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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER BREEZE 2015 TEIL 1
Ort Flughafen Dinkelsbhl
Datum 12.08-15.08 2015
Autor Mario Loeb, Marc Fischer, Axel Fichtmller
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Die Wetterprognosen am Anfang der Woche sollten recht behalten, es sollte ein verdammt heies Festival werden, mit Temperaturen, bei denen sich selbst der Frst der Finsternis seine Badebekleidung aus dem Schrank geholt htte. Ich freute mich sehr auf dass Summer Breeze, gehrt es doch schon lange zu meinen Lieblings-Festivals in der deutschen Festivallandschaft. Auch fr 2015 kann man den Organisatoren viel Lob aussprechen, es war ein geiles Festival. Kritik habe ich selbstverstndlich auch ein wenig, es gibt alte Probleme, die man leider noch nicht abgeschafft hat, und neue. Aber das Gesamtpaket ist nach wie vor stimmig und die Kritik ist fr so ein Event wirklich sehr gering und ich fr meinen Teil kann jetzt schon sagen, dass ich nchstes Jahr wieder gerne dabei bin. (Mario Loeb)

Mittwoch


Blasmusik Illenschwang (Camel Stage) Blasmusik Illenschwang (Mario Loeb)

Nachdem wir ohne Probleme unseren Zeltplatz erreichten und unseren Schlafplatz hergerichtet hatten, ging es also los, das Festivalgelnde zu erkunden und der traditionellen Erffnung des Summer Breeze durch die Blasmusik Illenschwang beizuwohnen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo es um diese Zeit aus Kbeln geregnet hat, begrte uns die Sonne. Sonne ist gut, es hatte drei Tage was von einem glhenden Todesstern, der kein Erbarmen kannte. Also erst einmal Mtze nass machen. Dieses Ritual wurde neben Mineralwasser zum wichtigsten aller Dinge in den nchsten Tagen. So gut gerstet erwartete mich eine partyhungrige Meute vor der kleinen Camel-Stage und verlangte lautstark nach "Blasmusik". Nicht alle Festivalbesucher konnten so frh an der Bhne sein, denn am Eingang war eine Mega-Schlange, worauf ich mir die Frage gestellt habe, warum man nur einen einzigen Eingang geffnet hatte. Sicherheitsgrnde??? Einen weiteren zu ffnen htte sicher keinem Menschen wehgetan und wenn es wirklich zu voll geworden wre, htte man ihn ja auch wieder schlieen knnen. So ging es also sehr zhflssig voran. Mit hnlicher Verzgerung begann die Illenschwanger Blaskapelle dann zu spielen, es waren sicher keine Starallren der sympathischen Musiker, auch wenn sie sicher schon welche htten bekommen knnen, wenn sie die Menschenmasse vor der Bhne gesehen haben. Brechend voll war es wie zur besten Abendzeit. Viel mehr Zuschauer lockten auch Deserted Fear nicht vor die Bhne. Noch verwunderter war ich dann darber, dass sich eine Blasmusik-Band an diesem Nachmittag auch mit einer Death Metal-Band ohne Probleme anlegen konnte, was die Anzahl der Wall of Death, Crowd-Surfer und Circle Pits anging. Es war ein irres Bild, was von der Illenschwanger Basmusik mit Liedern wie "Mein Tirolerland", "Auf der Vogelwiese" oder der "Bhmische Traum" untermalt wurde. Nach 45 Minuten war das erste Feuerwerk abgefackelt und Metalheads in Bananen-, Flash- und anderen Kostmen stand das erste dicke Grinsen im Gesicht.

