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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DREAM THEATER
Ort Offenbach, Statthalle
Datum 01.02.2014
Autor Thorsten Schwalbach, Bilder: Britta Stippich
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DREAM THEATER haben 2013 mit ihrem selbstbetitelten sehr starkem Album das zweite Werk der "Post - Portnoy - Ar verffentlicht und das galt es ab Mitte Januar auf europischen Bhnen zu prsentieren. Die Konzerte standen unter dem Motto "An Evening With DREAM THEATER", was die Band wrtlich nahm. Vorgruppen gab es keine auf diesen Konzerten, dafr stand die Band mit 15mintiger Pause fr gut drei Stunden auf der Bhne. Interessanter als irgendeine Vorband, die doch nicht zum Hauptact passt. Einer dieser Abende fand am 1. Februar in Offenbach in der Stadthalle statt, an dem die Band nicht nur mich sondern die wirklich zahlreich anwesenden Fans restlos begeistern konnte.

DREAM THEATER 1

Aber nicht nur im Hinblick auf die Spielzeit machten DREAM THEATER auf dieser Tour keine halben Sachen. Der Bhnenaufbau war gigantisch. Hinter dem Schlagzeug war eine riesige Videoleinwand aufgebaut, auf der die ganze Zeit zu den Songs passende Einspielungen oder Groaufnahmen der Bandmitglieder beim Spielen zu sehen waren. Daneben gab es schne Dekoelemente einschl. der als "Enigma - Maschine" (Verschlsselungsgert) gestalteten Boxen von John Petrucci, wodurch mit der effektiven Lightshow auch optisch ein beeindruckendes Konzert resultierte. Auch das in alle Richtungen dreh- und schwenkbare Keyboard, das Jordan Ruddes sehr ausgiebig nutzte und das opulente Drumset von Mike Mangini machten wirklich was her. Vor diese Kulisse konnte gar nichts schiefgehen. Das gesamte Auftreten der fnf Jungs an diesem Abend war absolut souvern. Die ganze Band war sehr aktiv, stndig in Bewegung (mit Ausnahme natrlich des an sein Schlagzeug gebundenen Mike), total sympathisch und suchte stndig den Kontakt zu den Fans. Dieses gelang wirklich sehr gut und so schaffte es die Band neben ihrer musikalisch starken Performance spielerisch eine Bindung zum Publikum aufzubauen. Der Sound war klar und druckvoll so dass hier wirklich perfekte Bedingungen fr einen unvergesslichen Konzertabend vorlagen.

DREAM THEATER 2

Bevor es richtig losging gab es zum Intro "False Awakening Suite" ein aufwendig gestaltetes Video, in dem die Cover der einzelnen Album kunstvoll ineinander bergingen. Als das Licht anging legten DREAM THEATER mit dem schnellen recht rockigen "The Enemy Inside" vom neuen Album dynamisch los. Dieser eingngige Song wurde von den Fans abgefeiert und mitgesungen. James LaBrie war von Anfang an sehr gut bei Stimme, sang ausdrucks- und kraftvoll und meisterte problemlos so manche hohe Passage, was auch den Rest des Konzertes ber so blieb. John Petrucci begeisterte mit einem ersten Solo, in dem er mhelos rockige und proggige Elemente miteinander verband. Fr diesen berragenden Einstieg gab es natrlich enthusiastische Publikumsreaktionen. Danach wurde es in "The Shattered Fortress" eher heavy und riffbetont ohne ausgiebige Melodien zu vernachlssigen, was sehr gut ankam. Mike Mangini trieb den Song dynamisch nach vorne und zeigte, dass er die "Spielereien" seines Vorgngers sehr gut drauf hat. Sein energiegeladenes filigranes Spiel sorgte den ganzen Abend dafr, dass sicher niemand Mike Portnoy vermisste, was dessen Leistungen fr die Band ber die Jahrzehnte nicht schmlern soll. Anschlieend gab es eine lngere Ansage von James an deren Ende er das eingngige "On The Back Of Angels" mit dem unvermeidbaren Hinweis auf seine Grammy - Nominierung ankndigte. Im weiteren Verlauf ging es Schlag auf Schlag. Egal ob die Band eher rockig Eingngiges (fr ihre Verhltnisse) wie "The Looking Class", eher atmosphrisch Ausladendes wie das Prog - Epos "Trial Of Tears" im gemigterem Tempo mit lngeren Gitarren- und Keyboardparts oder eher Riffbetontes wie das Instrumental "Enigma Machine" spielte - alles wurde enthusiastisch abgefeiert. Dabei vermischten die einzelnen Musiker mit spielerischer Leichtigkeit die unterschiedlichsten Elemente zu fesselnden Songs und waren stndig in Bewegung. Das galt auch fr Jordan Ruddess, der nicht nur sein Hauptinstrument ausladend in allen Achsen drehte sondern sich auch mal kleinere Keyboards umhngte, am Bhnenrand weiterspielte und so Kontakt aufbaute. Die Zeit verging wie im Flug und nach gut 75 Minuten und dem metal - geprgten "Breaking All Illusions" gingen die Jungs unter strmischem Beifall zum ersten Mal von der Bhne. Auf der Videoleinwand wurden zunchst die 15 Minuten runter gezhlt bevor es einen unterhaltsamen Youtube - Mix der Band gab. So war diese Viertelstunde leicht zu berstehen und dann ging das Licht auch schon wieder aus.


