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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DRONE, SLAMDOWN, BUT WE TRY IT
Ort Underground, Kln
Datum 07.06.2014
Autor Mario Loeb
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60 Jahre ist die berhmte Hitzeschlacht von Lausanne bei der Fuball WM 1954 zwischen sterreich und der Schweiz her. Das Finale gewann damals in dem berhmt gewordenen "Wunder von Bern" die deutsche Nationalmannschaft. Was das Ganze jetzt mit einem Konzert in Kln zu tun hat? Nichts, auer das wir gerade ein WM-Jahr haben,Deutschland auch 2014 Weltmeister geworden ist und dieses Konzert als Hitzeschlacht von Kln eingehen knnte. Der Austragungsort war das Underground, die musikalischen Mannschaften, die sich dieser Herausforderung stellten, waren an diesem Abend But We Try it, Slamdown und Drone.


But We Try It

But We Try It

But We Try It Am Underground angekommen erreichte uns dann erst einmal die Nachricht, dass die Veranstalter sich dazu entschieden hatten, das Konzert in den kleineren Saal des Undergrounds zu verlegen, da man im VVK leider nur 35 Karten verkaufen konnte. Man muss dabei aber auch bercksichtigen, dass das Datum ein wenig unglcklich gewhlt war. So waren gleichzeitig das ROCK HARD Festival, Rock am Ring/Rock im Park und das Wave-Gotik-Treffen. But We Try It schreckte das aber nicht ab und sie legten mit "A Loss of Hope" gleich tierisch los. Optisch konnte man auf der kleine Bhne noch nicht viel bestaunen, aber das ist bei drei Bands und einer so kleinen Bhne auch zu viel verlangt. Da kann eben auch durch die kurzen Umbaupausen nicht jede Band ihre eigenen Flaggen und Seitenaufsteller unterbringen. Das Einzige, was die Band als Erkennungsmerkmal auf der Bhne auswies, war, dass der Bassist und einer der beiden Gitarristen ihre hauseigenen T-Shirts mit der Aufschrift "Metal is God" trugen. Wenn man ehrlich ist, htte man am liebsten schon nach dem dritten Lied die Klamotten von sich geschmissen. Der Hitzestau in dem kleinen Saal war unglaublich. Musikalisch trotze die Band, die ihren Trainingssttzpunkt in Wuppertal haben, den Temperaturen und heizte das Publikum vor allem stimmungsmig immer weiter an. Jrn Preidt ist ein beeindruckender Frontmann mit ausgezeichneten Stimme, der mit seinen Growls einen super Druck entwickelt und damit den toll gespielten Melodic Death immer wieder nach vorne peitscht. Die Songs bestechen durch gute Arrangements und wunderbare Tempi-Wechsel. Vor allem der zweistimmige Gesang hat mich berzeugt. Leider war der Bass-Sound etwas dnn, so dass ein wenig der Druck fehlte. Die Set-Liste an diesem Abend hatte in meinen Augen keine nennenswerten Schwchen. Die letzten zwei Lieder wurden von Jrn mit dem Satz : "Wer dieses Lied nicht kennt, ist kein Metaller." eingelutet. Das Cover von Sepulturas "Territory" war dann auch der richtig getimte Zeitpunkt fr die Schlussoffensive, um dann mit dem eigenen Stck "Lose Control" ein tolles Konzert zum Abschluss zu bringen. Ein gelungener Einstieg in diesen Abend also. Danach waren aber Musiker und Publikum erst einmal froh kurz an die frische Luft zu drfen und ein khles Getrnk zu sich nehmen zu knnen. brigens habe ich mir nach dem Konzi auch noch das zweite Album von But we Try It mit dem Titel "A Twisted Sanctuary" gegnnt, das ich euch durchaus weiterempfehlen kann.

