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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing ROCK HARD FESTIVAL 2014
Ort Gelsenkirchen, Amphietheater
Datum 06.-08.06.2014
Autor Marc Schallmaier & Stephan Mertens
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Und wieder einmal ging es Pfingsten nach Gelsenkirchen. Das "Rock Hard Festival" rief, und alle kamen. Tatschlich alle, denn das Event war zum ersten Mal ausverkauft. Und auch Petrus wollte sich nicht lumpen lassen und spendierte drei Tage Sonnenschein vom allerfeinsten. Ein Umstand, der nicht bei jedem auf Gegenliebe stie. Sonnenbrnde galore, Kreislaufprobleme und massiver Flssigkeitsverlust durch smtliche Krperporen waren die Folgen dieser Hitze Schlacht. Aber auch egal, wenn es regnet ist es auch Scheie, so war dies das kleinere. Die Anreise von Hamburg nach Gelsenkirchen verlief wie immer nicht ohne Probleme (Stau auf der Autobahn, mal ganz was Neues...), so dass ich mit ordentlich Versptung im Ruhrpott ankam. Da auch der Einlass am Presseschalter lnger dauerte als geplant, verpassten wir leider den Anfang von NOCTURNAL. (Marc)


Freitag


NOCTURNAL
NOCTURNAL

Das Album "Storming Evil" ist fr mich ein superbes Thrash Album der letzten Jahre, nun wollte ich sehen ob die Truppe es auch schafft, ihre Energie auf der Bhne zu entladen. Das ging ganz gut, das Amphitheater war schon gut gefllt und die Leute feierten NOCTURNAL ordentlich ab. Sngerin Tyrannizer war gut bei Stimme und sowohl sie als auch der Rest der Band nutze den groen Raum auf der Bhne. Die Frontdame war brigens das gesamte Wochenende stndig irgendwo am rumwuseln, sehr bodenstndig und immer noch genug Fan, um sich auch die restlichen Bands anzuschauen. Nach etwas mehr als 35 Minuten war dann Feierabend und NOCTURNAL knnen diesen Auftritt ohne Probleme als Erfolg in ihrer Vita ablegen. (Marc)

 DECAPITATED

DECAPITATED

Ich habe die Polen in den letzten Jahren mehrfach gesehen, auf Festivals und in Clubs. Und es ist wirklich interessant anzuschauen, wie eine Kapelle ber die Jahre immer erfahrener und routinierter wird."Spheres Of Madness" oder auch "Carnival Is Forever" knallen mchtig rein, allerdings will der Funke nicht wirklich aufs Publikum berspringen. Keine Ahnung woran es genau lag, DECAPITATED wirkten spielfreudig und motiviert. Die 45 Minuten vergingen dann doch etwas zh, aber was soll man machen, manchmal passt es halt einfach nicht. (Marc)



