Navigation
                
13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing WACKEN OPEN AIR 2013
Ort Wacken
Datum 01.- 03.08.2013
Autor Marc Schallmeier & David Lang
>> Als E-Mail versenden

Willkommen im Metal-Zoo!

Zunchst einmal ein groes "VERZEIHUNG!", dafr dass dieser Bericht erst jetzt hier zu lesen ist. Ich mchte gar nicht lange nach Erklrungen und / oder Entschuldigungen suchen, es tut uns einfach leid! Ohne Umschweife - Los Geht's!


Seit einigen Jahren lege ich in unregelmigen Abstnden in einem kleinen Club auf. An diesen Abenden gibt es nur wenig stilistische Grenzen, getreu dem Motto "Alles von ABBA bis Zlayer". Unter dem Namen "Ballermann 666" gab es dann auch tatschlich die ein oder andere ausgelassene Party, mit vielen zufriedenen Gesichtern. Dass dies auf das grte Metal-Festival der Welt auch mal zutreffen wrde, war vor vielen Jahren noch undenkbar. Was auch die letzten Mainstream-Medien mittlerweile erkannt haben, ist allerdings die harte Realitt. Es fehlte wirklich nur die exklusive ABBA-Reunion.

Einiges wurde dieses Jahr von den Besuchern kritisiert, vieles davon zu Recht, und es fngt sogar schon bei den Planungen im Vorfeld an. Wann fahren wir denn los? Die ersten Bands spielen mittwochs. Reicht es, wenn wir dann da sind? Wird schon knapp, Freunde. Auf Anraten von Kollege Marc Schallmeier, der den Spa letztes Jahr ebenfalls mitgenommen hat, fahren wir bereits dienstags abends zu Marc und seiner Holden, um mittwochs in der Frhe, halbwegs entspannt anzukommen. Offensichtlich war unser Timing spitze, denn wir hatten weder Stau (bei den regulren Besuchern sah es nur minimal anders aus), noch lange Wartezeiten an der Bndchenausgabe. Das Einweisen auf dem Presse-Parkplatz war zum Glck dann auch recht unkompliziert, wenngleich ich sagen muss, dass wir kurz darauf mal eben zugeparkt wurden und die geplanten Fluchtwege Geschichte waren. Unter der Aufsicht, vielmehr sogar der Anweisung der Wacken-Mitarbeiter, wohl gemerkt! 2011 waren es die Zeltstangen, in diesem Jahr sollte es das Pavillon-Dach sein, das den Weg in den Norden, Verpeiltheit sei Dank, nicht mit angetreten hat. Dank eines guten Tipps fhrte mich also mein nchster Weg mitten in das Dorf, wo der ortsansssige Edeka-Markt tatschlich Pavillons zu erschwinglichen Preisen anbot. Eine leicht dekadente, aber gute Entscheidung, die sich in den nchsten Tagen auszahlen sollte.

Der Rest des Tages wurde zum Akklimatisieren, Trinken und Erkunden genutzt. (DL)


METAL BATTLE

DEVOID DEVOID Dieses Jahr hat mich der Wettbewerb "Metal Battle" irgendwie kaum interessiert. Ich hatte vorab bei ein paar Bands rein gehrt, aber davon hat mich nichts vom Hocker gehauen. So blieb es bei einem Besuch, als meine Freunde von DEVOID aus Indien an den Start gingen. Die Jungs nutzen ihre 20 Minuten eigentlich sehr gut, und auch die Publikumsreaktionen waren sehr wohlwollend. Die aggressive Mischung aus Thrash und Death Metal kam gut an beim Mob vor der Bhne. Leider gab es einige technische Schwierigkeiten bei einer der beiden Gitarren, und auch die gewhlten Songs, oder besser die Reihenfolge der Stcke, fand ich persnlich etwas unglcklich. Trotz allem waren die Jungs um Snger und Gitarrist Arun guter Dinge und mit sich und der Welt zufrieden. Immerhin haben sie auf dem grten Metal Festival der Welt gespielt. Bei den Juroren kam der Auftritt nicht so gut an, und so belegten DEVOID einen Platz im hinteren Feld.

Nicht verschweigen mchte ich an dieser Stelle, dass ich auch zwei oder drei Stcke der spanischen Vertreter von TRALLERY mitbekam. Der Thrash Metal war eher von der etwas lteren Schule geprgt, aber was mal gar nicht ging waren die Vocals des Sngers. Der orientierte sich irgendwo an Blitz von OVERKILL und Konsorten, allerdings erreichte er nicht mal ansatzweise dessen Klasse.

Gewinner des "Metal Battle" Wettbewerbs waren die Kanadier von CRIMSON SHADOWS. Man darf gespannt sein, ob die Kollegen eher den erfolgreichen Weg einschlagen werden wie damals HAMMERCULT, oder wie HAMFER aus dem letzten Jahr, von denen man seitdem nichts mehr gehrt hat. Wnschen wir ihnen das Beste. (MS)


DONNERSTAG


ANNIHILATOR ANNIHILATOR

ANNIHILATOR Der Donnerstag startete fr mich mit Jeff Waters und Mannen. ANNIHILATOR hatte ich schon eine halbe Ewigkeit nicht gesehen, und wenn ich mich recht erinnere, war es sogar auf dem W:O:A vor einigen Jahren. Das Volk ist feierwillig und bereitet der Band einen Empfang nach Ma. Waters und Dave Padden teilen sich mittlerweile (?!) Gitarren und Gesang, was dem Sound nur zu Gute kommt. "The Fun Palace", "W.T.Y.D.", ""King Of The Kill", "Set The World On Fire", "I Am In Command, es wird ein wahres Old School-Best Of abgefeuert, jedoch mit einigen aktuelleren Krachern an Bord. Selbst ein neuer Song, namens "No Way Out" wird, sehr zum Entzcken der Fans, gespielt. Klassisches ANNIHILATOR-Futter. Die Musiker sind allesamt gut drauf, strahlen mit der Sonne um die Wette und spielen so tight, wie man es von ihnen gewohnt ist.

