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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing LACUNA COIL, PASSENGER, MOONSPELL, POISONBLACK
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 30.12.2003
Autor Thorsten Dietrich
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Neben der Doro/Blaze/Epica-Tour war dieses Century Media-Package die zweite Gelegenheit fr Metalfans sich kurz vor dem neuen Jahr die Ohren krftig durchpusten zu lassen.
Als wir in Kln ankamen, hatte gerade der Einlass begonnen und ich machte mich auf, meine Interviews mit Passenger und Moonspell zu fhren. Danach begab ich mich direkt in die gut gefllte Halle um festzustellen, dass Poisonblack gerade begonnen hatten.
Poisonblack
Poisonblack ist die Band um Charon-Snger J.P. Leppluoto, Sentenced-Snger Ville Laihiala an der Gitarre und Bassist Janne Kukkonen. Fr die Tour hatte man sich mit Sessionkeyboarder Marko Sneck (der auch den selben Job bei Charon hat) und einem Drummer, der mir nicht namentlich bekannt ist, verstrkt. Als Opener einer bekannten Band nur mit einem Debutalbum im Gepck hat man es im verwhnten Kln nicht leicht das Publikum zu begeistern, was ich in der Mitte des Sets auch an den Ansagen merkte, als sich J.P. Leppluoto fr die tolle Reaktion des Publikums bedankte. Oder war das doch kein Sarkasmus? Keyboarder Marco Sneck erzhlte mir nach der Show, dass er mit den Reaktionen ganz zufrieden war.
Poisonblack
In den Beneluxlndern wren sie mit verschrnkten Armen und keinerlei Reaktionen empfangen worden. Ist vielleicht auch alles Ansichtssache. Poisonblack boten einen netten Querschnitt ihres Hitalbums "Escapexcstacy" ohne eine auergewhnliche Show, es wurde hauptschlich Wert auf die Songs gelegt. Als positive berraschung empfand ich die Paradise Lost-Coverversion "Say just Words" zum Abschluss. J.P. hat auf jeden Fall eine der Stimmen des Genres!
Passenger
Danach kamen Passenger, begleitet von "Anders, Anders" Rufen. Passenger sind die zweite Band von In Flames-Snger Anders Friden und haben nichts mit dem Gothic Metal der anderen Bands am Hut. Verstrkt um einen zweiten Gitarristen und einen Sessionbassisten mit Kurzhaariro legten die Schweden einen unspektakulren Gig hin, wo man direkt sah, dass die Band keine Einheit bildet, sondern teilweise etwas unbeholfen ber die Bhne stakste. Anders sah mit seinen Cordbaggys und seinem rot-weien Longsleeve, auf dem ein ffchen mit Stinkefinger (oder so) abgebildet war, bewusst unmetallisch aus und wirkte dazu noch reichlich breit (sagt Kollege Rafi).
Passenger
Wie auch Poisonblack hatte man nur ein Album und spielte Songs dieses selbstbetitelten Werkes, die sich fr mich live alle gleich de anhrten. Auf CD kann ich mir das noch geben, aber live war mir das einfach zu langweilig, da auch auf der Bhne wenig passierte. Das einzig spannende war die Coverversion des Helmet-Hits "Just Another Victim". Ist halt nicht meine Baustelle!
Nun wurde der Platz auf der Bhne grer, da das "Vorband-Drum-Kit" weg war und Moonspell unter groem Jubel loslegten. Die Portugiesen, welche in den letzten Jahren mit einigen Lineupwechseln und halbgaren Platten wie "Sin/Pecado" oder "The Butterfly Effect" und weniger CD-Verkufen/Gefolgschaft leben mussten, sind wieder da wie zu "Wolfheart"/"Irreligious"-Zeiten!
Moonspell
Das Quartett, was sich live ebenfalls um einen Sessionbassisten verstrkt hatte, brachte ein Greatest Hits-Programm ergnzt um starke Songs des neuen Albums "The Antidote". Jetzt wurde das Publikum und auch ich richtig wach, man jubelte, schrie und sang die Songtexte von Hits wie "Alma Mater", "Vampiria", "From Lowering Skies" oder "Full Moon Madness" mit. Snger Fernando hatte eine charismatische Ausstrahlung und glich des fteren einem Voodoo-Priester, besonders beim Showeffekt mit dem Totenkopfstab. Seine Posen saen wie angegossen. Keyboarder Pedro Paixao hatte sich die zweite Gitarre umgeschnallt und war so in den Key-Pausen gut beschftigt, whrend der Rest die Matten kreisen lie und gut eingespielt die Songs wiedergab.
Moonspell
Besonders die tribalartigen Rhythmen von Drummer Mike bei den neuen Songs kamen gut rber. Ohne "Opium" durften die Portugiesen mit viel Applaus nicht von der Bhne. Moonspell sind wieder in der ersten Liga!
Nun war ich gespannt auf Lacuna Coil. Auch wegen der Tatsache, dass die Grippe im Tourtross umherging und Sngerin Cristina Scabbia angeschlagen sein sollte. Ich wurde sehr berrascht, da die sechs mit ihren flotten Songs zackig begannen und wie eine Einheit wirkten, da sie alle in die von den Promofotos bekannten schwarzen Roben gehllt waren. In einer Reihe aufgereiht, kollektiv die Matte oder Zpfchen schttelnd mit netter Lightshow gab dies ein nettes Bild. Mittelpunkt der Show ist klar das Gesangsduo Cristina und Andrea Ferro, die sich keine Ble gaben und eine ordentliche Leistung lieferten.
Lacuna Coil
Auch wenn sich mancher darber monierte, dass sich Lacuna Coil zu sehr auf die neuen Alben und besonders "Comalies" konzentrierten, konnten flotte Hits wie "Heaven's A Lie" oder das ruhigere "Senzafine" viele begeistern. Keyboards/Samples vom Band finde ich zwar nicht schn, aber das war ja bei Passenger genauso bld.
Lacuna Coil
Nach einigen Songs war auch wieder eine Bombenstimmung, die darin resultierte, dass einige Crowdsurfer den Securitymnnern was zum Arbeiten besorgten. Snger Andrea hatte sichtlich Spa daran einen ganz eifrigen Surfer vom Bhnenrand aus abzuklatschen. Dieser bekam aber, soweit mein Lippenlesen stimmt, schon die Securitydrohung: "Dat war aber dat letzte mal!" Lacuna Coil wirkten sympathisch-locker und waren wrdige Headliner eines guten Konzertes.
Fazit: Man muss keine 55 Euro zahlen um ein gutes Konzert zu erleben und kann sich auch fr 20 Euro vier Bands anschauen, die fr T-Shirts so viel verlangen, wie im Merchandisekatalog (15 Euro!).

Bilder: Rafael Hofmann
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