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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SUMMER BREEZE
Ort Flughafen Dinkelsbhl
Datum 13.-16.08.2014
Autor Mario Loeb
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Seit 1997 gibt es nun schon das Summer Breeze und es gehrt schon lange zu den grten seinerArt in Deutschland. Nachdem ich Dinkelsbhl zuletzt in 2007 besucht hatte, wurde es also noch einmal Zeit das Festival zu besuchen. Zur Untersttzung habe ich meine Freundin als Gastschreiberling mit ins Boot genommen, die vor allem ber die Bands berichten wird, die ich schon in Wacken gesehen und besprochen hatte. Dienstags nachts ging es also los auf die etwas 4-stndige Fahrt. Dann noch mal nach Ankunft etwa eine Stunde in der Warteschlange gestanden, was aber vllig in Ordnung war und dann ging es zgig weiter und bis zum Zeltplatz ohne Probleme. Die Orga unter Anderem bei der Bndchenausgabe war auch 1a. Dafr also schon mal ein Lob an die Veranstalter. (Mario)

Mittwoch

Blasmusik

Blasmusik Illenschwang

Ich habe zugegebenermaen keine Ahnung von Blasmusik. Das Wetter begrte die Metalheads, die sich den traditionellen, volkstmlichen Hits hingaben, auf jeden Fall vor allem mit Regen. Wie gesagt ich habe wirklich keinen Plan und deshalb werde ich das musikalische Knnen der "Blasmusik Illenschwang" auch nicht beurteilen. Die Meute schien aber trotz Regen Spa zu haben. Warum auch immer!? (Mario)

Tenside

Tenside

Wer gedacht hatte Blasmusik wrde die Regenwolken vielleicht vertreiben, sah sich getuscht. Dafr nahm auf der Camel Stage nun Tenside das Heft in die Hand. Das war auch bitter ntig, denn Odin schickte noch mehr kaltes Nass vom Himmel. Doch diejenigen, die sich in den Regen hinaustrauten, wurden vor der kleinen Bhne belohnt. Mit einer Mischung aus Metal Core und Death Metal berzeugten Tenside auf ganzer Linie. Spielfreude gepaart mit gut gemachten Songs und einer tight spielenden Band, die jederzeit Bhnenprsenz zeigte, gab es zu bestaunen. Einen zustzlichen Pluspunkt verdiente sich dabei Snger Daniel Kuhlemann fr seine tolle Live-Show. Guter Anfang, auch wenn dem Sound (Wind mit eingerechnet) etwas an Bass fehlte, legten die Jungs ein schnes Soundbrett hin. So frh und bei einen solchen Wetterlage war es ein hoch professioneller Job, der die Crowd in Bewegung brachte und das obwohl die Jungs erst 2 Stunden vorher im strmenden Regen ihre Zelte aufgebaut hatten. Wer danach noch so viel Spa verbreitet hat ein dickes Lob verdient. (Mario)

Blue Pills

Blues Pills

Die gleichnamige 2014 erschienene LP "Blues Pills" spaltet die Metalgemeinde, die sich damit beschftigt hat. Vielen Headbangern ist sie zu soft. Die Plattenkritiken sprechen allerdings eine andere Sprache, die waren nmlich alle ausnahmslos gut. Auch live bewiesen die Blues Pills was sie knnen. Saugute Riffs mit einem Hammersound, ein Gitarrist, der mit seinen Soli Gnsehaut hinterlsst und eine Sngerin, die ber alles erhaben ist und eine Power in ihrer Blues- und Rock- Rhre hat, um die sie mit Sicherheit viele ihre Kolleginnen beneiden. Auch bei den Zuschauern auf dem Breeze gab es verschiedene Meinungen, was die Hrte angeht, aber ber das Knnen waren sich alle einig. Richtig guter Gig mit beeindruckender Atmosphre und noch beeindruckenderer Frontfrau. Nur das Wetter wollte berhaupt nicht mehr mitspielen und es hatte sich jetzt schon auf dem Platz vor der Tent Stage ein tiefer Matschgraben gebildet, so das der erste Rindenmulch zum Einsatz kommen musste. Leider war der Boden im Zelt in diesem Jahr aber auch nur ungengend befestigt, so dass auch der Mulch an seine Grenzen stie. Durchgefroren und noch die Fahrt von dienstags Nachts und damit verbundenem Schlafmangel in den Knochen ging es dann frh ins Zelt und zum Schlafen. Immernoch die Stimme von Elin Larsson im Ohr schlief ich dann auch schnell lchelnd ein. (Mario)

Donnerstag

Eluveitie

Eluveitie

Der Regengott hatte am nchsten Tag endlich ein Einsehen und ffnete seine Regenschleusen nur vereinzelt. Ich bin eigentlich kein groer Fan von Metal gepaart mit Mittelalterinstrumenten. Ja, ich stehe auch dazu, dass ich mich mit Eluveitie CDs bis auf ein paar einzelne Lieder noch nicht beschftigt habe. Aber live war ihr Auftritt, was ich an Eindrcken mitgenommen habe, aller Ehren wert. Sympathisch macht die Band um Drehleier-Spielerin und Sngerin Anna Murphy, dass man bis auf die exotischen Instrumente optisch in keinster Weise auf die altbekannten Klischees zurckgreift. Man verlsst sich ganz auf das eigene Knnen. In der Tagesform, mit der sie sich auf dem Breeze prsentierten, lassen sie auch auf jeden Fall den ein oder anderen Kollegen alt aussehen. Die Riffs sind einfallsreich und wie mageschneidert fr Gesang und Geige. Ob "The Nameless", "Neverland", "The Call of the Mountains" oder "The Siege" am Ende wurde alles mit viel Wucht vorgetragen. Obwohl viel Bewegung auf der Bhne war, hat mir allerdings manchmal ein wenig die Ausstrahlung gefehlt, vor allem bei der Band, da war der Frontmann doch ziemlich alleine. Das Summer Breeze Publikum auf dem Gelnde vor der Bhne zeigte sich aber begeistert. Ich werde mir zwar auch in Zukunft keine CD der Band kaufen, aber man kann der Band eine professionelle Vorstellung mit richtig gutem Sound bescheinigen. (Mario)

