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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MACHINE HEAD
Ort Kln, Live Music Hall
Datum 20.11.2003
Autor Rafael Hofmann
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Dies sollte nun also mein erstes MachineHead-Konzert werden und somit sollte ein groer Traum meiner Konzerthistorie in Erfllung gehen. Erwartungsvolle stampfte ich zum Schalter, lie mich durchsuchen und nannte meinen Namen der Gstelisten-Tante am Schalter, die mich nur mit einem "Tut mir leid, du stehst leider nicht drauf", abfertigte und den nchsten Gstelisten-Mensch durchlie. Vollkommen gefrustet setzte ich meinen Mitfahrer Martin davon in Kenntnis, dass es jetzt wohl etwas dauern knnte, bis ich nachkme, wenn das mir berhaupt gelingen sollte. Gesagt, getan, Martin ging rein und schaute sich die Vorband an und ich diskutierte mit Kassenfrau, Security und irgendwelchen dubiosen Gestalten des "Veranstaltungsteams", jedoch war hier kein Durchkommen. Nachdem ich unseren "MyRevelations-Kontakt-Gott" Thorsten erreicht hatte, hat er es dann geschafft "Roadrunner" ber 1000 Ecken davon zu berzeugen, dass mir Einlass gewhrt wurde, wenn auch ohne den sonst obligatorischen Fotopass. Danke nochmal an dieser Stelle an den Thorsten! Ich htte mir im Verlauf der einstndigen Aktion ja schon ein Ticket gekauft, um den Prozess etwas zu beschleunigen, aber die LMH war wieder einmal restlos ausverkauft und daher gab's da kein Durchkommen.
Machine Head - Klick

Die erste Band hatte mittlerweile ihre letzte Saite schon wieder abklingen gelassen, als ich meinen Kopf in die feuchtwarme Halle steckte, um Martin zu suchen. Wir trafen uns beide unweigerlich bei einem Bier am Tresen und kmpften uns danach in's vordere Segment der Halle vor. Nun gut, da standen wir nun im Menschenmeer und warteten schwitzend auf den Linecheck vor der stylischen Bhne. Rechts und links war jeweils ein groes "MH"-Logo von Riffelblech umrahmt aufgestellt und in deren Mitte stand auf einem recht hohen Riser das Drumset von Dave McClain. Mit einem gigantischen, langen Intro kndigten sich die US-Megastars an und in mir kam sofort das Kribbeln auf, was sich einstellte, als ich zum ersten mal "Hellalive" hrte und mich sofort in die Londoner Konzerthalle hineinversetzen konnte, allerdings war ich nun - zum Glck - mittendrin.
Machine Head - Klick

Die Jungs starteten mit Songs wie "Left unfinished", "Bulldozer" und "Imperium". Das berhrt natrlich das innerste MachineHead-Verlangen jeden Fans und entsprechend brach ab dem ersten Ton die Hlle in der LMH aus. Wir hatten uns zwar gesagt, nicht all zu weit nach vorne zu gehen, damit wir nicht in den MAKRO-Pitt reinkommen, aber es dauerte keine zwei Songs und wir standen mittendrin, da wir von der moshenden Menge einfach mitgerissen/angesteckt wurden. Machine Head spielten an diesem Novembertag einfach nur wahnsinnig authentisch und brutal, wie ich's mir in meinen khnsten Trumen vorgestellt hatte. Die Meute ging ab wie "Schmitz's Katze" und wir waren allesamt glcklich mit Robb Flyn rocken zu drfen. Das fr mich persnlich Positive war, dass mit Ausnahmen wie "Ten ton hammer" und "Bulldozer" ausschlielich Songs von "Burn my eyes" und "Burn my eyes II" alias "Through the ashes of empires" gespielt wurden. Das erhoffte und obligatorische Highlight kam natrlich ganz zum Schluss bei der Zugabe: "Davidian" was jeden Menschen in der Halle, dessen Haare noch nicht ausgefallen waren zum mitbangen animierte.
Machine Head - Klick

Nach meinem Geschmack htten die vier Schwermetaller nach diesem absoluten Klassiker ihr Set beenden knnen, da es keine Steigerung mehr gegeben htte. Alle Hits waren gespielt und DER Brecher am Ende... PERFEKT. Allerdings lieen sie sich dazu hinreien noch ein paar Coverstcke zum besten zu geben: "Pantera - Cowboys from hell" und "Metallica - Creeping death". Das war ja nicht weiter schlimm und auch sehr amsant, jedoch erschreckte mich, dass bei 50% des Publikums Sprechchre nach mehr verlangten und die Texte mit vollster Hingabe, wie sie diese im Verlauf des MH-Konzertes nicht an den Tag gelegt hatten, mitsangen.
Machine Head - Klick

Peinlich ist da kein Ausdruck, wie ich finde... Damit haben sich die Jungs von MachineHead selber ein Eigentor geschossen und bei mir einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Nicht, dass ich nun hier Metallica-Klassiker zerreien mchte, aber das Publikum htte in meinen Augen nicht auf einem solchen Konzert so reagieren drfen. Kln ist immer wieder fr eine Enttuschung gut, sage ich da.
Zusammenfassend kann ich meiner Begeisterung ber diesen Abend jedoch kaum Ausdruck verleihen. Da ich mich einerseits stndig fragte, wie vier Leute eine solche Klangflle zaubern knnen, andererseits so froh war endlich mal diese Band live sehen zu drfen. Da war es im Endeffekt auch nicht schlimm, dass ich die anfnglichen Strapazen auf mich nehmen musste und nun durch den ein oder anderen Pit-Hit eine neue Brille habe, weil meine alte das Konzi nicht berlebt hat.
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