 MIDNIGHT MIDNIGHT

Selten hat eine derart limitierte Band so viele positive Reaktion abgeerntet wie MIDNIGHT. Da Trio mit den albernen Henkerkapuzen auf dem Kopf schafft es, mit einer unfassbar simplen Mischung aus MOTRHEAD und VENOM das Publikum zum ausrasten zu bringen. Unfassbar. Das Set sollte 60 Minuten gehen, war aber schon nach 45 vorbei. Gehrt vielleicht einfach dazu, ebenso wie das unfassbar bekloppte Mini-Backdrop, das aussieht, als htte es ein Kindergarten gemalt. Vielleicht war ich auch nicht vertraut genug mit dem Songmaterial der Amerikaner, aber ich hatte nach 25 Minuten genug. Unterhaltsam war es auf alle Flle. (Marc)
 MIDNIGHT Oh ja, und wie unterhaltsam das war! MIDNIGHT wurden mir schon ein paar Monate vor dem Festival ans Herz gelegt. Das Album "Satanic Royalty" kannte ich und seit diesem exklusiven 2014er Auftritt in Europa bin ich, wie viele andere Musikfreunde im "Mitternachtswahn". Das Trio machte auf der Bhne keinen Hehl daraus, dass sie nichts anderes, als eine simple, dreckige Mischung aus Rock 'n Roll, Punk Rock und frhen 80er-Jahre Metal spielen. Doch die drei vermummten Yankees verstehen es einfach, eingngige Songs zu fabrizieren und einen schwer unterhaltsamen Auftritt auf die Bretter zu legen. Gitarrist Commandor Vanik (was fr ein bekloppter Name) zeigte sich als berraschend aktiver Akteur und brachte vom eingesprungenen Spagat bis zum Propeller die ganze Bandbreite an Griffbrett-Moves. Auch Bassist und Schreihals Athenar, der trotz Bullenhitze zunchst die dicke Lederjacke trug, war bei bester Laune. Einzig Mitglied Nummer drei, mit dem fragwrdigen Pseudonym SS spielte im Rahmen seiner recht limitierten technischen Mittel und kam dabei bald noch weniger abwechslungsreich rber, als auf dem Album. Aber die Musik von MIDNIGHT besticht nun mal nicht durch filigrane Arrangements, sondern durch Spa am satanischen Rock 'n Roll. Zum Ende des Auftritts gab es noch eine etwas verunglckte Showeinlage. Die beiden Axtschwinger knallten ihre Instrumente, die mit brennenden Lappen zwischen den Seiten ausgestattet waren, gegeneinander. Bld war, dass ein Feuer gleich wieder ausging. Zudem verletzte sich der Basser dabei, denn bei der Zugabe erkannte man einen fies blutenden Schnitt am Bauch. Naja, Teufelsanbeter sind hart im Nehmen. Im Dunkeln zieht so ein Gag sicher besser, so wars aber auch mindestens irgendwie schrg und witzig. Fr mich war MIDNIGHT die Band des Tages, wenn nicht sogar des Festivals. (Stephan)



 DIE APOKALYPTISCHEN REITER DIE APOKALYPTISCHEN REITER
 DIE APOKALYPTISCHEN REITER

Bisher habe ich es nie geschafft DIE APOKALYPTISCHEN REITER auf einem Festival anzuschauen. Heute war es nun soweit, und ich wurde dezent positiv berrascht. War die letzte Scheibe doch fr meinen Geschmack mit zu vielen Pop Elementen angereichert, hauen die REITER auch ordentlich Klassiker wie "Seemann", "Es Wird Schlimmer" oder auch "Adrenalin" raus. Ein durch und durch guter Auftritt. (Marc)
Bei mir ist es schon viele Jahre her und wirklich gute Erinnerungen habe ich auch nicht mehr an den Auftritt der Reiter vor ber zehn Jahren. In Gelsenkirchen haben sie mir auch gut gefallen. Nach dem grandiosen Auftritt der amerikanischen Gste MIDNIGHT machten wir es uns im mittleren Bereich der Steinstufen gemtlich und lauschten dem Werk der sympathischen Truppe um Frontsau Fuchs. Mit Bierchen und hervorragendem Sound lie sich der Auftritt auch als Nicht-Kenner der einzelnen Lieder gut anschauen und vor allem anhren. Ein paar Texte haben mir wirklich gut gefallen, beispielsweise ist "Es wird schlimmer" nachhaltig hngen geblieben. Auch die Bhnenprsenz der Musiker wirkte zwar sehr professionell, aber dabei immer auch unterhaltsam. Alles in Allem eine mehr als ordentliche Leistung, die mit groem Beifall belohnt wurde. (Stephan)



