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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing JIMMY EAT WORLD, RIVAL SCHOOLS
Ort Hamburg, Docks
Datum 16.11.2013
Autor Marc Schallmaier
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An diesem kalten und verregneten November Abend wollte man es sich einfach nur gut gehen lassen. Also schn bequem auf dem Sofa lmmeln und Glotze anmachen. Oder man konnte an diesem Abend ins Docks gehen und mit herzerfrischendem Alternative Rock die Stimmung aufhellen. Bei einem moderaten Eintrittspreis von nur EURO 25,- war ich anfangs noch verwundert, dass die Karten nicht wie warmen Semmeln ber den Tresen gingen. Aber zwei Tage vor dem Konzert kam dann doch die erwartete Info: Ausverkauft!


RIVAL SCHOOLS RIVAL SCHOOLS

Den Anfang machten an diesem Abend RIVAL SCHOOLS. Vor zwei Jahren verffentlichte man mit "Pedals" erst das zweite Album, das Debut gab es bereits 2001. Doch zwei Jahre nach dieser Verffentlichung lste sich die Band auf. Seit gut fnf Jahren sind RIVAL SCHOOLS wieder in Originalbesetzung unterwegs. Das Material eignet sich eigentlich eher nicht fr Live Auftritte. Sehr ruhig und distanziert zelebrieren die vier Musiker ihre Songs, lediglich bei den wenigen Nummern vom Debut "United By Fate", die etwas nach vorne losgehen, fanden im Zuschauerbereich erste Bewegungen statt. Auch Snger und Gitarrist Walter Schreifels gibt sich zu Beginn noch sehr reserviert. Im spteren Verlauf des 45mintigen Auftritts taut er etwas auf, bedankt sich beim Publikum fr den Applaus und drischt etwas auf seine Gitarre ein. Das war es aber auch schon im Groen und Ganzen. Abgefeiert wurde natrlich der Song "Used For Glue", welcher kurz nach dem Erscheinen des Debuts auf den einschlgigen Musik TV Sendern hoch und runter gespielt wurde. RIVAL SCHOOLS gingen von der Bhne, und ganz vielleicht haben sie den ein oder anderen neuen Zuhrer gewonnen.

    Setlist: RIVAL SCHOOLS
  • Indisposable Heroes
  • The Soft Skin
  • 69 Guns
  • Travel By Telephone
  • Used For Glue
  • Missing Glider
  • Good Things
  • Eyes Wide Open
  • A Parts For B Actors
  • Reaching Out

JIMMY EAT WORLD JIMMY EAT WORLD

Nach der obligatorischen Umbaupause, die aber nicht mehr als zwanzig Minuten dauerte, kamen dann JIMMY EAT WORLD auf die Bhne. Der Zuschauerraum war jetzt komplett voll und viele fieberten dem Auftritt entgegen. Diese lieen sich auch nicht lumpen und legten gleich mal mit der Single Auskopplung ihres neuen Albums "Damage" los. "I Will Steal You Back" kam aus den Boxen und dass Publikum stieg gleich mit ein. Arme und Hften wurden geschwenkt, und die Textsicheren sangen begeistert mit. hnlich wie bei der Vorband bten sich aber auch die fnf Amerikaner erst einmal in Zurckhaltung. Kaum Ansprachen an die Fans oder Pausen zwischen den Songs. Es folgten weitere Songs von den Alben "Chase This Light" oder auch "Invented", die im Allgemeinen nicht sehr viel Aufmerksamkeit in der Vergangenheit erregten. Richtig rund ging es das erste Mal im Docks, als zwei Klassiker dargeboten wurden. "Lucky Denver Mint" und "A Praise Chorus" lieen die Halle erbeben und sowohl Band als auch Publikum gingen jetzt das erste Mal aus sich raus. Dass JIMMY EAT WORLD ordentlich Mumm in den Knochen haben, bewies die Tatsache, direkt im Anschluss dieser eher rockigen Nummern die herzzerreissende Ballade "Hear You Me" zu spielen. Wer den Song nicht kennen sollte, dem sei gesagt, dass "Hear You Me" mehr Tiefe und Emotionen hat, als alle Kuschelrock Alben zusammen. Wer bei diesem Song keine Gnsehaut bekommt oder zumindest ein etwas mulmiges Gefhl im Magen hat, der ist innerlich tot. In diesem Song geht es um die beiden Frauen Mykel und Carli Allan, die bei einem tragischen Autounfall ums Leben kamen. Die beiden waren die Grndungsmitglieder des Fanclubs von WEEZER (WEEZER und JIMMY EAT WORLD sind sehr stark befreundet). So weckt "Hear You Me" bei vielen Zuhrern Gedanken an verstorbene Freunde oder Familienmitglieder. Ein erster Hhepunkt dieses Abends. Im Anschluss ging es dann weiter mit einem hbschen Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen der Band aus Arizona. Den Saal zum Kochen brachten JIMMY EAT WORLD, als es zum Ende des regulren Sets kam. "Sweetness" und "Bleed American" lieen die Meute vor der Bhne komplett ausrasten. Gerade bei erstgenanntem sangen alle begeistert die entsprechenden Textstellen mit, die ja auch an ein Publikum gerichtet sind. Danach war erst einmal Feierabend, aber selbstverstndlich kam die Band noch mal zurck, um die Zugaben "Chase This Light", "23" und (natrlich) "The Middle", der berhit von JIMMY EAT WORLD, zu spielen. Dann war wirklich Schluss und die Massen strmten dem Ausgang entgegen. Bei meinem Blick auf die Uhr war ich doch etwas berrascht, denn die Amerikaner hatten fast zwei Stunden gespielt. Bei einem Eintrittspreis von "nur" EURO 25,- ein lobenswerter Aspekt. Der Sound war super, die Band sehr gut aufeinander eingespielt und stimmlich waren alle Bandmitglieder voll auf der Hhe. Ein nicht zu unterschtzender Punkt bei derartiger Musik. Lediglich die hohen Merchandise Preise hinterlieen einen kleinen Beigeschmack, denn die Shirts sollten genauso viel kosten wie der Eintritt. Ansonsten war es ein super Abend!


JIMMY EAT WORLD
    Setlist: JIMMY EAT WORLD
  • I Will Steal You Back
  • Big Casino
  • My Best Theory
  • Appreciation
  • Your New Aesthetic
  • Lucky Denver Mint
  • Hear You Me
  • Book Of Love
  • Futures
  • Polaris
  • Work
  • For Me This Is Heaven
  • Heart Is Hard To Find
  • Damage
  • No, Never
  • Let It Happen JIMMY EAT WORLD JIMMY EAT WORLD
  • Pain
  • Blister
  • Always Be
  • Sweetness
  • Bleed American
  • Chase This Light
  • 23
  • The Middle

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