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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing EMP PERSISTENCE TOUR 2016
Ort Groe Freiheit, Hamburg
Datum 15.01.2016
Autor Marc Schallmaier(Text) & Toni B. Gunner(Fotos)
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Wie jedes Jahr ldt eine groe Merchandise Firma ein, um einen amtlichen Schwung Hardcore Bands zu prsentieren. Und wie in den vergangenen Jahren auch war das Billing sehr gut und abwechslungsreich. Einige Zungen behaupteten sogar, dass es ausverkauft war, aber gesicherte Quellen konnten ich leider nicht ausfindig machen.


RISK IT!

Ausverkauft hin oder her, als RISK IT! das bunte Programm erffnen, ist die Groe Freiheit schon gut gefllt und die ersten Interessierten trabten Richtung Bhne. Die Band aus der Elbmetropole Dresden ist auf dieser Tour mit einem eigenen Bulli unterwegs, was natrlich genau der Art von Hardcore Vorstellung entspricht, die viele Fans glorifizieren. Wie dem auch sei, das Quintett nutzt die Gelegenheit und macht ordentlich Werbung im eigener Sache. Ein etwas zu wuchtiger Sound lsst zwar die Gedrme erbeben, ansonsten aber kann man den Auftritt von RISK IT! als erfolgreich abhaken.

Risk It! Risk It!
WISDOM IN CHAINS

WISDOM IN CHAINS? Nie gehrt. Hat sich aber schlagartig nach dem Auftritt gendert. Die Koproduktion aus den USA und den Niederlanden spielt einen sehr abwechslungsreichen Hardcore, der sowohl in puncto Aggressivitt als auch in Sachen Melodien keine Wnsche offen lsst. Auch wurde der Sound etwas justiert und kommt nun sehr gut und ausgewogen aus den Boxen. Des weiteren haben WISDOM IN CHAINS mit Ritchie Krutch einen Gitarristen am Start, der auch ohne Probleme bei vielen Metal Bands mitspielen knnte. Gerade seine Solos (im HC ja auch eher ungewhnlich bzw. selten!) klingen oftmals mehr nach Metal als nach Hardcore. Egal, Schluss mit den Schubladen. WISDOM IN CHAINS sollte man sich als Hardcore Sympathisant ganz oben auf den Zettel schreiben und schleunigst nach Tontrgern Ausschau halten.


TWITCHING TONGUES

Die Amerikaner von TWITCHING TONGUES wollten mir ihrer kruder Mischung aus sehr verschiedenen Stilrichtungen nicht so wirklich zum Rest des Billings passen. Und man muss auch ehrlich sagen, dass die Gebrder Young die wenigsten Publikumsreaktionen hervorrufen an diesem Abend. Die Musiker machen es einem aber auch wirklich nicht einfach. Eine Mischung aus CRO-MAGS, OBITUARY und TYPE O NEGATIVE muss man auch erst einmal mgen. Wobei ich sagen mchte, dass ich stellenweise die Musik sehr interessant finde. Aber die funktioniert in einem kleinen Club wahrscheinlich einfach besser als in einer groen Halle mit lauter Hardcore Nasen, die hauptschlich IGNITE und TERROR sehen wollen.


IRON REAGAN

Mit IRON REAGAN kommt die nchste Truppe auf die Bhne, die eigentlich nicht so recht zum Rest des Programms passt. Mit ihren sehr kurzen Songs und groen Anteilen an Metal Riffs erinnern sie an alte D.R.I. Scheiben. Dass ist genau die Art von Crossover, die ich sehr gerne mag. Frontmann Tony Foresta, der ja eigentlich bei MUNICIPAL WASTE singt, hat auch mchtig Spa in den Backen, und auch seine Mitstreiter sind mit viel Spielfreude auf der Bhne unterwegs. Es ist ein sehr kurzweiliger Auftritt, der auch im Publikum fr viel Unterhaltung sorgt. Die 35 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug. Und abschlieend kann man sagen, dass IRON REAGAN ein positive berraschung waren.

