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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing A CHANCE FOR METAL FESTIVAL 2014
Ort Andernach, JUZ Live Club
Datum 2014
Autor Mario Loeb, Stephan Mertens, T. Butz, T. Dietrich
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"Ohne Metal macht es keinen Spa!", so der Slogan des ACFMF und was soll man sagen, die zwei Tage in Andernach haben eine Menge Spa gemacht. Tolle Stimmung, tolle Bands und eine prima Orga und das alles fr kleines Geld. Schn, dass die Zuschauer die Organisatoren dafr mit ausverkauftem Haus an 2 Tagen belohnten. Man kann aus der Sicht des Teams von A Chance For Metal mehr als nur stolz sein auf das Geleistete. Gleich 15 Bands heizten dem Publikum im Andernacher Juz Live Club ein und keine der Bands fiel dabei irgendwie qualitativ ab und wenn einem vielleicht etwas mal nicht so gefallen hat, lag das wirklich nur am eigenen persnlichen Geschmack.
Also wenn irgendwo ein wenig Kritik im Bericht auftauchen sollte, ist das sicherlich dem subjektiven Empfinden geschuldet, aber so ist das ja nun mal bei Reviews. Ich denke aber, dass ich auch im Namen meiner Kollegen spreche mit denen wir die vollen zwei Tage in Bild und Schrift festgehalten haben, wenn ich sage, dass das kleine Festival eine glatte Eins verdient hat und wir eine Menge Spa hatten. Danke dafr... und hier nun unsere Eindrcke vom ACFMF 2014. (Mario)


FREITAG

Dried Blood

Dried Blood

Den Anfang am Freitag um 18:30 Uhr machten Dried Blood. Als die Band die ersten Tne auf dem ACFMF anstimmten, waren erst ca. 80 Personen in der Halle. Aber whrend sich die Jungs aus dem Maifeld aufmachten die Metal-Party in Gang zu bringen, zeichnete sich bereits drauen vor der Tr ab, dass sich die Halle nach und nach fllen wrde, denn die Schlange war schon beachtlich. Dried Blood, die einen Altersdurchschnitt von 18-20 Jahren haben, erinnerten mich oft an die guten alten Sepultura Zeiten mit Liedern wie z.B. Refuse/Resist. Das ist roh und wild, aber technisch schon echt gut entwickelt mit abwechslungsreichen Riffs und tollen Breaks. So war es kein Wunder, dass Dried Blood gerade mal 10 Minuten brauchten bis die Menge vor der Bhne das erste Mal mit einem Moshpit in Wallung geriet und es auch die erste blutige Nase zu vermelden gab. Fr einen Auftakt war das also schon mal echt ordentlich. Zum Schluss spielten die Maifelder eine Ballade, die ein wenig an Metallica erinnerte, die aber in toll gespieltem schnellem Metal enden sollte, der die ganze Sache super abrundete. "Toller Job!" kann man da nur sagen und prima Opener. (Mario)


Secutor Secutor

Secutor Eine Viertelstunde nach diesem ersten, gelungenen Appetitanreger, kam die Zeit der Koblenzer 80s-Thrash-Band Secutor. Im Vorfeld habe ich gelesen, dass die Truppe live wirklich unterhaltsam sein soll. Und das war auch an diesem frhen Abend nicht anders. Frontsau Bobby Bald (haha, was fr ein Name) hatte das Publikum von Anfang an im Griff und unterstrich den klassischen Metal Sound mit passenden Klischee-Posen. Da man sich selber nicht so ganz ernst nimmt, war das vllig in Ordnung und sorgte fr noch mehr Spa. Abgesehen vom recht leisen Bass, waren die anderen Instrumente alle gut zu hren und auch der Glatzenmann am Mikrofon war bei guter, bewusst rotziger Stimme. Musikalisch gesehen peppte die Truppe ihren dreckigen Old School-Thrash Metal mit massig Verweisen auf Motrhead und Iron Maiden auf, was beim Publikum sichtlich gut ankam. Nach kurzer Zeit wurden viele Matten geschwungen und Fuste in die Luft gestreckt. Die fnf Musiker zelebrierten die Musik da oben mit viel Bewegungsdrang und das sprang auf die anwesenden Zuschauer ber. Zudem konnten die im Repertoire verankerten Mitsingpassagen von den Fans tatkrftig bedient werden. Trotz des recht professionellen Charakters des Auftrittes, nahm man den Bandmitgliedern ab, dass sie sich auch auf der Bhne ebenso ber einen gelungenen Auftritt freuten, wie diejenigen davor. Ok, wirklich originell sind die Songs des Fnfers nicht, aber darum ging es hier auch gar nicht. Manchmal ist es genau richtig, den Metal einfach abzufeiern, ein paar leckere Bierchen zu verkstigen und einfach zusammen Spa zu haben. Und diesbezglich hat die Band einen super Job gemacht. Belohnt wurde dies mit einem doppelt so vollen Saal, wie bei den Vorgngern und reichlich positiven Zuschauerreaktionen. Zum Ende der Show wurde Steelpreacher Snger "Preacher" noch zum Duett und zur obligatorischen Bierdosenvernichtung gebeten und perfekt war die feucht-frhliche und laute Metaller-Party, SECUTOR haben sich hier 30 Minuten gut bis sehr gut verkauft und konnten sicherlich noch ein paar Exemplare ihrer Ende 2013 erschienen, ersten EP "Thrash r Die" unters Volk bringen. (Stephan)