Setlist: But We Try It

  • A Loss Of Hope
  • The Remedy
  • Promises
  • Iron Reigh
  • Through the Peril
  • Territory
  • Lose Control



Slamdown

Slamdown

Slamdown

Nach der Strkung ging es dann auch wieder relativ zgig weiter. Man sah schon beim Wiederbetreten der Halle, dass auf der Bhne nachgerstet wurde. Die Seiten zierten Aufsteller mit dem Slamdown-Logo und rund um die Bhne waren kleine Kisten mit Gittern aufgestellt, die whrend des Konzertes gerne von den Musikern zum darauf Posieren und Abrocken genutzt wurden. Das Ganze wurde dann mit Nebel und Licht immer wieder in Szene gesetzt, was einfach Klasse wirkte. Gegen die weiter ansteigenden Temperaturen half das leider nichts. Vor allem da der Saal nun doch mit etwa 70 Zuschauern gefllt war, was in etwa auch der endgltigen Zuschauerzahl entsprochen hat. Die Bhnenshow von Slamdown war also schon einmal professionell und nett anzuschauen, aber ohne dabei zu abgesprochen auf mich zu wirken. Was aber viel wichtiger ist, ist, dass ich den Jungs besttigen kann, dass ihre Musik den Ansprchen der Show in nichts nachgestanden hat. Ich kenne bisher nur drei Studioaufnahmen der Klner, aber ich war sehr beeindruckt wie nah der Liveauftritt an die Aufnahmen heran kam. Eine toller Sound und eine exakt auf den Punkt spielende Band lieen keine Zweifel an ihrem Knnen. Egal, ob man den Opener "King of the World" oder zur Mitte "Ghost Town" oder zum Abschluss "Hell or High Water" betrachtet: Das war pure Energie. Ein Sonderlob bekommt von mir Andrew Barrett am Mikro. Das war schon beeindruckend, aber auch die Anderen brauchten sich nicht zu verstecken. Kevin Bachmann am Bass und Jason-Steve Mageney an den Drums sorgten mit viel Technik und Gefhl fr die ntige Stabilitt und den ntigen Druck in den Melodic Death vom Thrash angehauchten Stcken. Mit Matt Miller haben sie dann als I-Tpfelchen nicht nur einen starken Gitarristen, sondern auch noch einen tollen Blickfang, der es versteht das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Er scheut sich auch nicht mit seiner Gitarre mal die Bhne zu verlassen und mit dem Publikum zusammen zu moshen. Alles in Allem war also auch der Auftritt der zweiten Band an diesem Abend ein Fest. Hatte ich eigentlich schon erwhnt, dass es hei war? In Lausanne 1954 haben sie whrend des Spiels Eimer mit Wasser und Schwmme zu Verfgung gestellt. Etwas hnliches wre auch hier wirklich angebracht gewesen. Obwohl die meisten T-Shirt jetzt schon ihre Schwamm-hnlichen Eigenschaften unter Beweis gestellt hatten, sonst htte man zu diesem Zeitpunkt schon nasse Fsse bekommen.

Setlist: Slamdown

  • King of this World
  • Leech
  • Deliverance
  • The Calling
  • Ghost Town
  • Loyal to None
  • Hell or High Water



