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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing GRAVE DIGGER, HEAVATAR, NITROGODS, WOLFEN
Ort Andernach, Juz Live Club
Datum 8.11.2014
Autor Mario Loeb
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Am 8.11.2014 ging es mal wieder ins Andernacher JUZ, was ein wenig zu einem zweiten Wohnzimmer in diesem Jahr geworden ist. An diesem Abend im Unterhaltungsprogramm: Grave Digger. Manchmal aber stehen Konzerte einfach nicht unter einem guten Stern und so war es nur die logische Konsequenz, dass meine hmmernden Kopfschmerzen nur der Anfang eines sehr bescheidenen Konzert-Besuches waren, wozu viele Faktoren beitragen sollten. Obwohl ich schon relativ spt angekommen war, hie es an diesem wunderschnen, kalten Abend erst einmal warten vor der Eingangstr, denn der Einlass wurde deutlich verschoben. Zum einen, weil es das Mischpult fr die Bhne am Nachmittag zerrissen hatte und man nun nochmal einen neuen Soundcheck machen musste und zum anderen, weil die Wellenbrecher noch nicht angekommen waren, auf die aber von Bandseite bestanden wurde. Okay, hier war das erste Mal Punkt um Luft zu holen. Das die Technik kaputt gegangen ist, ist geschenkt, sowas passiert und ist Pech. Aber Wellenbrecher? Jetzt mal im Ernst!? Wollt ihr mich veralbern? Mit was hat Grave Digger gerechnet, dass die Metaller ber 40 in dem nicht mal annhernd ausverkauften JUZ die Bhne strmen und die Flut an Crowd Surfern nicht zu stoppen gewesen wre?? Vielleicht berschtzt man da doch die magnetische Wirkung und Ausstrahlungskraft. Fazit Nummer eins: Ich hatte Kopfschmerzen, mir war kalt und ich konnte kein Erfrischungsgetrnk erwerben.




Wolfen

WOLFEN WOLFEN Endlich also ging es los, die erste Band betrat die Bhne und ich machte mich also auf zu dem 1,50 Meter breiten Fotograben, der Dank des Wellenbrechers entstanden war. Dort angekommen wies man mich dann auch prompt ab. Fotopass? Leute, ist vllig okay, aber mal ernsthaft, bei einem Fotograben, der 1,50 m breit ist und damit die erste Reihe bei 1,60 m anfngt... WTF? Hatte ich erwhnt, dass es nicht ausverkauft war? Es hat einfach keinen Sinn ergeben. Nach lngeren Diskussionen und dem unermdlichen Einsatz eines Kollegen durfte ich dann auch in diesen 1,50 m breiten Hochsicherheitstrakt, nachdem ich die ersten Fotos schon entspannt aus 1,60 m Entfernung aus der ersten Reihe gemacht hatte. Bei diesem Chaos wre mir fast entgangen, dass Wolfen eine schne Show spielte. Wolfen spielt eine Musik, die auf der Basis von Thrash-Metal beruht, aber gerade gesanglich viele Power Metal-Einflsse hat. Mir hat das auch ganz gut gefallen und Wolfen machten ihren Job als Anheizer sehr gut. Die vier Klner wren sicher noch besser gewesen, htten sie etwas mehr Bewegungsfreiheit auf der Bhne gehabt. Das htte der Show sicher gut getan, doch leider war durch den Bhnenaufbau der anderen drei Bands kaum Platz. Was wohl hauptschlich an dem Equipment von Grave Digger lag. Es gab sicher Momente, in denen die Band die Fotografen um die 1,50 m Bewegungsfreiheit in ihrem Fotograben beneidete. Nichts desto trotz gaben Wolfen alles und wurden auch mit guter Stimmung belohnt. Die einzige Kritik, die ich ber das musikalische uern wrde ist, das Frontmann Andreas von Lipinski vor allem bei den zweistimmigen Parts nicht immer ganz auf der Hhe war, was aber auch dem Sound auf der Bhne geschuldet gewesen sein knnte. Instrumental war das alles in Ordnung und technisch einwandfrei. Genug Lieder und Riffs, die hngen bleiben, hatte man auch im Gepck, so dass es nicht an Wolfen lag, dass meine Kopfschmerzen nicht besser wurden.