DEN Hit schlechthin hat man sich natrlich bis zum Schluss aufgehoben. Ohne "Alison Hell" htte die Meute die Kanadier aber auch wohl nicht von der Bhne gelassen. Dass gerade Waters selbst den Song nicht mehr hren kann, konnte er wenigstens ber eine zynische Ansage ein Stck weit wettmachen. Super-Gig! (DL)


DEEP PURPLE DEEP PURPLE

DEEP PURPLE Um Bands wie zum Beispiel THUNDER mache ich prinzipiell einen groen Bogen. Das ist einfach nicht meine Musik. Sehr wohl hatte ich mich aber auf das Konzert von DEEP PURPLE gefreut. Sie gelten schlielich als einer der Wegbereiter fr die Metal Musik im Allgemeinen. Nun, man muss sagen dass die nicht mehr allzu jungen Bandmitglieder ihre Sache recht ordentlich machten. Hier und da merkte man Snger Ian Gillan allerdings die Schwierigkeiten an, die ihm einige Passagen der Songs bereiteten. Richtig nervig war allerdings die Tatsache, dass nahezu in jedem Song mindestens ein Keyboard und/oder ein Gitarrensolo eingebaut wurde. Diese zogen sich teilweise ber Minuten hin, was dem Ganzen eher einen anstrengenden Charakter als puren Hrgenuss verlieh.

Selbstverstndlich spielte die Band ihre groen Hits, als da wren "Highway Star", "Black Night" und natrlich "Smoke On The Water". Aber auch dies konnte nicht darber hinwegtuschen, dass es eher ein zweifelhaftes Vergngen war, DEEP PURPLE zu lauschen. Fllt jemand etwas auf? Richtig, es fehlte "Child In Time"!! Und generell sollten sich die Macher hinterfragen, ob Auftritte dieser Art gerechtfertigt sind. Denn ganz hnlich erging es mir im letzten Jahr mit den SCORPIONS und vor zwei Jahren mit OZZY OSBOURNE. Alles altgediente Recken, die ihre Spuren in der Musiklandschaft hinterlassen haben und auf ewig Meilensteine im Bereich der Metal Musik sein werden. Ob dann noch ein Auftritt bei dem "Wacken Open Air" sein muss, halte ich fr nicht mehr notwendig. Im schlechtesten Fall werden dann nmlich Legenden demontiert, anstatt ihnen nochmals eine groe Bhne zu geben ("Unterschreibe ich so." DL). (MS)


DIE KASSIERER DIE KASSIERER

DIE KASSIERER

Legendr sollte es weitergehen, wenngleich auch auf einem ganz anderen Level, um nicht zu sagen Niveau. DIE (mchtigen) KASSIERER baten zum Tanz und wer die Wattenscheider Chaoten kennt, wei um die Entertainment-Qualitten des Vierers. Das Bullhead-City Zelt ist erwartungsgem gut gefllt, den Kult-Charakter hat man sich in all den Jahren schlielich hart erarbeitet. Nach amtlichen "Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen!" und "Blumenkohl am Pillemann"-Schlachtrufen drften die Ansprche Unwissender im Zelt langsam immens hoch sein. Was dann mit "Besoffen sein" startet, sucht sich seinen Weg ber "Komm mach die Titten frei, denn ich will wichsen" und "Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist" bis hin zu "Groes Glied", nur um schlielich mit "U.F.O." abzuschlieen.

Whrend dieser Sternstunden der deutschen Dichtung erklrt uns Snger Wlfi die Welt, Schlagzeuger Volker Kampfgarten erweist sich als Rechengenie und wir sehen zwei Penisse. Nicht gro, aber hsslich. Immerhin. Die vier Bochumer Brachialpoeten haben sichtlich Spa bei ihrem Auftritt und gerade Kampfgarten wei durch, fr Saufpunk doch eher ungewhnlichen Punch und astreines Timing zu berzeugen. Von Bruder Wlfi kann man das nicht behaupten; wie immer, denn schlielich macht auch das ein KASSIERER Konzert aus: Gruseliges Timing, eine Stimme, die fernab von harmonischem Gesang agiert und ein Fronter, der uralte Texte, die Fans im Schlaf mitsingen von Zetteln abliest. Grandios! (DL)


4 Ohren 1 Meinung:


RAMMSTEIN RAMMSTEIN

Deutschlands grtes Rock-Phnomen sorgte gewiss bereits im Dezember vergangenen Jahres fr ein ausverkauftes Wacken Open Air. Belegen kann ich das nicht, doch das pickpackevolle Infield spricht eine deutliche Sprache. Lediglich meinem Pressebndchen geschuldet komme ich entspannt durch den Ausgang herein. Smtliche Eingnge scheinen mir zeitweise gar komplett geschlossen. In direkter Luftlinie zur True Stage, wo RAMMSTEIN spielen sollen geht nichts. Also so berhaupt nichts. Legt man keinen Wert darauf, die Band aus nchster Nhe zu sehen, kommt man immer noch zur abgespeckten Version, bzw. dem, was die Leinwnde einen sehen lassen. Smtliche Boxen, von der Black bis zur True Stage geben Vollgas und drcken einen unfassbar brachialen und glasklaren Sound in die Menge. Ein gigantisches Bhnenbild das zunchst noch von einem passenden Vorhang verdeckt wird, bildet die Kulisse fr gut 100 Minuten feuriges Entertainment.

