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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing FISH
Ort Caf Hahn, Koblenz
Datum 02.11.2014
Autor Thorsten Dietrich, Bilder: Dietmar Schfer
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Fish rief und alle kamen!


FishDer Ex-Marillion Frontmann und Kultmusiker hat sich in seinem 56. Lebensjahr am frhen Abend in Koblenz blicken lassen und alle kamen! Ausverkauft war das gemtliche Caf Hahn in dem leider wenig Musik fr meinen Geschmack luft. Aber mit Raucherbar inklusive TV-Schirm, Kamera zur Bhne und einem leckeren Bistro mit allerlei Gerichten, sowie frisch gezapften Getrnken aus Glsern, fhlte man sich direkt wohl und behaglich. Als ich gegen 19.00 Uhr in den brechend vollen Laden kam, hat das Intro gerade begonnen und Fish und Band legten los. Wahnsinn, die Leute standen genau bis zur Eingangstr des Konzertraumes. Man konnte sich zum Glck an verschiedenen Punkten vorbei schmuggeln ohne Fans zu verrgern oder jemanden die Sicht zu stehlen. Voll war es aber definitiv, so voll, dass ich einen guten Bekannten nur virtuell gesehen habe. Die groe Bar und die Sitzpltze waren natrlich alle besetzt und zwei, drei hbsche Bedienungen hatten den Job durch die Reihen zu gehen und bis vor die Bhnen Getrnke zu liefern. Toller Service aber auch nervig da ich mehrfach in der Marschroute der mit groen Tablett bepackten Damen stand. Da fragte man sich wer einem mehr Leid tun soll, der Zuschauer oder die Angestellten. Umsatz schn und gut, aber das hier war dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Andererseits hielt sich dafr die Rennerei zur Theke in Grenzen. Die Sache hatte also definitiv Vor- und Nachteile.


Fish Fish Fish und seine unaufdringliche Begleitband an Gitarre, Keyboard, Bass und Drums sahen so unauffllig aus, wie es nur geht. Im Mittelpunkt stand klar der Soloknstler und Geschichtenerzhler Fish, der sogar recht gutes Deutsch sprach und seine teils ausufernden aber grundsympathischen Ansagen zu 80% in unserer Sprache ganz drollig rberbrachte. Zudem war der Snger gut bei Stimme, was bei ber zwei Monaten Europa Tour nicht selbstverstndlich ist. Sehr gebannt und geduldig lauschte das Publikum der Geschichte ber den 1. Weltkrieg bei dem Fishs Opa und der Opa seiner Herzdame (wenn ich das alles noch so richtig zusammen bekomme) wohl auf beiden Seiten der Schtzengrben lagen. Ein Ort an dem viele starben, diese beiden aber berlebten. Fish erinnerte als Appel an den 1. Weltkrieg mit den vielen Toten und der Brutalitt des Krieges. Musikalisch wurde das durch Einspielungen ber die Leinwand und mit fnf Liedern seines "Ring" Zyklus untermauert. Insgesamt war das eine sehr ergreifende Sache. Grundstzlich fand ich die ganzen zwei Stunden des Konzertes wirklich beeindruckend. Irgendwann streifte Fish, mit Mikrofon bewaffnet, durch die engen Reihen im Publikum. Die Leute klatschten, machten Bilder, sangen mit oder standen verdattert da, wie ich. So was wirkte spontan und man erwartete das nicht bei einem Prog Rock Gig. Auch wenn in der Setlist Stcke im mittleren Tempo und ruhige Tne berwogen, gab es auch mal eine flotte Nummer zum Auflockern und sogar drei Songs von Marillion zu hren. Letzteres war allerdings nur ein nettes, gut beklatschtes Schmankerl, denn Fish hat sich von dieser Band lngst freigeschwommen. Wer natrlich nur "Kayleigh" erwartete, hatte Pech. Beim nchsten Konzert in meiner Region werde ich wohl wieder dabei sein!

Das Konzept ohne (eventuell nervige) Vorband war schon cool, da war man frh daheim, genauer gesagt um 21:30 Uhr an diesem schnen Sonntagabend.





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