt davon wenn man: "Ausziehen! Ausziehen!", brllt. Aber wenigstens war er dann auch konsequent, als er auf der Bhne merkte, dass die Nummer gegen ihn luft. Auch nach dem Konzert nahm sich die Truppe sofort Zeit noch am Merch-Stand Unterschriften zu geben und Fotos zu machen. Auch dafr meinen Respekt vor allem mit welch' prchtiger Laune. Holy Moses macht Bock und hat Bock!

Fazit: Das machte Lust auf die nchsten Konzerte im JUZ, vor allem, wenn alle die da kommen so gute Laune auf der Bhne verbreiten, wie die vier Bands an diesem Abend.





Alison Sic Zone Hatred Holy Moses


Weitere Fotos findet ihr von Holy Moses bei uns in der Galerie von Facebook:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.991111574257372.1073741896.111232828911922&type=3

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