Zu den Klngen von "Ich tu dir weh" fllt der Vorhang und Till Lindemann wird auf einer Plattform von der Lichttraverse herab gelassen. Was folgt, drfte jeden der gefhlten 200.000 Zuschauer gut unterhalten haben. Die Band spielt, dem lauten und wuchtigen Sound entgegen kommend auf den Punkt genau, womit Brecher wie "Keine Lust" oder "Feuer Frei!" ihre volle Energie entfalten. Wer mit der Musik der Berliner nix anfangen kann, ergtzt sich eben an der beeindruckenden Light- und der kranken Bhnenshow. Dreh- und Angelpunkt des Leidens, wie immer, Keyboarder Flake. Wird er zunchst nur (!) von Lindemann mit dem Kopf auf sein Instrument gehmmert, rennt er bei "Benzin" gar brennend ber die Bhne.

Die Setlist ist, der "Made In Germany"-Tour entsprechend eine einzige Best Of, bei der dennoch "Amerika" und "Engel" auen vor bleiben und doch kein Grund zu Meckern bleibt. Als Zugabe gibt es eine wunderschne Piano-Version von "Mein Herz Brennt" und dann tatschlich "Sonne", mit dem zunchst als Gercht vermuteten Gastauftritt von Heino. Wacken nahm es sportlich und schenkte dem deutschen Urgestein neben vereinzelten Pfiffen einen respektablen Hflichkeitsapplaus. Dass manche hierin gleich den Untergang unserer Kultur gesehen haben wollen, fand ich jedoch etwas albern. Eine angenehme berraschung stellte fr mich auch der fast schon gesprchige Lindemann dar. Natrlich gab es keine Ansagen, doch etwas mehr als ein schlichtes "Danke!" war diesmal doch drin. (DL)

RAMMSTEIN RAMMSTEIN Ob bei RAMMSTEIN der Grenwahn ausgebrochen ist, sollte auch jeder fr sich selbst beantworten. Fakt ist, dass die Band einen eigenen Truck mit ihrem Merchandise aufs Gelnde stellen durfte, was meiner Meinung nach vorher noch nicht vorgekommen ist. Weiterhin stand dieses Jahr auf den Festival T-Shirts ihr Name ganz oben, erst darunter die anderen Headliner. Normal stehen eigentlich alle Headliner in einer Reihe, wenn ich mich nicht irre. Und ihre Bhne war tatschlich den gesamten Donnerstag ber gesperrt. Man knnte jetzt noch Gerchte ber eine gigantische After Show Party oder die Anordnung ber zwei Dutzend zustzliche Stagehands und Roadies in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auffhren, aber das lassen wir jetzt einfach mal. Was zhlt, ist auf dem Platz, beziehungsweise auf der Bhne. Und da lieen es RAMMSTEIN aber mal so richtig krachen.

Viel Licht, viel mehr Feuer und ein verdammt guter Sound brachten das Publikum so richtig in Stimmung. Das deutsche Aushngeschild in Sachen harter Musik lieferte eine astreine Show ab, mit allem was dazu gehrt. Bei RAMMSTEIN darf man nun wirklich nicht mit irgendwelchen spontanen Aktionen rechnen. Alles ist von hinten bis vorne durchgeplant. Ob es nun der "Fan" ist, der auf die Bhne kommt und mittels Flammenwerfer angezndet wird oder Keyboarder Flake, der von Snger Till eine Kopfnuss bekommt. Alles ist Programm, alles gehrt zur Show. Dass die Band dennoch ein klein wenig berraschen kann, bewies die Akustik-Version von "Mein Herz Brennt" als erste Zugabe. Till am Mikrofon und Flake am Klavier, sonst Nichts, und ich fand es toll.

Dann passierte das, was eigentlich nicht passieren sollte und weswegen sich Tage spter noch Leute den Mund fusselig diskutierten. Schlagerbarde und Sonnenbrillenzombie Heino kam auf die Bhne, um bei "Sonne" eine Strophe und die beiden Schluss Refrains mitzusingen. Der Mann bewegte sich nicht einen Zentimeter von der Stelle, wahrscheinlich hatte man ihm dieses aber auch eingetrichtert, denn es ging noch einmal eine amtliche Portion Pyros hoch. Das wre wahrscheinlich alles nicht der Rede wert gewesen, wie so einige Gastauftritte in den letzten Jahren auf diesem Festival. Aber noch in derselben Nach lief es auf alle Fernsehkanlen und es stand am nchsten Morgen in wirklich jedem Kseblatt. Unfassbar. Eins sollte man aber nicht unerwhnt lassen, dass die letzte Heino CD ber das Plattenlabel Starwatch herauskam. Dieses Label gehrt zur ProSiebenSat1 Gruppe, den Rest kann sich wohl jeder selber denken.... Nichtsdestotrotz, RAMMSTEIN lieferten einen phnomenalen Gig ab und wurden nicht nur zu Recht abgefeiert, sie waren auch ein wrdiges Highlight auf dem diesjhrigen Festival. Lediglich den ein oder anderen Klassiker la "Amerika", "Moskau" oder "Rosenrot" htte ich persnlich besser gefunden als "Pussy" oder "Ich Tu Dir Weh".

