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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DAUGHTRY, AMSTERDAMN
Ort Hamburg, Groe Freiheit 36
Datum 09.03.2014
Autor Martin Stark
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Ein praktisch nicht angekndigter und zudem stilistisch nicht ganz passender Support ist immer so eine Sache. Die sterreicher Amsterdamn! ziehen sich dennoch recht beachtlich aus der Affre. Daughtry Daughtry Der Dreier und sein zuweilen skurril anmutender Mix aus Pop, Soul und Rock kann zumindest die ersten Reihen der gut gefllten, aber nicht ausverkauften Halle direkt im Dunstkreis der legendren Reeperbahn mobilisieren. Hngen bleibt recht wenig, aber zumindest genervt haben die Jungs nicht im Mindesten. Einen Extrapunkt verdienten sich Basser und Drummer fr eine beraus energische Performance.

Was dann folgt ist groes Rock(-Pop)-Entertainment vom allerfeinsten. Ex-Casting-Show-Teilnehmer und mittlerweile fnffacher US-Charts-Spitzenreiter Chris Daughtry und die nach ihm benannte Band bringen ihre Song-Perlen beinahe perfekt rber und das ist gleich ein - wenn auch ziemlich der einzige - Kritikpunkt an diesem Abend. Allzu routiniert und meist ein wenig distanziert singt und spielt vor allem Bandkopf und Aushngeschild Chris Daughtry seinen Stiefel runter. Dafr gibt es aber nicht den Hauch einer schrge Note und zudem tonnenweise Gefhl. Besser kann man massenkompatible Rockmusik nicht interpretieren. Interessanterweise hlt sich auch der "Kreisch"-Faktor an diesem Abend in vergleichsweise engen Grenzen. Das Publikum ist berraschend gemischt und das insgeheim befrchtete "Boygroup-Publikum" kaum vorhanden.

Eingerahmt von der wohl grten Gitarren-Armada, der Verfasser dieser Zeilen hat - aus dem Fotograben heraus - mindestens siebenundzwanzig (!) unterschiedliche Gitarren und Bsse links und rechts der Bhne gezhlt. Und wer glaubt, dass ein Groteil davon nur Deko darstellen, lasse sich eines Besseren belehren: Sie kamen praktisch alle (!!) zum Einsatz. Will heien, die Roadies haben Hchstleistung vollbracht. Ein wenig bertrieben zwar, aber der vierfache Grammy-Gewinner und seine superb aufspielende Band wissen, was sie wollen und knnen sich diesen, wenn auch bertriebenen Luxus leisten. So richtig laut wird es immer dann, wenn alle Anwesenden die Songs kennen und das ist naturgem bei den groen Hits so. Hier sind u.a. "It's Not Over" oder "Home" zu nennen. Aber auch neueres Material mit Monster-Hooks gehen immer, zumal wenn sie wie "Baptized" rocken ohne Ende. Beim berirdischen "Waiting For Superman" beispielsweise ist das trotz latentem Pop-Appeal der Fall. Der Sound an diesem frhlingshaften Sonntag im Mrz kann kaum besser sein, ist weder zu laut noch zu experimentell, sondern tut schlicht und ergreifend nur, was er tun soll, nmlich die starken Kompositionen und Interpretationen des Herrn Daughtry perfekt in Szene zu setzen. Der ganzkrpertttowierte Basser Josh Paul (Ex - Suicidal Tendencies) wirkt zwar das ganze Set ber wie ein Raubtier auf der Lauer, aber wie auch das Gitarren-Doppel Josh Steely und Brian Craddock liefert er erstklassig. Eine sehr gute stimmliche Ergnzung zum Frontmann gibt Keyboarder Elvio Fernandes ab, der mit grandiosen Backing Vocals glnzen kann. Daughtry Daughtry Was ein wenig fehlt ist wirkliche Kommunikation mit dem Publikum, da ist Chris Daughtry selbst nach Album Nummer vier und zahllosen Erfolgen recht sparsam und konzentriert sich aufs Kerngeschft. Lediglich sporadisch spricht der Meister zum Publikum, steigt einmal sogar kurz in den Fotograben um auf Tuchfhlung mit den ersten Reihen zu gehen. Geschickt wechseln schnellere und langsamere Songs und selbst das Phil Collins-Meisterwerk " In The Air Tonight" fgt sich bestens in den kurzweiligen Set der Amis ein.
Nach Zugaben in Form von "What About Now" und "Long Live Rock & Roll" ist dann Schicht im Schacht. Auch wenn es bei nicht mal 90 Minuten auf den ersten Blick ein wenig nach "Dienst nach Vorschrift" riecht, so muss doch gesagt werden, dass der Gig absolut keine Lngen aufweist und niemand enttuscht nachhause muss. Wie eingangs erwhnt bietet Daughtry - egal ob im Club oder auf groen Bhnen - klasse Unterhaltung und riesiges Knnen. Die Amis haben es eben drauf! Und seit kurzem einen Anhnger mehr. Definitiv!

Setlist: Daughtry

  • Baptized
  • Feels Like Tonight
  • Crawling Back To You
  • Battleships
  • Wild Heart
  • Live After You
  • In The Air Tonight (Phil Collins-Cover)
  • Traitor
  • Over You / No Surprise
  • It's Not Over
  • Waiting For Superman
  • September
  • Home
  • What About Now
  • Long Live Rock & Roll

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