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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FREEDOM CALL, REBELLIOUS SPIRIT, VICTORIUS
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 2014
Autor Mario Loeb
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Manchmal sind es die kleinen Konzerte, die berraschen knnen. Ab und an sind es die Live-Veranstaltungen, von denen man sich vorher von dem Sofa qulen musste, um berhaupt hinzufahren, die dann abgehen. Ja und gelegentlich sind es die Events mit den wenigsten Zuschauern am Ende, die gnadenlos gut waren und die Leute mitgerissen haben. Verantwortlich fr das tolle Konzert im JUZ Live CLUB am 20.12.2014 auf dem "Christmas Metal Meeting" waren folgende Bands: Victorius, Rebellious Spirit und vor allem die"Happy Metal" Band Freedom Call.


Victorius Victorius
Victorius

Als ich die Konzerthalle betreten habe, standen die Instrumente schon wieder verdchtig nahe am Bhnenrand und mein erster Gedanke war "oh bitte nicht schon wieder so ein Sound-Massaker wie bei Grave Digger". Aber zum Glck lieen die Befrchtungen mit den ersten Klngen von Victorius nach. Die Band stammt aus Leipzig und war mir bis zu diesem Zeitpunkt vllig unbekannt. Okay, die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich jetzt auch nicht gerade der grte Power-Metal-Anhnger bin, auer es sind die alten Klassiker oder es ist extrem gut gemacht. Deshalb berraschte es mich, dass die Leipziger mich vllig berzeugen konnten ohne wenn und aber! Vielleicht habe ich so leicht Zugang zu den Liedern gefunden, weil es mich stellenweise leicht an Helloween, vor allem zur Kiske-ra, erinnerte. Wenn dann noch die Speed-Passagen stimmen, ist alles wunderbar. Bei der jungen Band, die ihre zweite Platte "Dreamchaser" im November 2014 in Umlauf gebracht hat, stimmte alles. Tolle Performance frs Auge, toller Gesang und klasse zweistimmige Gitarrensoli, die immer wieder von treibenden Speed-Passagen vorangetrieben wurden, gespielt von einer sehr eingespielten Rhythmus-Gruppe, die auch den letzten Fu zum Wippen brachte. Victorius machten einen tollen Job vor wenig Zuschauern. Zu diesen Zeitpunkt mgen es vielleicht gerade mal 45 Zuschauer gewesen sein, am ganzen Abend so um die 90. Ich denke von Victorius wird man noch weiter hren, da auch die Platten nicht von schlechten Eltern sind, wie ich mich auf anraten meines Kollegen mittlerweile selber berzeugen konnte. Ich bin auf alle Flle begeistert seit diesem Abend.


Rebellious Spirit Rebellious Spirit Rebellious Spirit

Rebellious Spirit ist eine blutjunge Truppe, die ich live zum ersten Mal wahrgenommen habe. Anscheinend scheint es irgendwo im "Schwabenlndle" eine Talentschmiede fr Musiker zu geben - siehe Kissin' Dynamite. Der Vergleich mit Hannes und seinen Jungs ist dabei auch hier gar nicht so verkehrt. Wie bei Kissin' Dynamite musizieren bei RebelliousSpirit ebenfalls zwei Geschwister (Jens Fischer, Jannik Fischer) gemeinsam miteinander. Eine weitere Parallele ist das auch Hannes Braun und Andy Braun von Dynamite sehr frh in das Haifischbecken Musikindustrie gesprungen sind und zu guter letzt findet man bei beiden Bands typische Hardrock-Elemente in ihren Songs wieder. Ob man sich untereinander kennt und man vielleicht sogar den einen oder anderen Tipp von Kissin' Dynamite bekommen hat, wrde mich mal interessieren. Aber RebelliousSpirit ist mehr als ein Jugend-forscht-Projekt. Denn immerhin haben sie es in der kurzen Zeit geschafft, sich einen Plattenvertrag bei Steamhammer zu angeln. Dabei debtierten sie vor nicht viel mehr als einem Jahr mit ihrem ersten vollen Album namens "Gamble Shot". Mit "Obsession" erschien nun bereits das zweite Album. Auch live spielten sie ihren Hard Rock solide herunter. Von der Performance wirkt es noch ein wenig aufgesetzt, was aber sicher noch mit der Zeit kommen wird. Instrumental und vor dem Gesang kann man da aber schon mehr als nur den Hut ziehen. Ich kenne Bands mit wesentlich mehr Erfahrung, die dagegen wie absolute Amateure aussehen wrden. Trotz allem muss ich zugeben, dass mir der Stil nicht ganz zusagte und ich von Song zu Song immer mehr das Interesse verlor und gegen Ende nur noch mit halbem Ohr zugehrt habe. Die auf Glam Rock basierende Musik ist aber auch vielleicht von zu vielen Einflssen durchzogen wie z.B. vom Metal ber Grunge zu Dark Rock oder Pop. Das mag zwar modern klingen, aber irgendwie auch geknstelt. Obwohl Rebellious Spirit alles versuchte, um das Publikum durch Animation fr sich zu gewinnen, so richtig wollten die Zuschauer nicht in Wallung geraten. Auch passte das Songmaterial nicht so richtig zu den anderen zwei Bands. Meiner Meinung nach wre es klger gewesen, die Schwaben als Opener spielen zulassen. Victorius wre fr den zweiten Slot sicher die bessere Wahl gewesen. Ich hatte den Eindruck, dass die Fustapfen vielleicht doch noch etwas gro waren. Trotzdem: meinen Respekt -aus den Jungs wird mal was!