Crossplane Crossplane

Nachdem die Lokalmatadore die Bhne gerumt haben und auch der Saal schlagartig deutlich leerer war, hatten die Gste aus dem Ruhrpott zunchst einen etwas schleppenden Start. Anfangs war der Sound recht matschig und das Problem, dass die Schiebude alles bertnt und man die Melodien der Axtschwinger nicht so gut heraushrt, gab es an diesem Festivalwochenende mehrmals. Doch meistens konnte der Mann an den Reglern im Laufe der jeweiligen Auftritte gegensteuern und schon nach wenigen Nummern stieg die Qualitt der Abmischung. Das knnte an den kurzen Umbaupausen gelegen haben. Naja, kommen wir zu CROSSPLANE. Die Truppe um Snger und Onkel Tom-Gitarrist Celli, prsentierte sich direkt vom ersten Ton an mit guter Laune und Bock auf das Konzert. Mit den Zeilen: "Wir sind Crossplane und wir spielen Rock 'n' Roll" wurde der Spa erffnet. Im Vorfeld habe ich das Studiomaterial der Band mal angetestet und stand voller Vorfreude auf rudigen, hrteren Rock vor der Bhne. Crossplane Die Jungs brauchten nicht lange, um in die Gnge zu kommen und die Sympathien auf sich zu ziehen und auch der Zuschauerraum fllte sich langsam aber sicher. Trotz der zunchst zu leisen Saiteninstrumente, war die Stimmung gut und das sprang auch auf die Musiker ber. Der freundliche Frontmann hatte nach wenigen Stcken permanent ein dickes Grinsen auf den Lippen und versuchte euphorisch die Menge zum Nherkommen, Mitsingen und Klatschen zu animieren. Das hat wunderbar funktioniert. Vom Stagediving ber einen kleinen Pogo-Pit in der Mitte bis hin zum Abgehen der kompletten Halle, zum Ende der Show, steigerte sich der Auftritt von Minute zu Minute. Die "Seid Ihr gut drauf" Rufe wurde lauter und lauter beantwortet und passend zum vorgetragenen Text "One Day You Want To Freak Out" entblte sich ein vom Vorjahr bekannter Flitzer. Ja, alle hatten Spa, nur der Veranstalter war vermutlich weniger begeistert vom Nackedei. Die Tatsache, dass Crossplane ordentlich berzogen haben, hat es vermutlich nicht besser gemacht. Mir kam das allerdings gelegen, den dieser Auftritt hat mir am Freitag mit Abstand am besten gefallen. Spter waren auch die dreckigen Soli gut zu hren und der Laden kochte noch einmal richtig zu den beiden, geschickterweise am Ende platzierten Singles "Rollin" und das mrdermig gute "Take It Or Leave It". Die Jungs haben sich klassisch die Gunst des Publikums erspielt und wurden mit viel Beifall und Zugabe-Rufen belohnt. Ein tolles Konzert! Ich kann nur empfehlen, sich die Ruhrpott-Rocker mal live zu geben, in Andernach waren sie jedenfalls spitze. (Stephan)