 TRYPTIKON TRYPTIKON

 TRYPTIKON Grter Pluspunkt des Auftritts von TRYPTIKONS: die Fotografen Regel "Drei Songs - keinen Blitz" wird abgeschafft. Die Fotografen knnen so lange knipsen wie sie lustig sind. Ein feiner Zug von Tom Warrior. Das war es dann aber auch schon. Der Auftritt ist unfassbar zh und langweilig, kaum Bewegung der einzelnen Bandmitglieder und fr einen Festival Headliner absolut unwrdig. Zwar spielte die Band noch den CELTIC FROST Klassiker "Circle Of The Tyrants", aber dass riss auch nicht mehr die Wurst vom Teller. Ein ganz schwacher Abschluss des ersten Tages. Mister Warrior lie es sich brigens nicht nehmen, dieses Konzert seinem guten Freund Gtz Khnemund zu widmen. Ob das wohl noch zu Verstimmungen hinter der Bhne gefhrt hat? Keine Ahnung, selbstverstndlich waren weder Gtz Khnemund noch irgendein anderer der geschassten Rock Hard Redakteure vor Ort. (Marc)
Wie immer man zur Musik der dsteren, doomigen Schweizer steht, ein richtiger Festival-Headliner sind TRYPTIKON auch in meinen Augen nicht. Dafr ist die Musik der Band einfach zu speziell. Wenn man das Schaffen der Truppe nicht so gut kennt, merkt man live oft gar nicht, wo der eine Song aufhrt und der nchste anfngt. Umso erstaunlicher fand ich, wie voll das Amphietheater an diesem Freitagabend war. Aber die ganz groe Begeisterung blieb aus, die meisten Zuschauer waren scheinbar nur neugierig. Da auf der Bhne kaum Aktivitten stattfanden, wurde es recht schnell langweilig. Nach einer knappen Stunde machte sich der lange, warme Tag in den Gliedern bemerkbar und ich entschied mich nach zwei, drei Gute Nacht-Bierchen, zum Nachtdomizil zu pilgern. (Stephan)

 FANS

Da man bei hohen Temperaturen ja auch viel trinken soll, habe ich mich tapfer an dieser Maxime orientiert. Im Partyzelt sollte der Tagesabsch(l)uss dann erfolgen. Dabei drohte der ansonsten recht lustige Abend in einem alkoholischen Desaster zu enden. Und bevor das Fall war ergriff ich im Taxi die Flucht nach vorn zu unserem privaten Hauptquartier. Dort ankommen war Kollege Mertens, der vorher schon das Festival Feld gerumt hatte, aber noch gar nicht zum Matratzenhorchdienst angetreten, so dass noch lustig ein Resmee gezogen wurde, bevor die Augen zufielen. (Marc)


Samstag


 SCREAMER SCREAMER

Gut gelaunt mit reichhaltigem Frhstck im Magen und voller Bock auf Musik erreichten wir am frhen Nachmittag des zweiten Tages das Festivalgelnde ein bisschen versptet. Von SCREAMER habe ich mir im Vorfeld ein paar Nummern angehrt und wollte mir die klassisch ausgerichtete NWOBHM-Kapelle gerne auf der Bhne anschauen. Zu dieser Uhrzeit konnten wir unter dem Sonnensegel Schutz vor der starken Einstrahlung finden, das war tatschlich das Beste am Auftritt des Trios. Die Richtung selber fand ich absolut ok, aber wenn schon das Hauptriff des dritten Songs genauso wie die beiden davor klingt, wird es schnell langweilig. Fr mich gibt es schon ein paar wirklich gute Bands, welche die groen Tage des Heavy Metals in den 80er-Jahren abfeiern, aber SCREAMER gehren (noch) nicht dazu. Mit etwas mehr Abwechslung und zwingenderen Stcken kann das vielleicht noch besser werden, aber fr mehr als einen hchst mittelmigen Auftritt beim Rock Hard-Festival hat es 2014 nicht gereicht. (Stephan)
Was fr eine Grtze! Schweden knnen nur Pop Musik oder Death Metal machen. Das ist Fakt und deshalb sollten sich Bands wie SCREAMER auflsen oder neu orientieren. (Marc)