Apropos: Es durften lediglich 10 ausgesuchte Fotografen in den Graben und Fotos machen. Irgendein schlauer Fuchs hatte aus dem Publikum allerdings mit seiner Profi Kamera Bilder gemacht, die nachts bereits im Netz standen (und wir reden hier nicht ber irgendeine Seite). Am frhen Morgen waren diese bereits wieder aus dem Netz verschwunden. So viel zum Thema Grenwahn und RAMMSTEIN. (MS)


Im Anschluss gab es eine groartige Aftershow-Party am Metal Hammer-Bus, wo ich einige langjhrige Quasi-Kollegen diverser Promotionfirmen traf, mit ihnen trank und mich kniglich amsierte. Hektisches Winken und ein frhliches "Hallo!" an all meine Lieben von Pirate Smile, Century Media und ein braves "Danke!" an die Hammer-Crew fr die Gastfreundschaft! (DL)


FREITAG

Pfahlsitzen

Den Freitag an diesem Wacken Open Air Festival kann man in allen Belangen als extrem bezeichnen. Das begann mit dem Wetter. War bereits an den beiden vorherigen Tagen das Wetter optimal fr ein Festival (kaum bis kein Regen, angenehme Wrme und vereinzelte Wolken), so zeigte sich heute, was der Klimawechsel bedeuten kann. Bereits am frhen Morgen drckte die Hitze aber mal so richtig. Keine Wolken weit und breit am strahlend blauen Himmel. Schon kurz vor der Mittagszeit hatte man das Gefhl, sich in einem Backofen zu befinden. Und ausgerechnet heute wollte ich zweimal in das riesige Zelt, um DR. LIVING DEAD! und MUSTASCH zu begutachten. Herzlichen Glckwunsch. So hielt ich mich dann auch so lange wie mglich in Bereichen auf, die Schatten boten und wo man sich kostengnstig mit unalkoholischen Getrnken versorgen konnte. (MS)


BENIGHTED BENIGHTED

Nach einer arsch kurzen Nacht, die mit den ersten Sonnenstrahlen abrupt endete, ging es bereits um 11:00 zur W.E.T.-Stage. Die Franzosen von BENIGHTED erffnen den Freitag mit fies krachendem Death-Grind und erstaunlich viele Menschen, die sich zu dieser unchristlichen Zeit im Zelt eingefunden haben, finden das sichtlich gut. Grunz, Quiek, Schredder, Blast und der Dave ist wach und hoch erfreut. Mit einer halben Stunde Spielzeit hat man dann zudem auch genau die richtige Entscheidung getroffen, denn so tight gespielt und gut abgemischt das Massaker auch war, Death-Grind sollte man in gesunden Hppchen genieen.

Zu den letzten 3 Songs von NEAERA (u.a. das famose "Spearheading The Spawn") schaffe ich es noch zur Black Stage. Die Mnsteraner Sympathiebolzen hatten, ebenfalls zur frhen Morgenstunde, eine riesige Menschenmenge vor die Bhne gezogen. Was hab ich mich fr sie gefreut. (DL)

Impressionen

GOJIRA

Sonne, gefhlte 50 Grad und GOJIRA; kann das funktionieren?! Und wie! Die Franzosen ziehen eine beachtliche Schar Menschen vor die Bhne, bedenkt man, wie speziell ihr brachialer Progsound doch ist. Als wrde das nicht reichen, lsst sich die Meute sogar noch zu ordentlicher Pit-Action hinreien. Besonders beim "From Mars To Sirius"-Kracher "Backbone" lsst sich wildes Treiben vor der Bhne lokalisieren. Schn differenziert abgemischt lsst sich das Quintett aber auch aus der Ferne (und im Schatten) genieen. Der Tag ist noch lang und die Nacht zuvor lsst noch keine wilderen Bewegungen zu. Einige hundert (tausend?!) Unerschrockene jedoch lassen sich von der brutalen Hitze nicht bremsen und feiern den verschrobenen Sound ab, als entstnden hier die nchsten Stars. Kann man ihnen gnnen. (DL)


DR. LIVING DEAD! DR. LIVING DEAD!

DR. LIVING DEAD! Als ich zum Zelt kam, um DR. LIVING DEAD! zu schauen, traute ich meinen Augen nicht. Die Veranstalter hatten es wirklich nicht fr ntig gehalten, die Seitenteile des Zelts, in der sich die Headbanger's Stage und die W.E.T. Stage befand, zu ffnen. Kaum stand man im Zelt, lief einem der Schwei aus allen Poren nur so am Krper runter. Zumindest das htte man doch machen knnen, um ein wenig Luft in das pompse Gebilde zu bekommen. Nun ja, ab in die erste Reihe, denn der geneigte Leser mchte ja nicht nur einen Bericht haben sondern auch mit guten Fotos versorgt werden. Die Schweden von DR. LIVING DEAD! haben brigens einen neuen Snger, und wenn mich nicht alles tuscht ist dies der bereits dritte Frontmann in zwei Jahren.

Im Zelt waren bereits jetzt geschtzte 40 Grad Celsius, und ich mchte nicht wissen, wie sich das auf der Bhne mit all dem Licht und dann auch noch unter den Totenkopf-Masken angefhlt hat. Die Skandinavier lieen sich nichts anmerken und starteten gleich mal mit "Radioactive Intervention" voll durch. Generell kann man sagen, dass die Band einen guten Set ablieferte und sehr gute Reaktionen aus dem Publikum bekam. Selbst hier starteten einige noch einen Moshpit, angefeuert von den Maskierten auf der Bhne. Respekt fr alle Teilnehmenden! Es folgten weitere Kracher aus der bisherigen Schaffensperiode der Schweden, zum Beispiel "My Brain Is For Sale" oder auch "Dead New World". Und obwohl ich mit meiner Meinung von einem starken Auftritt nicht alleine war, so gehren DR. LIVING DEAD! einfach auf eine Club Bhne. Da funktioniert so etwas einfach besser. (MS)


nett

POWERWOLF

Raus aus dem Zelt und irgendwo dahin, wo es Schatten und etwas zu trinken gab. Dieser Weg fhrte mich an der True Metal Stage vorbei, auf der gerade POWERWOLF ihren Auftritt absolvierten. Es ist ja schwer, an dieser Band zurzeit nicht vorbei zu kommen. berall Poster, von vielen Magazin-Covern blicken sie einen an, und auch Tourplakate in hoher Anzahl findet man in jedem Kuhdorf. Naja, ich und Power Metal... aber okay, schaut man sich das halt mal an, wenn es gerade so passt. Was soll ich da gro zu sagen? Ein jaulender Snger, immer in den gleichen Tonlagen verbleibend, x-mal gehrte Gitarrenriffs, alles schn im Midtempo, damit man auch schunkeln kann, und ein Schlagzeuger, der dreimal das gleiche Programm runterholzt. Aber es sollen drei verschiedene Songs gewesen sein. Sicherlich gibt es jetzt Leute, die behaupten das Gleich ber Death Metal oder Thrash Metal. Einigen wir uns darauf, dass es zum Glck viele Stilrichtungen im Metal gibt, bei der jeder glcklich werden kann. (MS)