Autumnal (Camel Stage) Autumnal (Mario Loeb)

Nachdem ich mich nach der vielen Blasmusik erst einmal mit dem ersten Festivalbier gestrkt hatte und ein wenig der Mittagssonne ausgewichen bin, ging es weiter fr mich mit der aus Spanien stammenden Band Autumnal. Die Spanier hatten mit der Hitze wohl etwas weniger zu kmpfen und fr sie ist es sicher nicht ganz so ungewohnt wie fr mich, ihren schleppenden Doom Metal bei solchen Temperaturen zu prsentieren. Aber Autumnal machten einen richtig guten Job. Dster und fast schon ein wenig depressiv kam der dunkle Sound aus den Boxen, der nur durch prgelnde Attacken unterbrochen wurde. Die Growls und Clean-Parts berzeugten und die Band prsentierte sich gut eingespielt. Die Songs sind im Gesamtkonzept vor allem fr ein Sommer-Festival vielleicht ein wenig zu lang, so dass es mir schwer fiel, mich auf die schwerflligen Songs zu konzentrieren, war man ja eigentlich noch im Partymodus. Nach drei Liedern in 30 Minuten ging dennoch ein gelungener Auftritt zu Ende, nach dem die Band in viele zufriedene Zuschauergesichter blicken konnte.

Avatarium (Ten Stage) Avatarium (Mario Loeb)

Ich hatte es ja Jennie-Ann Smith in meinem Live-Bericht zum RHF 2015 versprochen, dass ich mir bei nchster Gelegenheit Avatarium ganz ansehen wrde. So hatte ich in Gelsenkirchen durch das Bundesliga-Finale ja die Hlfte des Konzertes verpasst. Also auf zur T-Stage, die auch schon ordentlich gefllt war. Fr die Uhrzeit war die Wahl, das Konzert auf der Bhne des Zeltes stattfinden zu lassen, sehr gut gewhlt, denn fr Doom Metal htte die strahlende Sonne drauen nicht richtig gepasst. So kann man wortwrtlich sagen, dass man die Band ins rechte Licht setzte. Allem voran Jenny, die immer wieder in Blau und Gelb von mehreren Scheinwerfern in Szene gesetzt wurde, so dass sie nicht nur mit ihrer Goldstimme erstrahlen konnte, sondern auch mit ihrer unfassbar guten Bhnenprsenz. Sie gehrt zur Zeit zu den wenigen, die das Schild "groe Diva" verdient htten. Mit Liedern wie "Moonhorse" zu Anfang oder "Pandoras Egg" gegen Ende zauberten Avatarium eine richtig dichte Atmosphre ins Zelt und wurden schon so frh eines der Highlights auf dem diesjhrigen Summer Breeze. Wie auch schon auf dem Rock Hard Festival fehlte Mitbegrnder Leif Edling (u.a. Candlemass) bei der Show, der jedoch von Anders Iwers (u.a. Tiamant) mehr als Wrdig vertreten wurde. Die Band war sehr aufeinander abgestimmt und legte ein einwandfreies Konzert auf die Bhne, so dass die Publikumsreaktionen sehr positiv waren und schon frh an diesem Festivalnachmittag zusammen das Haupthaar geschwungen wurde. Man wird auch weiterhin viel von der Band hren, denn das Package und die Musik sind einfach fesselnd.

Thrnenkind (Camel Stage) Thrnenkind (Mario Loeb)

Thrnenkind hatte mir vorab ein Kumpel empfohlen, was mich dann, nicht zum letzten Mal in den vier Tagen, vor allem schnellen Schrittes ber das Festival laufen lie. Denn die Jungs aus Mnchen waren sofort als nchstes auf der kleinen Calmel-Stage dran. Der Stil der Jungs lsst sich wohl als dunklen Post Metal umschreiben, der vor allem durch Black Metal-Sound durchtrnkt ist. Als htte es die Sonne geahnt, dass Black und Sommer nicht richtig zusammenpassen, hatte sie auch ein wenig ein Einsehen und brannte nicht mehr ganz so auf den Pelz und dachte so langsam an einen Rckzug. Die "Vegan Straight Edge Post Metaler" lieferten ein richtig gutes Konzert ab, was durch kreativ gestaltete Passagen innerhalb der Songs immer wieder fr Hhepunkte sorgte. So dauerte es auch nicht lange, bist das Publikum gut in Fahrt war und die Stimmung von Lied zu Lied besser wurde. Thrnenkind hat mit ihrer Musik eine Menge zu sagen und das nicht nur durch ihre klaren politischen Ansagen wie gegen Rassismus in den Pausen, sondern auch durch ihre Lieder selbst. Vielleicht ist das gerade in der Musik der heutigen Zeit noch wichtiger als frher. Wenn die Musik dann auch noch gut gespielt ist und prsentiert wird, wie in diesem Fall, kann man nur ein "Daumen hoch" und ein Kompliment an die Jungs von Thrnenkind schicken. Dem Publikum und mir hat es gefallen.

