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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing BETONTOD, ZAUNPFAHL
Ort Westfalenhalle, Dortmund
Datum 27.03.2015
Autor Mario Loeb
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Betontod gibt es nun schon seit fast 25 Jahren. Am 27.02. haben sie ihr neues Album "Traum von Freiheit verffentlicht, was wir nicht nur in der CD Review besprochen, sondern auch ausfhrlich in einem Interview mit den Knstlern behandelt haben. Nun war es also Zeit, sich die Sache einmal live anzusehen, um herauszufinden, wie der "Traum von Freiheit" bei den Fans ankommt und ob es der Band gelingt, das gleichnamige Motto in der Westfalenhalle Dortmund zu versprhen.

Zaunpfahl Zaunpfahl

"Wer lsst sich nur immer diese Bandnamen wie Zaunpfahl einfallen?!", denke ich noch bei mir und suche nach dem berhmten Wink mit selbigem, an welchem Seiteneingang des Fotograbens denn jetzt, verflucht nochmal, geffnet wird, da betreten die Punkrocker aus Mecklenburg-Vorpommern auch schon die Bhne. "Schei drauf, es ist Punkrock-Abend, da machst du die Fotos eben aus der Crowd!", sagte ich mir selbst. Gesagt getan, ist eh viel authentischer. Was mich gleich berraschte war, welchen tollen Sound die Dortmunder Westhallenhalle Nummer 3A fr die Fans bereit hielt, der war nmlich vom Feinsten und das sollte sich auch nicht mehr ndern. Die Band an sich gibt es seit 1994 und sie sind fr eine Punkband stellenweise echt Hardcore-beeinflusst. Der Sound kam dreckig von der Bhne und die politischen sowie sozialkritischen Texte bretterten mit eingngigen Melodien durchaus angenehm von der Bhne. Zaunpfahl sind jetzt sicher kein Hexenwerk, aber ich kenne gerade Punk-Bands, die ihre Sachen nicht so solide darbieten. Das war fehlerfrei und sie machten ihre Aufgabe als Anheizer sehr gut, sodass schon frh der Schwei in der Westfalenhalle auf der Zunge zu schmecken war. Das ist zwar nicht angenehm, aber bei etwa 2400 Zuschauer auch nicht ganz zu vermeiden. Das ganze wird dann einfach mit einem Bier weggesplt und gut ist. Das Publikum zeigte sich auch schon in guter Stimmung, sodass Betontod, als sie die Bhne betraten, leichtes Spiel hatten.

Dass Betontod "Keine Popsongs" spielen, machten sie nicht nur mit dem Lied am Ende klar, sondern feuerten schon recht frh erste Liedgranaten ab, wie "Mein Letzter Tag" oder "Schwarzes Blut". Kein Wunder, dass Publikum und Band schnell zu einer Einheit verschmolzen und rockten, dass es nur so krachte. Dabei hatte ich den Eindruck, dass das Publikum stark gemischt war und es nicht unbedingt eine Selbstverstndlichkeit ist, dass man zusammen eine Spitzenzeit hatte. Man kennt das aber auch von anderen Festivals, wie z.B. dem "With Full Force". Betontod Betontod Ich finde es prima, wenn Musik Leute und die verschiedensten Generationen verbindet, die normalerweise eher seltener zusammen an einer Theke stehen und auch vor und nach dem Konzert den friedlichen Dialog suchen, statt sich verachtungsvolle Blicke zuzuwerfen. Von diesem Standpunkt aus gesehen, trug Betontod an diesem Abend zum "Traum von Freiheit" bei. Musikalisch ist das, was Betontod auf die Bhne legen, ein Punk-Rock-Metal-Mix erster Gte und auch live berzeugte mich die aus Rheinberg stammende Band, dass sie, was die Energie angeht, Bands wie die Hosen berholt hat, ich lasse mich aber gerne auf RaR von Campino und seinen Jungs vom Gegenteil berzeugen. Dass Betontod den Spagat zwischen alten CDs und neuem Silberling bei der Produktion geschafft hat, zeigte sich dann bei den Liedern im Programm, die aus der Neuverffentlichung stammen, denn ob Fans erster Stunde oder nicht, alle zeigten sich auch bei den neuen Songs textsicher. Aber nicht nur die Musik war ordentlich, auch das Bhnenbild und die Lichtshow waren sehr schn und stimmig. Dazu gibt man dann eine spielfreudige Band und die Interaktion zwischen Band und Publikum kommt ganz von alleine zustande, wie auch an diesem Abend. Bei Liedern wie "Alles" oder "Kinder des Zorns" ging buchstblich der Punk in Halle 3A ab. Zum Schluss durften Klassiker wie "Ich Bereue Nichts" oder "Auf Eine Gute Zeit" auch nicht fehlen, sodass ein toller Abend fr alle Beteiligten zu Ende ging. Am Ende mchte ich noch einmal den eindrucksvollen Sound loben, denn in der Form habe ich das schon lange nicht mehr gehrt. Mein Kompliment an Techniker und Bands. Betontod und die Westfalenhalle 3A in Dortmund hat mich nicht zum letzten Mal fr einen Konzertbesuch gesehen.

Setlist: Betontod

  • MEIN LETZTER TAG
  • FLGEL AUS STAHL
  • NICHTS
  • SCHWARZES BLUT
  • FEUER FREI
  • SIEBEN SCHUSS
  • IN SEKUNDEN
  • ALLES
  • NEBEL
  • KEINE POPSONGS
  • FREIHEIT IN KETTEN
  • KINDER DES ZORNS
  • DAGEGENSTEHEN
  • GESCHICHTE
  • IHR KNNT MICH
  • TRAUM VON FREIHEIT
  • GLCK AUF!
  • VIVA PUNK
  • WIND
  • IM HIMMEL
  • AUF EINE GUTE ZEIT
  • HMMASAMMA
  • ICH BEREUE NICHTS





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