Arch Enemy

Arch Enemy

Als ich vor einiger Zeit hrte, dass Angela Gossow bei Arch Enemy aufhrt, war ich (wie so viele) geschockt; hatte ich doch Arch Enemy mit Angela kennen und lieben gelernt und konnte mir einfach niemand anderes am Mikro vorstellen. Als dann Alissa White-Gluz als Nachfolgerin bekanntgegeben wurde, war ich folglich (wie so viele) skeptisch, auch wenn ich Alissa schon von The Agonist kannte und dort auch sehr mochte. Aber es ist eine Sache jemanden zu mgen und seine gesanglichen Fhigkeiten zu schtzen zu wissen und eine ganz andere, wenn der- oder diejenige den Gesang bei einer deiner absoluten Lieblingsbands bernehmen soll und dabei in ziemlich groe Fustapfen treten muss. (Und dass das auch bse in die Hose gehen kann, sollten wir am nchsten Tag bei The Agonist "bewundern" drfen, aber dazu spter mehr.) Ich war also ziemlich angespannt und nervs als ich mich am Donnerstag um kurz nach sechs auf den Weg in die erste Reihe vor der Main Stage machte. Arch Enemy begannen ihr Set wie so oft mit "Khaos Overture/Yesterday is dead and gone" und Alissa bernahm sofort die Kontrolle ber die Bhne und das Publikum. Dass sie dabei durchaus auch ein Hingucker ist, wurde vor allem von den mnnlichen Fans sehr schnell festgestellt. Wo Angela auf der Bhne eher mit Bass aus dem Bauch heraus auftrat, hat Alissas Gesang und Bhnenprsenz etwas raubtierhaftes. Sie versucht nicht Angela zu kopieren, sondern verleiht den Songs ihre eigene Note und die passt einfach wie die Faust auf's Auge. Der Song "You will know my name" in der Mitte des Sets hatte dementsprechend auch etwas bezeichnendes. Sptestens dann bei "No Gods No Master" begab man sich dann auch mit einem Schnurren in die Fnge der Raubkatze und sie hatte gewonnen. Als Arch Enemy dann kurz vor Ende ihres Konzertes den Song "Nemesis" spielten, konnte man sehen und spren, dass die Textzeilen "One for all - All for one - We are strong - We are one" mehr als nur einfach dahergesagt waren. Den Abschluss bildete "Fields Of Desolation". Der Auftritt war rundum gelungen, die Band ist einfach top eingespielt, der Sound war mal wieder nah an der CD und Alissa White-Gluz wird zwar Angela nie 1 zu 1 ersetzen knnen, aber das braucht sie auch gar nicht, denn sie ist auf ihre ganz eigene Art einmalig. (Miri)

Down

Down

Down ist meiner Meinung nach nicht nur durch die Vergangenheit, Phil Anselmo und der damit verbundenen Nhe zu Pantera eine Legende. Down geht seit Jahren einen kompromisslosen Weg ohne sich auf ihrem Erfolg auszuruhen. Fr den Anfang gab es erstmal eine Runde Rythm and Blues, wie sich das gehrt, um dann mit der gewohnten Aggressivitt mit "Eyes of the South" zu beginnen. Alter Schwede, da bekommt man sofort einfach mal zur Begrung eins in die Fresse - groartig. Der musikalische Ursprung wird hier auch niemals verleugnet, das grooved einfach. Mit viel Power und Schwung moshten die Herren sich durch das Programm. "We Knew Him Well", "Hogshead/Dogshead", "Witchtripper", "Lifer" - Metal-Herz was willst du mehr? Und dabei hatten wir gerade erst einmal die Mitte der Setliste erreicht. Alleine die endlosen Monologe von Phil zwischen den Stcken waren etwas anstrengend und manchmal auch etwas berheblich. Aber Down war jede Sekunde echt. Das bei Down Konzerten der verstorbene Kollege Dimebag Darrell geehrt wird, ist nichts Neues, trotzdem habe ich auch noch nach all der Zeit den Eindruck, dass es sich hierbei immernoch um viel mehr als leere Phrasen handelt. Ihre Musik war an diesem Tag genau so. Ehrlich und bissig mit einem Gitarrensound, der ins Gesicht drckte und einem das Grinsen dort stehen liess. Selbstverstndlich durfte dann am Ende der Klassiker "Stone the Crow" auch nicht fehlen. Ein richtiger guter Auftritt mit einer extrem guten und spielfreudigen Band namens Down. Seltsamerweise war der Auftritt aber trotz hervorragend aufgelegter Band nicht gut besucht. (Mario)

Children of Bodom

Was kann oder soll man zu Children of Bodom sagen? Mario und ich haben vor Jahren als wir sie zusammen das erste Mal sahen irgendwann nachmittags auf einer Nebenbhne schon gesagt, dass die Jungs irgendwann mal gro werden und genau das ist mittlerweile passiert. Sie haben den Main Event-Status erreicht und kommen den damit verbundenen Rechten und Pflichten 100%ig professionell und souvern nach. An diesem Abend hatten sie zwar zu Beginn ein wenig mit Sound- und Lautstrkeproblemen zu kmpfen - der kollektiv vom Publikum vorgetragene Wunsch nach "mehr Lautstrke" war tatschlich einmal gerechtfertigt - aber da diese Probleme schnell in den Griff bekommen werden konnten, konnte man den Auftritt sptestens ab dem dritten Song "Kissing The Shadows" fast voll und ganz genieen. Ich kann leider nur "fast" sagen, da mit der Beliebtheit der Jungs aus Finnland, wie bei leider viel zu vielen Bands heutzutage, ein massives Problem dadurch entstand, dass bei ihrem Auftritt die Zahl der Crowdsurfer unverhltnismig anstieg. Ich hab nichts gegen den ein oder anderen Crowdsurfer, vor allem wenn es in einem Notfall darum geht denjenigen auf schnellstem Weg aus der Menge und zu den Sanis zu kriegen, aber es macht mich wirklich sauer, wenn ich mich kein einziges Lied lang einfach nur auf die Band (in diesem Fall eine meiner Lieblingsbands) und ihre Musik konzentrieren kann, weil man permanent mit einem Auge nach hinten schauen muss, da man sonst Gefahr luft mal eben z. B. einen 120 kg Brocken ins Kreuz zu bekommen oder 'nen Stiefel ins Gesicht. Das ist wirklich kein Spa, kann ich euch sagen. Dem Auftritt der Band tat dies aber keinen Abbruch, im Gegenteil: Die Jungs waren sichtlich entspannt und gut gelaunt aufgrund der Tatsache, dass dieses Konzert das letzte (Festival-)Konzert der Sommertour war. Alles in allem - mit den kleinen erwhnten Abstrichen ein geniales Konzert. Children of Bodom wissen einfach zu berzeugen. (Miri)