SOLSTAFIR
 SOLSTAFIR

Auf die Islnder war ich dann doch gespannt, denn ob die sperrige Musik bei hohen Temperaturen am Nachmittag auf einer Festival Bhne funktioniert? Ja, das ging ganz gut. Das sich die Mucke von SOLSTAFIR nicht zum Pogen oder wilden Headbangen eignet, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Aber im Groen und Ganzen kann das Quartett gute Reaktionen fr ihre Musik einheimsen. (Marc)
Puh, was soll ich zu diesem Auftritt sagen? Den groen Hype um die Islnder habe ich bisher schon nicht verstanden, aber dieses Konzert hat dies noch einmal unterstrichen. Mit groem Fragezeichen berm Kopf habe ich mir ein paar Songs der eher introvertierten Musiker angesehen und angehrt, doch der Funke wollte einfach nicht berspringen. Ich empfand die Musik als recht sperrig und zh, generell verstehe ich nicht, was die Allgemeinheit an der Band findet, aber so wirklich eingetaucht bin ich bisher auch nicht in die Welt von SOLSTAFIR. Naja, man kann ja nicht alles mgen. (Stephan)



 OBITUARY OBITUARY

 OBITUARY Was die Jungs aus Florida im Anschluss ablieferten, war eindeutig der Hhepunkt des Festivals. Mit einer unfassbaren Intensitt und Spielfreude kloppte die Detah Metal Legende die Songs ihrer ersten drei Alben raus. Und auch ein neuer Song, der gespielt wurde, obwohl es sich um einen "Classic Set" handelte, lie viele Kpfe bewegen. "Intoxicated", "Chopped In Half" oder "The End Complete", das sind Death Metal Klassiker fr die Ewigkeit. Der Sound tat sein briges dazu, diesen Auftritt als uerst gelungen zu bezeichnen. Kristallklar und mit verdammt viel Wucht drckten die Riffsalven und die Doublebass aus den Boxen. Dieser Fakt sprach sich anscheinend auch im Backstage Bereich der Bhne herum. Phil Rind von SACRED REICH stand ziemlich beeindruckt am Rand des Fotograbens. Und auch JEFF WALKER von CARCASS wurde gesichtet. Zum Abschluss gab es noch "I'm In Pain" und selbstverstndlich "Slowly We Rot", danach war Feierabend und ich stand immer noch recht geplttet am Zuschauerrand und konnte nicht so ganz begreifen, wie unfassbar geil dieser Auftritt von OBITUARY war. (Marc)
Da kann ich mich komplett anschlieen. Ok, MIDNIGHT haben mich noch mehr weggehauen, aber was die US-Todesmetaller hier ablieferten, war einfach meisterlich. Wir hatten uns beide drauf gefreut, aber dass die Jungs um John Tardy, welche in ihrer Karriere einige Stolpersteine berwinden mussten, inklusive sechsjhriger Pause und einiger Besetzungswechsel, eine so grandiose Leistung abliefern wrde, hat sich keiner trumen lassen. Die groen Zeiten der Amerikaner schienen vorbei, aber mit diesem Live-Ausrufezeichen im Rcken und der Vorfreude auf das kommende Album "Inked In Blood", kann es wieder steil bergauf gehen. Wir wnschen das Beste und die nchste Tour kommt bestimmt, also hingehen! Auch am Samstag zeichnete sich ab, dass die eigentlichen Headliner es schwer haben werden wrden, das Programm der Bands vom frhen Abend zu bertrumpfen. CARCASS und SACRED REICH hatten eine groe Aufgabe vor sich. (Stephan)



 SACRED REICH  SACRED REICH SACRED REICH

Es folgte die nchste Legende. Die sympathischen Kult-Thrasher aus Arizona sind gerngesehene Gste der deutschen Festivallandschaft und auch an diesem Tag berzeugte die Truppe mit einer routinierten Show. Phil Rind nahm sich viel Zeit fr kleine Gags und lustige Anekdoten, was den Auftritt zu einer enorm unterhaltsamen Sache machte. Mit dickem Grinsen genossen wir die hervorragend abgemischten Klassiker. "Independent", "Who's To Blame", "The American Way", das Programm hatte natrlich alle Hits der Band an Bord und doch muss man die Setlist als ziemlich unspektakulr bezeichnen. Die Masse bekam einen guten berblick ber das musikalische Schaffen, doch so mancher langjhriger SR-Fan wrde vermutlich gerne mal das ein oder andere weniger oft vorgetragene Stck hren. Ich persnlich liebe BLACK SABBATH, aber dass man gleich drei Coversongs zur Huldigung spielen muss, ist sicher Geschmackssache. Mir gefiel das gut, aber das sieht vielleicht nicht jeder so. Trotz allem war die Stimmung super und das komplett gefllte Amphietheater spendete besonders nach dem abschlieenden Megahit Surf Nicaragua strmischen Beifall. Alles in allem war es ein gutes Konzert. (Stephan)



