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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WASP, DOUBLE CRUSH SYNDROME, SNAKEBITE
Ort OBERHAUSEN, Turbinenhalle
Datum 25.09.2015
Autor Roland Wohde
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Was kann es fr einen schneren Einstieg ins Wochenende geben als ein ordentliches Konzert?
Nichts! Und darum geht es direkt nach der Arbeit in Richtung Oberhausen, wo sich im kleineren Teil der Turbinenhalle heute keine geringere Band als WASP die Ehre geben um mit der aktuellen Tour ihr neues Album zu promoten. Durch mehrmaliges Verschieben des Release Termins ist die Scheibe zwar leider noch gar nicht auf dem Markt, aber umso gespannter darf man sein was es heute auf die Ohren gibt.
SNAKEBITE Zunchst steht die Bhne jedoch noch zwei weiteren Bands fr jeweils eine halbe Stunde zur Verfgung um sich die Gunst des Publikums zu erspielen. Ihr mitgebrachtes Merch bieten die Bands zu sehr fairen Preisen in einer kleinen Ecke neben der Bhne an, whrend die neuen WASP Leibchen auf der anderen Seite der Halle fr 25 Euro den Besitzer wechseln. ppige Preise, wobei man aber erwhnen muss dass die Shirts wirklich was hermachen und allesamt nicht nur beidseitig, sondern obendrein auch im Schulterbereich bedruckt sind.

SNAKEBITE

Pnktlich um 20.00 Uhr geht es dann los. Den Anfang machen Snakebite aus dem Pott. Die vier sympathischen Jungs irgendwo in den Zwanzigern zeigen mit ihrem angesleazten Outfit direkt mal, wo die Reise heute Abend bei ihnen auch musikalisch hingehen wird. Die Mischung aus Hardrock, Sleaze und ein wenig Metal ist gelungen und die Songs haben einige einprgsame Melodien am Start. Jedoch wirkt die Band, obwohl sich die Mitglieder aus verschiedenen anderen Truppen zusammengerauft haben, noch recht unerfahren und zu steif. Das Posing sieht eher bemht als natrlich aus, und die Stimme von Snger Dominik Wagner ist das ein ums andere Mal recht dnn, was aber wohl auch an der allgemeinen Nervositt liegen mag, denn immerhin teilt man sich bislang nicht jeden Abend die Bretter mit altgedienten Szenegren wie eben WASP. Nichts desto trotz haben die Jungs Spa und drfen sich sowohl ber einen ordentlichen Sound wie auch ber die Untersttzung ihres mitangereisten Fantrppchens freuen. So ist auch direkt vor der Bhne in der noch sehr berschaubar gefllten Halle die Stimmung gut und ein paar nett anzusehende Mdels schwofen entspannt zu den Songs, whrend der Rest des Publikums der Show eher passiv folgt, leicht mitwippt und Hflichkeitsapplaus spendiert. Aus der Konserve funktionieren Snakebite fr mich wirklich, aber live drfen sie in Zukunft noch ein paar Schppen drauflegen.

DOUBLE CRUSH SYNDROME

DOUBLE CRUSH SYNDROME

Nach einer viertel Stunde Umbaupause kommen Double Crush Syndrom auf die Bhne. Zunchst fllt auf dass hinter der Schiebude erneut Snakebite Drummer Julian Fischer sitzt. Klare Aktivposten und Blickfnge sind aber Basser Slick Prolidol (der mit seiner Frisur an die Misfits erinnert) und allen voran Andy Brings (der Gitarrist, Snger und Bandkopf in Personalunion ist). Mit seiner Sodom-Vergangenheit hat die Musik des heutigen Abends aber nichts zu tun. Das Trio zockt authentisch rotzigen Rock 'n' Roll und gibt ordentlich Gas. Und obwohl sich der Snger nach eigener Aussage vor Freude das Hschen nass gemacht hat als er Blackie hinter der Bhne gesehen hat, ist bei der Truppe von Nervositt nichts zu spren. Es wird locker gepost, gebangt und mit dem Publikum kommuniziert, auch wenn es Andy es nach meinem Geschmack mit seinem vielen Gerede und seiner Nippelshow etwas bertreibt. Aber Schwamm drber. Der Entertainmentfaktor ist auf jeden Fall ok und die Songs kommen bei ebenfalls gutem Sound knackig auf den Punkt. Im Gegensatz zu Songs wie "Fuck You is my answer" ist die Bandhymne "We Die for Rock 'n' Roll" in meinen Ohren zwar eher nervig, aber die Reaktionen im Publikum fallen insgesamt positiv aus, auch wenn das versammelte Vlkchen sich immer noch schwer tut aus sich raus zu gehen. Man merkt eben doch eindeutig auf wen hier alle Anwesenden warten.