Allthenko
Alltheniko

Mittlerweile war die Halle mehr als gut gefllt, als es um 21 Uhr mit der vierten Band des Abends weiterging. Leider kam es bei der Truppe aus Italien zu einem ziemlichen Publikumswechsel in der Halle, so dass in der ersten Hlfte des Konzertes viele Lcken im Zuschauerraum entstanden. Der Power Metal der Jungs ist bei mir nicht richtig hngen geblieben, wenn ich ehrlich sein darf. Der Sound war nicht ideal, was man als Verteidigung fr Alltheniko sicher anbringen kann und muss. So konnte sich der Gesang von Dave Nightfight leider nicht gut durchsetzen, besonders in den hheren Stimmlagen, was bei Power Metal etwas suboptimal ist. Das Herzstck und das Highlight bei Alltheniko war mit Sicherheit die gute Gitarrenarbeit, die fr tolle Riffs sorgte. Ab und zu tauchten immer mal wieder Speedmetal-Elemente auf, die das Ganze dann durchaus in Fahrt brachten und Spa machten. In der zweiten Hlfte des Konzertes war dann auch die Halle wieder konstant gut gefllt und so konnten die Italiener mit ihren Fans feiern, was sie auch machten. Nach etwas ber 30 Minuten wurde sich dann mit dem Publikum abgeklatscht und ein solider Auftritt ging zu Ende. (Mario)



Torment Of Souls Torment Of Souls

Torment Of Souls Gegen Ende des ersten Festival-Tages gab es noch etwas frs Auge und damit meine ich nicht die zur Schau gestellte Wanne von Snger Jochen, nein, Torment Of Souls haben sich passend zum Comic-Cover ihrer aktuellen Scheibe "Zombie Barbecue", schicke Aufstellwnde anfertigen lassen und die Bhne stimmungsvoll dekoriert. Als Erstplatzierte der letztjhrigen Fan-Box Auswertung (die Zuschauer konnten auch diesmal wieder Zettel mit Bandwnschen abgeben), muss man der Meute auch etwas Besonderes bieten. Hinzu kommt noch, dass die Truppe in diesem Jahr ihr Zwanzigstes feiert und da kann man auch mal klotzen. Nach einem herzlichen Lob an das Festival und die Veranstalter, ballerte die Combo los und das mit einem wirklich hervorragend abgemischten Sound. Rein thematisch geht es natrlich um Mord und Totschlag, bei dem fiesen, aber oft auch melodischen Death Metal passt das, wie die Faust aufs Auge. Die Jungs nehmen sich dabei nicht zu ernst und neben lustig-bsen Grimassen und den mehr als passablen Entertainer-Qualitten des Frontmannes, der es sich spter nicht nehmen lie, seinen Waschbrbauch, nebst Tattoos und Piercings zu prsentieren, bekam das begeisterte Publikum die volle Breitseite technisch durchaus anspruchsvollen Extrem Metals auf die Ohren. Zwischendurch wurde der Auftritt mit humorvollen Ansagen abgerundet und da keines, der sechs Bandmitglieder lange Haare hat, wurden kurzerhand zwei Hnde voll Headbanger aus dem Publikum auf die Bhne geholt, um abzurocken. Torment Of Souls hinterlieen einen sehr guten Eindruck und brachten den Laden gut 45 Minuten lang zum Feiern. Rein musikalisch gab es auch nicht viel zu kritisieren, man sollte aber schon auf eine hrtere, vielleicht sogar ein kleines bisschen prollige Art des Death Metals stehen, offensichtlich ging das an diesem Abend vielen so, also stand dem groen Spa nichts im Wege. Fazit: Super Konzert! (Stephan)


Hungver

Hungver

Nachdem Torment of Souls ein echtes Feuerwerk an Energie im Juz abgefeuert hatten, versuchte Hungver die letzten Energien im Publikum fr diesen Abend zu mobilisieren, was sicher keine dankbare Aufgabe war. Den Stil der Band um ex-Sodom Drummer Bobby Schottkowski zu benennen, gestaltet sich ehrlichgesagt schwierig, deshalb lasse ich es auch lieber bleiben. Es ist ein sehr erdiger Sound, der mit echt gepflegten Screams und Clean-Gesang abgerundet ist. Ehrensache, dass auch die Bhnenprsenz nichts zu wnschen brig lie. Aber irgendwie wirkte das Publikum bereits ein wenig angeschlagen und so entstanden zwar auch hier immer wieder Moshpits, aber es wirkte alles ein wenig mde, was echt schade fr Hungver war, die ihre Aufgabe sehr gut machten. Das Einzige, was es vielleicht zu bemngeln gab, war, dass der Bass etwas unterging. Das war sicher auch ein Grund, warum die Songs nicht so richtig ins Grooven kamen. Vielleicht war das auch der Auslser weshalb der letzte Funke bei mir nicht so richtig berspringen wollte. Aber "Hey!" das ist ganz klar Jammern auf einem hohen Niveau. Hungver stellten einen ausgezeichneten Abschluss eines tollen ersten Festival Tages dar vor dem man nur seinen Hut ziehen konnte. Das machte ich dann auch und sparte mir die letzten 2-3 Songs um am nchsten Tag ausgeruht und fit dem Metal eine weitere Chance zu geben. (Mario)