Nitrogods Nitrogods

Nitrogods Etwas mehr Platz auf der Bhne hatten dann die Nitrogods auf der kleinen Andernacher Bhne, was aber auch daran lag, dass die Nitrogods in ihrer Bandbesetzung einen Mann weniger an Bord haben. Was aber auch nichts daran nderte, dass es mit dem Sound ab diesem Punkt nur noch abwrts ging und die sympathischen Jungs um Grnder Gitarrist Henny Wolter (Ex-Primal Fear) allen Grund gehabt htten, absolut auszurasten. Zwei Gesangs-Mikros, 30 Minuten Zeit und man hat es nicht geschafft, die Rckkopplungen in den Griff zu bekommen. Es war zum Heulen, denn die Nitrogods waren einfach nur Hammer und der an Motrhead angelehnte Rock 'n' Roll war pure Energie und man wollte nur tanzen und mit Whisky getrnkter Stimme alles mitsingen. Trotz der beschissenen Soundlage verloren die Nitrogods niemals ihren Humor oder die Fassung auf der Bhne und machten einen Riesenjob und versuchten mit allen Tricks wie dem Tauschen der Mikros oder przisen Anweisungen an den Sound das zu retten, was zu retten war. Doch nichts half. Das hielt die Drei jedoch nicht auf und sie brachten das Publikum auf ihre Seite, ob mit Songs wie "Chose One" oder "Unbroken", die Jungs gehen einfach nur steil nach vorne. Ohne Quatsch! Lemmy, sei mir nicht bse, aber der Sound der Band und der Gesang von Claus "Oimel" Larcher hat das live, was Motrhead seit der Erkrankung von Lemmy verloren hat: EIER! Und wer dann noch bei so viel Problemen noch so viel Fun verbreitet und sei es nur mit einem "doofen" Bierflaschen-Solo von Schlagzeuger Klaus Sperling (Ex-Freedom Call), hat sich meinen tiefen Respekt verdient. Nur die Wut ber die Rckkopplungen blieb und Schdelbrummen und Wut sind keine gute Mischung und selbst Erfrischungsgetrnke helfen da nicht.




HEAVATAR HEAVATAR Heavatar

Ich wei nicht, was der Soundmann sich berlegt hatte, aber er beschloss anscheinend, die Rckkopplungen, die mit Sicherheit ebenfalls dem Platz-Problem auf der Bhne geschuldet waren, da man selbstverstndlich mit den Mikros viel zu nahe an den Monitorboxen stand, dadurch zu beheben, dass man eines der Mikros einfach fast drei Lieder ausschaltete. Das Gesicht von Van-Canto Snger und Projektgrnder Stefan Schmidt war dann so in etwa wie meins, extrem angenervt und verstndnislos. Seine Mitstreiter Sebastian Scharf (Gitarre), David Vogt (Bass) und Ex berall Kultdrummer Jrg Michael (Schlagzeug) schienen hnlich begeistert. Der Sound war matschig und bei aller Mhe, die sich die Jungs gaben, die Power-Metal-Kompositionen, die klassischen Motive enthalten, dem Zuschauer nher zu bringen, wollte der Funke einfach nicht berspringen. Das ist alles gut gemacht, aber irgendwie statisch auf der Bhne und die Songs einfach nur langweilig, wenn man all die technischen Feinheiten, die die Lieder ausmachen, nicht heraushren kann. Die Band konnte nichts dafr, aber nach der Hlfte des Auftritts habe ich kapituliert und die Jungs mit ihrem unverschuldeten Sound-Elend alleine gelassen. Ich musste nun endgltig meine Kopfschmerzen mit einem Schmerzprparat bekmpfen. Freunde von mir sagten, dass sie es soundmig nachher in den Griff bekommen haben bis etwa zur Hlfte des Sets und dann Heavatar durchaus eine gute Show lieferten.




