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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DORO, BLAZE, EPICA
Ort Andernach, JuZ
Datum 29.12.2003
Autor Thorsten Dietrich
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Als wir mal pnktlich zum Einlass in unserem Stammclub in Andernach aufmarschierten, wurde eine riesige Schlange langsam eingeschleust. ber 530 Besucher wurden es insgesamt und das zeigt, dass tolle Acts wie Doro, die ihr 20 jhriges Jubilum feierte, auch kurz vor Jahreswechsel an einem Montag ihr Publikum finden. Dazu gab es fanfreundliche Merchandisepreise (T-Shirts fr 15 Euro) und zwei Vorbands! Metalfan, was willst Du mehr?
Epica - Klick Die erste Vorband waren die jungen Niederlnder von Epica, die Gothic Metal a la Nightwish spielten und auf einer sehr engen Bhne stehen mussten, da die Hauptband auch schon ihr Equipment aufgebaut hatte. Der Bewegungsradius der Musiker war deshalb sehr eingeschrnkt, auer Haare schtteln oder das Hftwackeln der jungen, gutsingenden und noch lecker anzusehenden Sngerin Simone Simons war nicht viel los.
Epica - Klick Obwohl das einigen Kerlen auch zu gengen schien. Den Kontrast zur glockenhellen Stimme von Simone stellte Gitarrist Mark Jansen (ex After Forever), der gerne und oft derbe rumgrowlte. In den ca. 30 Minuten spielte die Band viele Songs ihres passablen Debuts "The Phantom Menace", wobei mir nur die gesampleten Chre aus dem Keyboard etwas auf den Zeiger gingen. Da dies einer ersten Deutschland-Gigs der Band war, konnte man auch nicht zuviel erwarten. Schlecht war die Vorstellung auf keinen Fall, schon gar nicht optisch. Da die Songs eher getragen waren und die Band inklusive Songmaterial nur wenige kannten, war im Publikum allgemeines Schauen angesagt. Doch konnten Epica auch zwischen den Songs Applaus einheimsen, wofr sie sich erfreut bedankten.
Blaze - Klick Nach kurzer Umbaupause kam dann der von mir sehnlichst erwartete Ex-Iron-Maiden-Snger Blaze Bailey mit seiner Band Blaze auf die Bhne gestrmt. Der mit seiner Mtze, den Grimassen und der Krperhaltung fter an Cro-Mags-Boss Harley Flannagan erinnernde Sympath ging gleich in die Vollen und ballerte massenweise Hits seiner beiden Alben "Silicon Messiah" und "Tenth Dimension" ins Publikum. Alle schienen Hummeln im Hintern zu haben und tobten Matte schwingend ber die Bhne. Frontmann Bailey erwies sich als Animateur erster Gte und feuerte mit stndigen Positionswechseln die Meute an: Zum Schreien, Hnde-hoch-reien oder zum Klatschen. Sogar einen einzelnen Zuschauer sprach er an. Diese Mischung aus Fitnesstrainer und Animateur ging im Laufe des Sets gut auf, so dass die Stimmung und die Resonanzen immer besser wurden, was natrlich auch an Hits der Marke: "Born As A Stranger", "Speed Of Light" oder eben "Silicon Messiah" lag. Die flotten Maiden Songs aus der Blaze-Zeit "Futureal" und das von Maiden nie live gespielte, starke "Virus" rundeten einen klasse Gig ab. Die im Mrz erscheinende dritte Platte wird hoffentlich der Hammer!
Hervorheben mchte ich auch noch den neuen Bassisten, der wirklich Hummeln im Hintern hatte und so zum umtriebigen Rest passte.
Doro - Klick Danach war erst mal Umbaupause angesagt und auf der Bhne war nun endlich Platz zum bewegen. Jetzt war der Laden richtig gut gefllt und alle warteten auf Doro Pesch mit Band. Nach einer rhrigen Ansage ("The Queen of Metal") von Baileys Manager ging es dann los. Unter groen Jubel begann das Konzert, welches unter dem 20 jhrigen Jubilum der Band stand. Los ging es mit einem Haufen Klassikern aus Warlock-Tagen, die mich und die Menge begeisterten ("Hellbound", "True As Steel", "East Meets West" und "Burning The Witches"). Nach zwei kurzen Technikproblemen, welche Doro mit ein paar Worten an die Fans berspielte, lief alles reibungslos und es wurde zu einem wahren Triumphzug fr die sympathische Truppe.
Doro - Klick Die letzte Zeit hatte Doros Band dann auch wieder dafr genutzt, die Matten wieder mehr wachsen zu lassen und sich das gewollt punk-rockige Gepose wieder abzugewhnen, was z.B. auf dem Bang Your Head einigen bel aufstie. Hier regierten wieder die schwingenden Mhnen! Natrlich kamen auch ein paar neue Songs wie "Always Live To Win" zum Zuge, aber bei so einer Jubilumstour war es gut mal eine auergewhnliche Setlist zu haben. Im Balladenteil wurden die Fans mit den Klassikern "Fr Immer" und "Love Me In Black" zum Verschnaufen gebracht. Doro selbst war sympathisch und natrlich wie man sie kennt und wirkte nicht cool und abgeklrt wie andere Musiker nach solch einer langen Karriere. Klar, dass sie und ihre Band nicht ohne Zugaben gehen durfte und wenn Warlock-Klassiker wie "All We Are" erklingen oder Blaze ein Duett mit Doro bei "Bad Blood" singt, ist die Stimmung ausgelassen.
Das Gercht welches besagt, dass auf Doro-Konzerten eine Menge Vokuhilas mit/ohne Oberlippenbart abhngen, kann ich leider besttigen, aber es war auch nur ein Teil. Dieser hatte auch oft das weibliche 80er Jahre Gegenstck dabei. Deshalb untersttzt meine Kampagne: Stop Haircrimes Now!
Fazit: Ein super Konzert! Auf die nchsten 20 Jahre!

Bilder: Petra Bast & Olaf Reimann
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