SAMSTAG


Das Wetter meinte es am nchsten Tag gut mit den Besuchern, so dass viele so gegen 14 Uhr bei meiner Ankunft schon lange ihre Zelte verlassen hatten und die ersten Biere in der angenehmen Mittagssonne genossen. Alle waren super gelaunt und bestens aufgelegt. Leider bleibt uns in diesem Review nur wenig Platz um die ganzen Impressionen auf dem Gelnde, vor dem Juz und auf dem Zeltplatz wiederzugeben. Aber ich habe schon lange nicht mehr eine solche Harmonie untereinander erlebt und ich denke das macht einfach den Zauber eines kleinen Festivals aus. Man merkt einfach, dass man im Gegensatz zu groen kommerziellen Festivals doch mehr unter sich ist und viele sich auch untereinander einfach kennen. Ein Festival von Fans fr Fans eben. Groartig! Bester Laune machte sich das "My Revelations"-Team also ans Werk dem zweiten Tag des ACFMF 2014 zu lauschen. (Mario)


Impactor
Impactor

Der Opener des zweiten Tages war Impactor und begann um 15 Uhr und wer noch nicht richtig wach war, wurde jetzt wach geprgelt. Denn was da von der Bhne pltzlich als Thrash Metal Lawine runterbrach, war mal richtig beeindruckend. Thrash Metal, der mich gerade gesanglich immer wieder an Destruction erinnerte und der richtig nach vorne ging. Der Sound erreichte gleichzeitig einen vorzeitigen Hhepunkt. Impactor glnzten mit einem effektiven Songaufbau und geilen Tempiwechseln, so dass jeder Song griff. Das wnscht man sich doch zur besten Kaffee&Kuchen-Zeit. Das Publikum dankte es der Band dann auch mit dem ersten Circle Pit. Die halbe Stunde Spielzeit war dann meiner Meinung nach auch viel zu schnell vorbei. Ich htte dem Ganzen noch lange mit Spa zuhren knnen, aber das ging leider nicht. Impactor verkndeten aber, dass sie bald ins Studio gehen werden um an einem Longplayer zu arbeiten. Da bin ich jetzt schon richtig gespannt drauf! Wenn er so wird wie ihr Gig auf dem ACFMF, wird man sich freuen drfen. (Mario)


Promince

Promince

Das gute Wetter drauen kam der Band aus der Nahe-Weinregion nicht gerade entgegen. Viele genossen das Wetter noch am Bierstand, so dass die Halle immer noch nicht richtig gefllt war. Ich kann das Verhalten der Fans zwar verstehen, aber so mssen sie auch damit leben, dass sie einen guten Auftritt verpasst haben. Zwar machten Promince zu Anfang den Eindruck etwas nervs zu sein, worunter die Bhnenprsenz etwas litt, aber mit fortschreitendem Konzert wurde man zusehends lockerer und damit auch prsenter. Promince spielen einen melodischen Metal, der aber ber die ntige Aggressivitt und den ntigen Biss verfgt. Ein paar Mal hat mich das ein wenig an Dark Tranquillity erinnert. Man kann sie aber auf keinen Fall zusammen in eine Schublade stecken. Der technisch sauber gespielte Metal von Promince hat etwas Eigenes und Kreatives wie z.B. zur berraschung des Publikums eingebrachte leichte Deathcore-Einflsse. Auch hier kann man nur von einem soliden und empfehlenswerten Konzert sprechen. Anscheinend hatte sich das dann auch so langsam drauen herumgesprochen, denn die Halle fllte sich wieder mehr je lnger das Konzert andauerte, so dass auch hier die Band eine gute Stimmung genieen konnte. (Mario)