The New Black

Wenn man auf einem Festival auf einer kleinen Bhne mit einem 30-Minuten-Slot und noch dazu parallel zu Children of Bodom, die auf der Main Stage spielen, antreten muss, ist das sicher undankbar, aber man muss das Beste daraus machen. The New Black nutzten ihre 30 Minuten allerdings wirklich gut und es waren auch gar nicht so wenige Zuschauer da, die den Weg zur Camel Stage gefunden hatten. Das Herzstck der Wrzburger ist sicher die Gitarrenarbeit. Christof Leim und Fabian Schwarz spielen mit einem hohen technischen Anspruch und gaben das auch zum Besten. Auch wenn nicht jedes Riff bei mir hngengeblieben ist, verbreiteten The New Black mit Frontsau Markus Hammer viel Energie und gute Laune. Ob Markus am Ende einen Schlafplatz in einem komfortablen Zelt mit viel Bier und Physiotherapeutin gefunden hat, worum er das Publikum hflichst gebeten hatte, kann ich leider nicht sagen. Ihre 30 Minuten auf der Bhne hat die Band aber auf jeden Fall fr sich genutzt und einen guten Eindruck hinterlassen. (Mario)

Testament

Deutlich angeschlagen aufgrund des Wetters, der Uhrzeit und einiger Bier vorher bei Children of Bodom begab ich mich gegen halb eins zur Pain Stage um mir die Jungs von Testament noch anzuschauen. Direkt beim Opener "Rise up" vom 2012er Album "Dark Roots Of Earth" wurden zwei Dinge sofort klar: Zum einen hatten Testament im Gegensatz zu CoB genug lautstarken Bass, dafr aber anfnglich ziemliche Probleme mit den Mikros und zum anderen merkte man sofort, dass die Band wirklich Bock darauf hatte zu rocken, was sie dann auch taten. Als dann beim 6. Song "Into The Pit" auch noch Alissa White-Gluz von Arch Enemy einen Gastauftritt absolvierte war die Menge vor der Bhne kaum noch zu bremsen. Die Urgesteine des Thrash Metal aus der Bay Area holten noch einmal alles aus sich und dem Publikum heraus und bildeten fr mich damit einen grandiosen Abschluss diese ohnehin tollen Tages. (Miri)

Freitag

Stahlmann

Stahlmann

Als ich das erste Mal auf Stahlmann stie, dachte ich "Bitte nicht noch ein Rammstein/Megaherz-Verschnitt", aber damit tut man der Band unrecht. Selbstverstndlich ist die Art der Musik klar der Neuen Deutschen Hrte zuzuordnen, aber Stahlmann hat dabei schon ihre eigene Seele. Komplett in Stahlsilber angesprht, enterten die Musiker von Stahlmann mit dem Song "Willkommen" die Bhne. Der Song bietet sich ja nunmal auch als Opener an. Der Sound war gut und sogar das Wetter machte endlich mal ein wenig Freude, aber sehr wechselhaft blieb es das ganze Wochenende ber. Das Gute an Mnnern aus Stahl ist, dass sie sich selber nicht ganz so ernst nehmen und im Gegensatz zu Rammstein auch ein wenig Platz fr Spe bleibt. Ernstzunehmen ist aber definitiv das, was die Jungs von der Pain Stage pnktlich zum Mittagessen servierten. Ob "Hass mich...lieb mich", "Stahlwittchen" oder "Tanzmaschine" - das war alles auf den Punkt gespielt. Sptestens bei "Schwarz" war das Publikum des gut besuchten Gigs dann in bester Stimmung. Das 11 Lieder starke Set war genau das Richtige fr den Start in den Tag. (Mario)

Crucified Barbara

Crucified Barbara

Frauenpower und schwedischer Hard Rock klingt ja schon mal super und ja, das ist es auch. Direkt mit dem Opener "The Crucifier" stellten die Damen klar, dass sie gekommen waren um rsche zu versohlen und auch wenn die Mdels wirklich nett anzuschauen sind: Pppchen sind das nun wirklich nicht. Das sieht man den Mdels auch schon an den Outfits an, da sich ihr Modegeschmack ganz offensichtlich nicht an Pop-Sternchen orientiert, sondern am klassischen Metal Stil und das ist auch gut so. Der brachiale und Punk-angehauchte Rock'n'Roll fegte nur so mit eisernem Besen ber das Festivalgelnde. Mia Coldheart imponierte mit ihrer aggressiven und whiskeygetrnkten Stimme. Rotzige Gitarren, knarriger Bass und drckendes Schlagzeug sind die Mischung, die den Schwedischen Metal-Mix ausmachen. Man merkte der Truppe das Herz in jeder Sekunde an in der sie ihren Rock'n'Roll auf der Bhne zelebrierten. Songs wie "Sell My Kids For Rock'n'Roll" kann man den Ladies sofort glauben und ganz ehrlich, wenn das der Preis war um einen solchen Auftritt hinzulegen, so gemein das jetzt auch klingt, war es das Opfer auf alle Flle wert. Die Songs peitschten nur so von der Bhne und da ich sie vorher nicht kannte, waren sie fr mich definitiv eine der berraschungen des Summers Breeze. Mia Coldheart, Klara Force, Nicki Wicke und Ida Eviley machten einen brenstarken Job. Ich kann nur sagen "My Heart Is Black" (Lied Nummer 7 auf dem Breeze) und ich habe es seit dem Nachmittag an die Musik der Schwedinnen verloren. (Mario)

