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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing RED FANG, THE SHRINE, LORD DYING
Ort Hamburg, Knust
Datum 25.03.2014
Autor Marc Schallmaier
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Als ich am heutigen Abend am Knust ankomme, sind schon einige Zuschauer da. Beim Einlass gibt mir der Kollege von der Kontrolle zu verstehen, dass es heute keine Fotopsse gibt, aber ich auf seiner Liste mit einer entsprechenden Berechtigung stehe. Gut gelaunt frage ich den Mann, ob es denn einen Fotograben gibt. Diese Frage verneint er. Auf meinen etwas entsetzten Gesichtsausdruck und meinem Hinweis, dass das Konzert doch heute ausverkauft sei, antwortete er mit einem kleinen Lcheln und den Worten: "Viel Glck".
Also rein in die Halle, noch ein kleines Bierchen als Mutmacher, und schon ging der Abend los.

Lord Dying Lord Dying

Als erstes kamen die Amerikaner von LORD DYING auf die Bhne. Deren mige Mischung aus Stoner Rock und Sludge Elementen haute mich aber berhaupt nicht vom Hocker. So sah es auch der groe Teil des Publikums, der sich in den Bar Bereich oder vor die Halle zurckzog. Musikalisch spielte die Band ihren Stiefel runter, der Snger und Gitarrist Eric Olson nuschelte noch strker als Lemmy seine Ansagen ins Mikro, und im Allgemeinen wirkte die Performance recht lustlos. So ging der Auftritt auch nach etwas mehr als dreiig Minuten ohne nennenswerte Ereignisse vorber.

Viel gespannter war ich auf den Auftritt von THE SHRINE. Kollege Marc Fischer hatte bei uns der letzten Scheibe ja 10 Punkte gegeben, von anderer Seite wurde mir aber auch schon mehr Enthusiasmus bezglich des Trios aus Kalifornien entgegen gebracht. Als die drei dann auf die Bhne kamen, war dann auch schon ordentlich was los im Saal. Die Mischung aus old school RocknRoll, punkigen aber auch psychedelischen Elementen kam richtig gut an. Mir machte der Auftritt auch viel Spa, und die Band prsentierte sich als Einheit mit Bock auf Mucke machen. Etwas vom Pech verfolgt war Schlagzeuger Jeff Murray. Beim dritten oder vierten Song ergab sich pltzlich ein Problem mit seiner Snare Drum. Nachdem das Lied zu Ende gespielt wurde, gab er seinen Mitstreitern die Info, dass er mal kurz da handwerklich ran msste. Also flitzte er von der Bhne, kam mit etwas Werkzeug und einem Helfer zurck und schon begann die Schrauberei. Whrend dessen unterhielt Snger und Gitarrist Josh Landau die Anwesenden mit einem improvisierten Gitarrensolo. Der Eingriff dauerte dann aber doch lnger als geplant, so dass man am Ende einfach die komplette Snare tauschte. Als es dann ganz normal mit Set weiterging, brach ihm gleich einer seiner Drumsticks, was wiederum die beiden anderen mit leicht irritierten Blicken quittierten. Das sollte es dann aber auch gewesen sein mit den Pannen. Es folgte ein starker Auftritt, der vom Publikum ordentlich gewrdigt wurde. Die Messlatte lag nun fr den nachfolgenden Headliner richtig hoch, und die anschlieenden Gesprche gingen eigentlich nur darum, ob RED FANG den Auftritt von THE SHRINE noch toppen wrden.

Red Fang Red Fang

Um es vor weg zu nehmen: ja, sie toppten diesen Auftritt noch. Ein ziemlicher Jubelsturm brach los, als das Quartett aus Portland die Bhne betrat und ohne viel Ansagen gleich mal mit "Hank Is Dead" und "Voices Of The Dead" das Knust in seinen Grundmauern erschtterte. Heiliges Kanonenrohr, was war denn hier los? Schon bei THE SHRINE hatte einige einen kleinen Pit gestartet oder sich etwas kraftvoller zur Musik bewegt. Bei RED FANG gab es aber anscheinend die Parole: "Wer sich nicht bewegt, hat verloren und geht ohne Abendbrot ins Bett!" Nahezu der gesamte Laden ging komplett steil, am Ende der Location konnte ich sehen, wie Leute auf Heizkrper und sonstige Beschrnkungen kletterten, und die Stagediver auf der Bhne gaben sich die Klinke in die Hand. Einer schaffte es dann auch, einen Becher Bier, der an der Monitorbox von Gitarrist David Sullivan stand, umzuwerfen. Das gute Nass floss dann frhlich in Richtung Effekt Gerte vom guten David. Und was passierte nun? Regte sich der Mann tierisch auf? Holt er den Diver auf die Bhne um ihn zu verhauen? Konzertabbruch? Nichts davon, schnell griff er zu einem Handtuch, trocknete so gut es ging seine Pedale trocken und weiter ging die wilde Reise. Leider musste er nach dem nchsten Song feststellen, dass es das Pedal wohl doch zerlegt hatte. Also raus damit, Kabel umgesteckt und gut ist. Die Band setzte ihr Konzert fort, es kamen Kracher wie "Dirt Wizard" und "Into The Eye". Es war ein unfassbar intensives Konzert, was zum einen an RED FANG lag, die pure Energie von der Bhne versprhten, aber auch an dem begeisterten Zuschauern, die richtig mitgingen. So etwas habe ich auch schon lange nicht mehr erlebt. Die Band hat sich einen Namen gemacht, und es wrde mich schwer wundern, wenn wir das Quartett in nicht allzu langer Zeit auch in etwas greren Rumlichkeiten bewundern drfen. Die Jungs auf der Bhne gaben wirklich alles, der Schwei lief bei Band und Publikum in Strmen, und die Getrnkeverkufer hinter den Tresen liefen ebenfalls zur Hchstform auf. Zum Abschluss gab es dann noch "Good To Die" und "Prehistoric Dog", und alle Anwesenden mobilisierten die letzten Krfte fr ein fulminantes Ende.
Es ganz starker Auftritt von RED FANG, eine wirklich groartige Vorband mit THE SHRINE und ein eher miger Opener, dass kann man als Fazit fr den heutigen Abend zusammenfassen!





Red Fang Red Fang Red Fang The Shrine The Shrine The Shrine



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