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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MEN OF WAR
Ort Mittelstrimmig
Datum 08.11.2003
Autor Thorsten Dietrich
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Wir hatten es uns schon mehrmals vorgenommen, aber es nie gepackt die Manowar-Cover-Band Men Of War aus dem Raum Kaiserslautern live zu erleben. Jetzt spielten sie ca. 20 km von uns. Dafr fuhren wir auch durch dunkle Tler in den Hunsrck und qulten uns Serpentinen hoch. Als wir in die Halle kamen, glaubte ich, ein Deja Vue zu haben. Nein, ich war wirklich schon mal hier und es war furchtbar! Eine Kinderveranstaltung ist "Rock hintern Hgel", der Name sagt alles. Die drittklassige junge Covercombo aus der Region, die wie alle anderen das spielten, was jeder kennt und mich nervte, musste ich noch ca. 30 Minuten ertragen. Das Publikum war wie gesagt sehr jung, aber einige ltere Herrschaften lieen den Altersdurchschnitt hochschnellen und mich jnger fhlen. Glck gehabt. Es waren auch einige Metalheads und paar Kids im Manowar-Shirt da.
Men of War Als Men Of War mit einem Intro starteten, das an Filme wie Conan oder Ben Hur erinnerte, war ich direkt vorne, um die Band zu erleben. Wie die Originale begann man mit "Manowar", dem Standardopener. Patrick Adams zeigte schon bei diesem Song, dass er ein richtig guter Nachwuchssnger ist, der sich mit etwas Training und bung noch steigern kann und die nationale Konkurrenz zum Zittern bringen knnte. Auf der Bhne scheint er sich wohl zu fhlen. Ohne langatmige Ansagen und Gelaber wie bei Manowar bretterten die Men Of War Hit nach Hit unter das teilweise sehr desinteressierte Volk. Bei vielen war es egal was lief, Hauptsache es ist noch Bier da und Mdels zum Bequatschen. So wurden Perlen wie "Return Of The Warlord", "Fighting The World" und das gttliche "Blood Of My Enemies" vor die Sue geworfen, whrend die Metaller richtig Spa hatten. "Black Arrows" war das einzige der vielen Manowar Bassolos und irgendwie hatten die Vier keinen Bock auf Balladen, sondern ballerten den anwesenden Wimps And Poser ordentlich einen vor den Latz, was Nummern wie "Thor The Powerhead", "Spirit Horse Of The Cherokee" und "Metal Warriors" bewiesen. Bei letztem Song war die Textzeile "Wimps And Poser - Leave The Hall" wirklich angebracht, doch keiner ging. Dabei waren ja genug da! Egal, vielleicht haben es viele aufgrund mangelnder Englischkenntnisse nicht verstanden, auerdem war es eh zu kalt drauen. Hinterher sagte mir die Band es war Absicht keine ruhigen Songs wie "Heart Of Steel" oder "Carry On" bei einem Nicht-Metal Publikum zu bringen. Recht so!
Men of War Auch wenn Men Of War an manchen Stellen Spielfehler hatten und Patrick Adams den Text von "Brothers Of Metal" vergeigte (haben die Nichtfans sowieso nicht gemerkt), so war es doch eine tolle Vorstellung, die dem Geist der Musik wrdig war, wenn auch die spielerische Qualitt der Originale nicht erreicht wurde. Dafr wurde auch weniger Mist gelabert und weniger doof geprollt wie die Originale. Ketti De Maio hat schon ein paar Posen des Joey gut drauf und Patrick ist ein super Frontmann, whrend Worms Logan genauso unauffllig schchtern Gitarre spielte wie das Original Karl. Passt also. Vorangetrieben wurden sie alle von Mayer Columbus, der mit "Armor Of The Gods" ein nettes Drumsolo im Zugabeteil gab. Nach dem grandiosen "Black Wind, Fire And Steel" war Schlu und wir mussten die Band, die viel gegen das lethargische Publikum kmpfte, mit Zugaberufen zurck holen.
Jetzt sollte natrlich der Singlehit "Warriors Of The World United" kommen. Den Song kennt ja jeder. Da fllt mir der Spruch: "Was der Bauer nicht kennt frit er nicht ein". Deshalb war es dann auch etwas voller vor der Bhne und der sonst kaum erkennbare Applaus war grer. Schade, dass so wenige bei den anderen Songs mitsangen/-machten. Bei der nachfolgenden Charts-Coverband wurde dann alles abgefeiert. Seltsame Welt. Das abschlieende "Hail And Kill" und "Battle Hymn" stimmte uns vier Defenders dann glcklich, wobei der verpatzte Mittelteil bei "Battle Hymns" unmglich war. Man kann nicht einfach mitten im Song die Gitarre stimmen, dann spielt man mit einer verstimmten Gitarre, das wre professioneller und htte kaum einer gemerkt.
Trotzdem war es eine gute Vorstellung und ich hoffe, dass Men Of War Gelegenheit haben werden, auch andere von ihren Livequalitten zu berzeugen. Demnchst will ich aber Fellhosen sehen!

Fotos: Alia Saleh
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