Primal Fear

Primal Fear

14:30 Uhr und endlich hat das Wetter mal wieder ein Einsehen. Pnktlich zu Primal Fear. Ich habe nicht umsonst lange Zeit mit Stolz das Primal Fear Longsleeve "German Metal Command" aus dem Grndungsjahr 1998 durch die Gegend getragen, denn die Jungs um Matt Sinner gehrten damals zu DEN Bands im Speed-/Power-Metal-Bereich. Der Hype von damals ist sicher ber die Jahre etwas abgeklungen, aber eine gute Live Band sind sie immer noch und zhlen auch immer noch zum Pflichtprogramm, wenn man die Chance hat sie sich auf einem Festival anzusehen. Dass die Jungs auf keinen Fall eingerostet sind, bewiesen sie dann auch prompt. Ralf Scheepers hat nach wie vor eine megamige Stimme und die Band hat nichts von ihrer Energie auf der Bhne verloren seit ich sie das erste Mal im Vorprogramm von Hammerfall gesehen habe. Die Setliste reichte dabei von Stcken wie "Nuclear Fire" aus lteren Tagen bis hin zu Stcken wie "When Death Comes Knocking" von der aktuellen Scheibe "Delivering the Black". Bei 8 Liedern hat man zwar keinesfalls genug Platz um es allen recht zu machen, aber so ein paar Hits haben mir dann schon gefehlt wie z.B. "Formula One" oder "Armageddon". "Metal is forever" zum Abschluss war aber selbstverstndlich im Programm. Primal Fear knnen weiterhin begeistern, waren viel in Bewegung und sowohl sie als auch das Publikum hatten sichtlich Spa.(Mario)

Benediction

Benediction

Ein paar Bierdosen und ein Backdrop strahlten uns von der Pain Stage an, auf der im Anschluss die Todesmetaller aus Birmingham mchtig viel rsche versohlen sollten. Da war es auch egal, dass es mal wieder regnete und irgendwie hatte man sich ja auch schon dran gewhnt. Erstes Stck "Nightfear" und ich hatte sofort ein fieses, debiles Grinsen im Gesicht. Der Sound war fr die Pain Stage, die im Gegensatz zur Main Stage soundtechnisch whrend des kompletten Festivalwochenendes etwas stiefmtterlich behandelt wurde, echt ziemlich gut und brachial. Zum Glck war die Setliste bestndiger als das Wetter, was pnktlich zu "Unfound Mortality" der Sonne wieder eine Chance gab. Die einzigen technischen Probleme, die man zu beklagen hatte, waren hausgemacht, da Snger Dave Hunt, der den Stcken mit seiner sehr geilen Stimme die ntige Bsartigkeit verlieh, seinen Gitarristen Darren Brookes boykotierte indem er ihm das Kabel versehentlich herausriss. Das Ganze konnte aber schnell behoben werden, so dass man sich mit viel Power weiter durch das 10 Lieder starke Set prgeln konnte. Mit dem Stck "Magnificat" verabschiedete man sich dann und hinterliess eine Menge Menschen mit zerzausten Haaren und glcklichen Gesichtern.(Mario)

J.B.O.

J.B.O.

Das Holi Festival of Colours in Dinkelsbhl ging gerade zu Ende und viele Fans hochwertiger, elektronischer Musik und angesagter Chartbreaker verlieen zufrieden ganz in rosa Farbe getaucht das Festivalgelnde. Hmmm....Moment, hier ist was falsch...noch einmal: Das J.B.O.-Konzert auf dem Summer Breeze ging gerade zu Ende und tausende Fans von harten Klngen des Metals und Anhnger des Death Metal verlieen zufrieden ganz in rosa Farbe getaucht das Festivalgelnde. Ihr denkt, dass es immer noch falsch ist? Von wegen, falsch gedacht! Denn J.B.O. verteilten im kompletten Publikum gegen Ende ihres Konzerts zur Feier ihres Jubilums Unmengen an rosafarbenen Farbbeuteln zu dem Song "Ein Fest" und gaben Anweisungen, wann diese aufgerissen und geworfen werden sollten. (Was nicht ganz klappte, da viele Besucher schon vorher die Pckchen schmissen und sich nicht an die Aufforderung hielten). Aber ich kann euch sagen: Es war ein riesengroer, rosa Spa fr Gro und Klein und selbst der bse Metaller, der sich nur zufllig vor die Main Stage verirrt hatte, sah am Ende aus wie Prinzessin Lillifee. Musikalisch und vom Spafaktor gesehen, war das einmal mehr ein irrer Ritt zum Mitsingen und Bangen. Mgen die Jungs mit den Jahren auf ihren CDs auch etwas an Kreativitt eingebt haben, so sind sie live immer noch ungeschlagen und ohne Wenn und Aber ganz gro. In 25 Jahren hat man so viele Hits angesammelt, dass man einfach alles mitsingen kann und trotzdem noch mindestens 10 Lieder hren will, die sie noch nicht gespielt haben. Bei dem Klassiker "Ein guter Tag zum Sterben" bedarf es mittlerweile ja sogar keiner Band mehr, sondern nur des Publikums, der drei groen, aufblasbaren, rosafarbenen Buchstaben und eines Anfangstons. Dann singt das Publikum alles alleine. Vito und seine Mannen zeigten sich am Verffentlichungstag ihrer CD "Vier Finger Fr Ein Halleluja" in Bestform und mit bester Laune. brigens den umgetexteten Opus Klassiker "Death is Death" ("Live is Live") braucht auch live kein Mensch und meine kritische Haltung zu dem Song, die ich auch bei der CD-Besprechung hatte, bleibt. Wenn hunderte Menschen "Na Naaa Na Na Na" singen, macht es das nicht besser. Was blieb also? Ein rosa Nebel, ein komplett rosa-gefrbtes Gelnde und eine rosa Menschenmenge. (Blondierte Menschen werden besonders viel Spa gehabt haben, denn ich hab mir sagen lassen, dass das Pulver gar nicht mehr aus den Haaren rausgeht und man es komplett neu blondieren muss und auch das ein oder andere Shirt wird nicht mehr zu retten gewesen sein.) Aber vor allem blieb gute Laune. J.B.O. sind live der Hammer und da gibt es auch nichts dran zu rtteln oder meckern.(Mario)

