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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing AMORPHIS, HAMFERD
Ort Colos-Saal Aschaffenburg
Datum 30.03.2014
Autor Torsten Butz
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Da ich den Amorphis Gig im vergangenen Winter in Aschaffenburg leider sausen lassen musste, war ich sehr froh, dass sie whrend ihrer "Circle"-Tour die Stadt ein weiteres Mal besuchten und ich so Gelegenheit bekam Amorphis Live zu sehen. Von der Vorband hatte ich bis dato noch nichts gehrt und da ich im Laufe meiner zahlreichen Konzertbesuche schon so einige Rohrkrepierer zu hren bekam, stellte ich auch keine Ansprche. Doch ich sollte mich tuschen, denn an diesem Abend musste ich gleich zwei Sachen lernen.


HAMFERD HAMFERD

Nachdem ich bequem in der nahen Tiefgarage geparkt hatte, mich durch die ca. 400 Personen fassende Menge zur Theke begab, um dort ein Getrnk zu ordern, stand ich rechtzeitig zum Beginn der Show vor der Bhne um zu beobachten wie Hamferd whrend des Intros in Anzgen gekleidet gemchlich zu ihren Instrumenten schritten. Als ich schon dachte die Band wre vollzhlig, stolzierte schlielich der Snger zu seinem Mikro. "Na das kann ja was geben" dachte ich, um whrend des ersten Songs meine Meinung grndlich zu berdenken. Ja, ich war regelrecht berrascht und lernte, dass eine (mir) unbekannte Vorband nicht zwangslufig schlecht sein muss. Sogar ganz im Gegenteil, die Band ist richtig gut. Warum ich den Snger nicht wirklich verstehen konnte, erschloss sich mir spter, als der Snger dann im verstndlichen Englisch mitteilte, dass sie von den Frer-Inseln stammen. Sie singen in ihrer Heimatsprache. Mit einer Setlist kann ich nicht dienen, die knnte ohnehin kaum einer lesen. Ihre auf den Inseln endemisch entstandene Mischung aus Doom und Death, gespickt mit progressiven Einflssen gefiel mir so gut, dass ich spter die aktuelle CD samt Shirt am Merch-Stand kaufte, wo die Band fleiig Autogramme verteilte. Den Titelsong "Evst" und auch "Deyir varar" konnte ich wiedererkennen und lege die Stcke Interessenten hiermit ans Herz. Die Show selber war recht unspektakulr und lebte nur von der Musik, welche vom Publikum mehr als nur Anstandsapplaus erhielt. Kollege Schallmaier sah Hamferd bereits im Dezember in Hamburg und war, im Gegensatz zu mir, wenig angetan.


AMORPHIS Nach etwa einer halben Stunde Umbaupause erschienen dann Amorphis zu ihrem letzten Konzert der "Circle"-Tour. Die Bhne absolut stimmig im "Circle"-Design und davor, eher selten im Colos-Saal, ein Crash-Barrier. Der war natrlich bereits bei Hamferd vorhanden und wurde, wie ich spter erfuhr, auf Wunsch von Amorphis installiert, da Snger Tomi Joutsen bei einem der vorigen Gigs von einem Becher getroffen wurde. Fr solche Aktionen fehlt mir jegliches Verstndnis. AMORPHIS Sollen diese Personen doch zu Hause bleiben und uns ihre Gegenwart ersparen. Nach so vielen Konzerten auf ihrer Tour knnte man verstehen, wenn ein wenig die Luft raus ist, doch weit gefehlt. Amorphis starteten hochmotiviert und voller Spielfreude durch und Rasta- und Stimmwunder Tomi Joutsen sang und growlte wie am ersten Tag in sein Space-Mikro samt abgefahrenem dazugehrigem Stnder, ein Markenzeichen von ihm. Bereits der Opener "Shades Of Gray" wurde begeistert abgefeiert und mitgesungen, der ganze Saal riss die Arme hoch. Darunter Fans jeden Alters und jeden Geschlechts. Amorphis haben einen eigenen Sound kreiert, der vielen gefllt. Natrlich war das aktuelle Album stark in der Setlist vertreten und hat unter anderem mit dem megastarken "The Wanderer" richtige Hits an Bord, doch Timo, Esa und Co. griffen ganz weit nach unten in die Kiste und zerrten "Vulgar Necrolatry" und das bekanntere "Black Winter Day" ans Tageslicht. Nicht zu vergessen, die Songs vom Album "Skyforger", einem der besten Metal-Alben der letzten Jahre. "Silver Bride" wurde derart mitgesungen, dass es der Band einige Freudenfltchen beschert haben drfte. Und immer wieder lie Tomi seine enorme Rasta-Matte kreisen, was muss dass an der Kopfhaut zerren. So langsam kam man dem Ende nher, die Zugabe wurde ausgepackt und mit "House Of Sleep" vom Album "Eclipse" entlie man die Zuhrer in die Nacht, welche zuvor aber erst noch den Merch-Stand nahezu restlos leer kauften. Ein tolles Konzert in einer tollen Location, an welches ich mich gerne erinnern werde. Was ich noch gelernt hatte? Das mein Smartphone bessere Bilder macht als meine altgediente Kamera.


    Setlist: AmorphisAMORPHIS
  • Shades Of Gray
  • Narrow Path
  • Sampo
  • Silver Bride
  • Perkele
  • The Wanderer
  • My Kantele
  • Into Hiding
  • Nightbird's Song
  • Sign / Vulgar Necrolatry
  • Sky Is Mine
  • You I Need
  • Hopeless Days
  • Skyforger
  • Black Winter Day
  • House Of Sleep
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