In Certain In Certain

In Certain Die grte berraschung sollte nicht irgendwann abends kommen, sondern am Samstagnachmittag, denn da trat eine wirklich sehr junge Band namens In Certain auf, welche mit Vollgas an den zugegebenermaen relativ niedrigen Erwartungen vorbeigezogen ist. Schon beim Aufstellen, kamen uns die Gesichter der im Schnitt 16 bis 17 Jahre alten Musiker irgendwie vertraut vor. Kein Wunder, denn da oben auf der Bhne stand pltzlich die Truppe vom Getrnkestand. Proberaum gegen Zapfen war der Pakt und was der Fnfer drauf hat, konnte er vor erstaunlich gut gefllter Halle beweisen. Naja, es war ja auch irgendwie ein Heimspiel. Viele rannten in entsprechenden Shirts rum und schon vorm Auftritt ertnten die ersten "In Certain" Sprechchre. Was dann 30 Minuten lang folgte, war unglaublich. Mit hervorragendem Sound gab die Truppe eine Abrissbirne nach der anderen zum Besten. Klar, die Stcke selber kannten nur die eingeweihten, aber vom technischen Anspruch her und der Qualitt der zwar wenig originellen, aber berraschend zwingenden Riffmonster, passte hier wirklich schon sehr viel. Grob ging die Mischung in Richtung Death Metal mit etwas Thrash garniert und dem ein oder anderen kleinen Ausflug in die Core-Ecke, wobei die meisten Nummern schon ordentlich Tempo boten. Frontfrau Hlya wirkte zu Beginn noch etwas verhalten und schchtern, aber nach wenigen Minuten kam sie in Bewegung und das Mittanzen lief wie von selbst. Die Band steht ja auch noch am Anfang, aber die Growls der kleinen Person waren auch jetzt schon sehr gro! Die beiden Saitenspieler waren ebenfalls recht aktiv, aber so richtig ultimativ ging Drummer Luis ab. Er hatte zwar eine Krmelmonster-Mtze auf, aber erinnern tat mich die Performance viel mehr an das Tier von der Muppet Show. Das przise und unheimlich druckvolle Spiel war sau cool und es wrde mich wirklich sehr wundern, wenn In Certain in Zukunft nicht noch die ein oder andere Location mhelos zerlegen werden. Das Publikum feierte entweder, weil sie es wussten, oder eben wegen der unerwarteten Situation. Besonders die jngeren Zuschauer taten einiges, um das Quintett zu belohnen, so gab es die grte Wall Of Death des Festivals und ein paar beachtliche, schon recht ruppige Pogo-Pits. Als zum Schluss noch der Sic-Zone-Snger PY fr ein Gastgeschrei die Bhne enterte oder zum groen Finale noch einmal "Raining Blood" angespielt wurde, stand endgltig fest, dass In Certain auf ganzer Linie berzeugen konnten. Die Festivalberraschung beim ACFMF 2014! (Stephan)


Sacred Gate Sacred Gate

Immer noch beeindruckt von dem was die hauseigene Nachwuchsband des Juz Andernach gerade auf der Bhne fr einen geilen Auftritt abgeliefert hatte, war es nun Zeit der Power Metal Band Sacred Gate aus Mnchengladbach seine Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist definitiv schwierig die Leute wieder in Fahrt zu bekommen, wenn vorher eine Gruppe mit Heimvorteil gespielt hat. Doch Sacred Gate machten ihre Sache ordentlich. Der Power Metal hat mich vor allem durch seine tollen Basslufe berzeugen knnen. Manchmal war mir der gefhlvoll gespielte Metal aber etwas zu gestellt. Viele wrden jetzt sagen, dass das eben sehr professionell war, was von der Bhnenshow zu sehen und zu hren war. Ja, war es auch, aber das birgt eben auch die Gefahr etwas steril rberzukommen. Vor allem den Spartakushelm des Sngers zum passenden Lied fand ich jetzt ein wenig bertrieben. Aber was soll es, die Fotografen nahmen das Schauspiel gerne an und konnten eine Menge tolle Fotos machen. Das ist eben Geschmackssache. Musikalisch war das Alles toll gemacht und auch das Publikum nahm es dankend an. (Mario)