CARCASS

Es ist wirklich eine Freude, diese Band wieder live auf einer Bhne zu bewundern. Hatte ich sie zuletzt im Vorprogramm von AMON AMARTH gesehen und nach einem kompletten Konzert gebettelt, wurde mir dieser Wunsch am heutigen Abend erfllt.  CARCASS  CARCASS Doch leider entpuppten sich CARCASS ber neunzig Minuten nicht so gut wie gedacht. Sicherlich, es gab technische Probleme zu Beginn des Konzerts, denn der Sound war phasenweise nicht schn. Aber irgendwie wirkte die Band mde und ausgelaugt. Bassist und Snger Jeff Walker machte zwar ein paar Sprche, aber das war es auch schon, die wenige Bewegung der drei Axtmnner war ein weiterer Beweis dafr. Die Songauswahl war sehr stark, mit "Buried Dreams", "Incarnated Solvent Abuse", "Reek Of Putrefaction" und "Cadaver Pouch Conveyor System" waren Songs aus allen Schaffenszeiten von CARCASS vertreten. Ein wenig schade, und htte man dies vorher gewusst, htten OBITUARY eigentlich das heutige Festival beenden mssen. (Marc)
Ich sehe es leider hnlich. Nach wirklich viel Spielspa sah das Geschehen auf der Bhne nicht aus. ber die volle Distanz nutzte sich zudem das Repertoire der Briten etwas ab, fr meinen Geschmack wurden auch zu viele Stcke des letzten Albums "Surgical Steel" gespielt. Die Idee, mit mehreren Videoleinwnden von der limitierten Ausstrahlung der Musiker abzulenken, hat ganz gut funktioniert. Rein optisch war das auf jeden Fall eine nette Sache. Mit Walkers Ansagen bin ich aber mal so gar nicht warm geworden. Zu lang und unwichtig und vor allem auch leicht verwirrend waren die Worte des Frontmanns. Ein Song wurde beispielsweise mit deutschen Textanteilen angekndigt, aber nicht so umgesetzt. Schon seltsam. Grundstzlich haben mir die ersten zwei Drittel des Sets gut gefallen, immerhin hatte ich die Truppe vorher noch nie live gesehen. Aber zum Ende hin besttigte sich, dass das 90 Minuten Programm doch etwas zu lang war. Irgendwann kam der Punkt, an dem meine Aufmerksamkeit nachlie. (Stephan)



Sonntag

Der Sonntag startet zwar mit einem kleineren Unwetter, aber dieser Regenguss steht in keinem Verhltnis zu dem, was am nchsten Tag in Nordrhein-Westfalen abgehen sollte. Also schien kurz danach wieder die Sonne und grillte die Besucher noch einmal richtig durch. (Marc)