The Agonist

Ohhhh, es war zu befrchten und es tut mir so leid fr The Agonist. Als ich damals hrte wer die Nachfolgerin fr Angela Gossow bei Arch Enemy wird, hatte ich zwar Angst, dass es dort nicht passen knnte, war aber zuversichtlich. Bei einem Ersatz fr die zu Arch Enemy abgewanderte Alissa White-Gluz war ich wesentlich skeptischer, was eine erfolgreiche Suche anging. Leider waren meine Befrchtungen berechtigt. Vicky Psarakis ist zumindest im Moment noch in deutlich zu groe Fustapfen getreten. Ihr fehlt stimmlich einfach noch zu vieles. Die klare Gesangsstimme ist zwar durchaus annehmbar, aber die Hhen bekommt sie nicht hin und die Band hat es sicher auch durch Zeitmangel verpasst, die Lieder auf die neue Frontfrau anzupassen. Bei den Screams und bsen Passagen fehlt es an Druck und Power. Es klingt gemein, aber das ist es nicht. Potenzial ist sicher da, aber zum gleichwertigen Ersatz fehlt noch Einiges. Auch die Bhnenprsenz war sehr drftig auch wenn mir klar ist, dass auch dort sehr groe Fustapfen zu fllen sind. Ob "Thank You, Pain", "Panophobia" oder "And Their Eulogies Sang Me to Sleep", gerade die alten Sachen erstrahlen nicht in neuem Glanz. Die Band an sich ist saustark, da ist nur die Frage wie viel Zeit man Vicky zum Eingewhnen gibt. Potenzial ist wie gesagt vorhanden und in Zukunft sollte man vielleicht einfach mehr auf die Stcke setzten an denen Vicky von Anfang an mitgewirkt hat. Das wre vermutlich wesentlich besser. An diesem Tag hat mich die Kombo berhaupt nicht berzeugen knnen.(Mario)

Carcass

Carcass

Carcass waren fr mich bis zu dem Zeitpunkt als Mario mich bat das Review zu ihrem Auftritt zu bernehmen, da er sie bereits auf dem WOA gesehen und darber berichtet hatte, zugegebenermaen ein unbeschriebenes Blatt. Klar, hatte ich schonmal von ihnen gehrt, aber da gab es irgendwie keinerlei Songs oder Situationen, die ich mit ihnen htte verbinden knnen. Mario hatte mir nach dem WOA allerdings schon ziemlich davon vorgeschwrmt, dass sie eine der besten Bands dort waren. Aufgrund von Marios Musikgeschmack befrchtete ich allerdings, dass der Auftritt ziemlich "Auf die Fresse" sein knnte, aber mit dieser Befrchtung sollte ich vollkommen falsch liegen. Denn von Anfang an zuckte der Hintern und die Fe und der Kopf wackelte. Was die Band aus Liverpool an diesem Abend ablieferte war einfach nur groovend, melodis und grandios. Klar waren die auf kleinen Leinwnden links und rechts auf der Bhne gezeigten Bilder stellenweise ein wenig verstrend und irritierend (aus diesem Grund verzichte ich hier auch aus Rcksicht auf die zartbeseiteteren Leser auf eine umfassende Beschreibung), aber damit htte man bei DEM Bandnamen auch rechnen knnen. Was die Auswahl der Songs angeht, kann ich leider keine Aussage dazu treffen wie abwechslungsreich sie war. Ich verzichte aber auch darauf es einfach nachzulesen, da ich einfach nur festhalten mchte, dass der ganze Auftritt wirklich einfach nur groartig war, auch wenn der Sound das ein oder andere Mal nicht ganz ideal war und ich jedem empfehlen kann sich diese Jungs mal live anzuschauen. (Miri)

Hypocrisy

Nachdem Carcass mich ziemlich berzeugt hatte, begab ich mich mit Mario zur Pain Stage, wo im Anschluss an Carcass Hypocrisy spielen sollte. Ich mag Hypocrisy sehr, wobei ich gestehen muss, dass mir Peter Tgtgren's andere Band Pain noch ein wenig besser gefllt, aber da Hypocrisy schon mal da war, nahm ich sie mir natrlich mit. Leider sollte sich der Sound auf der Pain Stage aber ein weiteres Mal als grauenhaft entpuppen. Selbst eine gute Freundin von mir, die defintiv der grte Peter Taegtgren-Fan berhaupt ist, sagte mir spter, dass selbst sie viele der Songs zuerst gar nicht, bzw. erst sehr spt erkannt hat. Man merkte zwar, dass Peter und Co. guter Laune waren und wirklich Spass hatten, aber leider ging selbiger fr mich aufgrund des Sounds ziemlich unter. Mario hatte ziemlich schnell die Nase voll und zog es vor noch ein wenig Kraft am Bierstand fr die im Anschluss spielenden Jungs von Machine Head zu tanken. Ich hrte mir noch einige Stcke des 11-teiligen Sets (u.A. mit "End of Disclosure", "Fire in the Sky", "Roswell 47") an, gab dann aber auch den Versuch es zu geniessen zu Gunsten eines guten Pltzchens bei Machine Head auf. Wirklich schade, da wre meiner Meinung nach mehr drin gewesen, aber der Menge vor der Bhne schien es grtenteils zu gefallen. Vielleicht bin ich einfach zu viel "Mdchen"....(Miri)