Dark Horizon Dark Horizon Dark Horizon

Dark Horizon war leider die letzte Band, die ich mir an diesem Abend noch persnlich anschauen konnte, da ich noch auf den 40sten Geburtstag eines sehr guten Freundes gehen "musste". Ich wre wirklich gerne noch bis zum Schluss geblieben, aber manchmal muss man eben Prioritten setzen. So war die Power Metal Band aus Italien der Abschluss fr mich auf dem ACFMF 2014. Optisch gab es eine Neuerung auf der Bhne zu entdecken: Ein Keyboard. Atmosphrisch steuerten das Tasteninstrument und der zweistimmige Gesang viel bei, was auch hier wieder zu einem grundsoliden Auftritt fhrte. Vor allem, dass der Schlagzeuger auf Klick spielte, machte das Ganze sehr kompakt und war musikalisch ganz oben auf der Leiter. Auch wenn ich meinte hier und da tatschlich den ein oder anderen Patzer gehrt zu haben. Schwamm drber, das passiert auch ganz anderen Bands. Aber auch hier wurde mir der Auftritt schnell zu steril. Zu meckern gab es aber sicher nichts. Leider war es mir nicht vergnnt, die Band bis zum Schluss anzusehen, weil mein Taxi drauen wartete. Zufrieden verlie ich also das ACFMF 2014 und kann nur allen Bands und den Veranstaltern meinen tiefen Respekt aussprechen. Das war bis dahin schon einmal ganz groes Kino und ich komme 2015 sicher wieder. (Mario)


Scornage Scornage

Nachdem der Kollege verabschiedet wurde, kam die Zeit fr die Truppe, auf die ich im Vorfeld am meisten gespannt war. Die Thrasher Scornage aus Aachen haben vor eineinhalb Jahren mit "ReFEARance" einen richtigen Knaller rausgehauen. Dass die Band auch live berzeugen kann, stellte sie am frhen Abend unter Beweis. Aufgrund des immer noch schnen Wetters und vermutlich auch wegen des eher unbekannten Status, war der Saal des Jugendzentrums zunchst relativ sprlich besucht, aber das sollte sich noch ndern. Ob es im Nachhinein so schlau war, direkt mit dem Hammer "Fury" einzusteigen, wei ich nicht, aber dass etwas Zeit bentigt wurde, um einen guten Sound einzustellen, konnten die Musiker vorher ja nicht wissen. Die Killerriffs der ersten zwei bis drei Stcke gingen demnach leider ein bisschen im matschigen Gesamtklang unter, zudem waren die Gitarrensoli in dieser Phase auch kaum zu hren. Passend dazu tat sich das Publikum etwas schwer, den Weg direkt zur Bhne einzuschlagen, aber es wurde immerhin auch weiter hinten fleiig mitgenickt. Nachdem die Abmischung besser wurde, konnte man die Melodien besser hren und immerhin hielt die junge Garde mit einem Mini-Pogopit die Fahne hoch. Auf der Bhne herrschte Professionalitt und Spa, Bassist Markus sang begeistert mit und spazierte mitten im Set mit seinem Instrument durch den Saal. Der stimmlich absolut groartige Frontmann Guido begleitete die aggressiven Stcke mit markanten Gesten und Posen. Die berwiegend schnellen Songs kamen bei den Zuschauern gut bis sehr gut an, im Gesprche nach der Show signalisierten mir mehrere Musikfreunde, dass sie absolut positiv berrascht waren. Man gewann nach und nach die Anerkennung des Publikums und so wurde beim zehn Jahre alten, kleinen Hit "Society Kills" sogar ein bisschen mitgesungen. Der Hhepunkt der Interaktion kam aber erst beim abschlieenden "I Am Your Fear". Mit den Worten "Wir sind eine lustige Band, sieht man nur nicht", wurde uns eine Anleitung mitgegeben, dass man jedes Mal wenn das Wort "Fear" im Text vorkommt, mit den Fingern eine "Vier" anzeigen sollte. Dick grinsend und den Anweisungen folgend, hatten alle Beteiligten zum Ende noch mal richtig viel Spa. Gerade diesen finalen Brller werde ich so schnell nicht vergessen. Scornage haben nach schleppendem Start doch noch voll berzeugt, das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich diese absolut begabte Thrash Metal Truppe live sehe. Interessierte sollten unbedingt in "ReFEARance" reinhren, es lohnt sich. (Stephan)