 BLUES PILLS BLUES PILLS

Da wir beide nichts mit IRON SAVIOUR anfangen knnen, erreichten wir um kurz vor 13 Uhr zur zweiten Band des Tages den Austragungsort. Dank des bersichtlichen Gelndes und der kurzen Wege, stand ich pnktlich zu den ersten Tnen vorne an der Bhne. Auf die BLUES PILLS habe ich mich total gefreut. Schon die beiden EPs, der in den spten 60ern und frhen 70ern verwurzelten Retro Rock-Kapelle, haben es mir angetan.  BLUES PILLS Los ging es mit der Single des mittlerweile erschienenen, selbstbetitelten Debtalbums. "High Class Woman" rockte ordentlich und begeistert schon eine gewisse Anzahl Zuschauer im erstaunlich gut gefllten Amphietheater. Der Refrain ging direkt ins Ohr und als Elin Larsson die ersten Tne ins Mikrofon sang, war der letzte Zweifler berzeugt. Die Frau hat es einfach drauf und berzeugt auch auf der Bhne mit groer Stimmgewalt und das, obwohl sie ein permanentes Klacken im "In Ear Monitor" gehrt hat, was sie mir spter whrend der Autogrammstunde berichtete. Ich hatte mich schon gewundert, da Elin whrend des Auftrittes stndig zum rechten Bhnenrand lief und mit Technikern sprach. Aber zurck zur Musik: berraschend fand ich, dass in der relativ kurzen Spielzeit viel Platz fr ruhigere, gefhlvollere Klnge eingerumt wurde. Der Blues im Bandnamen steht da nicht umsonst. Gitarrist Dorian Sorriaux hat eine sichere Hand und punktete mit starker Riffarbeit und przisen Soloeinlagen. Auch die Rhythmusfraktion hatte sichtlich Spa an der Sache und machte ebenfalls einen guten Job. Als Hhepunkt erklang das allseits bekannte "Devil Man", welches die Menge noch einmal richtig zum Abgehen brachte. Die junge Band nimmt derzeit zahlreiche Festivals mit und das aus gutem Grund, denn sie sind live echt stark. Also nicht lange berlegen ob man Retro Rock cool finden darf, diese Band sticht in jeder Hinsicht aus der Masse heraus. Alleine schon die Ausstrahlung der hbschen, talentierten Sngerin rechtfertigt einen Konzertbesuch. (Stephan)
Ich war gespannt, wie die hochgelobte Band ihren Auftritt absolvieren wrde. Und ich muss gestehen, dass mir die Mischung aus Blues und Rock zum "Aufstehen" doch sehr zusagte. Was ich allerdings nicht verstehe ist die Tatsache, dass eine Band mit einer derart stimmgewaltigen Sngerin so viele instrumentale Passagen in ihren Songs hat. Das wrde ich aber mal schleunigst ndern. (Marc)


 ORPHANED LAND
ORPHANED LAND

Zugegeben, die etwas eigenwillige Mixtur der Band aus Israel ist nicht jedermanns Geschmack. Aber das Publikum geht gut mit und findet die Songs von ORPHANED LAND gut, und das ist ja das Wichtigste. Zwischendurch bekommt die Truppe noch Besuch von Marcus Siepen, Gitarrist von BLIND GUARDIAN. Die Israelis spielen einen guten Set und haben die Fans relativ schnell im Griff. Geboten werden sowohl alte Klassiker wie "Brother" oder auch "Barakh" als auch neuere Songs vom letzten Album wie "All Is One". Da verzeiht man dem Snger auch sein Jesus Outfit, dass ich irgendwie ein wenig peinlich fand. (Marc)


 MONSTER MAGNET
MONSTER MAGNET

Dass die Band (zumindest Snger Dave Wyndorf) neuerdings nchtern durch die Weltgeschichte tourt, tut ihren eher psychedelischen Songs keinen Abbruch. Und trotzdem finde ich es nach wie vor unverstndlich, dass man bei einem Festival Auftritt nicht einfach mal ein Best Of spielt. Songs wie "Nod Scene" oder auch "Tractor" sind nicht wirklich schlecht, aber stattdessen htte man auch eher rockige Nummern wie "Heads Explode" oder "Negasonic Teenage Warhead" spielen knnen. Und dass die Musiker nicht beim Stehen einpennen, fand ich ebenso berraschend. Ich hatte dies schon auf ihrer Club Tour beobachtet. Naja, schieben wir es einfach mal auf die hohen Temperaturen, dass MONSTER MAGNET ihren Set routiniert runter zockten. (Marc)