Machine Head

Machine Head

Als ich vor die Bhne trat und den riesigen Bhnenaufbau bestaunte, war eines klar: Machine Head sind lngst einer der dicksten Fische im Teich der Metalindustrie und sie werden folgerichtig schon lange in einem Atemzug mit den ganz groen Bands genannt. Riesige Boxenwnde, riesiges Backdrop mit Machine Head Logo, Aufsteller, Fahnen u.s.w. wo das Auge auf der Bhne auch hinschaute. "Machine Fucking Head"-Rufe waren schon lange vor den ersten Tnen von "Imperium" vor der Main Stage zu hren. Die Thrasher aus der Bay-Area haben ihr Publikum sofort im Griff und feuerten schon frh Grosskaliber wie "Locust", "The Blood, The Sweat, The Tears" oder "Ten Ton Hammer" ab, so dass es stndig einen Moshpit gab und er in Bewegung war. Robert Flynns Bart ist mittlerweile meiner Meinung nach etwas ausser Kontrolle geraten und man muss ein wenig Angst haben, dass sich selbiger bald verselbststndigt oder sich in seinen Gitarrensaiten verfngt. Was seine Ausstrahlung und seine Stimme angeht, bewies er auch an diesem Abend einmal mehr, dass er als Gesamtpaket in der Metalszene die absolute NR.1 ist. Die Bhnenprsenz ist einfach genial. Der Abgang von Adam Duce am Bass in 2013 hat man berzeugend kompensieren knnen, denn Neu-Saitenzupfer Jared MacEachern macht live einen geilen Job. Dave McClain trieb Machine Head mit seinen Beats wie eine gut funktionierende Gatling Gun immer weiter voran beispielsweise bei "Darkness Within", "Bulldozer" oder "Killers & Kings", bei denen die Lichtshow passend zu den Gitarren abgestimmt war. Vor der Main Stage gab es schon lange kein Halten mehr. Dann folgte "Davidian" um danach bei "Aesthetics Of Hate" Gnsehaut zu bekommen, als man zum zweiten Mal Dimebag Darrell auf dem Summer Breeze ehrte und wrdigte. Beim gemeinsamen Schreien von "I hope you burn in hell" merkte man dem kompletten Festival an, dass man gemeinsam fr diesen Moment die groe Familie war von der man immer gerne spricht. Und das ist mehr als nur ein Gefhl auch an diesem Abend. Nur noch der rosafarbene Boden erinnerte daran, dass man sich auf einem Festival befand auf dem noch kurz zuvor J.B.O. gespielt hatte, denn es gab nur noch die Zuschauer und Machine Head. Man kann nur William Grim raten niemals in einen solchen Moment zu geraten. Der Scheiterhaufen wrde innerhalb von 3 Sekunden stehen und mit ihm oben drauf brennen. Fr das Medley von "Darkest Days" / "Bleeding" holte man sich Untersttzung von Ignite Frontmann Zoltn Tgl. Ich muss allerdings sagen, dass mich das als Duett nicht so berzeugte. Schwamm drber, das ist Machine Head! In einem Meer aus Konfetti und mit den Schlussakkorden von "Halo" ging dann nach anderthalb Stunden ein einfach geniales Konzert zu Ende, das einem selbst beim Schreiben noch eine Gnsehaut verursacht.

Devin Townsend Project

Nachdem Mario und ich um halb eins Freitags nachts gerade Carcass, Hypocrisy und Machine Head im Regen hinter uns, war uns beiden klar, dass wir trotz allem noch unbedingt zur Pain Stage gehen mussten um uns das Devin Townsend Project anzusehen, von dem wir beide ziemliche Fans sind. Der Professor betrat kurze Zeit spter die Bhne und versprach der durchnssten und durchgefrorenen Meute vor der Bhne "A warm Heavy Metal Brain Massage" und die sollte es dann auch geben. Ich hab mir sagen lassen, dass der Sound gegenber dem WOA-Auftritt bedeutend besser war, auch wenn er leider (wie desfteren auf der Pain Stage) nicht ideal war. Ich persnlich musste allerdings auch feststellen, dass Devin Townsend vollkommen bermdet und durchgefroren durchaus anstrengend ist. Nicht falsch verstehen: Der Auftritt war sehr gut, aber ausgewhlten Songs waren zusammen mit den im Hintergrund gezeigten Videos doch ziemlich experimentell und anstrengend. Mir ist durchaus bewusst, dass dahinter eine Absicht steckt und das einfach zu einem DTP Konzert dazugehrt, aber in meiner Verfassung war es einfach zu viel. Auch die Tatsache, dass Anneke von Giersbergen, die bereits auf den Studioalben "Addicted" und "Epicloud" als Gastsngerin mitgewirkt hatte, es sich aufgrund der Tatsache, dass sie selbst solo am frhen nachmittag einen Auftritt gehabt hatte, nicht nehmen lie zusammen mit Devin aufzutreten, konnten mich an diesem Abend nicht vom Hocker reien. Leider machte die gute Anneke nmlich zeitweise ziemlich den Eindruck, dass sie sich selbst nicht hren konnte. Aber insgesamt muss ich sagen, dass diese Review wirklich meiner Verfassung geschuldet war. Ich bin nach diesem Auftritt nmlich ziemlich davon berzeugt, dass ich an einem besseren Abend meinerseits und einem besseren Sound von Seiten des Professors wirklich begeistert gewesen wre oder in Zukunft sein werde, denn ich werde auf jeden Fall die nchste Chance nutzen ihn noch einmal sehen - alleine bei einem Hallenkonzert - warm angezogen und ausgeschlafen. (Miri)

Samstag

Undertow

Undertow

Undertow waren nicht zum ersten Mal auf dem Summer Breeze und durften dieses Jahr den Samstag, nachdem es morgens wieder heftig geschauert hatte, auf der Pain Stage erffnen. Ich selbst kannte die Band noch nicht und so richtig viele Leute hatten sich auch wetterbedingt noch nicht aus den Zelten getraut. Der Doom Metal mit Core Einflssen kam dster und bedrohlich durch die Boxen, was, wie mir Kenner der Band erzhlten, vor allem wohl auch daran liegt, dass sie seit 2 Jahren einen zweiten Gitarristen haben, der dem Sound endlich die ntige Durchschlagskraft verleiht. Leider gab es dann bei "Threedouble Chime" in der Mitte des Programms starke technische Probleme, so dass man sogar einen kompletten Verstrker austauschen musste. Danach setzten Undertow ihr Konzert aber mit viel Leidenschaft fort und nutzten die verbliebene Zeit um einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Schade, da hat man sowieso schon nur einen so kurzen Slot und muss dann auch noch mit solchen Problemen kmpfen. (Mario)