Deserted Fear (Camel Stage) Deserted Fear (Mario Loeb)

Hier kann ich es wirklich kurz machen. Auch auf dem Summer Breeze metzelten Deserted Fear alles nieder und waren auch dieses Mal wieder eine Macht. Wie ich schon in der CD-Review zu "Kingdom of Worms" geschrieben habe und in dem Live-Bericht zum RHF 2015, die Jungs sind die Zukunft des Deutschen Death Metal. PUNKT. Die Camel-Stage bebte unter dem brachialen Death-Sound und war selbstverstndlich im Dunkeln noch einmal optisch einen Hauch besser und wirkungsvoller, als mittags auf dem RHF. Also sobald ihr den Live-Bericht zu Ende gelesen habt, nachschauen wo Deserted Fear als nchstes live zu bewundern ist und sich selber den Arsch versohlen lassen. Deserted Fear auch auf dem Breeze eine Eins mit Sternchen!

(Ten Stage) Sonic Syndicate (Mario Loeb)

Ich habe mich mit der schwedischen Metal Core-Band schon immer etwas schwer getan und lie mich mehr oder weniger dazu berreden, mir das Konzert anzusehen. Die T-Stage war auch gut gefllt, so dass durch den trockenen Boden bereits jetzt sehr viel Staub in der Luft lag. Was sicher nicht dadurch besser wurde, dass vor der Bhne immer wieder Circle Pits entstanden. Was schlecht fr die Atemluft war, aber auch ein Zeugnis darber ablegte, dass Sonic Syndicate gut ankamen. Die Band spielte ein solides Konzert und das obwohl wenige Tage vor dem Summer Breeze-Gig bekannt wurde, dass Bassfrau Karin Axelsson sich aus familiren Grnden verabschiedet hat. Ersetzt wurde der freigewordene Platz durch Degradead-Basser Michel Brzn. Musikalisch und der Eingespieltheit der Band merkte man den Besetzungswechsel aber whrend des Gigs nicht an. Zumindest aus meiner Sicht, der die Band jetzt aber auch nicht so gut kennt. Ein wenig Soundprobleme gab es leider am Anfang auch, die aber schnell korrigiert werden konnten. Einen neuen Fan haben sie jetzt nicht in mir gefunden, aber etwas Schlechtes kann ich auch nicht ber das Konzert schreiben, denn Sonic machte einen guten Job an diesem Abend.

(Ten Stage) Death Angel (Mario Loeb)

Nun war es an der Zeit, meine Kollegen von My Revelations zu begren. Wo knnte man das besser tun, als bei der aus San Francisco stammenden Band. Wenn man sich seit 1982 als Band im Business hlt, auch wenn 10 Jahre Pause dazwischen waren, muss man schon so einiges richtig gemacht haben, was sie auch am spten Abend in der T-Stage bewiesen. Death Angel kam mit viel Wucht und Energie von der Bhne und lie auch mich, weil ich endlich mal keinen Fotoapparat um die Schulter hngen hatte, meinen Schdel kreisen und springen. Zustzlich haben wir dann noch von Mark Osegueda eine Geschichtsstunde ber das schwere Leben von Death Angel aus ihrer Jugend- und Anfangszeit erhalten, plus einen Crash-Kurs zur San Francisco Bay Area. Womit wir unseren Chef auffordern, neben mehr Budget fr PraktikantInnen auch Frdergelder fr Bildung klarzumachen. Denn wir haben ja schlielich an einer Weiterbildungsmanahme teilgenommen. Obwohl der Dozent besser singen sollte. Ansonsten hat Death Angel ordentlich Kopfnsse verteilt, ohne den ganz groen Augenblick zu erzeugen, fr eine Menge Spa und trockene Kehlen haben sie aber trotzdem gesorgt.

