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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing DER WEG EINER FREIHEIT, AEONYZHAR, TORTURIZED
Ort Magdeburg, Factory
Datum 01.11.2013
Autor Marc Fischer und Emanuel Oropesa
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Diese Factory in Magdeburg... Es kann ein Segen sein, dass man keine 30 Minuten bis zur Haustre einer gut besuchten Konzerthalle braucht. Es kann aber ebenso zum Fluch werden, wenn man aufgrund der kurzen Fahrtzeit die Abfahrt mit Freunden Bier um Bier hinauszgert. Es ist ja so gemtlich in den eigenen Vier Wnden. Erst Recht, wenn das Wetter mit nass und kalt noch liebevoll umschrieben ist. Dementsprechend war die Ankunft auch leider versptet, weshalb somit hier von AEONYZHAR nur die zweite Hlfte der Show wiedergegeben werden kann. Die Factory war zu diesem Zeitpunkt aber schon ordentlich gefllt und schien angenehm auf den Abend eingestimmt. Den Kult, den DER WEG EINER FREIHEIT mittlerweile vor sich hertragen, drfte einen ordentlichen Teil dazu beigetragen haben, dass Magdeburg heute Ziel vieler Metal Heads war.



AEONYZHAR AEONYZHAR

Das Quintett aus dem niederschsischen Umland von Hannover bestach mit einem guten sowie drckenden Sound und hatte neben schnellem und technischem Death Metal auch einige schwarzmetallische Riffs im Gepck. Die Musiker hielten sich dabei auf eine sympathische und angenehme Art und Weise relativ zurck und lieen mehr die Musik fr sich sprechen. Dabei machten vor allem die Gitarren eine gute Figur und schoben die Stimmung an. Viel Atmosphre wurde auch durch das Keyboard erzeugt, welches vom Band kam und meist einen schnen Teppich unter den Todesblei legte. Snger Patrick brllte und krchzte in all seinen Mglichkeiten und reizte diese auch ordentlich aus. Die schwere Rhythmik verhinderte aber eine ausgelassenere Partiestimmung, da AEONYZHAR erstens als Opener schon damit zu kmpfen hatten, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen und zweitens viele der Zuschauer eher auf die "hypnotische" Musik des Headliners eingestellt schienen, als auf versierten schwer zu folgenden brachialen Metal. Nichtsdestotrotz war der Auftritt berzeugend und die Instrumentalisten konnten sich als die grten Gewinner bei den Niedersachsen fhlen.



TORTURIZED TORTURIZED

TORTURIZED Die Umbaupause schien leider eine halbe Ewigkeit zu dauern, so dass die Magdeburger Lokalhelden erst nach ber einer halben Stunde anfangen konnten. Inklusive einem gar nicht mal so dollen Line Check dauerte es gefhlt zu lange, bis TORTURIZED dann auch endlich der Factory ihren Stempel an diesem Abend aufdrcken durften. Ab diesem Zeitpunkt gaben die fnf Jungs aber alles was man geben konnte. Auch hier gab es wieder technischen Death, dessen dstere und dreckige Atmosphre noch untersttzt wurde durch etwas Tarnschminke im Gesicht der Musiker, die ihre Show damit auch authentisch unterstrichen. Somit wurde sich frhlich durch die Songs getriggert, um es kurz zu machen: Geballer bis zum geht nicht mehr! Dabei waren die bergnge zwischen den Songs immer wieder sehr gut arrangiert und es kamen weder Pausen auf, noch wurde dem Publikum viel Zeit zum verschnaufen geboten. Leider zog, trotz des gut durchorganisierten Auftritts, auch der Gig von TORTURIZED an diesem Abend keinen Fisch vom Teller, was aber nicht an den Musikern selbst liegt, die sich kaum eine Ble gaben, sondern mehr an dem schwer zu animierenden Publikum. Und genau dort knnte eine Krux an diesem Abend liegen. Wie gut vertrgt sich Technical Death Metal im Vorprogramm eines Black Metal Konzerts? Zumal der Headliner auch nicht dafr bekannt ist, technisch herausragende Finessen mit Break ber Break in berragenden Geschwindigkeiten zu stricken. Daher merkte man eine gewisse Unruhe, je lnger der Auftritt von Frontmann Lu und seinen Mannen dauerte. Die Mucke war trotz allem geil und machte Spa, die Meinung schien ich aber exklusiv zu haben und definitiv nicht jeder schien diese Meinung zu teilen. Zum Schluss gab es von den fnf Magdeburger Jungs noch eine Zugabe und danach war dann Schluss mit Vorprogramm.



DER WEG EINER FREIHEIT DER WEG EINER FREIHEIT
DER WEG EINER FREIHEIT

Der Ruf, der der Truppe vorauseilt, war mit ein Grund dafr, warum ich mir die Show in der Sachsen-Anhaltinischen Landeshauptstadt anschauen wollte. Ich kann mittlerweile nicht mehr zhlen, wie oft Kumpels und Bekannte auf mich zukamen und mir die Wrzburger, sowie auch die Band "Fuck You And Die", wo ebenfalls drei Mitglieder von DER WEG EINER FREIHEIT mitspielen, empfohlen hatten. Was dann die nchsten ca. 60 Minuten auf der Bhne der Factory abging, besttigte vieles von dem, was mir angetragen wurde. Insgesamt prsentierte sich das Quartett unglaublich sympathisch whrend des gesamten Auftritts und frei von jeglichen Allren. Vieles erinnerte dabei an das Verhalten der englischen Winterfylleth, die ebenfalls so gar nicht in die Konventionen von "normalem" Black Metal passen wollen. Keine angemalten Gesichter, kein bermiges Gepose, kein "meine-Eier-sind-so-unglaublich-dick"-Gehabe. Schlicht und ergreifend melodischer Schwarzmetall, der die Musik fr sich sprechen lsst, bzw. in diesem Falle lie. Das Magdeburger Publikum honorierte genau dies mit fleiigem Haare schtteln, andchtigem Applaus und ehrfurchtsvollem Genieen der Show. Dabei lie das Bhnenbild zwar ordentlich zu wnschen brig, dafr war der Sound aber ordentlich und tuschte daher gut darber hinweg, dass nicht all zu viel auf visueller Ebene geboten wurde. Jedoch gab es die paar Akustikpassagen, die DER WEG EINER FREIHEIT im Repertoire haben, lediglich vom Band, was wiederum enttuschte. Je lnger die Show aber dauerte, umso andchtiger wurden Teile des Sets und das Auftreten der Musiker. Die eh schon teils hypnotisch anmutenden, teils post-rockartigen Zge bewiesen jedenfalls, dass die Kapelle es versteht, nicht nur Arrangements fr die Rille zu basteln, sondern das dies auch live funktioniert. Die minimalen Ansagen der Musiker reduzierten das Erlebnis noch mehr auf die Musik. Nach dem Ende des Auftritts verlie niemand die Halle, es wurde vielmehr eine Zugabe gefordert. Diese brachte das Quartett dann auch brav, wobei hier eine Zugabe von zwei Liedern auch eine Spielzeit von nochmals 20 Minuten mit sich brachte. Mit "Zeichen" beendeten DER WEG EINER FREIHEIT schlielich das Magdeburger Intermezzo und hinterlie zufriedene Gesichter.







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