Freedom Call Freedom Call Freedom Call

Wie bereits oben im Bericht erwhnt, waren dem Ruf von Freedom Call nicht viele Leute gefolgt, die wahrscheinlich so kurz vor Weihnachten noch die letzten Slayer-Pltzchen gebacken haben. Um so verwunderlicher war es dann fr mich, mit wie viel Bock und Leidenschaft Freedom Call ihr Programm dann runter spielten, das mit "Union of the Strong" startete. Fronter Chris Bay, dem das Publikum von der ersten Sekunde an aus der Hand fra, machte keine hohlen Phrasen, als er sagte, dass es ihnen egal ist, ob sie vor 10 oder 3000 Leute spielen und das man da war, um gemeinsam Party zu machen. Was sie auch eindrucksvoll bewiesen. Mit freundlicher Untersttzung des Publikums wurden dann Songs wie "Farewell","Heart Of A Warrior" oder zum Schluss "Warriors" schnell zum gemeinsamen Gesangsevent, was einem das Gefhl gab, nicht nur ein Teil des Konzertes zu sein, sonder dazuzugehren. Die Band ist musikalisch immer auf den Punkt gewesen und gerade die Drum-Arbeit des rotbrtigen Rami Ali muss man in hchsten Tnen loben. Es ist ein groovendes Tier, der jeden Nacken an seine Belastungsgrenze bringt beim Headbangen. Zustzlich schafften es die Soundtechniker, den passenden Sound aus der Anlage zu holen, der einfach super stimmig und fr jeden Zuschauer ein Genuss war. Es sollte eine Selbstverstndlichkeit sein, ist es aber leider nicht und deshalb sollte man es dann auch mal lobend erwhnen. Mit einem schnen Gru an Grave Digger. Ihr glaubt es nicht, es ist sogar noch mglich, ein Konzert zu besuchen ohne Ohrstpsel zu benutzen, ohne das man Sorge um sein Gehr haben muss und erreicht damit trotzdem den hchstmglichen Hrgenuss. Der Titel des letzten Interview mit Freedom Call auf My Revelations war "Auf dem Boden geblieben". Diese berschrift wrde auch wunderbar zu dem Konzert passen. So bewies Freddom Call nicht nur Leidenschaft, sondern auch immer wieder eine sehr humoristische Seite, indem Sie auch kein Problem damit hatten, sich selbst und ihre Liedtitel wie z.B. bei "Warriors" auf die Schippe zu nehmen. Das machte die Mittelfranken dann noch sympathischer, als sie eh schon rberkamen. Was soll man da noch gro schreiben auer kommt das nchste Mal selber auf eines ihrer Konzerte. Denn so wenige Zuschauer hat die Band wirklich nicht verdient. Noten: Bhnenbild: 2, musikalische Darbietung: 1, Lied-Auswahl: 1, Performance: 1, Partyfaktor: 1 mit Sternchen. Mit"Land of Light" ging dann eine kleine Happy-Metal-Party zu Ende, die aber eine der ganz groen dieses Jahr war. Ich komme auf alle Flle wieder!





Rebellious Spirit Freedom Call Freedom Call Freedom Call Freedom Call

Bilder: Dietmar Schfer



















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