ANNIHILATOR

 ANNIHILATOR Wrde Jeff Waters nicht bei ANNIHILATOR spielen, wre die Band schon lngst in der Versenkung verschwunden, da bin ich mir sicher. Fr etwas mehr als sechzig Minuten reicht das Repertoire so gerade eben aus, um die Fans bei der Stange zu halten. Mehr Zeit wrde auch mehr durchschnittliche Songs bedeuten. Aber da die Band das erste Mal berhaupt auf dem Rock Hard Festival spielte, wurden ihr vom Publikum aus sehr viele Sympathien zuteil. Und ich gebe offen zu, dass Songs wie "King Of The Kill", "Alison Hell" oder auch "I Am In Command" ihren Reiz haben. Fr viel mehr reicht es aber auch nicht. Okay, auch die Grimassen von Jeff Waters knnen durchaus unterhalten, und sein Gitarrenspiel dabei auch, logo, aber das war es dann auch schon. Trotzdem war es ein guter Auftritt, der aber, wie schon oben geschrieben, keine Minute htte lnger gehen drfen. (Marc)
 ANNIHILATOR Fr mich war ANNIHILATOR ganz klar der heimliche Headliner des Sonntags. Das Publikum ist vllig ausgerastet, die beiden Frontmnner Jeff Waters und Dave Padden, welche immerhin auch schon elf Jahre gemeinsam musizieren, unterhielten die Masse mit guten Ansagen zwischen den Songs und enorm viel Bewegung auf der Bhne. Besonders der olle Jeff hatte richtig viel Spa und unterstrich seinen Ruf als sympathische Bhnensau. Es gab viel Kommunikation mit dem Publikum, etliche Grimassen der Marke Waters und fr die zurckgelegten Wege htte er Kilometergeld verlangen knnen. Aber auch die Zuschauer waren schwer aktiv, denn so viele Crowdsurfer gab es meines Wissens bei keiner anderen Band. Ich wrde mich nicht als Fan der Band bezeichnen, aber die Mischung aus technisch anspruchsvollem Thrash Metal und moderneren, ja sogar vereinzelt alternativ-rockigen Elementen funktionierte an diesem Tag hervorragend. Die sehr gute Klangverpackung rundete diesen Eindruck positiv ab. Neben Waters fabelhaftem Gitarrenspiel konnte mich vor allem der junge Drummer Mike Harshaw beeindrucken, der hier ein riesen Konzert gespielt hat. Es ist nicht schn, dass man als Bassist oder Schlagzeuger bei ANNIHILATOR immer noch einen unsicheren Arbeitsplatz hat, aber die aktuelle Formation ist es auf jeden Fall wert, beibehalten zu werden. Das muss nur jemand mal Jeff Waters erzhlen. Der erste Auftritt beim Rock Hard Festival wurde zum richtigen Triumphzug und stellte das Folgende locker in den Schatten. (Stephan)


 TESTAMENT
 TESTAMENT TESTAMENT

Es ist mir ein Rtsel, warum TESTAMENT immer wieder Probleme mit dem Sound haben. So war es schon 2012 auf dem Wacken Festival, wo der Sound unfassbar laut und derbe breiig war. Die Truppe ist hochgradig besetzt, Gene Hoglan am Schlagzeug, Steve DiGirodio am Bass, Alex Skolnick an der Gitarre... da muss doch mal einer dabei sein, der mitbekommt, wie beschissen der Sound ist!?! Im Endeffekt hrt man nur Gesang und Schlagzeug, das ist alles. Die verwendeten Pyros sind eine tolle Sache, knnen aber auch nicht davon ablenken, dass es ein sehr drftiger Auftritt wird. Zu allem bel verhaut Snger Chuck Billy auch noch mehrfach seine Einstze, ein Song muss komplett neu gestartet werden, und es machen sich Gerchte breit, dass der Teleprompter mit den Texten wohl nicht ganz rund lief. Dass kenne ich eigentlich nur von Ozzy Osbourne, aber doch nicht von TESTAMENT. Es wird mig sein zu diskutieren, denn immerhin ist das Quintett kurzfristig fr MEGADETH eingesprungen. Aber bei einer Band wie TESTATMENT kann man wohl doch davon ausgehen, dass diese auch kurzfristig ein Konzert abgewickelt bekommen. Es ist wirklich schade, wie in diesem Soundbrei Granaten wie "True American Hate", "Practice What You Preach" oder auch "Disciples Of The Watch" untergehen. So entwickelt sich der Auftritt eher zu einem Fiasko als ein wrdiger Abschluss des Festivals. (Marc)
 TESTAMENT Da fllt mir leider auch nichts Positives zu ein. Gut, die Band ist kurzfristig eingesprungen, aber nach einem ganzen Wochenende mit berwiegend ausgezeichnetem Sound, musste die Technik gerade beim groen Abschluss vllig versagen. berhaupt nicht verstanden habe ich die permanent leiser und lauter werdenden Gitarrenklnge. In den Strophen hrte man fast nichts und whrend der Soli wurde aufgedreht, so dass die Axt vorbergehend viel zu sehr im Vordergrund ertnte. So etwas eigenartiges habe ich noch nie gehrt. Da ich mit MEGADETH nicht viel anfangen kann, war ich im Vorfeld mit der Absage und dem Ersatz durchaus zufrieden, aber dass der Auftritt von TESTAMENT so eine Katastrophe werden wrde, konnte ja niemand ahnen. Kurzfristig enttuscht, aber unterm Strich vom Rock Hard Festival angetan, verlieen wir dann mde und zufrieden Gelsenkirchen. Drei Tage Festival reichen dann auch. (Stephan)