(Ten Stage) Devilment (Mario Loeb)

Gegen trockene Kehlen hilft nur ein khles Bier am Bierbrunnen. Von dort aus etwa 15 Meter vor dem Zelt und mit direktem Blick auf die Video-Leinwand verfolgte das Team von My Revelations dann noch Dani Filth' Projekt Devilment. Laut Danis Aussage handelt es sich hierbei um ein sehr Riff-betontes Projekt und sei verschieden zu den Sachen von Cradle of Filth (Interview Metal Hammer 6. Oktober 2014). Also ich muss sagen, ich empfand das nicht so. Es war eher so, als htte Dani in dem Projekt alle Songs untergebracht, die fr Cradle nicht gereicht haben. B-Seiten-Songs. Mich hat die Mucke tierisch gelangweilt und nur Filth' Stimme hob die Musik etwas ab. Wie auch schon von Cradle of Filth gewhnt, die ich in all den Jahren noch nicht live gut erlebt habe, schloss sich auch Devilment in dieser Reihe nahtlos an. Was fr den Freitag fr Cradle of Filth nichts Gutes erhoffen lie. Wir hatten aber trotzdem eine Menge Spa, denn auch wenn das Gerdel, was da von der Bhne kam, keine gute Laune machte, hatten wir viel Spa mit der sehr netten Bedienung aus Kln und klnten und lachten viel miteinander. Das soll nicht respektlos erscheinen, ich mag die CDs von Cradle sogar sehr. Aber live haben sie es nicht drauf und Danis Projekt ist dann auch noch mit schwcheren Liedern ausgestattet. Aber das ist nur meine persnliche Meinung.

Donnerstag


Nach einer kurzen Nacht, in der Feldmuse unter dem Zelt ihre Gnge gruben, ging es donnerstags zur Brunchzeit wieder aufs Gelnde. Auch jetzt schon so frh war es einfach heftig, was vor dem Merch-Stand los war. Dort muss die Orga sich noch etwas einfallen lassen, denn die Wartezeiten sind echt heftig und die Schlange, die sich quer ber den Eingangs- und Ausgangsbereich bildet, ist oft nicht so praktisch, weil man sich immer einmal quer durch die Schlange quetschen muss. Zwar hat man auch dieses Jahr schon versucht, das Ganze etwas zu entzerren, indem man Bandshirts und Festivalstuff versucht hat zu trennen, aber den gewnschten Effekt hat es dann noch nicht gehabt. Aber ich gehe davon aus, das die Organisatoren eine Lsung suchen und finden werden. Ein dickes Lob muss man aber dann den Verantwortlichen fr die Verpflegung machen, das war 1A, bis auf den Steak-Stand vor der T-Stage, der war ein Ausfall, zumindest an diesem Tag. Aber bei so vielen Angeboten an vier Tagen ist das immer noch ein sehr guter Schnitt, weiter so! (Mario Loeb)

Megaherz (Pain Stage) Megaherz (Mario Loeb)

Musikalisch beginnt der Tag fr mich vor der Pain-Stage mit Megaherz, deren neuem Werk ich mal gar nichts abgewinnen konnte, das Ganze hat mit zu sehr nach Kommerz geklungen. Live muss man den Mnchnern aber schon zugestehen, das sie einen berzeugenden Eindruck hinterlieen. Auch die neuen Stcke wie "Zombieland", "Fanatisch" und "Himmelsstrmer" waren live viel wuchtiger und berzeugender, als ich sie auf Platte empfunden habe. Leider, nach meinen Geschmack, nervt mich ein wenig, dass viele NDH-Bands geschminkt auf die Bhne kommen und sich verkleidungstechnisch selber zum Clown machen. Ich glaube, die Nummer sollte doch so langsam auch mal durch sein, oder? Angenehm, mit der Theaterschminke im Gesicht, war es sicher auch nicht fr die Mitglieder bei den Temperaturen. Denn die Mittagssonne krachte schon wieder vom Himmelszelt auf die zahlreichen Besucher hinunter. Die dann auch noch Geduld mitbringen mussten, denn es kam zur einer 15-mintigen Versptung durch technische Probleme auf der Pain-Stage. Pain-Stage, schlechter Sound, technische Probleme? Der Fluch wrde sich doch vom letzten Jahr nicht durchgezogen haben, zweifelte ich sofort. Aufklrung folgt. Beendet hat Megaherz dann ihren Auftritt mit ihrem Klassiker "Miststck", was nochmal ordentlich abgefeiert wurde. Fr die Mittagszeit echt ordentlich, muss man schon sagen.