Steelpreacher

Steelpreacher Steelpreacher hatten Dank ihres Lokalmatador-Status, hnlich wie Secutor am Vortag, sehr leichtes Spiel und in meinen Augen die vollste Halle des Tages! Das Trio machte Stimmung, dass selbst Tankard neidisch wrden und hatte jede Menge biergeschwngerte Hits, wie "Drunk On Arrival" im Programm, bei dem man vom Titel natrlich an die Frankfurter Partybrigade denken musste. Musikalisch simpel aber mit Routine gespielt, rockten die beiden sehr hnlich aussehenden Brder MU und Preacher an Bass und Gitarre, abwechselnd singend den Laden. Auerdem machten sie mit einigen sympathischen Ansagen der Meute Feuer unterm Hintern. Das Ausschenken von Bier half natrlich auch, die Stimmung bis zum uersten zu steigern. Die Helden des Steelpreacher-Sounds sind sicherlich AC/DC und Motrhead, was man jederzeit heraus hrte. Am Ende gab es noch ein Besuch der Band Dragonsfire auf der Bhne, welche zusammen mit den Stahlpredigern die Grl-Hymne "Heavy Metal Breakdown" von Grave Digger zum Besten gaben, um so dem Auftritt schlielich die Krone aufzusetzen. Hier teilte man sich den Gesang und hatte Spa, was sich auf das Publikum und einen zu Trnen gerhrten Veranstalter namens Jan auswirkte, denn das Ausma der Begeisterung im Publikum und auf der Bhne war enorm gro, da darf man als Organisator auch mal stolz sein und sich feiern lassen. (T. Dietrich)


Iron Fate Iron Fate

Iron Fate Ziemlich platt von den beiden Tagen und schon mit der nachts folgenden 320 Km-Rckfahrt im Hinterkopf, war es an der Zeit, ein bisschen auszuruhen. Der ideale Zeitpunkt, denn eine Band, die sich Iron Fate schimpft, sollte sicherlich nicht auf meiner Baustelle zu Hause sein. Also tat ich mir den Power Metal der Truppe fast unvoreingenommen an. Als das Intro vom Band erklang und das Juz nach dem fulminanten Auftritt von Steelpreacher nahezu ausgestorben war, betrat die optisch lustig zusammengewrfelte Band die Bhne, um ihre Mischung aus NWOBHM und zackig gespieltem Power Metal mit eingngigen Refrains zum Besten zu geben. Die Professionalitt der einzelnen Musiker, war auch fr mich beeindruckend. Snger Denis, der in seiner Motorradjacke, bei den warmen Temperaturen, scheinbar ein kleines Fitnessprogramm am Laufen hatte, prsentierte sich als perfekter Unterhalter. Hier konnte man tatschlich von einer richtigen Bhnenshow sprechen. Der Mann lebt den Heavy Metal und seine Begleiter hatten es ebenfalls drauf, die passenden Posen, oder synchrones Mattenschwingen zu zelebrieren. Die musikalische Basis fand ich generell absolut nicht schlecht, denn trotz der hohen, sauberen Stimme, konnte die Band auch eine gewisse Hrte bieten. Das Zusammenspiel unter den Musikern war hervorragend abgestimmt, nach wenigen Minuten wurde auch der Saal wieder voller und Iron Fate wurden ordentlich abgefeiert. Auch auf der Bhne herrschte super Stimmung. Dass die Jungs da oben Spa hatten, merkte man den ganzen Auftritt ber, die "sehr geil!" und "super geil"-Werbeslogan-Anspielungen unterstrichen dies. Nach einer Weile ging mir allerdings der Gesang ganz schn auf die Nerven, schmerzten meine bassverwhnten Ohren doch ein bisschen. Zum Ende hat es mich aber doch noch etwas gepackt, denn das Judas Priest-Cover "Victim Of Changes" war wirklich spitze, das kann man nicht besser vortragen. Dafr, dass ich mit Power Metal eigentlich nichts anfangen kann, muss ich zugeben, dass Iron Fate einen sehr guten Job gemacht haben und bei vielen Zuschauern sicherlich im Gedchtnis bleiben werden. (Stephan)