Drone

Drone

Drone

Den Hhepunkt des Abends sollten dann Drone bilden. Die neue LP der Jungs hatte schon erahnen lassen, dass sich die Jungs in Hchstform befinden und das stellten sie auch in der Hitzeschlacht von Kln unter Beweis. Was die Bhnenshow anbelangt, hatte man im Gegensatz zu Slamdown taktisch auf weniger Hilfsmittel gesetzt bis auf das groe Back Drop. Drone hat sich dabei ganz auf ihre natrliche Ausstrahlungskraft verlassen. Nicht falsch verstehen - das ist keine Kritik an Slamdown. Man benutzt einfach verschiedene Stilmittel, aber das in beiden Fllen sehr beeindruckend. Mutz Hempel hat dabei auf der Bhne das gewisse "Etwas" ohne die Leistung seiner Kollegen auch nur ansatzweise schmlern zu wollen. Aber das Erste was mir sofort aufgefallen ist und das schon nach den ersten Momenten des Openers "Deepest Red" ist die enorme Bhnenprsenz des Gitarristen und Sngers. Er hat mich stark an einen gewissen Snger aus Oakland, Kalifornien erinnert. Leute, die mich kennen, wissen, dass ich eigentlich kaum ein greres Kompliment aussprechen kann. Das wrde ich aber selbstverstndlich nicht machen, wenn er mich nicht whrend des gesamten Konzertes auch gesanglich und instrumental berzeugt htte. Denn nur durch Ausstrahlung bekommt noch lange keinen guten Metal Song gespielt. Auch als Band gingen Drone mchtig nach vorne und machten keine Gefangenen. Fabian Harms (Bass), Felix Hoffmeyer (Drums), Marcelo Vasquez Rocha (Gitarre) machten den Job fr ihren Frontmann zu einem Vergngen. Alles klingt sehr eingespielt und man breitet einen dicken und aggressiven Soundteppich aus, der immer wieder mit tollen Melodien im Gehrgang einschlgt und das auch immer wieder mehrstimmig, was mich ebenfalls stellenweise an eine gewisse Band aus Oakland erinnert hat. Ganz zufllig wird es sicher nicht sein. In etwa der Mitte des Programms wurde es dann leider musikalisch etwas holprig. Die Band hatte Probleme mit dem Monitorsound und damit logischerweise ziemliche Probleme sich selbst zu hren. Auerdem funktionierte das ein oder andere Mikro nicht richtig. Man sah der Band und besonders Mutz den Unmut an. Zum Glck waren die Probleme aber nicht durchgngig bzw.lieen sich nach einigem Hin und Her beheben oder zumindest lieen es sich Drone nicht mehr anmerken und auch vor der Bhne war alles in Ordnung. So konnte das Konzert dann unter Anderem mit meinen persnlichen Hhepunkten "Hammered, Fucked and Boozed", "Format C", "Rock'N'Rollercoaster" und mit den Zugaben "Croak in your Waste" und "Piss Drunk" sehr energiegeladen und professionell zu Ende gehen. Fr die vorherrschenden Temperaturen ging die Party echt gut ab, auch wenn die Tipps von Mutz sich whrend des Gigs durch Bewegung und moshen abzukhlen nicht ganz funktionierten. Die Mischung der Setliste war meiner Meinung auch schn gewhlt, so dass sich jeder Fan wiedergefunden haben sollte. Ein wenig traurig war ich allerdings darber, dass sie keine ihrer neuen Balladen zum Besten gegeben haben. Es htte mich sehr interessiert wie Nummern wie "Live Of Riley" oder "Hung And Over" live rberkommen. Aber es wird sicher noch einmal die Chance geben.

Setlist: Drone

  • Deepest Red
  • Motr Heavy Piss Take Drone
  • Welcome To The Pit
  • Hammerd, Fucked and Boozed
  • Format C
  • Making Believe
  • Rock'N'Rollercoaster
  • Theopractical
  • Croak In Your Waste
  • Piss Drunk



Fazit:
Von den Sauna-Temperaturen mal abgesehen war es ein richtig toller Abend, an dem die Zuschauer wirklich etwas fr kleines Geld geboten bekommen haben. Keine der Bands hat sich aufgrund der Temperaturen und Umstnde hngen lassen und es wurde drei Mal eine tolle Performance abgeliefert, obwohl es sicher kein Spa war unter den Scheinwerfer bei den sowieso schon herrschenden Bedingungen auf der Bhne zu stehen. Auch wenn Mutz zwischendurch mal andeutete, dass er sich auch gut vorstellen knnte, statt auf der Bhne zu stehen, mit seinem frei hngenden Gemcht am FKK-Strand spazieren zu gehen. Ich bin auch echt froh darber, dass sich der sympathische Eindruck vom Interview besttigt hat. Die Jungs sind wirklich richtig nett! Auch wenn ich leider kein Foto mit dem Bizeps von Marcelo am Ende bekommen habe. Das Kompliment kann man brigens auch an But We Try It und Slamdown weitergeben. Alles tierisch nette Leute, die sehr hilfsbereit und auskunftsfreudig waren, was man z.B. auch daran sieht, dass ich alle drei Setlisten noch im Nachhinein bekommen habe, obwohl alle drei Bands auf der Bhne selbst keine verwendet haben. Was lernen wir nun daraus? Ein Metalkonzert dauert nicht unbedingt 90 Minuten und alles war Hand gespielt und das war auch gut so! Drei Mal Daumen Hoch! Drei Mal: beim nchsten Mal bin ich wieder dabei!



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