The Sirens (Main Stage) The Sirens (Mario Loeb)

Kari Ruesltten, Liv Kristine und Anneke van Giersbergen sind fr sich alleine schon Namen, bei denen man ins Schwrmen kommen kann, die drei zusammen auf einer Bhne vereint ist dann das I-Tpfelchen fr alle Fans der Female-Voice-Geschichten. Gut gelaunt starteten die drei, vereint unter ihrem Banner "The Sirens", mit dem Opener "Treat Me Like A Lady". Schon frh merkte man, das die Ladys auf der Bhne sehr respektvoll miteinander umgehen, da ist nichts von Neid oder gar Stutenbissigkeit zu merken, niemand versuchte mehr im Rampenlicht zustehen, als die andere und ich fand gerade die Stcke, in denen man sich gemeinsam die Lieder teilte, am besten. Denn die drei machen das einfach sehr sympathisch und locker und das kommt auch sehr gut beim Publikum an. So war es auch auf dem Breeze, wo sich aber leider noch nicht alle Festivalbesucher vor der Main-Stage versammelt hatten. So spielte man vor einem erlesenen, aber sehr stimmungsvollen Publikum Stcke aus den verschiedensten Dekaden der Knstlerinnen, fr mich war das absolute Highlight der Show "Venus" (Theatre of Tragedy-Cover). Als die ersten Tne erklungen, war ich skeptisch und ich war schon am rtseln, wer denn jetzt den mnnlichen Part im Stck bernimmt oder ob man es vielleicht sogar von Platte einspielt, was ich als absolutes No-Go empfunden htte. berrascht war ich dann, das der Gitarrist einfach den Part bernommen hat und das auch wirklich sehr ordentlich gemacht hat, so dass dem Hrvergngen nichts im Wege stand. Die drei Mdels glnzten, egal ob zu zweit, zu dritt oder in ihren Solo-Momenten auf der Bhne wie Kristine bei dem angesprochenen "Venus" oder Kari bei ihrer "Death Hymn" und selbstverstndlich Annenke bei "Strange Machines" mit dem The Gathering-Klassiker. Leider war das Ganze echt zu kurz, zu viele Stcke habe ich vermisst, wofr die knappe Bhnenzeit nicht ausreichte und was deshalb auch kein Vorwurf ist. Die Setliste, die aus 10 Stcken bestand, endete mit "Sisters Of The Earth", in dem alle drei zum Schluss nochmal auf der Bhne standen. Optisch hatten die drei Damen brigens starke Konkurrenz auf der Bhne, ich wei ja nicht, wer die Dame an den Tasten war, die selbstverstndlich, wie alle anderen Musiker auf der Bhne, einen sehr souvernen Job gemacht hat, aber "hallo!", die ist echt mal hbsch die Frau. "The Sirens" glnzten musikalisch und lieferten eine tolle Show ab, vor allem aber natrlich wegen der drei Hauptakteure auf der Bhne Kari, Liv und Annenke.