Motorjesus

Auf den Plakaten war es noch zu lesen: Paradox sollten dieses feine 2-Tage-Festival abschlieen. Gerne htte ich diese gesehen, doch krankheitsbedingt mussten Paradox absagen. Die Veranstalter lieen sich jedoch nicht lumpen und konnten mit Motorjesus einen erstklassigen Ersatz verpflichten. Die Mnchengladbacher spielen richtig guten und richtig harten Rock'n'Roll, manche sagen Heavy-Rock, und hatten neben ihrem neuen, sehr starken Album "Electric Revelation" auch eine Menge Spiellaune mit nach Andernach gebracht. Wer da als Gast nicht nach dem ersten Song mit irgendeinem Krperteil im Takt mitgeht befindet sich auf der falschen Veranstaltung. Das Juz war zu dem Zeitpunkt bestens gefllt, genauso wie der ein oder andere Besucher und Motorjesus schafften es mhelos die letzten Reserven aus der Meute zu saugen. Natrlich wegen tollen Songs wie zum Beispiel "The Run" vom aktuellen Album, aber auch wegen lustigen und in diesem Fall richtig gelungener Einlagen wie die Todeskralle von Andernach mit der man auf den Song "Fist Of The Dragon" einstimmte, eine Hommage an Bruce Lee und Kollegen. Ja, die Band ist schon was lter, es gibt sie auch schon was lnger und sie sind quasi mit Bruce Lee aufgewachsen. Und so erinnern sie sich auch gerne an ihre alten Autos und wnschen sich "Back In The Action Car", wie ein alter Hobel liebevoll genannt wurde und wird. Die ganze Show hindurch sind die Ansagen des Sngers hchstens ein wenig ernst, dafr umso lustiger, sympathischer und stimmten die Zuhrer gut auf die Songs ein. Ein pltzlich ertnender Scorpions-Klassiker wurde begeistert mitgesungen, Fronter Chris Birx hatte die Menge in der Hand. "Big Trouble In Motor City", Motorjesus tanken kein Bleifrei und kein E10, sondern Super Plus mit Lachgas-Einspritzung!! Das Schlagzeug trieb das Mosh-Pit von Links nach Rechts, der Bass drckte das selbige von Vorne nach Hinten, was machten die Gitarren? Die hrten sich gut an, verdammt gut! Die Soli saen, Snger Birx knallte einem die Songs vor die Lauscher und zusammen lieen sie die Hrerschaft im Kreis hpfen. Fr heute war die Benzin getrnkte Reise von Motorjesus zu Ende, doch von dieser Band wird man ganz gewiss noch mehr hren. Ich fr meinen Fall deckte mich noch am preislich fairen Merchandise ein und bedanke mich fr ein gelungenes Wochenende. (T.Butz)





Im Grunde kann ich dieses schwer unterhaltsame Wochenende mit einem Satz zusammenfassen: Das "A Chance For Metal Festival 2014" hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Anfangs war ich noch skeptisch, weil ich im Vorfeld wenige der Bands kannte und auch nicht unbedingt durchgehend angetan war, aber gerade die Vielfalt der gebotenen Kapellen macht den Reiz dieser Veranstaltung aus. Ich als Auswrtiger war besonders begeistert, wie gro die Heavy Metal-Gemeinde dort unten um Koblenz doch ist. Das Juz Andernach ist ein richtig toller Veranstaltungsort mit verhltnismig groer und klasse ausgestatteter Bhne, jeder Menge netten Leuten, die dort im Sinne der Kultur alles geben, um die Gste berdurchschnittlich gut zu unterhalten. Fr preiswerte 15 EUR konnte der Musikfreund 2 Tage lang den Arbeits- oder Schulalltag hinter sich lassen und einfach mit Gleichgesinnten abfeiern. Die moderaten Getrnke- und Budenpreise bewegten sich, mit 2,50 EUR fr ein Getrnk oder eine Bratwurst, unterm Festivalstandard. Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es, wie der manchmal nicht optimal abgemischte Sound zu Beginn vieler Auftritte oder der wenig auffllige Platz fr das Merchandise hinten in der Halle, aber das sind Kleinigkeiten. Unterm Strich steht ein durch und durch guter Eindruck, ich berlege auch ernsthaft nchstes Jahr erneut die lange Strecke aus Ostwestfalen in Kauf zu nehmen, weil ACFM einfach Spa macht und bei den eher kleinen Bands, ist so mancher positiver Eindruck umso berraschender und nachhaltiger. Wenn es nach mir ginge, wre zumindest eine Black Metal oder Stoner/Sludge Band fr 2015 mal ganz nett, aber das ist alles Geschmackssache. Sicherlich wird es noch gengend Gelegenheiten geben, etwas mehr Risiko einzugehen und statt des ein oder anderen Allrounders speziellere Combos einzuladen, denn bei dem Ansturm 2014 orakele ich, dass das Festival auch in den nchsten Jahre mit 666 Zuschauern ausverkauft sein wird. Das nenne ich ein gutes Ergebnis fr ein Jugendhaus-Festival, ein phnomenal gutes. Beste Glckwnsche an die Veranstalter zu diesem gigantischen Erfolg, wir kommen wieder! (Stephan)






Dried Blood In Certain Dried Blood Secutor Torment Of Souls Crossplane
Sacred Gate Torment Of Souls Secutor Torment Of Souls





Impactor In Certain Iron Fate

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