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24. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing COHEED & CAMBRIA, AGENT FRESCO
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 26.01.2016
Autor Tony Werner, Foto: Beate Middelhove
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Der 26. Januar war fr mich ein besonderer Dienstag, nicht nur weil ich die Gelegenheit hatte mit meiner Freundin und zwei guten Freunden ein Konzert zu besuchen sondern weil man den Hauptact zumindest in Deutschland nicht so leicht zu Gesicht bekommt. Ich hatte die Chance Coheed & Cambria letztes Jahr im August auf ihrer Jubilumstour zu ihrem Meilenstein "In keeping secrets on silent Earth 3" in Kln in der Essigfabrik zu sehen, wo ich das erste Mal in den Genuss ihrer Livequalitten kommen durfte. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an diesen Abend. Leider kamen wir etwas zu spt an und verpassten die erste Vorband Lantlos aber auch das konnte mir meine gute Laune an diesem Abend nicht vermiesen. Also standen wir um kurz vor acht am Eingang der Live Musik Hall, ein Bier in der Hand und ich mit einem Dauergrinsen im Gesicht, in freudiger Erwartung auf die zweite Vorband Agent Fresco.

Als die Band die Bhne betrat um ihren Instrumenten und dem Sound den letzten Schliff zu verleihen merkte man den fnf jungen Islndern ihre Aufregung sichtlich an, jeder der Musiker wirkte sehr konzentriert und in sich gekehrt. Dies nderte sich aber schlagartig als die ersten perlenden Piano klnge des Openers "Anemoi" aus den Boxen drangen und Snger Arnr Dan Arnarson sein stimmgewaltiges Organ zum Einsatz brachte. Die komplette Band agiert auf der Bhne sehr dynamisch, alle sind stndig in Bewegung und legen einen Klangteppich ber die zu 2/3 gefllten Live Music Hall. Dargeboten wurden berwiegen Stcke ihres neuen Albums "Destrier" aber auch das ein oder andere der Platte davor. Agent Fresco zogen die Zuhrer in ihren Bann was nicht zuletzt auch an dem Schlagzeug Spiel von Drummer Hrafnkell rn Gujnsson gelegen haben knnte, welcher mit unglaublichem Groove, vielen Off-Beats und einer fast schon experimentellen Spielweise den Songs ihren ganz eigen Charakter verlieh. Ruhige, fast meditativ an wirkende Parts, in denen die Stimmvielfalt des Sngers besonders gut zum Ausdruck kam, wechselten sich mit wilden Bass- Schlagzeug Ausbrchen ab. Der gute Sound, druckvoll und klar differenziert, steigerte das Hrerlebnis noch einmal. Nicht zuletzt war es auch der sympathische Eindruck den die Jungs hinterlieen, bedankten sie sich doch mehrmals bei den Zuschauern und Fans, wobei einige wohl hauptschlich wegen Agent Fresco an diesem Abend die Live Music Hall besuchten, sowie bei den Headlinern Coheed & Cambria und scherzten dass sie seit Jahren Fans seien und nun sogar einen Schlagzeuger haben welcher die selbe Frisur hat wie Claudio Sanchez. Nach acht Songs verlieen sie die Bhne und ich muss sagen dass die Jungs einen wirklich guten Job gemacht haben, eine wirklich starke Live Band.

Setlist: Agent Fresco

  • Anemoi
  • He Is Listening
  • Howls
  • Wait for Me
  • See Hell
  • Angst
  • Dark Water
  • Eyes of A Cloud Catcher

    Dann war es endlich soweit und die Mannen um Claudio Sanchez betraten die Bhne. Ihr neues Album "The Colour Before The Sun" im Gepck nahmen Coheed & Cambria den Konzertbesucher mit auf eine musikalische Reise durch ihr Schaffen und verbanden poprockige Alternative Nummern wie den Opener "Island" mit dem altbekannten Progrock/Metal der vorherigen Alben wie zum Beispiel "A Favour House Atlantic" oder "In Keeping Secrets on Silent Earth 3". Diesen Spagat schaffte die Band so mhelos und lieen selbst Radio taugliche Stcke und Balladen wie die Liebeserklrung vom Snger an seine Frau "From Here to Mars" gro und bombastisch klingen. Die Bhnenprsenz welche die Band dabei zeigte war groartig und zog das Publikum in ihren Bann. Auch die Lightshow war, nicht wie bei Agent Fresco komplett in rot, auf das ganze Konzert zugeschnitten und verstrkte die Wirkung der Songs noch einmal. Die Stimmung in der Halle war groartig, man merkte der Band ihre Professionalitt und ihre Klasse an und der Spa den die Jungs auf der Bhne hatten war unbersehbar. Als Kritikpunkt muss ich allerdings die fehlende Interaktion mit dem Publikum auffhren, da bin ich von Opeths Mikael Akerfeld leider etwas anderes gewohnt. Eine Unterhaltung mit den Zuschauern in gewissem Mae hebt ja doch auch nochmal die Stimmung. ber den Sound lie sich nichts Negatives berichten, fllte er doch schn warm und knackig die Halle. Nach einem spitzenmigen Konzert machte die Zugabe "Welcome Home" den Abend perfekt und nach fast 90 Minuten Spielzeit verlie die Band die Bhne und hinterlie ein zufriedenes Publikum. Allerdings fand ich 35 Euro fr ein T-Shirt am Merchandise Stand wirklich unverschmt, da htten sich Coheed & Cambria wirklich ein Beispiel an Agent Fresco nehmen knnen. Da kosteten die Shirts nur 15 Euro und die Jungs waren sogar da um Autogramme zu geben und sich mit den Fans zu unterhalten. Das nenne ich Nhe zum Publikum! Aber das ist Meckern auf hohem Niveau und das hatte dieser wunderbare Dienstagabend nun wirklich nicht verdient.



    Setlist:Coheed & Cambria

    • Island
    • Eraser
    • Devil in Jersey City
    • Key Entity Extraction V: Sentry the Defiant
    • Blood Red Summer
    • World of Lines
    • No World for Tomorrow
    • 33
    • You Got Spirit, Kid
    • Here to Mars
    • A Favor House Atlantic
    • The Camper Velourium III
    • In Keeping Secrets of Silent Earth: 3
    • Ten Speed
    • Welcome Home
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