Tankard (Pain Stage) Tankard (Mario Loeb)

Das Konzert hat erst einmal mit positiven Nachrichten begonnen, denn Tankard konnten bekannt geben, dass ihr Drummer Olaf Zissel, der mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wieder auf den Beinen war und bald zu seiner Band zurckkehren wrde. Die Erleichterung war Band und Publikum anzumerken, die schon Minuten vorher die Band mit "Tankard" rufen begrten und zur Belohnung von den "Grabenschlampen" eine kalte Dusche aus dem Feuerwehrschlauch bekamen. Tankard waren auch an diesen Nachmittag eine Macht und es wurde gefeiert, dass die Bhne krachte. Los ging das Thrash-Gewitter mit "Zombie Attack" und die ersten Stage-Diver erreichten die Bhne. Angestachelt von den Leuten fegte Gerre ber die Bhne und animierte das Publikum weiter. Ob mit seinen berhmten Bauchblitzern, Luftgitarrenspiel oder Karnevals-Stechschritt, der Mann wei einfach zu unterhalten. Schnell und Przise spielten die Jungs aus dem Rhein-Main-Gebiet ihre Hits und die Stimmung war schnell vor der Bhne am kochen. "The Morning After", "Rapid Fire", "Metal To Metal", "R:I:B (Rest In Beer)", "Chemical Invasion", "Rules For Fools", was sollte bei dieser Setliste schon schief gehen? Eine groe Staubwolke vor der Bhne sprach es bildlich aus, nichts konnte schief gehen. Das Finale leitete dann "A Girl Called Cerveza" ein. Klar, dass man zu so einem Lied nicht nur Bier, sondern auch eine Frau braucht, so beschloss Gerre kurzerhand, der Kamerafrau auf der Bhne das Lied zu widmen und hob sie gleich auch mal hoch. Bei Tankard kann eben alles passieren. Ob dann ein Fan hnlich viel Spa hatte, als er auf der Bhne mitgrlen durfte, wei ich nicht, denn zur Belohnung durfte er mit Gerres Bauch kuscheln unter seinem T-Shirt, was sicher bei den Temperaturen noch bltenfrisch war. Eine Geruchsprobe htte ich persnlich abgelehnt. Egal, das Konzi machte einfach Laune und endete dann mit "(Empty) Tankard" und alle gaben nochmal alles. Man kann eins sicher festhalten, der Krug von Tankard ist noch lange nicht leer und das wird auch noch eine Weile so bleiben, wenn bei allen die Gesundheit mitspielt. LEGENDR die Jungs aus Frankfurt, also nichts Neues.

(Camel Stage) Rogash (Marc Fischer & Axel Fichtmller)

Die Camel-Stage war fr uns, die inzwischen drei Jahre nicht mehr beim Breeze waren (Schande ber uns!) das, was fr Angela Merkel das Internet ist: Neuland. War die Camel-Stage sonst eher der kleine Partygag zwischen den Auftritten groer Acts, wo man auf dem Weg von der Tent-Stage zu einer der beiden groen Bhnen mal fnf Minuten verweilen konnte und sich meist eine Rockabilly-Truppe den Arsch abwackelte, hat sich die Kamelbhne inzwischen doch zu einer eigenstndigen Attraktion gemausert. Und ROGASH aus Jena, die wir zudem schon wenige Wochen vorher auf dem RUDE kennenlernen durften, wussten diese Chance einerseits zu nutzen und waren andererseits gar nicht darauf vorbereitet, wie viel Sympathie ihnen in Dinkelsbhl entgegenschlug. Der wuchtige Todesstahl des Fnfers kam bei der Breeze-Meute sehr gut an und so wurde die Menge des Publikums wenig berraschend grer und grer zwischen Theke und Zigarettenausschank. Die halbe Stunde Spielzeit nutzten die Thringer in jedem Falle sehr gut aus, auch wenn es hier und dort kleinere Holprigkeiten an der Schiebude gab. Die drften aber dem Groteil der Zuschauer weniger aufgefallen sein, denn die Hitze und das Bier setzten uns allen doch arg zu. Nach dem gelungenen Auftritt verteilten die Musiker anschlieend noch diverse Devotionalien an dankbare Augenzeugen, whrend Snger Erik und seine Kumpanen mit der Sonne um die Wette strahlten.