 FANS FAZIT

Im Groen und Ganzen war das Rock Hard Festival wieder eine gute Angelegenheit. Leider wurden dieses Jahr alle drei Headliner nicht ihrem Status gerecht, dafr gab es im Vorprogramm einige echte Perlen zu begutachten. Die Party drumherum ist so oder so einzigartig, so dass zumindest ich im nchsten Jahr wieder dabei bin. Es wird aber auch spannend zu sehen sein, wie sich das Festival ohne die ehemaligen Redakteure, allen voran Gtz Khnemund, der sich hauptschlich um das Booking bisher gekmmert hat, weiter entwickelt. Dass Holger Stratmann kurz vor TESTATMENT auf die Bhne kam und mit OVERKILL die erste Band fr das nchste Jahr bekannt gegeben hat, spricht zwar von Selbstvertrauen, aber OVERKILL sind nun auch nicht der Oberreisser. Abwarten und Tee trinken lautet also erst einmal die Devise. (Marc)  FANS
Mein erstes "Rock Hard Festival" hat mir insgesamt echt gut gefallen. Mit 7.000 Zuschauern ist es vielleicht das bersichtlichste der greren Metal Festivals und auch den Austragungsort empfinde ich als absolut genial! Man kann die Bhne von allen Pltzen des Amphietheaters, stehend oder sitzend, gut sehen und die Wege zu den Getrnke- und Fressbuden, sowie zum Toilettenhaus sind angenehm kurz. Abgesehen vom TESTAMENT-Auftritt hat mich auch der Sound insgesamt ziemlich begeistert. Wirkliche Ausflle gab es abgesehen von dieser einen Ausnahme nicht, da haben alle hinter den Kulissen ausgezeichnete Arbeit geleistet. Einen Kritikpunkt habe ich zum Schluss aber doch noch: es kann nicht sein, dass bei diesem heien Wetter am spten Nachmittag an mehreren Stnden das Mineralwasser ausging. Dass der Becher drei Euro kostete, finde ich schon happig und da es keine Alternative gab (an den Waschbecken hingen "kein Trinkwasser"-Schilder), darf so dieser Engpass im Rahmen einer langjhrigen, gut organisierten Veranstaltung nicht passieren. Ob das Problem spter noch behoben werden konnte, wei ich nicht, aber da gibt es fr nchstes Jahr auf jeden Fall Verbesserungsbedarf. Ansonsten war das Pfingstwochenende schwer unterhaltsam. Wenn es zeitlich passt, bin auch ich im nchsten Jahr wieder dabei.







Fotos von OBITUARY, CARCASS und SACRED REICH: Andreas Schiffmann



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 DIE APOKALYPTISCHEN REITER  OBITUARY  CARCASS
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