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21. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DR. LIVING DEAD!, DUST BOLT
Ort Hamburg, Hafenklang
Datum 30.12.2013
Autor Marc Schallmaier
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Die Bhne gleicht einem Trmmerfeld. Die liegengelassene Gitarre erzeugt eine endlose Rckkopplung, das Schlagzeug ist zur Hlfte auseinandergekloppt und das verschttete Bier trocknet langsam vor sich hin. Die Zuschauer sind glcklich, auch wenn der ein oder andere ein leicht schmerzverzerrtes Gesicht hat. Was war passiert? Es ist der vorletzte Tag des vergangenen Jahres, und ein denkwrdiges Konzert von DUST BOLT und DR. LIVING DEAD! ist soeben zu Ende gegangen. Aber erzhlen wir doch mal der Reihe nach.


DUST BOLT DUST BOLT

Zu Beginn dieses Abends lie nichts darauf schlieen, wie die Nacht enden sollte. Das Hafenklang war gut gefllt, zumindest mehr als ich gedacht htte. Schlielich ist es Montag, es ist der 30. Dezember und die Kombination aus beidem lie mich vermuten, dass eher wenige Leute sich heute Abend eine amtlich Portion Thrash Metal um die Ohren hauen lassen wollten. Doch als die Bayern von DUST BOLT die Bhne enterten kamen sehr viele direkt vor die Stage, um sich das Quartett anzusehen. Und zu dem, was der Vierer da ablieferte, kann man nur gratulieren. Nicht nur die Mucke knallte ohne Ende, es wurde frhlich mit dem Publikum kommuniziert, die Kpfe waren stndig in Bewegung und im Endeffekt war der Raum auf der Bhne viel zu klein fr die Energie, die DUST BOLT freisetzten. Da machte es dann auch gar nichts, dass sich beim wilden Headbangen die Haare von Bassist Bene in der Gitarre von Snger und Gitarrist Lenny verknoteten. So etwas wurde mit einem Lachen im Gesicht und wilder Zieherei an Haaren und Gitarre wieder behoben. Im Gegensatz zu mir waren so einige im Publikum mit dem Material von DUST BOLT vertraut und sangen die Refrains lautstark mit. Und schon jetzt wurden einzelne Circle Pits und Pogos veranstaltet. Nach gut einer dreiviertel Stunde war dann Feierabend, und diese Auftritt kann die Band mit Fug und Recht als vollen Erfolg verbuchen. Die Jungs nehmen gerade ihr neues Album auf, und ich kann nur jedem Freund des Thrash Metal empfehlen, DUST BOLT im Auge zu behalten. Ich denke, dass da ein echtes Thrash Highlight auf uns zukommt.


DR. LIVING DEAD! DR. LIVING DEAD!

Nach einer kurzen Umbaupause war dann die Zeit reif fr DR. LIVING DEAD!. Ich habe die Schweden nun schon fter gesehen, aber heute hatten sie einen extrem guten Tag, Es mag auch daran liegen, dass heute das letzte Konzert dieser Tour war. Man konnte sich also komplett Verausgaben, und dass taten die Vier auch. Bereits nach kurzer Zeit strotzen die Shirts der vier Totenkpfe vor Schwei. Und das Publikum wollte dem in Nichts nachstehen, und so wurde gepogt, gemosht und geheadbangt was die Krper hergaben. Und schon jetzt nahm das Ganze apokalyptische Zge an. Der Inhalt diverser Bierflaschen ergoss sich auf Menschen und Bhne, die Setlist war bereits nach dem zweiten Song von der Bhne verschwunden, die Monitorboxen wurden durch das wilde Treiben im Publikum immer wieder umgekippt und ein berflssiger Mikrostnder musste von den Zuschauern kurzerhand am Rand der Bhne zusammengelegt und verstaut werden. Bei "Dead End Life" kam dann Lenny von DUST BOLT mit auf die Bhne, um den Song mitzuzocken. Der Rest der Anheizer Band versuchte sich derweil im Stagediving und Zeitlupen-Propeller-Headbangen. Der Abend nahm jetzt so richtig an Fahr auf. Die ersten Diver torkelten gefhrlich nahe an das Schlagzeug heran, um Anlauf fr den Sprung zu nehmen. Immer wieder peitschte Snger Dr. Mania die Menge an, um das Hafenklang in Grund und Boden zu rocken. Es gibt brigens keinen Graben in dieser Location, was das Leben als Fotograf unter diesen Umstnden immer etwas gefhrlich macht. Nicht unbedingt fr Leib und Leben, aber um das doch recht teure Foto Equipment machte ich mir das ein oder andere Mal Sorgen. Andererseits liebe ich diese Art der Konzerte. Man ist wirklich mittendrin, kann den gesamten Set ber Fotos machen, und verlsst die sonst bliche Grabenregel "3 Songs - kein Blitz". Hat eben alles seine zwei Seiten. DR. LIVING DEAD! wollten es nun endgltig wissen, es wurde eine Granate nach der anderen in die Meute abgefeuert, was diese dankend annahm und am vorletzten Tag des alten Jahres nochmal richtig die Sau rauszulassen. Das Konzert ging dem Ende entgegen, aber die vier Totenkopfmasken wurden nochmal auf die Bhne gerufen, um zwei weitere Songs zum Besten zu geben. Dann war endgltig Schluss, und es folgt ein kleine Zerstrungsorgie. Das Drumkit wurde umgeworfen und Gitarrist Dr. Toxic schmiss seine Axt auf die Bhne und sich selbst ins Publikum. Die dabei erstandene Rckkopplung erzeugte die nchsten Minuten ein unfassbar helles Fiepen, bis sich einer der Zuschauer erbarmte, auf die Bhne kletterte und den Verstrker ausschaltete. Zwischenzeitlich waren auch die gelben Kartons mit Radioaktiv Zeichen, die als Deko auf der Bhne standen bzw. lagen, in alle Einzelteile zerlegt. Zusammen mit Bier und anderen Getrnkeresten ergaben sich auf dem Boden des Hafenklangs ein Pappmaschee, ber das sich jeder Kunstverein gefreut htte. Zufrieden Gesichter wohin man sieht, und auch ich kann nur besttigen, das dies ein astreiner Abschluss eines tollen Konzertjahres war.


    Setlist: DR. LIVING DEAD!
  • Radioactive Intervention DR. LIVING DEAD!
  • You Are Lost
  • Gremlins Night
  • Signs From The Other Side
  • Meaning Of Life
  • Dead And Life
  • My Brain Is for Sale
  • They Live
  • Streets Of Doc-Town
  • Hiding Inside Of Me
  • Reptiles Beneath
  • Bearer Of Truth
  • World War Nine
  • Revenge On John
  • Dead New World
  • Dr. Living Dead!






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