Black Stone Cherry (Main Stage) Black Stone Cherry (Mario Loeb)

Als um 18:00 Uhr Black Stone Cherry die Bhne betrat, ahnte ich noch nicht, dass es mich an diesem Tag der absolute Hhepunkt sein wrde. Ich glaube, ich war mit diesem Fazit am Ende des Tages auch nicht alleine. BSC war in absoluter Hchstform und spielte das, was sie am besten knnen, Rock'n'Roll mit ihrem typischen Sdstaaten-Touch. Viel Bewegung gab es auf der Bhne zu beobachten, ob bei den Saiten-Hexern, die Kilometergeld htten verlangen knnen, oder vom Schlagzeug-Guru John Fred Young. Es ist einfach der absolute Wahnsinn, was der Mann aus seiner Bude holt. Dabei grooved er mit seinen Jungs ohne Ende, so dass es nicht lange dauerte, bis auch der letzten Arsch an der Bierbude zuckte. Die Setliste war richtig gut und wartete mit Songs wie "White Trash Millionaire", "Blind Man" und "Rain Wizard" auf. Ein wenig berraschend war es, dass man "Things My Father Said" nicht spielte. Das Lied wird sicher dem einen oder anderen gefehlt haben, allerdings muss ich sagen, dass ich es taktisch gar nicht schlecht fand fr ein Festival. Denn das Lied zieht im Programm durch seine Sentimentalitt doch sehr runter. So garantierte man, dass dieser Gig zu einer puren Spa-Oase wurde. Chris Robertson fhrte wie gewohnt mit seiner warmen, whiskygetrnken Stimme ruhig durch die Show und veredelte den Sound. Bei "Blame It On The Boom Boom" brachen dann alle Dmme. Beim Refrain brauchte BSC nicht viel mitzugestalten, denn das erledigte das Publikum fr die aus Kentucky stammende Band. Nicht nur die groen weien Banner im Bhnenhintergrund waren an diesem frhen Abend blitzsauber, sondern auch die Show von BSC! Ganz Stark.

(Main Stage) Opeth (Mario Loeb)

Zur besten Abendunterhaltung gab es dann die Prog-Legende Opeth, auf die ich mich sehr freute.Ich kann es kurz machen, es hat mir nicht gefallen. Opeth war einfach zu steril und frchterlich langweilig. Klar, Opeth spielen auf einem Level, da sehen andere Bands wie die letzten Amateure gegen aus, aber die ruhigen und verschachtelten Lieder sind fr ein Festival nicht gut geeignet. Dabei hatte man eigentlich gar keine so ble Setliste am Start, die vielversprechend war und mit "To Rid The Disease" (2003 Damnation-Album) sogar einen Song im Gepck hatte, der live nicht zum Standard-Programm gehrt. Ich wei es nicht, der Funke wollte bei mir nicht berspringen und auch aus dem Zuschauerraum verlieen nach einem Viertel der Show immer mehr Gste den Innenraum. Ich glaube, es war einfach nicht die richtige Zeit und Ort und der Slot war einfach sehr unglcklich gewhlt. Die Leute wollten in der Sonne Party machen und als Party-Band ist Opeth jetzt nicht so bekannt. Als "Rausschmeier" im Dunkeln, wenn man wieder als Fan runterkommen wollte, wre Opeth wohl besser aufgehoben gewesen. Mikael kerfeldt schien sich ebenfalls nicht richtig wohl zu fhlen und ging kaum auf das Publikum ein und erzhlte irgendwas von einem Hund in dunkelblau. Was er damit den Festivalbesuchern mitteilen wollte, keine Ahnung. So bleibt nicht nur diese Aussage ein Rtsel, sondern auch,warum eine so tolle Band wie Opeth einfach an diesem Tag nicht funktionieren wollte.

