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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Billing MANILLA ROAD, CRYSTAL VIPER, MASTERS OF DISGUISE
Ort Rsselsheim, Rind
Datum 25.09.2013
Autor Alexander Meyer
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Seitdem Neudi (u.a. Roxxcalibur) bei MANILLA ROAD hinter der Schiebude sitzt, sind sie hufiger in Deutschland anzutreffen und das ist gut so. Diesmal haben die Amis mit Crystal Viper und Masters Of Disguise zwei interessante Combos im Vorprogramm. Der Weg nach Rsselsheim lohnt sich also doppelt und dreifach.

Masters Of Disguise Masters Of Disguise

Die MASTERS OF DISGUISE sind aus der Kooperation zwischen dem ehemaligen Savage Grace-Mainman Chris Logue und der Instrumentalfraktion von Roxxcalibur entstanden (Mehr dazu im Interview an anderer Stelle). Da Neudi mit Manilla Road so viel um die Ohren hat, machte er seinen Platz hinterm Kit fr Jens Gellner (ex-Into The Abyss) frei. Schon im Vorfeld wurde die Reinkarnation des fiesen SG-Cops Knutson angekndigt, der dann auch gleich beim Opener "Back With A Vengeance" gemeinsam mit der Band die Bhne entert. Die Bandmitglieder sind passend dazu ebenfalls in Polizeiuniformen gekleidet, ein riesiges Backdrop samt entsprechendem Logo ist auch vorhanden. Das optische Konzept steht also schon mal, das musikalische ebenfalls. Geboten wird nmlich "Thrash With Class" vom Feinsten. Neudrummer Jens und Bassist Mario bollern los, was das Zeug hlt. Man hrt gleich, dass die beiden sich aus seeligen Into The Abyss-Zeiten aus dem Effeff kennen. Whrend Jens alle Hnde voll zu tun hat, ist Mario stndig in Bewegung und feuert das Publikum an. Die beiden Gitarristen konzentrieren sich darauf, ihre pfeilschnelle Riffs und Soli ins Rund zu schleudern. Kalli hat heute seine arschlange Matte zum Zopf zusammen gebunden und berlsst die Show Snger Alexx, der wie gewohnt fantastisch bei Stimme ist, und natrlich Knutson, der noch mehrmals auf den Plan gerufen wird. Am Ende des Sets zchtig der bse Cop sogar noch eine junge Dame und kettet sie mit Handschellen an den Drumriser. Bei diesem Versuch lsst er jedoch das ntige Know How vermissen, so dass das Mdel selbst mit einer Hand die Handschellen festhlt, was dem Ganzen eher einen Spinal Tap-Charakter verleiht. Die Savage Grace-Stcke "Into The Fire" und "Sins Of The Damned" stellen, trotz des guten neuen Materials wie "The Omen" oder "Into The Unknown", die absoluten Hhepunkte dieses Gigs dar. Solche Klassiker lassen sich halt nicht beliebig reproduzieren. Gleichwohl haben die MoD diese Feuertaufe bravors gemeistert und werden sicher noch von sich Reden machen.


    Setlist: MASTERS OF DISGUISE
  • Back With a Vengeance
  • Never Surrender
  • The Omen
  • Alliance
  • Into The Fire
  • Into The Unknown
  • Sins Of The Damned
  • Knutson`s Return
Crystal Viper Crystal Viper

Den Anfang von CRYSTAL VIPER verpasse ich leider. Das ist der Nachteil, wenn so viele alte Bekannte vor Ort sind und man sich so prchtig unterhlt. Ich muss allerdings dazu sagen, dass die Polen mich eh nicht sonderlich reizen. Ihr old-school Metal ist mir insgesamt einfach zu bieder und unspektakulr. Als ob sie selbst der gleichen Meinung sind und etwas spektakulrer wirken wollen, treten sie heute blutverschmiert auf, was den meisten Anwesenden ein Fragezeichen auf die Stirn zaubert. Mssen wir nun mit einer Watain-geschwngerten Goreperformance rechnen? Mit Nichten, denn insgesamt ist der Auftritt so solide (und bieder) wie gewohnt. Bandleaderin Marta tte meiner Ansicht nach besser daran, die Gitarre wieder beiseite zu legen, was ihr viel mehr Bhnenprsenz verleihen wrde. Dies besttigt sich whrend ihres tollen Gastauftritts bei Manilla Road am spteren Abend. So beschrnkt sich ihr Bewegungsradius hinter dem Standmikro auf ein Minimum. Ihre Bandkollegen an Bass und Leadgitarre hauen sich jedoch ziemlich rein und gleichen diesen Umstand etwas aus. Insbesondere Bassist Tomasz headbangt und post, dass es eine wahre Freude ist. Leider ist sein Spiel, wie auch das von Drummer Golem, sehr simpel. Gerade zwischen zwei technisch versierten Bands wie den MoD und Manilla Road stinken CV spielerisch ziemlich ab. Daran kann auch die se Marta nichts ndern, die trotz des unpassenden Make-ups gewohnt sympathisch rberkommt. Gesanglich macht sie ihre Sache gut, die hohen Schreie sollte sie sich jedoch knftig sparen. Dem Groteil der Anwesenden gefllt es trotzdem und man singt und klatscht sogar verhalten mit. Mir reicht das leider nicht und ich gehe lieber wieder raus, um Sozialkontakte zu pflegen.