MUSTASCH MUSTASCH

Kurz danach ging es wieder ins Zelt, diesmal zu MUSTASCH. Die Band ist live einfach der Hammer, und die Schweden haben mit Ralf Gyllenhammar einen Frontmann am Start, der es wie kaum ein anderer versteht, das Publikum auf seine Seite zu bringen. Am heutigen Tag waren es seine Ansagen in gebrochenem Deutsch, die einfach nur noch lustig waren. Aber auch musikalisch konnten MUSTASCH voll berzeugen. Songs wie "Black City", "Mine" oder der Hit "Double Nature" grooven ohne Ende und bringen jeden Raum zum Kochen. Aufgrund der hohen Temperatur war zwar nicht viel mehr ntig, aber die Skandinavier nutzten die dreiviertel Stunde um nicht nur ihr Stammpersonal zu beglcken, sondern sich auch viele neue Fans zu erspielen. Daumen hoch! (MS)

Wir dagegen kapitulieren unmittelbar nach GOJIRA vor dem groen, gelben Arschloch und verziehen uns fr mehrere Stunden unter den Pavillon. Hier profitierten wir von unglaublich netten Nachbarn, die uns unsere heien Radler-Dosen und Wasserflaschen in ihrem Khlschrank auf Betriebstemperatur bringen lieen. Andere schenkten uns eine Flasche zur "berbrckung". Es gibt sie also doch, die Metal-Family.


SOILWORK

SOILWORK

Irgendwann mssen wir uns aber doch erheben, SOILWORK wollen schlielich abgefeiert werden. Das geht aber erst mal aus zweierlei Grnden nicht. Zum einen ist die Party-Stage, auf der die Band spielt auf gleicher Hhe wie die Black Stage. Diese wird parallel zum Gig der Schweden von Agnostic Front beackert. Da Black- und True Stage, wohl nach Meinung der Macher, das komplette Infield beschallen mssen, hren die SOILWORK-Fans, die links vor der Bhne stehen, seltsamstes Stereo.

Als wir uns schlielich hrtechnisch besser positioniert haben, mssen wir erschrocken feststellen, dass Snger Bjrn Strid nicht gerade in Bestform ist. Besonders die klar gesungenen Passagen brechen dem Fronter immer wieder das Genick. Mit zunehmender Dauer festigt seine Stimme sich jedoch, und auch die etwas untight wirkende Band kriegt irgendwann noch die Kurve, wenngleich der Sound (und auch das Zusammenspiel) gerade bei richtig schnellen Parts (bestes Beispiel- "Spectrum Of Eternity") kaum Raum fr Feinheiten lsst. Anspruchsvollere Parts und besonders Blasts gehen so im Matsch unter. Nichtsdestotrotz konnte man sich den Gig entspannt anschauen. Habe sie aber schon besser gesehen. Die Songauswahl war brigens ziemlich gewagt. Warum eine Band, die sckeweise Hits im Gepck hat, sie nicht auch auf einem Festival wie dem Wacken spielt, bleibt wohl ihr Geheimnis. (DL)


AGONSTIC FRONT

AGONSTIC FRONT

Um auf das eingangs erwhnte "extrem" noch einmal einzugehen, gab es jetzt so etwas wie ein Dej vu. Kam ich heute beim ersten Mal aus dem Zelt, und musste fr mich unsgliche Musik hren, so kam ich nun aus dem Zelt, und musste mit ansehen, wie eine mir sehr bekannte Kapelle die Black Stage in Grund und Boden rockte. Da ich aber AGNOSTIC FRONT in jngster Vergangenheit fters gesehen hatte, war ich zu MUSTASCH gegangen, und erlebte jetzt das Ende vom Auftritt von AGNOSTIC FRONT. War ich letztes Jahr schon begeistert gewesen, dass SICK OF IT ALL ein grtenteils eher straightes Metal Publikum in Wallungen gebracht hatte, so pflgte die New Yorker Hardcore Formation aber mal amtlich den Rasen um. Da wurde gepogt und gemosht, dass es eine wahre Freude war. "Toxic Shock" und das unvermeidliche "Gotta Go" regelten aber mal so richtig. Schade, aber man kann nicht alles haben. Diesen Auftritt htte ich dann doch gerne komplett gesehen. (MS)


WHITECHAPEL

Im Bullhead City Zelt bricht anschlieend ein Death Metal Kommando mit Urgewalt herein: WHITECHAPEL prgeln mit einem ungeheuren Druck auf das nach Extremen drstende Publikum ein, und dank drei Gitarren, einem knppelharten Sound und einem Fronter, der einem durchaus Angst machen kann, funktioniert das riff- und breakdownschwangere Abrissfest gar formidabel. Zugegeben, nach einer guten halben Stunde machen sich ein paar Verschleierscheinungen bemerkbar (siehe BENIGHTED!), doch gerade die Songs des aktuellen, selbst betitelten Albums reien dank abwechslungsreichem Songwriting einiges raus. (DL)


Impressionen

MOTRHEAD

Das letzte Extrem am heutigen Tag war dann der Auftritt von MOTRHEAD. Schon Wochen vorher gab es Rtselraten, ob Lemmy berhaupt auftreten wird. Im Vorfeld wurden alle Auftritte abgesagt, und bei anderen Festivals (zum Beispiel beim "Reload Festival") gab es ein paar Tage spter bereits die Meldung, wer als Ersatz auflaufen wird. Nicht so in Wacken. Und so spielten MOTRHEAD dann tatschlich. Allerdings ist zumindest mir von Anfang an klar, dass dieser Auftritt nicht gut gehen konnte. Lemmy kam auf die Bhne, er war aschfahl und seine obligatorische Ansage ("We Are Motrhead! And We Play Rock'N'Roll!") war eher ein Krchzen als die bliche und bekannte Stimme des Whiskey und Zigaretten Liebhabers.

