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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing NASHVILLE PUSSY
Ort Caf Central, Weinheim
Datum 20.05.2015
Autor Christian Schfer
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Eher zufllig habe ich irgendwo gelesen, dass NASHVILLE PUSSY, die wohl bekanntesten Vertreter des Cowpunk, d.h. des Traktor- und Kuhmist-inspirierten Punkrock, im beschaulichen Weinheim an der Bergstrae gastieren. Und obwohl mir der Termin, ein Dienstag, unglcklich geplant schien, war das Caf Central bereits gut gefllt, als mein Kollege und Fahrer Andi und ich gegen 20:30 den Ort des Geschehens betreten. Eine halbe Stunde bis Konzertbeginn? Perfekt, das reicht fr ein leckeres Woinemer Pils, ein lokales Brauereierzeugnis mit blumigem Bukett und herb-frisch im Abgang. Oder so. Auch die anderen Besucher profitierten bereits vom feilgebotenen Bier, was die Stimmung und Vorfreude auf die Band aus Tennessee steigerte. berhaupt war das Publikum an diesem Abend eine angenehme Mischung aus Punks, Metalfans, Bikern, Mnnern, etwas weniger Frauen, alt und nicht mehr ganz so jung. Pnktlich zum anvisierten Konzertbeginn um 21:00 tat sich gar nix, und das blieb noch eine ganze Weile so, bis sich nach ca. einer halben Stunde ein Roadie zwecks Soundchecks auf die Bhne bequemte. Von Ungeduld war dennoch keine Spur zu spren und so hatten NASHVILLE PUSSY ein entspannt-freudiges Publikum vor sich, als sie sich kurz vor 22:00 endlich dem Rest der Welt prsentierten. Ein neues Album hat die Band um Snger Blaine Cartwright und Gitarristin Ruyter Suys, das drolligste Prchen seit Herman und Lily Munster zwar nicht dabei, dafr aber eine Best-Of aus den Jahren ihrer Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Label SPV, und das rechtfertigt auf jeden Fall eine Clubtour!

Nashville Pussy

Los ging der heie Tanz mit "Come On Come On", einem schnellen Mosher, die die Anwesenden im Saal spontan ausflippen lie. Dank des mehrheitlich gesetzteren Publikums wurde weniger gepogt als gebangt, was ich sehr angenehm fand, weil es beim Knipsen sehr hilfreich ist, wenn einem keine Leute auf oder in den Rcken fallen. Ohne bergang ging's mit einer der NASHVILLE PUSSY-typischen, leicht schlpfrigen Nummer Rub It to Death" weiter, und berhaupt war der sichtlich bermdete bzw. verkaterte Mr. Cartwright an diesem Abend nicht zu mehr als der notwendigsten Kommunikation aufgelegt. Es folgte eine schne Werkschau der Band, thematisch wurden sowohl Sex als auch Drogen (I'm So High", Pillbilly", She's Got The Drugs", Up The Dosage", High As Hell", Drunk Daddy") thematisiert und manchmal konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Pussies a) sehr genau wissen, wovon sie reden bzw. singen und b) diese Veranstaltung nicht unbedingt geeignet gewesen wre, Jugendlichen die schdlichen Auswirkungen bewusstseinsverndernder Substanzen -legal wie illegal- abschreckend zu verdeutlichen. Zum Glck waren ja nicht viele junge Hpfer da. Tja, trotz Konzerts unter der Woche war das Caf Central irgendwann ausverkauft, die Stimmung sensationell, und so schaukelten Band und Publikum sich gegenseitig hoch. Gitarristin Ruyter war auch diesmal die Attraktion schlechthin, sie trug irgendwas sehr knappes, so dass die Gefahr, dass ihr ein Mopps aus dem Kittel kullert, stndig gegeben schien und besonders seitens der vor ihr versammelten Herren sicher vielerorts leise gewnscht wurde. Obwohl keine klassische Schnheit versteht Ruyter es sagenhaft, ihre Reize einzusetzen und ihre Fans zur Ecstase zu treiben. Dass die Frau darber hinaus auch sehr gut Gitarre spielt und ihre SG (die AC/DC-Gitarre) immer sehr songdienlich einzusetzen versteht, knnte manchem Zuschauer entgangen sein. Auch der Rest der Kapelle, die eher unauffllige Bassistin Bonnie Buitrago sowie der mir leider unbekannte, namentlich nicht vorgestellte Aushilfstrommler mit Zauselbart machten ihre Rhythmusarbeit sehr solide und lieferten so ein bombiges Fundament fr die beiden Frontleute. Diese bereicherten ihrer musikalische Vorstellung durch die Einnahme von schlechtem Bourbon aus Tennessee aus der Flasche, Bierdusche, groe Posen und sehr unterhaltsame Mimik. Viel zu schnell verging dann der Abend, und irgendwann gegen 24:00 war der Spa vorbei- allerdings nicht ohne eine Zugabe, zu der die Band sich nicht lang bitten lie und die noch mal lssige vier Songs umfasste. Fr ein improvisiertes Slidesolo beim Rausschmeier Go Motherfucker" schnappte sich die Gitarristin meines Vertrauens sogar meine Bierflasche. Da war ich aber stolz! Geil!

Nashville Pussy

Als das Licht wieder anging und der eine oder andere ernchtert feststellte, dass er ja gar nicht in einem Roadhouse an einem entlegenen Highway irgendwo im Sden der Vereinigten Staaten, sondern in Weinheim im nrdlichen Baden-Wrttemberg war, bildete ich mir ein, in vereinzelten Gesichtern eine gewisse Melancholie zu sehen. Die wurde aber schnell vertrieben, als die Band sich nach einer kurzen Pause unter das noch anwesende Publikum mischte, Rede und Antwort stand, Bier und Schnpse trank, T-Shirts, Schallplatten und CDs verkaufte, Autogramme schrieb und fr Erinnerungsfotos posierte. So ging ein toller Abend sehr nett zu Ende. Schon jetzt knnen wir alle uns auf's nchste Album und die nchste Tour von NASHVILLE PUSSY freuen. Machen wir auch, oder?









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