    Setlist: CRYSTAL VIPER
  • Witch`s Mark
  • Metal Nation
  • Crimen Expecta
  • Night Prowler
  • Greed Is Blind
  • Night Of The Sin
  • The Last Axeman
Manilla Road Manilla Road

Was nun folgen sollte, lsst sich nur schwer in Worte fassen. MANILLA ROAD genieen einen Kultstatus wie nur wenige Bands, so dass sich im Verlaufe der nchsten zwei Stunden Szenen beoachten lassen, wie man sie nur selten sieht: Erwachsene Mnner weinen wie die Kinder und sinken sogar ehrfrchtig auf die Knie, wenn The Road Bandklassiker wie "The Riddle Master", "Mystification" oder "Divine Victim" zum Besten geben. Natrlich ist es unmglich, jedem der mittlerweile 16 (wenn ich richtig gezhlt habe) Studioalben gerecht zu werden, da auch noch jeder seine eigenen Favoriten hat. Ich persnlich wundere mich, dass nicht mehr von "The Deluge" zum Zuge kommt und freue mich, dass mein Lieblingsalbum "Open The Gates" relativ stark vertreten ist. Dass "Crystal Logic" viel Raum einnehmen und mein Geheimfavorit "Playground Of The Damned" wohl auen vor bleiben wrde, war abzusehen. Mit "The Grey God Passes" und "Only The Brave" werden zwei Songs vom aktuellen Album "Mysterium" gespielt. Bei zwei Stcken erhalten MR Untersttzung ihrer Vorbands: Bei "Dreams Of Eschaton" singt Alexx Stahl, der auch hier eine gute Figur abgibt, und bei "Flaming Metal Systems" zeigt Marta von CV, dass sie ohne Gitarre und Blutschminke viel besser rberkommt. Doch auch so verfgen MR mit Bryan "Hellroadie" Patrick und Mark "The Shark" Shelton ber gleich zwei hervorragende Snger. Whrend bei der Akustikshow in Mannheim, zu Beginn des Jahres, Mark noch fast alle Vocals bernahm, ist es heute Hellroadie. Dies gibt Shark die Mglichkeit, sich voll auf sein auergewhnliches Gitarrenspiel zu konzentrieren, was er sichtlich geniet. Bryan wiederum kostet seine Rolle als Frontmann so richtig aus und ist teilweise in der gesamtem Halle unterwegs, was ihm einmal fast zum Verhngnis wird, als er nmlich nach einem Ausflug ins Publikum die Seitentr zur Bhne verschlossen vorfindet. Natrlich findet er trotzdem den Weg zurck on Stage, wo Bassist Joshua gewohnt cool sein Ding durchzieht und Neudi es schafft, trotz Powerdrummings und Rauchverbots Kette zu rauchen. Merchandiser und Bandchauffeur Jens hat genauso Spa an der Show wie Kalli und Mario von MoD, die nach der Show noch alle Hnde voll zu tun haben, ihr Equipment fr den anstehenden Gig in Ludwigsburg zu verrdeln. Whrenddessen schreiben die Jungs von The Road fleiig Autogramme und unterhalten sich, trotz fortgeschrittener Stunde, noch lange mit ihren Fans. Daran knnte sich so mancher "Rockstar" eine Scheibe abschneiden. Ich denke da nur an die Flachzange von Blackie Lawless, der sich Fotos und Autogramme teuer bezahlen lsst, wenn er sich denn mal dazu herablsst.


    Setlist: MANILLA ROAD
  • Masque Of The Red Death
  • Death By The Hammer
  • Hammer Of The Witches
  • Witches Brew
  • Only The Brave
  • Open The Gates
  • Divine Victim
  • The Grey Good Passes
  • Stand Your Ground
  • Mystification
  • Dreams Of Eschaton
  • Crystal Logic
  • Road Of Kings
  • The Ram
  • The Riddle Master
  • Cage Of Mirrors
  • Flaming Metal Systems
  • Necropolis
  • The Ninth Wave
  • Up From The Crypt

Alles in allem kann man nur von einem uerst gelungenen Konzertabend sprechen. Nicht nur, dass sich mit MR eine Legende in prchtiger Verfassung prsentiert hat, sondern man konnte mit MoD auch noch die Geburtsstunde einer verheiungsvollen, neuen deutschen Band miterleben. Am heutigen Abend ist sicherlich niemand unzufrieden nach Hause gegangen. Fr mich bleibt nur eine Frage offen: Ist es Absicht, dass die ersten vier MR-Songs so angeordnet sind und jeweils mit dem letzten Wort des vorangegangen Titels beginnen? Da hat wohl der "Riddle Master" die Finger im Spiel gehabt...

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