H20 H20
H2O

Nun kam mit H2O eine Formation auf die Bretter der Groen Freiheit, die es trotz zahlreicher Tourneen und guter Verffentlichungen nie geschafft hat, so richtig durchzustarten. Woran es liegt? Keine Ahnung, aber es gibt halt solche Kapellen in jedem Musik Genre, wo man es nicht ganz verstehen kann, warum der Durchbruch nie gelungen ist. Der Set von H2O ist energiegeladen, Frontmann Toby Morse sucht oft den direkten Kontakt zu der ersten Reihe im Publikum und alle Musiker sind uerst bewegungsfreudig. Man erlaubt es sich sogar auf den Hit "Thicker Than Water" zu verzichten. Klar, man spielt halt andere Klassiker wie "5 Year Plan" oder "Nothing To Prove", aber ein wenig verwundert war ich dann doch.


TERROR

Kommen wir dann wieder zu einer etwas aggressiveren Variante des Hardcore, nmlich TERROR. Nun brachen im Publikum alle Dmme und es wurden gepogt, gemosht und Crowd-gesurft was die Krper hergaben. Einfach herrlich, dass so von auen zu betrachten. TERROR taten ihr briges dazu, spielten eine Granate nach der anderen und feuerten das Publikum immer wieder an. Beide Parteien stachelten sich gegenseitig zu Hchstleistungen an, was ordentlich Schwei kostete, aber auch viel Freude bereitete. "Live By The Code", "Trust No Face" und natrlich "Always The Hard Way" sind Granaten und drfen auch an diesem Abend nicht fehlen. Auch Fronter Scott Vogel gibt sich sehr publikumsnah und lsst fter mal das Mikro durch die erste Reihe kreisen, wo die Fans begeistert dem Refrain mitbrllen. Wie immer ein groartiger Auftritt von TERROR!


IGNITE

Nach dieser Abrissbirne auf die Bhne zu gehen, ist etwas undankbar, aber im Fall von IGNITE eigentlich kein Problem. Die Band verfgt ber ein starkes Repertoire an ausgezeichneten Songs, auch wenn diese eher etwas melodischer als aggressiv ausfallen. Man hat mit "Our Darkest Days" im Jahre 2006 das Hardcore Album schlechthin in diesem Jahrtausend abgeliefert. Und man hat mit der neuen CD "A War Against You" ein sehr wrdiges Nachfolgealbum herausgebracht. Und trotzdem luft nicht alles rund an diesem Abend. Zum einen wre da der uerst grottige Sound, der pltzlich da war. Bei allen anderen Bands war der Sound gut bis super, ausgerechnet beim Headliner verlassen den Menschen am Mischpult aber alle guten Geister. Der erste Song (laut Setlist "This Is A War") lsst sich nicht erkennen, beim zweiten und dritten Song wird es dann etwas besser, und erst ab "Poverty For All" ist der Sound wieder als gut zu bezeichnen. Womit wir auch beim nchsten Kritikpunkt wren, der Setlist. Klar, man will das neue Album promoten und auch potentiellen neuen Fans die Platte schmackhaft machen, aber einen bersong wie "Bleeding" (wird brigens gerne auch von MACHINE HEAD gecovert!) als Rausschmeier zu spielen, halte ich fr uerst bedenklich. Im letzten Jahr, als IGNITE noch Co-Headliner waren und vor SICK OF IT ALL ran mussten, war dies der Opener und sofort brach im Publikum die Hlle los. Und auch Frontmann Zoli ist heute nicht so kommunikativ wie bei anderen Shows. Klar wird diese Sache auch gerne mal als Kritikpunkt angebracht (weniger labern-mehr singen), aber so ganz ohne ist auch etwas merkwrdig. Ansonsten verlassen sich IGNITE auf ihre starken Songs, auch wenn das Publikum etwas mde wirkt. Bei finalen Applaus sieht man in sehr erschpfte Gesichter. Alles in allem ein toller Abend mit guten bis starken Bands, positiven berraschungen und einem bewegungsfreudigen Publikum. Hoffentlich ist das Billing im nchsten Jahr wieder so gut wie dieses Jahr.





Wisdom in Chains Wisdom in Chains Twitching Tonges Twitching Tonges Iron Reagan Iron Reagan Iron Reagan Iron Reagan Iron Reagan H20 H20 Terror Terror Terror Terror Ignite Ignite Ignite Ignite Ignite Ignite



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