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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing SACRED REICH, DEW-SCENTED, VLADIMIR HARKONNEN
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 05.06.2014
Autor Marc Schallmaier
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Mein persnlicher Konzertmarathon begann am Mittwoch mit einem privaten Konzertbesuch von METALLICA und SLAYER im Hamburger Stadion (keine Ahnung, wie dass zur Zeit richtig heit!). Das war schon ganz cool, unter solchen Umstnden mit knapp 40.000 Leuten mal ein Auftritt von zwei der ganz Groen zu begutachten. Das Kontrastprogramm folgte am nchsten Tag, als SACRED REICH in der Markthalle in Hamburg antraten. Und am nchsten Morgen machte ich mich auf den Weg nach Gelsenkirchen zum Rock Hard Festival. Zurck zu SACRED REICH. Vor zwei Jahren war die Band ebenfalls in Hamburg am Start, damals mit eher schwcheren Vorbands, aber die Location war ordentlich gefllt. Heute war halt der Tag nach METALLICA und SLAYER, und parallel spielten CROWBAR im Logo. Dafr hatte man mit DEW-SCENTED einen mehr als amtlichen Anheizer am Start. Ich war also gespannt, wie viele Menschen wohl heute in der Markthalle auftauchen wrden.

Vladimir Harkonnen Vladimir Harkonnen

Um es vorwegzunehmen: es wurden leider nicht viele. Knapp 350 Leute waren wohl da, und dass wirkt in der Markthalle natrlich uerst mickrig. Als die erste Band VLADIMIR HARKONNEN auf die Bhne kam, fanden sich auch nur uerst wenige der Leute direkt vor den Jungs ein. Mit persnlich sagte die Band mal gar nichts, nach einigen Recherchen konnte ich zumindest herausfinden, dass die einzelnen Mitglieder schon in so einigen Bands gespielt haben, und man sie durchaus als alte Hasen bezeichnen kann. Und so berzeugend der Einsatz der einzelnen Bandmitgliedern, allen voran Snger Philipp Wolter, auch war, so durchwachsen fand ich die Songs. Eine Mischung aus Thrash, Punk und Hardcore fabriziert das Quartett, aber so richtig znden wollte der Stoff zumindest bei mir nicht. Teilweise doch etwas rumpelig, dennoch aber mit viel Charme und auch eine gewisse Eigenstndigkeit kann man VLADIMIR HARKONNEN nicht absprechen. Es bleibt abzuwarten, wohin die Reise geht fr die Truppe. Eine Prognose wage ich nicht abzugeben.

Als nchstes kamen dann DEW-SCENTED auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Wobei ich mich immer noch frage, warum DEW-SCENTED nie den richtigen Durchbruch geschafft haben. Man hat jede Mengen Alben und gute Songs am Start, war mit allerlei anderen Bands in Europa und in den USA unterwegs, und hat sich ansonsten auch nicht wirklich daneben benommen. Bis ganz nach oben hat es irgendwie nicht gereicht. Obendrauf ist Snger und Frontmann Leif Jensen auch noch ein sympathisches und freundliches Kerlchen. Schon komisch. Der Auftritt am heutigen Abend war jedenfalls sehr gut. Die Band ist eingespielt, geizt nicht mit Spielfreude und nachdem Leif nach dem zweiten Song das Publikum auffordert, doch bitte mal alle drei Meter nach vorne zu kommen, folgen alle Anwesenden diesem Aufruf. Die Matten werden geschttelt, der Raum auf der Bhne wird genutzt, und DEW-SCENTED feuern eine Granate nach dem anderen ins Publikum. Dies ist dankbar, aber auer dem Hflichkeitsapplaus zu keinen weiteren Reaktionen bereit. Schade, denn eigentlich htte die Band mehr verdient gehabt.

Sacred Reich Sacred Reich

Kommen wir nun zum Headliner SACRED REICH. Die Umbaupausen hielten sich insgesamt an diesem Abend in Grenzen. Kein Wunder, keine der Bands hat groartiges Brimborirum ntig. Die Thrash Legende aus Arizona habe ich den letzten Jahren nun schon mehrfach gesehen, und so sehr ich SACRED REICH auch mag, es wurmte mich etwas, dass die Band immer den gleichen Set runterspielt. Ich folge der Band in einem sozialen Netzwerk und war daher ganz aufgeregt, als es vor ein paar Monaten hie, dass die Band auf der kommenden Tour ein paar andere Songs spielen wollte. Aber als ich mich vor der Bhne positionierte und ein Blick auf die Setlist erhaschen konnte, war meine Aufregung im Nu wieder verschwunden. Es war wieder der gleich Set. Warum schaffen es die vier Herren nicht, mal zwei bis drei Songs auszutauschen? Es wundert mich wirklich, dass die sonst so bodenstndige Band in dieser einen Sicht komplett stur bleibt. Dabei knnte man ohne weiteres mal I Dont Know, Sacred Reich oder auch I Never Said Good Bye spielen. Ich bin mir sicher, dass wrde keinen Fan wirklich stren. Und um das Kind auch mal beim Namen zu nennen: so riesig ist der Songkatalog von SACRED REICH nun auch nicht. Das war der einzige negative Aspekt an diesem Abend. Ein superber Sound, ein uerst gutgelaunter Phil Rind und viel Spielfreude nahmen den Kampf mit meinem Groll auf die Setlist auf. Und nach einer halben Stunde hatten die Thrasher gewonnen. Ich feierte Klassiker wie Free, Who's To Blame oder auch The American Way zusammen mit den restlichen Anwesenden amtlich ab, und erfreute mich an einem uerst redseligem Herrn Rind, der heute wirklich alle zwei, drei Songs herrliche Ansagen und Spe machte. Wo sonst wird Shakespeare rezitiert, werden Probleme ber die Haarlnge besprochen oder die Nebenwirkungen vom Kiffen aufgezeigt? Richtig, bei Onkel Phil. Auch vor und nach dem Konzert kann man zumindest mit Schlagzeuger Greg Hall und Phil Rind am Merchandise Stand quatschen oder sich ein Autogramm abholen. Es bleibt festzuhalten, dass SACRED REICH live immer noch Spa machen. Aber ob ich mir die Band das nchste Mal auf einer Club Tour anschaue bezweifele ich doch ernsthaft. Nur wenn sicher gestellt sein sollte, dass die Amis wirklich ein paar andere Songs spielen werden, bin ich auch am Start.

Setlist: SACRED REICH

  • Independent
  • One Nation
  • Love...Hate
  • Ignorance
  • State Of Emergency
  • Death Squad
  • Crimes Of Humanity
  • Who's To Blame
  • Draining You Of Life
  • Free
  • Sweet Leaf/Paranoid
  • War Pigs
  • The American Way
  • Surf Nicaragua





Dew-Scented Dew-Scented Dew-Scented Sacred Reich Sacred Reich Sacred Reich



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