Es folgen vier bis fnf Songs, die erstaunlicherweise ziemlich gut von der Bhne kommen, und in denen Lemmy gesanglich auch gut dabei ist. Nach "Over The Top" muss Gitarrist Phil Campbell ein Solo hinlegen, da der Frontmann eine Pause brauchte. Das war das nchste ungute Zeichen. Im Anschluss gab es zwar noch "The Chase Is Better Than The Catch", aber direkt danach mussten MOTRHEAD die Show abbrechen. Organisator Thomas Jensen kam auf die Bhne, bedankte sich, und teilte allen mit, dass diese Show nun beendet war. Es folgt Musik vom Band und man konnte so einige enttuschte und traurige Gesichter sehen. Drcken wir der Lichtgestalt des Rock'N'Roll die Daumen, dass er uns noch eine lange Zeit erhalten bleibt. (MS)


SAMSTAG


Nachdem der Freitag mit seiner schon fast unmenschlichen Hitze fr einige Sonnenbrnde gesorgt hatte, schien am Samstag auch mal gleich wieder die Sonne. Einige Besucher kamen nicht drum herum, ihre krebsroten Krper anscheinend ohne jeglichen Schutz erneut in die Sonne zu halten. Naja, muss ja jeder selber wissen, was er sich da so antut. Sind ja nahezu alle volljhrig, zumindest auf dem Papier. (MS)


CALLEJON CALLEJON

Der letzte Tag startet um 12 Uhr mittags mit den Jungs von CALLEJON. Vor der True Stage ist richtig was gebacken und das, vornehmlich junge Volk ist bereit, um mit den tourfreudigen Metallern (ja!) durchzudrehen. Schon whrend des Intros werden "CALLEJON"-Chre angestimmt, und zu den ersten Takten von "Blitzkreuz" wird fleiig gesungen, getanzt und geklatscht. Leider wird, wie brigens bei fast jeder Band, die ich bisher gesehen habe (ja, auch bei Whitechapel) sehr exzessiv geklatscht und, wie das in Deutschland scheinbar zum guten Ton gehrt, immer ein Stck weit neben dem Takt.

Ich beschliee, mir die Laune von den Andrea Berg-affinen Fans nicht vermiesen zu lassen und geniee die guten Stcke der Band. Fr Wacken-Verhltnisse haben sich meines Erachtens nmlich einige Stinker ins Set geschlichen. "Atlantis" finde ich persnlich langweilig, "Lass mich gehen!" war mir auch zu muschimig, doch "Zombified", "Snake Mountain" oder das abschlieende "Porn From Spain 2" meieln mir ein fettes Grinsen ins Gesicht. Snger Basti punktet wieder mit Ganzkrper-Tourette und hat die Massen im Griff. Bei "Kind im Nebel" sieht man dann eine emotional berhrte Menschenmasse eintrchtig den schnen Text singen. "Schrei nach Liebe" und "Schwule Mdchen" wissen die Menschen ebenso zum Mitschreien zu bringen und so kann der Gig als Erfolg verbucht werden. Hut ab auch vor den Soundmenschen, die den Muckern einen fetten Sound verpasst haben und zwei Daumen hoch fr die Band, die mit Spa in den Backen einfach nur unfassbar auf den Punkt gespielt hat. (DL)


4 Ohren 1 Meinung:


FEAR FACTORY

FEAR FACTORY Ich hatte kein gutes Gefhl, was FEAR FACTORY anging, war mir ihr letztes Gastspiel in der Klner Essigfabrik noch in bser Erinnerung. Und so gern ich auch Recht habe, htte ich mich doch gefreut, wre mein Urteil zu frh gekommen. Denn auch wenn die Band relativ tight spielt; zum einen ist der Sound, gerade fr eine Brachialcombo wie FEAR FACTORY ziemlich dnn, und zum anderen ist es mal wieder Snger Burton, der die komplette Show frmlich zerstrt. Mit seiner geradezu lustlosen Art (da schlurft der Kerl zu dieser hochenergischen Musik ber die Bhne... htte nur ein Blick auf die Uhr gefehlt) und vor allem seinem grauenvollen Gesang demontiert er sukzessive eine lebende Legende. Ganz besonders die klaren Passagen verkackt er. Alle! Weiter will ich mich nicht aufregen. Das wre es nicht wert. (DL)

FEAR FACTORY

Groe Vorfreude gab es bei mir, sollte doch zur Mittagszeit eine meiner absoluten Lieblingsbands auftreten. FEAR FACTORY standen auf dem Programm, und ber die Live Qualitten dieser Band muss man nicht viel erzhlen. Die ganze Nummer steht und fllt mit Burtons Gesang. Und die stimmliche Leistung war an diesem Tage... unterirdisch. Man muss es so drastisch ausdrcken, es ging gar nix beim Gesang. Dazu kam noch eine derbe Unlust, die der Frontmann der Angstfabrik versprhte. Es htte wohl niemanden gewundert, wenn er noch auf seine Uhr geschaut htte, um zu sehen, wann er von der Bhne kann (DAS haben wir NICHT abgesprochen, hahaha DL). Wobei auch mal die Frage erlaubt sein darf, warum FEAR FACTORY nicht mit Halb - Playbacks arbeiten. Das ist ja nun schon lange kein Tabu Thema mehr, und Burton hat es mehrfach bewiesen, dass er seine Leistungen aus dem Studio live nicht bringen kann. Warum hilft man da nicht etwas technisch nach? Es gibt doch entsprechenden Mglichkeiten. Und ich bin mir auch sicher, dass es den meisten Fans egal wre. Aber so bekam das zahlreich anwesende Publikum eine Kostprobe davon zu hren, wie man hohe Gesangseinlagen gnadenlos verreit.