DREAM THEATER 4

Der Einstieg in den zweiten Teil der Show war mit dem Doppelpack "The Mirror" und "Lie" von "Awake", die ineinander bergingen, eher heftig. Auch in diesen beiden Songs schafften es DREAM TEHATER wieder leicht und spielerisch, heavy Parts, proggige Elemente und melodische Elemente miteinander zu verbinden. Danach wies James darauf hin, dass sie auf dieser Tour zwei Jubilen zu feiern htten (20 Jahre "Awake" und 15 Jahre "Metropolis Part 2"), wobei zunchst das ltere Werk ausgiebig gewrdigt wurde. Auch diese Ansage kam sympathisch und souvern rber. Weiter ging es mit der Ballade "Lifting Shadows Off A Dream" mit feelingbetontem cleanen Gitarrenanfang. Hier zeigte James wieder, dass er auf dieser Tour hervorragend bei Stimme war. Der "Awake" - Block endete mit "Space - Dye Vest". Schon das klassische Keyboard - Intro wurde total abgefeiert. Wenn berhaupt ist es sehr lange her, dass DREAM THEATER diesen Song in ihrer Setlist hatten. Passend zur dsteren Atmosphre gab es nur eine sehr dezente teilweise einfarbige Lichtshow. Hatte der zweite Teil der Show bis jetzt schon absolut begeistert hoben sich die Jungs ein besonderes Highlight bis zum Schluss auf: sie spielten das Epos "Illumination Theorie" vom neuen Album komplett. Jede Menge Keyboardparts, mal rockige, mal neoklassische Gitarrensoli und der kraftvolle Gesang machten diesen Longtrack zu einem echten Erlebnis. Der filmmusikmige Mittelteil kam von Band. Die Band ging dabei von der Bhne und auf der Videoleinwand gab es passende bedrohlich dstere Videoeinspielungen. Die Fans gingen hier nochmal total enthusiastisch mit und am Ende zeigte John Petrucci in einem lngeren Solo, dass er auch rockige Passagen perfekt beherrscht. Danach gab es natrlich den verdienten lngeren Applaus und nach weiteren gut 60 Minuten ging die Band zum zweiten Mal von der Bhne.

DREAM THEATER 5


Angefeuert von vehementen Zugaberufen kamen DREAM THEATER schnell wieder. Wie angekndigt ging es zurck zu "Metropolis Part 2: Scenes From A Memory". Dieser Teil startete mit dem Instrumental "Overture 1928" mit harten und melodischen Parts, in dem Mike mit dynamischem Schlagzeugspiel auftrumpfte. Weiter ging es mit "Strange Deja Vu", in dem James mit sehr ausdrucksstarkem Gesang punktete. Er schien die Story dieses Konzeptalbums so richtig zu durchleben. Nach dem verspielten "The Dance Of Eternity" mit seinen abgedrehten vielseitigen Keyboard- und Gitarrenparts lutete die melancholische Ballade "Finaly Free" das Showfinale ein. John begeisterte mit den gefhlvoll umgesetzten Akustikparts. Und wer nach fast drei Stunden noch so kraftvoll und klar singt wie James in diesem Song zhlt wirklich zu den ganz Groen. Und die Chre "One Last Time" passten hier wirklich perfekt. Danach war endgltig Schluss. DREAM THEATER wurden verdient abgefeiert, bedankten sich zusammen freundlich und kamen alle einzeln zum Bhnenrand, um sich unter enthusiastischem minutenlangem Beifall von den Fans zu verabschieden. Ein begeisterndes Konzerterlebnis war (leider) zu Ende, das in Zukunft schwer zu toppen sein wird! DREAM HEATER haben in Offenbach nicht nur die ihr musikalisch perfektes Knnen absolut begeistert sondern sich noch als komplett total sympathische Performer mit groartiger Bhnenprsenz erwiesen. Total zufrieden ging es nach Hause mit der Erkenntnis, dass bis zu meinem nchsten Konzert dieser fantastischen Band bestimmt nicht wieder 15 Jahre vergehen werden! Ach ja, irgendwie hat es durch ein unglckliches Missverstndnis leider nicht mit einen Fotopass geklappt. Die Fotos stammen von einem Konzert der Jungs in der Jahrhunderthalle vor zwei Jahren, vermitteln aber gut den visuellen Eindruck einer DREAM THEATER - Show. Und bis auf heute etwas lngere Haare bei James und Mike haben sich die Jungs seit dem so viel nicht verndert. Aber das ist dann ein Ziel fr die nchste Tour der Band...

DREAM THEATER 3
    Setlist:
  • Act I:
  • False Awakening Suite (vom Band)
  • The Enemy Inside
  • The Shattered Fortress
  • On The Back Of Angels
  • The Looking Glass
  • Trial Of Tears
  • Enigma Machine (mit Schlagzeugsolo)
  • Along For A Ride
  • Breaking All Illusions
  • Act II:
  • The Mirror
  • Lie
  • Lifting Shadows Off A Dream
  • Scarred
  • Space - Dye Vest
  • Illumination Theory
  • Zugabe:
  • Overture 1928
  • Strange Deja Vu
  • The Dance Of Eternity
  • Finaly Free
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