(Ten Stage) Eisregen (Mario Loeb)

Um mir die Wartezeit auf Amorphis zu verkrzen und da ich Kreator ja erst gerade gesehen hatte, vertrieb ich mir die Zeit bei Eisregen, die mit ihrer neuen Scheibe "Marschmusik" am Start waren. Auch hier kann ich mir groe Worte sparen, ich kann den Hype um die Band nicht nachvollziehen, denn rein musikalisch hat mich die Thringer Dark Metal-Band nicht berzeugt. Der Sound war breiig, die Musik war solide, mehr aber auch nicht. Abwechslung aus meiner Sicht Fehlanzeige. Die Fans haben es anders gesehen und feierten die Thringer Ordentlich ab und nicht nur bei "Elektrohexe" am Ende zeigte sich die Meute textsicher.

(Ten Stage) Agalloch (Marc Fischer & Axel Fichtmller)

Das Quartett aus Portland war eine der Perlen, die wir unbedingt live sehen mussten. AGALLOCH stehen schon seit einiger Zeit fr anspruchsvollen sowie guten Black Metal, der sich vor allem durch Atmosphre und tragende Melodien auszeichnet und weit weniger durch Corpsepaint und brennende Fackeln. Insofern war es schon spannend, ob sich das Gefhl auch live transportieren lsst, welches auf den Scheiben der Amis immer wieder hervortritt. Die Wartezeit, bis es schlielich losging, erschien lnger als geplant, was aber dann folgte, war Gefhl pur. Die Bandmitglieder verhielten sich durch die Bank weg auf der Bhne sehr zurckhaltend und lieen die Instrumente fr sich sprechen, was auch so komplett in den charmanten Auftritt passte. Darber hinaus gab es nicht eine Ansage zwischen den Songs, was aber nicht heit, dass keine Kommunikation mit dem Publikum stattgefunden htte. Vor allem Bassist Walton wirkte sehr agil und animierte immer wieder das Publikum, mitzumachen. An Songs prsentierten die Amis ein Potpourri aus allen Schaffensphasen, sodass zum Ende des Auftritts hin sogar noch ein ca. zehnmintiges Medley aus drei verschiedenen Titeln gespielt wurde. In Kombination mit der Lichtshow ergab das ein absolut stimmiges Bild und war ein nahezu perfekter Auftakt in ein groartiges Wochenende. AGALLOCH sind auch live eine Macht und wissen im Gegensatz zu manch anderen Genrekollegen nicht nur gute Platten zu produzieren.

(Pain Stage) Amorphis (Mario Loeb)

Ich htte ins Zelt gehen sollen, denn was ich dann auf der Pain-Stage erlebte, war fr mich als Hard-Core-Fan von Amorphis einfach nur bitter. Dabei war alles angerichtet fr eine geile Show. Der Platz war voll und die Stimmung war super. Das Backdrop bereitete schon lange vorher Gnsehaut. Zustzlich stand auf der Speisekarte die komplette "Tales From The Thousand Lakes", ein Leckerbissen. Was dann passierte, ist kaum zu erklren, die Pain-Stage wurde ihrem Ruf als Headliner-Killer wieder gerecht und das obwohl bei Tankard am Nachmittag ja noch alles in Ordnung war, der Sound war furchtbar und matschig. Dazu stand auf der Bhne eine Band, die ich noch nie so lustlos erlebt habe und ich habe die Band sehr oft gesehen. Als trauriges Beispiel dient an diesem Abend Tomi Joutsen. Vllig energielos und statisch und ich war nicht der einzige, der es nicht glauben konnte. Ob er den Verlust seiner Dreadlocks nicht verkraftet hat? Ich kann es nicht beantworten. Da half es auch nichts mehr, dass man am Ende sogar noch "Folk Of The North" spielte, was ich persnlich noch nicht live erlebt habe. Da war ich mit meinen Nerven schon so runter, dass ich am liebsten geweint htte. Zum Glck ist die neue Amorhis-Scheibe brenstark, so dass ich die Hoffnung habe, dass es ein einmaliger Ausrutscher war. Nein, ich glaube sogar fest daran.Der Abend war auf alle Flle gelaufen. Opeth langweilig, aber wenigstens gut gespielt, Eisregen nicht meine Welt und dann Amorphis mit Totalausfall. Ich war schon ewig auf einem Festival nicht so frh im Zelt, wie an diesem Abend.








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