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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing J.B.O, STEPFATHER FRED
Ort JuZ Liveclub,Andernach
Datum 10.10.2015
Autor Mario Loeb
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Manchmal muss ein Vorwort nicht lang sein, denn da reicht als Erklrung ein Satz aus: J.B.O. hatten zur 20 Jahre Explizite Lyrik-Tour geladen. Das darf man natrlich nicht verpassen, oder etwa doch?

Stepfather Fred

STEPFATHER FRED

Ich wei nicht, was meine Stiefmutter Gabi zur Band Stepfather Fred sagen wrde, aber die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass es ihr gefallen htte. Denn der Heavy Alternative Rock, ist von der Hrtegrenze auch einem Nicht-Metaller echt gut zu verkaufen und grooved dabei trotzdem amtlich durch die Boxen, so dass es eine Menge Spa macht. Klar, die Schreie und Stimme von Sebastian Schuster sind jetzt alles, nur nicht verhalten, aber trotzdem schafft er die richtig Balance zu halten, so dass es auch dem "normalen" Hrer nicht zu heftig wird. Herzstck der Band ist in meinen Ohren die Rhythmus-Gruppe mit Christopher Wilhelm am Schlagzeug und Basser Matthias Ganer, die eine unheimliche Dynamik in die Stcke bringen, wer da den Fu still hlt, ist nun wirklich selber schuld. Auch optisch ist gerade Matze einer der Aktivposten auf der Bhne. Er bezieht das Publikum mit ein und man merkt ihm an, dass er richtig Bock hat auf der Bhne zu stehen und er teilt die Spielfreude mit jedem im Publikum, der darauf Lust hat. Simon Schweiger rundet das Gesamtbild mit seinen dreckigen und gefhlvollen Gitarrenparts ab, so dass es den Stcken bei aller Aggressivitt nie an Wrme fehlt. Was soll ich sagen, ich war echt berrascht und kann als Schlussfazit nur feststellen, dass es eine sehr runde Sache war, die auch vom Andernacher Publikum sehr gut angenommen worden ist.

J.B.O

J.B.O.

Oh Mann, ich wei nicht wie ich es am besten beschreiben soll, aber auch an diesem Abend fllt es mir schwer, mich von der herrschenden Begeisterung des Publikums und der Energie der Band anstecken zu lassen. Ich glaube, es liegt wirklich viel an mir. Aber die Rosa Armee Fraktion gibt mir nicht mehr dasselbe wie noch vor ein paar Jahren, als ich sie mindestens auf zwei Festivals im Jahr abgefeiert habe. Vielleicht habe ich sie dann doch einfach zu oft gesehen. Ganz klar, man kann Vito und seinen Mannen ein richtig ordentliches Konzert besttigen. Mit richtig guter Laune und wie immer musikalisch auf den Punkt. Zustzlich war es noch eine besondere Tour, so feiert man zusammen schlielich 20 Jahre "Explizite Lyrik" auf der Tour. Mehr Hits aneinandergereiht zum Abfeiern und Mitsingen hat wohl so schnell keine andere Band zusammen und wir reden hier ber eine Mammut-Setliste von 28 Liedern. Die rosa Party begann gleich mit"Bolle" und schon da war klar, das es fr J.B.O. ein Triumphzug werden wrde. Die Fans feierten jeden Song ab, als wre es der letzte und selbst ein rosa Elefant hatte sich unter die Zuschauer gemischt. Was ich zu meckern habe? Nichts! Aber mir gibt es nichts mehr, ich erreiche den"Partymodus" nicht mehr, um mich richtig darauf einlassen zu knnen, irgendwie fhlte es sich wie ein Junggesellenfest in Rosa an, mit einer extrem guten Cover-Band. Das ist nicht abwertend gemeint, aber irgendwie fhlt sich alles gleich an, hat man eine Show gesehen, hat man sie alle gesehen. Auch wenn es total geil war, die Kracher wie "llabtsch","Mei Alde is' im Playboy drin" und" Symphonie der Verstopfung" noch einmal live gesehen zu haben. Auch die Statisten auf der Bhne, die mittlerweile auf jedem Gig dabei sind, um das Publikum mit zu animieren, empfinde ich mehr strend als ntzlich. Es ist mir zu knstlich. Mal ehrlich, als htten Hannes und Crew auch nur einen Hauch weniger Stimmung als ohne. Ich glaube nicht.

Fazit: J.B.O. lieferten eine saubere Show ab, vor der man mal wieder nur den Hut ziehen kann. Die Fans feierten zusammen mit den Franken "Ein Fest" und beschlossen selbstverstndlich auch, dass es"Ein guter Tag zum Sterben" war. Alles beim Alten, auer dass der Schreiberling sich zum ersten Mal auf einem J.B.O.-Live-Konzert vllig deplatziert gefhlt hat. Ein Grund war auch sicher, dass ich niemanden getroffen habe, den ich gekannt htte, um mit ihm gemeinsam das Album zu feiern, was mir im JUZ nun wirklich selten passiert. Das scheint mich in meiner Theorie zu besttigen, dass einfach ein Generationswechsel in der Rosa Armee stattfindet. Trotzdem kann das Fazit nur eins sein: klasse Konzert!

Setlist: J.B.O

  • Bolle
  • llabtsch
  • Vier Finger fr ein Halleluja
  • Kuschelmetal
  • Schlaf Kindlein, schlaf
  • Walk With an Erection
  • Eistee's Mainzelcount
  • Ejaculatio Praecox
  • Mei Alde is' im Playboy drin
  • Skorpione: Vom Winde verdreht
  • Frauen
  • Ka Alde, ka G'schrei
  • Gimme Doop Joanna
  • Diggin' the Nose (Hier bohrt der Boss noch selbst)
  • Mir sta'dd'n etz die Feier
  • Der um das Klo tanzt (Kuck mal, wer da kackt)
  • Symphonie der Verstopfung
  • Schlumpfozid im Stadtgebiet
  • Odysee auf UKW
  • Rache!
  • Knige
  • Ein guter Tag zum Sterben
  • J.B.O.
  • Encore:
  • Dr. Met
  • Mittelalter
  • Der Hofnarr
  • Encore 2:
  • Ein Fest
  • Verteidiger des Bldsinns





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