Iwrestledabearonce

Iwrestledabearonce

Ganz schn abgekmpft sahen Courtney LaPlante und ihre aus Shreveport, Louisiana stammende Band aus als sie mit 20-mintiger Versptung mit dem "The Final Countdown"-Theme die Main Stage betraten. Als htte man wirklich noch vor 5 Minuten im Tourbus mit einem Bren kmpfen mssen. Der Math-Core rockte aber dann auch dafr, dass es erst kurz vor eins mittags war, schon ganz gut als die Band mit "Tastes Like Kevin Bacon" startete. Iwrestledabearonce spaltete auch hier wieder schnell das Publikum, denn nicht alle kommen mit den komplizierten und aufwendig gespielten Liedern klar und sie bereiten dem ein oder anderen Zuschauern nicht nur bei der Aussprache Probleme. Die Mischung aus Jazz, Swing, Electronic und Deathcore u.s.w. ist nicht jedermanns oder -fraus Sache und zu so frher Stunde schon gar nicht. Schon fast trotzig feuerten Iwabo ihre Songs auf den Punkt gespielt ab und sorgten fr viele offene Mnder. Courtney LaPlante hat eine tolle Stimme, egal ob sie shoutet oder klar singt. Das bewies sie dann auch an diesem Mittag. Sie polarisiert dabei genauso stark wie ihre Band, denn sie ist der absolute Gegenentwurf zu vielen ihrer Kolleginnen. Keine Schminke, weites Baumfllerhemd, verwaschene, gefrbte Haare und roh und wild. Alles andere als ein Pppchen. Das ist aber gar nicht negativ gemeint, denn sie hat trotzdem einen gewissen Charme. Das durch die Versptung verkrzte Set endete dann mit "You Ain't No Family" und irgendwie liessen sie viele fragende Gesichter bei den Zuschauern zurck. Man sah frmlich die Fragezeichen ber den Kpfen schweben: "Fand ich das jetzt gut? Was war das? Wie spreche ich das aus? Und wer war dieses Energiebndel mit den verwaschenen Haar?" Ich wette mit euch viele werden sich danach die Frage beim nchsten Hallenkonzert beantwortet haben oder es vielleicht noch tun. Toller, wenn auch kurzer und sehr hektischer Auftritt. (Mario)

Obituary

Obituary

Geht man von der Grndung 1984 als Executioner aus gibt es die Death Metal Ikonen jetzt schon, mit Unterbrechungen seit 30 Jahren. Ein wenig Gnsehaut hatte ich dann auch als die Mannen um John Tardy die Bhne betraten, fehlte mir die aus Florida stammende Band doch noch in meiner "Live"-Sammlung. Was soll ich sagen? Obituary haben es immer noch drauf: Sie kamen, sahen und siegten. Das Publikum war sofort da und feierte mit den Jungs Songs wie "Stinkupuss", "Infected", "Chopped In Half" oder "Gates of Hell". Ich wei auch nicht was es ist, aber die alten Recken der Death Metal Szene werden alle besser. Woran liegt das? Egal ob ein Tom Araya von Slayer, der mit einem so zufriedenen Lcheln auf der Bhne steht als htte er Einblick in die tiefsten Geheimnisse des Universums gehabt, oder ein Bill Steer, der mit Carcass gerade eine Mega Album rausgehauen hat und auf der Bhne zwischen den Stcken eine fast schon unheimliche Zufriedenheit ausstrahlt oder eben auch die Jungs von Obituary, die eine unheimliche Ruhe und sprbaren Spa an ihrer Sache haben. Das Witzige dabei ist und das haben alle drei gemeinsam, dass trotz dieser positiven Energien, die von den Bandmitgliedern ausgestrahlt werden, ein solcher Hass, eine Aggression und ein brutaler Sound aus den Boxen kommt, dass sich so manche junge Band, die sich fr so bse hlt, ihre Songs dagegen in der Sonntagsmesse spielen knnte. Da braucht es auch einfach keine Pyros oder durchorganisierte Lichtshows. Noch einmal: Was soll ich sagen? Das 14 Lieder starke Set, das auch zwei neue Stcke beinhaltete, war einfach nur megastark. Fazit: Obituary und ihre Kollegen gehren noch lange nicht zum Alten Eisen. Im Gegenteil, ich habe bei vielen so auch hier den Eindruck, dass eine gewisse Gelassenheit sie einfach nur immer noch besser werden lsst. Danke Slayer (Wacken)! Danke Carcass! Danke Obituary! Ihr habt mir den Festivalsommer wirklich verst bzw. verdunkelt. (Mario)

Tarja

Tarja

Wer am frhen Abend zur Main Stage pilgerte und auf "Nightwish Klassiker" hoffte, wird enttuscht gewesen sein, denn Tarja und ihre Bandmitglieder spielten keinen einzigen Song von Nightwish. Aber wenn man ehrlich ist, braucht Tarja das auch nicht, hat sie bei drei eigenen Solo Alben schlielich auch genug eigenes Material, das sie spielen kann. Meinen Geschmack trifft sie dabei aber nicht. Aber beeindruckend was die Bhnenshow und ihre Ausstrahlung angeht ist so ein Konzert dann schon. Handwerklich braucht man bei einer klassisch ausgebildeten Sngerin sowieso nicht nach Fehlern zu suchen. Alles war hchst professionell - vom Bhnenaufbau mit Keyboard, das etwas ungewohnt pomps in der Mitte der Bhne aufgebaut war, wo man normalerweise das Schlagzeug findet ber den Sound, der von einem Cello untersttzt wurde oder auch das Tarjay Bhnenoutfit, das sie einmal wechselte. Vor allem Fans, denen brachialer Death und Bierflaschen auf der Bhne nicht reichen, sollten Gefallen daran gefunden haben. Tarja selbst war sehr charmant, bester Laune und unterhielt das Summer Breeze in bester Entertainermanier. Mich erreicht die Musik zwar, wie bereits erwhnt, nicht, aber ich muss sagen, dass ich den Auftritt besser fand als alles was ich von Nightwish, egal ob in alter oder neuer Besetzung, gesehen habe. Das hatte Format Tarja! Was dein Handwerk und deine Einstellung betrifft, muss man den Hut vor dir ziehen. Allerdings wurde mir dann auch mal wieder klar warum ein Glasverbot auf dem Festivalgelnde absoluten Sinn macht bei den Hhen, die die Dame erreicht. (Mario)

Mono Inc.

