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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MONSTER MAGNET, CHURCH OF MISERY
Ort Hamburg, Markthalle
Datum 19.02.2014
Autor Marc Schallmaier
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Nun endlich habe ich es auch geschafft und MONSTER MAGNET live gesehen. In den vergangenen Jahren kam mir immer wieder etwas dazwischen (Urlaub, Krankheit usw.), so dass ich mich selbst jedesmal vertrsten musste. Besonders schmerzhaft war damals die Tatsache, dass ich die Band nicht im Zuge ihrer "Dopes To Infinty" Tour im Jahre 2011 gesehen habe. Eben jene Platte gehrt fr mich zu meinen absoluten Lieblingsscheiben. Aber nun war es soweit, und die Rahmenbedingungen mit einer ausverkauften Markthalle konnten nicht besser sein.

Church of Misery Church of Misery

Vorab gab es aber CHURCH OF MISERY, eine mir vllig unbekannte Band. Und da ich in jngster Vergangenheit extrem viele CDs fr unser heiliges Magazin besprechen durfte, habe ich nicht die Zeit gefunden, mir etwas von dieser Band anzuhren. Umso grer war dann auch meine Begeisterung, als die vier Japaner auf die Bhne kamen. Doomiger Stoner Rock vom allerfeinsten kam da aus den Boxen. Extrem Basslastig und mit allerlei technischen Spielereien versehen, aber gnadenlos groovig und versiert. Und obwohl die Songs alle recht lange gingen, wurden diese immer auf den Punkt gebracht. Der Bewegungsradius hielt sich in Grenzen, was aber auch der Tatsache lag, dass CHURCH OF MISERY ihr gesamtes Equipment vor das MONSTER MAGNET Schlagzeug aufbauen mussten. Ausnahme war Bassist Tatsu Mikami, der nicht nur den kleinen Raum nutze, sondern auch seinen Bass in Schienbeinhhe beackterte. Insgesamt spielten die vier fast eine ganze Stunde lang, was vielleicht einen Tick zu lange war, denn nur die wenigsten Besucher in der bereits gut gefllten Markthalle waren mit dem Material vertraut. Nichtsdestotrotz war es ein guter Start in den Abend und ich bin mir sicher, dass CHURCH OF MISERY heute ein paar neue Fans gewonnen haben.

Die Umbaupause betrug dann doch eine halbe Stunde, obwohl ja eigentlich nur Schlagzeug und Verstrker der Vorband abtransportiert werden mussten. Egal, im Raucherbereich der Markthalle roch es verdchtig nach gewissen Substanzen, was mich bei dem doch sehr stark gemischten Publikum am heutigen Abend eher berraschte. MONSTER MAGNET ziehen immer noch sehr verschiedenes Klientel an, egal wie alt oder welche Musikrichtung man bevorzugt. So war der Jubel dann auch sehr gro, als die fnf Herren endlich auf die Bhne kamen. Die Band stieg dann gleich mit den beiden Songs "Last Patrol" und "I Live Behind The Clouds" vom neuen Album "Last Patrol" ein, was ja durch die Bank richtig gute Kritiken bekommen hat. Back to he roots, so wrde ich jedenfalls den letzten Silberling bezeichnen. Dave Wyndorf machte einen sehr aufgerumten Eindruck, und die Ausstrahlung, die der Mann besitzt, ist seit jeher faszinierend. Ein paar Blicke in die ersten Reihen gengte, um diese zum Jubeln zu bringen. Monster Magnet Monster Magnet In puncto Bewegung nahmen sie sich nichts gegenber ihrer Vorband. Ich stelle hier auch ganz frech einfach mal die These auf, dass Bassist Chris Kosnik sich noch weniger bewegte als sein Kollege am Schlagzeug. Die Songs wurden Richtung Publikum abgefeuert, das muss reichen. Und das tat es auch. MONSTER MAGNET spielten nahezu das komplette neue Album durch, wobei Songs wie "Three Kingfishers" oder "The Duke" die meisten Reaktionen hervorriefen. Man nherte sich langsam dem Ende des offiziellen Teils, Dave Wyndorf belie es bei ein paar netten Ansagen, viel mehr Kommunikation gab es von seiner Seite nicht. Das Backdrop sah ein wenig aus wie selbst gemalt, aber mit ein paar Lichteffekten war dass dann auch schnell wieder kaschiert. Der Sound war erste Sahne, jedes Instrument war klar und deutlich herauszuhren, und trotzdem fehlte es nicht an Wucht. Als dann der Zugabenteil mit "Twin Earth" und "Look To Your Orb For The Warning" erffnet wurde, kochte die Markthalle langsam ber. Es war so oder so schon mchtig warm in der Bude, aber jetzt wurden Sauna Temperaturen erreicht. Zum Abschluss gab es dann noch "Dopes To Infinity" und "Space Lord". Bei letzterem wurde das Publikum aufgefordert, den Refrain zu singen. Eine Bitte, der sehr viele gefolgt sind. Obendrauf enterte noch eine Burlesque Dame die Bhne, die sich nach und nach die Kleider vom Leib streifte. Ein echter Hhepunkt, denn die Dame war nicht nur Textsicher und nutzte den Rhythmus des Songs, sie war auch eine Frau mit Ttowierungen und Kurven. Nicht so ein Hungerhaken aus dem Kasperle Theater von Heidi Klum und Konsorten. Dann war Feierabend, und ein gutes Konzert ging zu Ende. Sicherlich htte ich persnlich mich noch ber den einen oder anderen Evergreen wie "Heads Explodes" oder auch "Negasonic Teenage Warhead" gewnscht, aber MONSTER MAGNET waren in erster Linie unterwegs, um ihre letzte Scheibe zu pushen. Das muss man dann auch einfach mal akzeptieren und deswegen nicht ein ganzes Konzert fr armselig befinden. Erwhnenswert war noch die Tatsache, dass die bunten Leibchen am heutigen Abend mit 15 Talern doch sehr erschwinglich waren, und somit der ein oder andere mit neuen Textilien den Heimweg antrat.

Setlist:MONSTER MAGNET

  • I Live Behind The Clouds
  • Last Patrol
  • Three Kingfishers
  • Paradise
  • Hallelujah
  • Mindless Ones
  • The Duke Of Supernature
  • End Of Time
  • Stay Tuned
  • Twin Earth
  • Look To Your Orb For The Warning
  • Dopes To Infinity
  • Spacelord





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