Musikalisch und auch an der Songauswahl gab es nichts auszusetzen. Gitarrist Dino und Bassist Matt DeVries waren immer in Bewegung und lieen die Matten kreisen, whrend Snger Burton stoisch bei seinem Mikro stand und bestenfalls mal den Arm hob um zu schnuppern, ob sein Deo noch wirkt. Und ich denke nicht nur fr mich persnlich war dies eine herbe Enttuschung. Songs wie "Replica", Edgecrusher" und "Powershifter" knallen nur halb so gut, wenn ein lustloser Snger die hohen Tne nicht trifft. Leider war dies der musikalische Tiefpunkt des Festivals. (MS)


4 Ohren 1 Meinung:


LAMB OF GOD LAMB OF GOD

Nach einer kurzen Pause ging es fr mich wieder zurck zur Black Stage, wo LAMB OF GOD als nchstes auf dem Programm standen. Hier bekam ich dann das, worauf ich bei FEAR FACTORY vergeblich gewartet habe: eine stimmliche Glanzleistung, und einen Snger, der die Energie der Songs auch rber bringt. Richtig gut. Zumindest so lange, bis sich dunkle Wolken am Himmel bildeten und sich ein amtlicher Schauer ankndigte. Zum Glck trat ich rechtzeitig die Flucht an, bevor es 35 Minuten lang einen Schauer gab, der das halbe Gelnde flutete. Einzig allein die hohe Temperatur und der anschlieende Sonnenschein sorgten dafr, dass es nicht schon wieder ein Matsch Chaos wie im letzten Jahr gab. Aber wie gesagt, LAMB OF GOD waren richtig gut, mussten aber leider die Massenflucht vor dem Regen in Kauf nehmen. (MS)

Die Amis von LAMB OF GOD werden von einer wilden, gierigen Meute erwartet. Wie verrckt diese Fans tatschlich waren, sollten wir noch frh genug erleben. Snger Randy Blythe feuert Wacken permanent an und freut sich sichtlich vor dieser enthusiastischen Menge auftreten zu drfen. Ich knnte jetzt schreiben, dass LOG in ihrer Heimat noch mal so gro sind, dass ich zu "Walk With Me In Hell" komplett durchgedreht bin, LAMB OF GOD oder dass der Sound ordentlich gescheppert hat (im positiven Sinne!), doch nichts bringt die Essenz dieser Show besser auf den Punkt, als die Szenen, die sich ab der Hlfte der Show zutrugen.

Was als vermeintlicher Sommerregen und willkommene Abwechslung zum gnadenlos heien Freitag begann, entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem Schauer epischen Ausmaes. Meiner Kamera zuliebe verziehe ich mich mit einige Bekannten unter den Relentless-Pavillon und schaue mir das Treiben vom Trockenen aus an. Jedes Mal wenn ich denke, dass es auch mal gut ist, wird der Regen heftiger und ich werde das Gefhl nicht los, Petrus nahm das alles etwas persnlich ("... ich geb' denen Lamm Gottes... Heiden!"). Die Fans vor der Bhne jedoch feiern ihre Helden weiter, nur- verhltnismig- wenig Zuschauer suchen Schutz vor den Wassermassen. Ein mehr als beachtlicher Teil der Leute trotzt dem Unwetter und startet sogar diverse Circle Pits und ich frage mich, wie man da NICHT permanent auf's Maul fliegen kann Blythe ist von dem Einsatz schwer beeindruckt und schenkt Wacken nach dem frenetisch abgefeierten "Redneck" noch einen brandneuen Song und auch dieser wird bejubelt und betanzt, als gbe es kein Morgen. Verrckte Hunde... Hut ab! Pnktlich zum Ende des Gigs, der mit einem Ric Flair Tribut ("Whooooo!") abgeschlossen wird, schlieen sich die Pforten der Himmelshlle, was meine Petrus-Theorie nur noch verstrkt. (DL)


DANZIG DANZIG

DANZIG Etwas spter sollte dann tatschlich der Schinkengott DANZIG die Bhne betreten. Nachdem es im Vorfelde schon wieder Realsatire pur gab, (Fotografen mussten sich speziell fr diesen Auftritt nochmal anmelden, am Ende wurde das Alles gestrichen und es wurden halt gar keine Fotografen in den Graben gelassen), fieberte ich diesem Auftritt richtig entgegen. Nicht nur, dass ich Danzig nach fast zwanzig Jahren zum zweiten Mal live sehen sollte, es sollte ja auch noch ein ganz spezielles Konzert werden. Aber dazu spter mehr. Erst einmal kam Onkel Glenn mit seiner Band auf die Bhne, die aus bekannten Gesichtern besteht: Tommy Victor an der Gitarre (kennt man von PRONG), Johnny Kelly am Schlagzeug (kennt man von TYPE O NEGATIVE) und Steve Zing. Letzterer ist eigentlich Schlagzeuger und hat schon bei SAMHAIN die Felle gebrstet.