GRAVE DIGGER Grave Digger

GRAVE DIGGER Als das Intro von Grave Digger erklang und der hauseigene Reaper die Bhne betrat, kehrte also Grave Digger auch nach Andernach zurck. Es mag zwar sein, dass ich darauf rum reite, aber ich kann euch soviel verraten, dass der Wellenbrecher keinen greren Belastungen ausgesetzt war. Ansonsten war das optisch aber sehr schn anzuschauen, das muss man dann schon zugeben: Das riesige Backdrop mit dem aktuellen Cover der 2014ner "Return Of The Reaper". 4 Srge bestens in blau ausgeleuchtet zierten das Bhnenbild neben dem Schlagzeug. Alles in allem also eine echt runde Sache. Nach dem Intro startete man dann mit dem Song "Hell Funeral" von der aktuellen Scheibe. Die Zuschauer im kleinen JUZ waren sofort auch wach und Grave Digger zeigte sich auf der Bhne professionell und machte ordentlich was los. Aber?!!! Na kommt, da haben wir doch jetzt schon alle drauf gewartet und sicher musste es nach dieser Anzahl von rgernissen ein weiteres geben: Der Sound, welch berraschung! Und ich frage mich, wann man es endlich lernt. Einen schlechten Sound, der sich schon durch den ganzen Konzertabend durchgezogen hatte, bekommt man nicht in den Griff, indem man das Ganze einfach lauter dreht. Aber genau das hat man gemacht. Es war einfach nur grauenhaft! Wenn die Security dir ohne zu fragen Ohrenstpsel in die Hand drckt, sagt das zwei Dinge aus: a) sie ist sehr aufmerksam und macht einen guten Job und b) sie empfindet die Lautstrke als zu heftig. Habe ich schon erwhnt, dass sich meine Schdelschmerzen auf dem Hhepunkt befanden? Es war schade, denn eigentlich kann man Grave Digger ansonsten einen guten Job bescheinigen und auch die Atmosphre war gut. Bei Songs wie "Witch Hunter", "Ballad of a Hangman" oder "Wedding Day" war die Stimmung sehr geil. Aber was kann ich musikalisch sagen? Also soweit man das bei dem Soundmatsch und dieser Lautstrke beurteilen kann, war das alles auf den Punkt und Snger Chris Boltendahl machte einen mehr als soliden Job. Klar, das gegen Ende Hits wie "Excalibur" und "Rebellion (The Clans Are Marching)" nicht fehlen durften und die alten Recken von Grave Digger mit dem Publikum noch einmal alles gaben.



Fazit: Grave Digger spielte ein solides Konzert, an dem die meisten Zuschauer Spa hatten. Es wre ein noch viel besseres Konzert gewesen, wenn es nicht so viele Randrgernisse gegeben htte. Angefangen bei der Lautstrke bei Grave Digger, die alles dieses Jahr getoppt hat, ber den Platzmangel fr die Vorbands (wie schon auf dem ersten Teil der "German Metal Tour" und den daraus resultierenden Soundproblemen der Vorbands, der dem fr das JUZ berdimensionierten Bhnenbild von Grave Digger geschuldet war, das zugegebenermaen schn anzusehen war, bis hin zu diesem vllig berflssigen Wellenbrecher. Dazu kamen dann noch die persnlichen Leiden eines Schreiberlings und das Versagen der Technik am Nachmittag, fr die selbst Grave Digger nichts konnte. Sorry, aber der Abend war fr die Fe. Schade, bei den Bands und ihrem Knnen wre bedeutend mehr drin gewesen.

Setlist: Grave Digger

  • Intro
  • Hell Funeral
  • The Round Table
  • Witch Hunter
  • Dark Of The Sun
  • Ballad Of A Hangman
  • Season Of The Witch
  • Lionheart
  • War God
  • The Curse Of Jacques
  • Hammer Of The Scots
  • Tattooed Rider
  • Excalibur
  • Knights Of The Cross
  • Rebellion
  • Highland Farewell
  • HM Breakdown

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