Mono Inc.

Oh, man sollte sich nicht mit einem Bier in der Hand von seinen Zeltnachbarn einreden lassen, dass es Pflicht ist sich eine bestimmte Band anzusehen. So fand ich mich zur besten Abendunterhaltungszeit vor der Pain Stage wieder und was soll ich sagen? Die Bhne machte in der folgenden Stunde ihrem Namen alle Ehre. Das "Mono" muss an diesem Abend fr "Monoton" gestanden sich auf die Stimme von Martin Engler bezogen haben. Viele Zuschauer hat das aber nicht abgeschreckt und so feierten die Massen die Band aus dem Gothic Bereich schon lange vor Beginn ihres Auftritts ab. Die einzigen Highlights kann die Band eigentlich dann setzen, wenn Schlagzeugerin Katha Mia singt. Nicht bse gemeint, aber ich finde sie wesentlich besser als ihren Frontmann. Der mit einem szenetypischen langen, schwarzen Mantel bekleidete Snger hat mich auch von der Bhnenprsenz her nicht berzeugt. Fr mich war das der traurige Hhepunkt eines ansonsten an allen Tagen tollen Line-ups und gipfelte in einem frchterlichen Cover von Gary Moores "After the War". Ich scheine mit meiner Meinung aber ziemlich alleine an der Pain Stage gewesen zu sein, denn den anderen Leuten vor der Bhne schien es wirklich zu gefallen. Nun ja, man kann ja nicht immer einer Meinung sein und Geschmcker sind verschieden. Ich scheine in diesem Fall einfach keine Ahnung zu haben. (Mario)

In Extremo

In Extremo

Was soll ich zu dem Auftritt von In Extremo schreiben? Ich wei es ehrlich gesagt nicht so genau... Klar, der Auftritt war professionell, die Bhnenshow wie immer "feurig", Frontmann Michael "Das letzte Einhorn" Rhein und die Band guter Dinge, das Publikum begeistert, aber irgendwie wollte der Funke bei mir nicht berspringen. Selbst meine beste Freundin, die ein groer In Extremo-Fan ist und fr die die Band einer der Hauptgrnde war um auf das Summer Breeze zu fahren, war malos enttuscht. Ich habe bei einem Kollegen der schreibenden Kunst gelesen, dass die Setlist absolut ausgewogen und herausragend war und er absolut begeistert war. Ich persnlich fand das 16 Stcke lange Set aber eher bieder und es gab einem nicht das von frheren Konzerten bekannte Gefhl des "Tanzen wollens". Da konnten auch Stcke wie "Spielmannsfluch" oder "Herr Mannelig" nicht helfen. Alles in allem war es zwar ein guter Auftritt und die Widmung des Titels "Gaukler" an den verstorbenen Summer-Breeze-Mitbegrnder Michael "T" Trengert war durchaus eine schne Geste, aber ein mitreiender Auftritt ist definitiv anders. (Miri)

Setlist:In Extremo

  • Rasend Herz
  • Horizont
  • Zigeunerskat
  • Vollmond
  • Feuertaufe
  • Herr Mannelig
  • Viva La Vida
  • Unsichtbar
  • Gaukler
  • Liam
  • Himmel und Hlle
  • Sngerkrieg
  • Frei zu sein
  • Belladonna
  • Spielmannsfluch
  • Ai Vis Lo Lop

Summer Breezer

Und dann war es auch so langsam Zeit das Summer Breeze ausklingen zu lassen bei dem es kaum etwas zu mkeln gab. Das Einzige, was man von der Orga her etwas besser htte regeln knnen, war, dass es zurck zu den Pressezeltpltzen keine Beleuchtung an den Eingngen gab und es schon einmal vorkommen konnte, dass man daran vorbeilief. Es gab richtig gute Bands und eine Menge Eindrcke und friedliche und nette Leute, die trotz des schlechten Wetters das Summer Breeze zu einer fetten Party machten. Als Randnotizen gibt es vielleicht noch folgende Dinge zu erwhnen: Biohazard war noch ein richtiges Highlight samstags nachts um 0:45 Uhr und sie brachten zum Ende des Festivals das Zelt noch einmal komplett zum Eskalieren. Gamma Ray sollten nie wieder eine Reggae Version von "I want out" spielen. Alter, war das gruselig. Alkohol und Drogen machen seltsame Sachen mit Leuten wie z.B. sie dazu zu bringen am Imbissstand eine groe 1 Liter Flasche Senf zu trinken. Laut den Verkehrsschildern vor dem Festivalgelnde fllt "ber 40 sein" in die gleiche Kategorie wie eine Behinderung. Die Running Order auf den Presseausweisen ist mal eine richtig geile Idee und sehr hilfreich. Security an den Eingngen, die den Menschen, auch wenn nicht absichtlich, falsche Wegbeschreibungen gibt, ist nicht besonders hilfreich. Zigarettenverkuferinnen haben echt einen miesen Job und werden sehr oft so plump angegraben, dass ihre Geduld wirklich auf die Probe gestellt wird. Die hauseigenen "Grabenschlampen" machen einen MEGA Job. Man merkt, dass hier Leute stehen, die ihre Liebe zu Konzerten mit den Fans teilen. Ausserdem hlt Regen uns niemals davon ab unsere Bands zu feiern und vier volle Tage alles zu geben. Tolles LINE-UP, TOLLE ORGA, NETTE LEUTE. Wir kommen wieder. (Mario)








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