Nach einem etwas wackligen Beginn kamen dann die richtigen Kracher und die Band gab alles. "Twist Of Cain", "Am I Demon" und "How The Gods Kill" rockten wie die Sau. Und auch DANZIG taute nach und nach auf. Der gute ist ein wenig mopsig geworden, hat aber immer noch eine gute Stimme und eine ordentliche Ausstrahlung. Und was dann folgte, sollte jedem MISFITS Fan die Trnen in die Augen bringen. Es kam tatschlich Doyle Wolfgang von Frankenstein auf die Bhne, in voller Montur und mit einem unfassbar durchtrainierten Oberkrper. Und zusammen rdelten die beiden und der Rest von DANZIGs Band einen MISFITS Klassiker nach dem nchsten aus dem rmel. "I Turned Into A Martian", "Vampira", "Skulls", "Last Caress", noch Fragen? Erstaunlicherweise ging Doyle dann von der Bhne, und DANZIG rockten allein ihren berhit "Mother". Dann kam er wieder auf die Bhne und alle zusammen rockten "Die, Die My Darling". Als MISFITS oder DANZIG Fan konnte man nun nur noch glcklich sein.

Ich persnlich fand es schon ein wenig affig, dass Doyle wegen "Mother" die Bhne verlie, aber er und auch Glenn Danzig sind Egozentriker vor dem Herrn. Dolye spielt halt keine Songs, die nur von DANZIG sind, und Glenn Danzig singt keine Songs, die ursprnglich von Michael Graves gesungen wurden, als die MISFITS zur Jahrtausendwende mit den beiden Alben "Famous Monsters" und "American Psychos" nochmal richtig durchstarteten. Wenn man nur wsste, wo sich die beiden ihren Egos abholen... (MS)



ALICE COOPER ALICE COOPER

ALICE COOPER Der Anfang war mit Horror Punk gemacht, nun durfte ALICE COOPER die Geisterbahn komplett erffnen. Der immer noch sehr rstige Herr Cooper kam mit einer starken Band auf die Bhne, und rockte gleich mal ein paar Klassiker ins Publikum. "No More Mister Nice Guy", "Billion Dollar Babies" oder auch "Under My Wheels" gehrten zu den Startern. Das Ganze wirkte sehr routiniert und souvern, die junge Band spielte tight und ALICE COOPER brachte ein paar der bekannten Schmankerl auf die Bhne. Alles in allem ein routinerter Auftritt, der mit weiteren Hits wie "Hey Stoopid", "Welcome To My Nightmare" und "Feed My Frankenstein" garniert war. Kurz danach gab es ein Medley mit diversen Cover Anspielungen. Anscheinend ein Hinweis auf ein reines Cover Album, dass ALICE COOPER in Planung hat. Zum Abschluss gab es selbstverstndlich "Poison" und "School's Out", ansonsten htte man den armen Mann wahrscheinlich auch geteert und gefedert. Ein guter Auftritt. Kann ich auf meiner persnlichen Liste also auch abhaken. (MS)



KRYPTOS

KRYPTOS

KRYPTOS KRYPTOS hatte einen wirklich schweren Stand in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Sie spielten nmlich parallel zu dem LINGUA MORTIS ORCHESTRA featuring RAGE und MESHUGGAH. Eine Konstellation, die ich schon von Anfang an, als die Running Order stand, fr ein wenig unfair hielt. KRYPTOS hatten mit ihrem letzten Album "The Coils Of Apollyon" durch die Bank richtig starke Kritiken eingefahren. Dann einem, zumindest in Deutschland, derart starken Newcomer eine solche Konkurrenz vor die Nase zu setzen empfand ich als uerst unglcklich.

So war, wie erwartet, das Zelt vielleicht nur zu einem Drittel gefllt, als KRYPTOS auf die Bhne kamen. Aber die Anwesenden wussten, warum sie da standen. Und auch die Band selbst war einfach nur total glcklich, ihre Songs auf diesem Festival zu spielen. Und so rockten die Jungs aus Bangalore, als wrde es kein Morgen mehr geben. Die starke Mischung aus Thrash Metal und starken Melodien ist fr mich immer noch einzigartig und geht unfassbar gut in den Fu und in den Nacken. Nach und nach kamen immer mehr Leute in das Zelt, denn so langsam sprach es sich wohl herum, dass KRYPTOS mchtig Arsch treten. Und so nutze die Band die dreiviertel Stunde auch, spielte starkes Material, und hat eine Menge neuer Freunde gewonnen. (MS)


IMPRESSIONEN

Das Mini-Unwetter hat seine Spuren hinterlassen. Hat man nicht gerade Kunststoff- oder Holzplatten unter den Fen, steht man belst im Matsch. Wahlweise 2-20 cm tief. Das war's! Smtliches Schuhwerk, von den Gummistiefeln mal abgesehen (und das macht keinen Spa!) ist somit festivaluntauglich und ich stelle mich auf die Rckfahrt ein. W:O:A 2013 - Zuviel Licht von oben, deutlich weniger aufs Festival bezogen und das Gefhl, man gehrte zu den Attraktionen in einem Rock 'n' Roll-Zirkus.

2014 werde ich diesem Zoo vermutlich nur dann einen Besuch abstatten, wenn das Line-Up absolut killt. Mit einem 25-jhrigen Jubilum in der Hinterhand sollte das wohl drin sein. Angst macht mir aber jetzt schon der Fakt, dass die ganze Chose bereits 4 Tage nach Ende der '13er Auflage ausverkauft war. (DL)











MUSTASCH MUSTASCH Tattoo DANZIG DANZIG Wacken Tower

DEVOID DEEP PURPLE ANNIHILATOR DR. LIVING DEAD! DR. LIVING DEAD!

DIE KASSIERER FEAR FACTORY LAMB OF GOD LAMB OF GOD

ALICE COOPER ALICE COOPER KRYPTOS

KRYPTOS Impressionen Impressionen
<< vorheriges Review
THE DILLINGER ESCAPE PLAN, MAYBESHEWILL, THE HIRSCH EFFEKT - Kln, Luxor
nchstes Review >>
JIMMY EAT WORLD, RIVAL SCHOOLS - Hamburg, Docks


Zufällige Reviews