WASP

WASP

Nach einer weiteren halbstndigen Umbaupause hat sich die Halle einigermaen gefllt, und nun ist es dann um 21.45Uhr so weit. Als Intro fungiert ein Medley vom Band, das WASP-Songs so ziemlich aller Schaffensphasen der Band kurz anreit. Dann endlich betreten Blackie und seine Mannschaft unter dem Jubel der Anwesenden die Bhne. Diese ist nur recht sprlich, aber stilvoll gestaltet. Im Hintergrund gibt es zu beiden Seiten je zwei schmale schwarze Banner mit roten Streifen auf der rechten und linken Seite, auf denen oben das derzeitig aktuelle WASP Logo prangt. Farblich dazu passend ist das Drumkit in Rot gehalten, auf dessen Doublebass der Schriftzug "Golgotha" des neuen Albums zu bestaunen ist. Die Bereiche links und rechts der Drums sind mannshoch mit Lochblech abgeschirmt, ber dem lediglich noch ein paar Spots angebracht sind. Diese Lochblechwnde werden genau wie die neutral schwarzen Banner hinter den Drums whrend der gesamten Show als Projektionsflchen genutzt.
Zum Intro der Show wird nur das Logo projeziert, aber ab dem Openertrio "On your knees", "Inside The Electric Circus" und "The Real Me" werden die jeweiligen Videoclips eingeblendet, was die Show optisch absolut aufmbelt und per se schon mal sehr kurzweilig macht. Ist auch sinnvoll, denn bei WASP liegt das Augenmerk natrlich zu neunzig Prozent auf Mr. Lawless und dieser ist, um es nett zu sagen, konditionell in keiner wirklich guten Verfassung und somit nicht gerade bewegungsfreudig. Seine Sidekicks sind da schon eine ganze Ecke agiler, posen ordentlich wenn auch ein bisschen eintnig, bangen, drehen ihre Pirouetten (Mike) und kommen zu den Solospots ins Licht der Bhnenfront (Doug). Nachdem ich beim obligatorischen "L.O.V.E Machine" noch in Erinnerungen an meine Jugend schwelge (Mann, was waren das Mitte der Achtziger fr heie Brute in dem Video) ist danach erstmal Schluss mit der Vergangenheit. Blackie kndigt fr den heutigen Abend drei Songs der neuen Scheibe an. Hierbei ist der Gute berraschend redselig und gibt einen kurzen Schwank zu der witzigen Interviewfrage zum Besten, warum er denn fr ein Album das nur eine Stunde dauert mehr als eine Stunde braucht um es aufzunehmen. Ebenfalls klrt er auf dass der Song "Miss You", der im spteren Verlauf der Show noch zum Zuge kommt, der erste Song war den er fr das Crimson Idol Album geschrieben hat, aber erst jetzt den Weg auf ein Album gefunden hat. Ich habe den Eindruck als liege es ihm am Herzen, wirklich mit seinen Fans zu kommunizieren. Das habe ich so schon seit gefhlten Ewigkeiten nicht mehr erlebt und finde es wichtig, denn in den letzten Jahren hat sich der WASP Chef in dieser Hinsicht nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. "Last Runaway" kommt nach dieser Ansprache prchtig an und wird vom flotten "Crazy" abgelst, bevor "The titanic overture" vom Band den Crimson-Idol-Part der Show einlutet. Heute gibt es "The arena of pleasure", gefolgt von besagtem "Miss you", das ebenfalls prchtig ankommt und sehr unter die Haut geht. Als im Anschluss das Intro zu "Thunderhead" vom Band ertnt freu ich mich schon riesig, da ich den Song ewig nicht mehr live erleben durfte. Aber leider ist nach dem Intro Schluss und es folgt das bekannte Medley aus "Hellion" und "I don't Need No Doctor". Sehr schade. Ohnehin finde ich diese Medleys zumindest bei Soloshows unntig. Lieber ein zwei Klassiker weniger gespielt, aber dafr alle Songs in voller Pracht. Allerdings drften die Meinungen da wohl auseinander gehen. Den Abschluss des regulren Sets bildet nach einer Stunde der ebenfalls starke Titelsong der neuen Platte "Golgotha". Nach kurzem Verschwinden der Band folgt noch "Chainsaw Charlie", bevor es erneut leer auf der Bhne wird. Die zweite und letzte Zugabe bietet noch den Klassiker "Wild Child" und "I Wanna Be Somebody", bei dem die Stimmungskurve im Publikum logischerweise nochmal richtig nach oben geht und sich auch ein kleiner Pit bildet. Danach verabschiedet sich Blackie ungewohnt herzlich von seinem Publikum und ich bin geneigt, ihm die leider zum Standard einer WASP Show gewordenen diversen Playbackeinlagen (besonders bitter bei verschieden Refrains zu merken) weniger krumm zu nehmen, aber auch das drfte wohl jeder anders sehen. Schwamm drber.
Alles in allem ein gelungener Abend und ein guter WASP Gig!








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